*Was hier niedergeschrieben steht, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Unfehlbarkeit. Es ist der Versuch, Geschehenes festzuhalten, ehe es im Strom der Zeit verloren geht. Nicht als Urteil, sondern als Zeugnis.
Der Axiomatische Bote erscheint unter der Herausgeberschaft der Axiom-Gesellschaft, deren Ziel es ist, Beobachtung, Erkenntnis und Ordnung in Einklang zu bringen. In ihrem Auftrag sammelt, prüft und ordnet diese Redaktion Berichte aus allen Teilen der bekannten Welt.
Die Stimmen, die hierin erklingen, sind vielfältig angesiedelt – Augenzeugen, Gelehrte, Reisende und jene, die zur rechten Zeit am rechten Ort waren. Wo möglich, wurden Aussagen geprüft und gegeneinander abgewogen – wo dies nicht gelang, wurde kenntlich gemacht, was Bericht und was Überlieferung ist.
Der Chronist selbst bleibt namenlos. Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern aus der Überzeugung, dass die Bedeutung der Worte nicht aus dem Namen dessen erwächst, der sie niederschreibt, sondern aus dem Gewicht der Ereignisse, die sie beschreiben.
Gastbeiträge, Zeugnisse und sachliche Berichte können der Redaktion jederzeit zugeleitet werden. Diese sind an Van de Mork zu richten, der als Redakteur über Aufnahme, Einordnung und Veröffentlichung entscheidet. Ziel soll es sein, zweimal im Mond eine Ausgabe zu erstellen.*
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Im ganzen Land werden druckfrische Zeitungen verteilt, welche den typischen Geruch von Druckwerk aufweisen und offenbar auf einem besonders hochwertigem Papier gedruckt wurden.
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Ausgabe 1 - 15. Tag des 12. Mond im Jahr der k.S.
Andrang überwältigend an der Universität
Immer am ersten Tag des Wochenlaufes findet an der Akademie zu Solgard der Unterricht in den magischen Künsten statt. Meister Radesvald gibt hier sein Wissen über die niedere Magie für die Wissbegierigen in den Landen wieder. Die Studien umfassen viele Themengebiete wie die Worte der Macht, Planaristik, Ritualistik oder auch Kampfmagie. Die Grundlage eines jeden Magiekundigen, will man sagen. Doch in dieser Woche bot sich ein nie dagewesenes Bild in den heiligen Hallen der Arkanen Künste. Ein volles Haus im Diskurs mit dem ehrenwerten Lehrmeister. Ein denkwürdiger und lehrreicher Tag für alle. Wissensvermittlung und offener Diskurs über die arkanen Kräfte.
Gründung der Axiom-Gesellschaft
Mit dem 23. Tag im 11. Mond ist es vollbracht, die Steinlegung im Rathaus zu Solgard wurde vollzogen. Somit gibt die neu gegründete Axiom-Gesellschaft ihre Konstituierung und öffentliche Tätigkeit bekannt. Die Gesellschaft vereint gleichermaßen Gelehrte, Magier, Forscher sowie kunstfertige Handwerker unter dem gemeinsamen Ziel, das verborgene Gefüge der Schöpfung mit den Mitteln redlicher Forschung, guter Beobachtung und auch der Prüfung zu ergründen. Zentrales Anliegen der Axiom-Gesellschaft ist die Suche nach dem sogenannten Axiom – jenem grundlegenden Prinzip, das nach Auffassung der Gründer der Ordnung aller natürlichen wie magischen Erscheinungen zugrunde liegt. Die Erforschung dieser einen Wahrheit wird als Ursprung allen Erkenntnisgewinns verstanden und bildet das oberste Bestreben der Gemeinschaft. Ein besonderes Augenmerk legt die Gesellschaft auf die Verbindung von Magie, Technik und Technomagie. Ziel ist es deshalb, Werkzeuge und gute Verfahren zu entwickeln, welche nicht allein den arkan Begabten vorbehalten sind, sondern auch dem unkundigen Bürger und dem Volke im Lande dienen können. Die Axiom-Gesellschaft weist ausdrücklich jede Vorstellung zurück, die Magie begründe Herrschaftsanspruch oder Überlegenheit über die Völker. Vielmehr soll Wissen als dienende Kraft verstanden werden.
Wintermarkt
Im ganzen Land finden sich an gut zugänglichen Orten weihnachtliche Rentierkutschen, welche Euch zum Wintermarkt geleiten. Nutzt die Gelegenheit, feinstes Gebäck, tolle Utensilien zu erwerben. Oder einfach nur am Lagerfeuer eine heiße Schokolade genießen. Der angrenzende See bietet die Gelegenheit, mit Schlittschuhen über das Eis zu gleiten. In jedem Fall werdet Ihr gemütlich die Zeit verbringen können. Ein jeder sollte diese Erfahrung kurz vor dem Jahreswechsel mitnehmen, um mit Freunden und Geliebten die gemeinsame Zeit zu verbringen. Rekonstruktion eines Richtungsartefakts gelungen (Untersuchungen weisen auf ein Ziel im hohen Norden)
In den Werkstätten der Akademie zu Solgard wurde in den vergangenen Tagen ein bedeutender Fortschritt in der Artefaktkundlichen Forschung erzielt. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Zlata, Ephraem Zelatus, Radesvald sowie Van de Mork konnte mehrere zuvor geborgene Artefaktfragmente zu einer funktionalen Gesamtkonstruktion zusammenführen. Die Arbeiten fanden in der oberen Turmwerkstatt der Akademie statt, die mit umfangreichem handwerklichem wie magietheoretischem Gerät ausgestattet ist. Aus einer größeren Menge stark gealterter Einzelteile wurden jene ausgewählt, die sich durch vergleichsweise geringe Beschädigung und strukturelle Integrität auszeichneten. Ziel war nicht die vollständige Rekonstruktion des ursprünglichen Artefakts, sondern die Wiederherstellung einer stabilen, funktionsfähigen Teilform. Besonderes Augenmerk galt einer kunstvoll gearbeiteten Fassung mit eingelassenem Stein sowie einem nahezu unversehrten Pendelmechanismus. Nach sorgfältiger Reinigung und Prüfung wurden diese Komponenten auf einer elfenbeinernen Scheibe montiert, deren Zustand ebenfalls als bemerkenswert gut beschrieben wird. Mit dem Abschluss der Montage zeigte das Artefakt erste Anzeichen latenter Aktivität, ohne jedoch vollständig erweckt zu sein. Im Anschluss an die Zusammensetzung wurde der Stein in der Fassung gezielt einer geringen, kontrollierten Weltenergie ausgesetzt. Daraufhin kam es zu einer kurzfristigen, intensiven Lichtemission, begleitet von starken subjektiven Wahrnehmungen bei allen Anwesenden. Eine abschließende Bewertung dieser Erscheinungen steht noch aus, sie werden derzeit als mögliche Nebenwirkungen der Reaktivierung eingeordnet. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurde das Artefakt als Richtungsanzeiger getestet. Hierzu begab sich die Gruppe an verschiedene Orte, um die Konsistenz der angezeigten Ausrichtung zu prüfen. Unabhängig vom Standort – sowohl südlich des Dschungelgebiets als auch später in Calandor – wies das Pendel mit nur minimalen Abweichungen beständig nach Norden. Ein weiteres Messverfahren erfolgte am Strand von Nebelhafen, um äußere Störeinflüsse auszuschließen. Auch dort bestätigte sich die nordwärtige Ausrichtung. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit Berichten jüngerer Seefahrten, darunter die Überfahrt der Greifen, bei denen ungewöhnliche Phänomene im nördlichen Seegebiet verzeichnet wurden. Da ein weiteres Vordringen in elfisches Territorium ohne ausdrückliche Genehmigung dem bestehenden Bündnis widersprochen hätte, wurden landseitige Untersuchungen vorerst eingestellt. Nach derzeitiger Einschätzung befindet sich das vom Artefakt angezeigte Ziel nicht auf dem Festland, sondern jenseits der bekannten Küstenlinien. Die Axiom-Gesellschaft hält es für wahrscheinlich, dass es sich um eine bislang unzureichend dokumentierte Struktur oder Region im nördlichen Meer handelt. Spekulationen über ein mögliches Archipel – unter anderem im Zusammenhang mit den Ophidianern – werden derzeit nicht offiziell bestätigt und bedürfen weiterer Untersuchung. Weitere Expeditionen auf See gelten als naheliegender nächster Schritt.
Wunder der Natur
Kaum zu glauben, aber die Laune der Natur ist oft unergründlich. So hat sich am Rande der Wüste in der Prärie, ein kleines Wunder aufgetan. Ein Hain aus mächtigen Ölbäumen ziert die Prärie und spendet nun mehr Schatten als je zuvor. Es bleibt zu hoffen, dass das Volk in unseren Landen dieses Wunder nicht wieder mutwillig zerstört, denn dieser Baum ist sensibel im Wuchs, und ein Abholzen würde ihn für immer und auf Nimmerwiedersehen aus der Zukunft tilgen.
Zuletzt geändert von Van De Mork am 05 Jan 2026, 14:54, insgesamt 3-mal geändert.
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Ausgabe 2 - 27. Tag des 12. Mond im Jahr k.S.
Winterwende
Am 21. Tag des Mondes versammelten sich die Bewohner der Stadt Solgard gemeinsam mit befreundeten Völkern, um die Winterwende in einem berauschenden Fest zu feiern. Der Brunnenplatz – in der Mitte der Stadt - verwandelte sich nicht nur in einen schön geschmückten Ort... Nein, es wandelte sich dabei in das Herz der Stadt und wurde zum Mittelpunkt des frohen Miteinanders.
Bei reichlich Speis und Trank wurde gelacht, erzählt und gefeiert, während Feuer und Lichter die winterliche Dunkelheit erhellten. Musik und fröhliche Stimmen erfüllten den Platz, und selbst Fremde fanden sich Seite an Seite in gemeinsamer Freude wieder.
So wurde der gesamte Abend zu einem Ort der Besinnlichkeit und des Zusammenhalts, an dem Herkunft und Stand für einige Stunden keine Rolle spielten. Die Winterwende erinnerte alle Anwesenden daran, dass selbst in der kältesten Zeit des Jahres Wärme aus Gemeinschaft und gegenseitigem Respekt
Raubbau an der Natur
Mit wachsender Besorgnis erreichte die Redaktion des Axiomatischen Boten ein Bericht aus den Ländereien südlich von Nebelhafen. Ein aufmerksamer Bürger, der sich frühmorgens auf den Weg zu seinem abgelegenen Acker machte, bemerkte bereits auf halbem Wege eine bedrückende Veränderung in der Landschaft.
Wo einst der Schlangenhain und das Seebachtal in dichtem Grün lagen, bot sich nun ein Bild der Verwüstung: Der gesamte Wald war gerodet, Baum um Baum gefällt, als habe eine rücksichtslose Hand die Natur selbst ausgelöscht. Beim näheren Nachsehen offenbarte sich das volle Ausmaß des Frevels – die Rodung reichte weit über das Tal hinaus und fraß sich tief ins umliegende Land.
Besonders beunruhigend war die Beobachtung einer dunklen Gestalt. Ein Drow wurde dabei gesehen, wie er unermüdlich Holz schlug. Offenbar arbeitete er nicht allein, denn zwei bewaffnete Vorposten sicherten das Gebiet und ließen keinen Zweifel daran, dass es sich um ein geplantes und bewachtes Vorgehen handelte.
Die Frage, wem dieser Raubbau dient und welche Folgen er für Land, Magie und Gleichgewicht der Natur haben wird, bleibt offen. Sicher ist nur: Die Wunden, die hier geschlagen wurden, werden nicht so bald verheilen.
Der Tag, an dem der Wald fiel (Zeugenbericht)
Es bebte das Land unter dem Marsch eines höchst ungewöhnlichen Duos, das eines Orks – dessen Zerstörungsdrang die heftigsten Stürme zu übertreffen schien – und eines Dunkelelfen - dessen Antlitz hinter einer eisig weißen Maske verborgen war –, vermutlich der berüchtigten Filifar wie die Symbolik offenbarte.
Frisch von ihrem Triumph am Turm, wo ihre violettfarbenen Banner stolz gegen den Winterhimmel geweht hatten, machten sich diese Abenteurer daran, ihr neu gewonnenes Gebiet mit unvergleichlichem Eifer zu beanspruchen. Mit der rohen Kraft eines wilden Tieres und wohl zu viel Met im Körper begann der Ork jeden Baum vor seinen Augen zu fällen. Keiner einziger wurde verschont und es blieb kein Ast unversehrt. Begleitet und beschützt wurde er von einer kleinen, tödlichen Truppe maskierter Dunkelelfen, deren Klingen so scharf waren wie ihre Mienen unergründlich.
Versuche der Vernunft – ob sanft oder anders vorgetragen – prallten wirkungslos an ihnen ab. Nur zu oft begleitet von einem spöttischen Gelächter. Die örtlichen Helden Pandor Vildaban und Dame Rou S. traten heran, Worte der Warnung auf den Lippen, doch jeder Appell schien das Feuer des Orks nur noch weiter zu entfachen. Der Dunkelelf beobachtete still das Geschehen, die Maske undurchschaubar, und ihm erfreute das offensichtliche Chaos mehr, als die Vorsicht es erlaubt hätte.
Als sich Wald in ein Feld aus gesplittertem Holz und zerbrochenen Ästen verwandelte, die Luft dick von Sägespänen und Unglauben. Ob diese Tat Tapferkeit, Torheit oder göttlicher Unfug war, ist nicht bekannt. Aber eine Wahrheit bleibt bestehen: Die violettfarbenen Banner werden lange in Erinnerung bleiben – ebenso wie der Tag, an dem der Wald unter der unermüdlichen Klinge des Orks fiel. Und vielleicht, nur vielleicht, werden jene, die noch unter den Bäumen wandeln, flüstern, dass der Zorn des Waldes erst begonnen hat.
Reisevorbereitungen werden im ganzen Land getroffen (Aufbruch ins Ungewisse – Expedition zur Insel der Ophidianer)
Ein weiterer bedeutender Schritt der Völker dieser Lande scheint unmittelbar bevorzustehen. In seltener Einigkeit wurde beschlossen, eine gemeinsame Expedition zur sagenumwobenen Insel der Ophidianer zu entsenden, um dort neue Erkenntnisse zu gewinnen und bislang verborgene Wahrheiten ans Licht zu tragen.
Das Expeditionsschiff aus Nebelhafen wird bereits am 08. Tag des ersten Mondes im Jahre 3 n.K.S. in See stechen. Einen Tag später, am 09. Tag des ersten Mondes, folgen die Schiffe aus Surom und Solgard, sodass sich die Flotte gesammelt auf den Weg in unbekannte Gewässer macht.
Wie bereits aus den Berechnungen bekannt wurde, wird die Überfahrt über das offene Meer etwa drei Tage in Anspruch nehmen. Diese Erkenntnis verpflichtet alle Beteiligten zu sorgfältigen Vorbereitungen. Proviant für Mensch und Tier, notwendige Ausrüstung, Schutz- und Kampfausrüstung sowie das gesamte Expeditionsmaterial müssen rechtzeitig verladen werden, um die Reise nicht zu gefährden.
So richtet sich der Blick vieler nun auf die Häfen, wo geschäftiges Treiben herrscht und jede Hand gebraucht wird. Denn was die tapferen Begleiter auf der Insel der Ophidianer erwartet, vermag niemand mit Gewissheit zu sagen. Sicher scheint nur, dass Vorbereitung und Zusammenhalt über Erfolg oder Scheitern entscheiden werden.
Zuletzt geändert von Van De Mork am 09 Jan 2026, 21:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Ausgabe 3 - 5. Tag des 1 Mond im Jahr 1 n.k.S.
Feierlicher Stapellauf der Seewelpen
Mit dem Übergang in das neue Jahr wurde in Solgard die neue Schiffsklasse - Seewelpen - zu Wasser gelassen. Der Stapellauf markiert den Abschluss einer fast einjährigen Planungs- und Bauphase. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt im Schiffbau der Stadt dar. Die Entwürfe der Schiffe stammen von Nagron Vandokir, dessen Konstruktion einen besonderen Wert auf die Seetüchtigkeit und Belastbarkeit legt. Die Umsetzung und Fertigung erfolgten durch die Bollwerkszunft, welche für die handwerkliche Ausführung verantwortlich war. Zur Fertigung wurden nur die besten Materialien gewählt. Mit dem Stapellauf gelten die Schiffe nun offiziell als einsatzbereit. Über den künftigen Verwendungszweck wurde keine Erklärung abgegeben.
Großgrundbesitzer sucht Ehefrau
Der Redaktion des Axiomatischen Boten wurde in den ersten Tagen des Mondes eine Mitteilung aus Surom überbracht, in welcher der dort ansässige Schäfer Odilo Foglerus sein Anliegen vortrug, öffentlich nach einer Ehefrau zu suchen. Nach eigenen Angaben beabsichtige er, durch eine solche Verbindung Unterstützung bei der Bewirtschaftung seines Hofes zu erhalten. Nach eigenen Angaben betreibt Foglerus einen landwirtschaftlichen Hof in unmittelbarer Nähe des Bauernmarktes in Surom. Der Hof umfasse große Schafherden, Hühner, Schweine und Kühe. Zudem ein kleines Gemüsefeld. Insbesondere verfüge er über erhebliche Mengen an feinster Wolle sowie besten Käses. Diese Produktion sei im ganzen Lande für ihre Qualität bekannt. Die gesuchte Frau solle Haushalt und Hof führen, während Foglerus selbst der Arbeit mit den Schafen auf den umliegenden Weiden nachgehe. Als Vorteile der Verbindung nannte er eine gesicherte Versorgung sowie eine kinderreiche Zukunft, in der der Hof auch langfristig in familiärer Ordnung bewirtschaftet werden könnte. Die Redaktion wünscht dem Herren auf seiner Suche nach einer Verbindung alles Gute.
Aussetzung der Wahlen in Surom erwogen
Der Redaktion des Axiomatischen Boten wurde in den ersten Tagen des Mondes eine Mitteilung aus Surom überbracht, in welcher der dort ansässige Schäfer Odilo Foglerus sein Anliegen vortrug, öffentlich nach einer Ehefrau zu suchen. Nach eigenen Angaben beabsichtige er, durch eine solche Verbindung Unterstützung bei der Bewirtschaftung seines Hofes zu erhalten. Nach Ausführungen betreibt Foglerus einen landwirtschaftlichen Hof in unmittelbarer Nähe des Bauernmarktes in Surom. Der Hof umfasst große Schafherden, Hühner, Schweine und Kühe. Zudem ein kleines Gemüsefeld. Insbesondere verfüge er über erhebliche Mengen an feinster Wolle sowie exzellenten Käse. Diese Produktion sei im ganzen Lande für ihre Qualität bekannt. Die gesuchte Frau solle Haushalt und Hof führen, während Foglerus selbst der Arbeit mit den Schafen auf den umliegenden Weiden nachgehe. Als Vorteile der Verbindung nannte er eine gesicherte Versorgung sowie eine kinderreiche Zukunft, in der der Hof auch langfristig in familiärer Ordnung bewirtschaftet werden könnte. Die Redaktion wünscht dem Herren auf seiner Suche nach einer Verbindung alles Gute.
König vollzieht Taufe zweier Schiffe ( „Trithemius“ und „Nenamiah“ in den Dienst Solgards gestellt)
Am 3. Tag des Mondes im Jahr 1 n.k.S. wurde am Hafen bei der Bollwerkszunft durch Seine Majestät Sarafim Sala die feierliche Taufe zweier neu gefertigter Schiffe vollzogen, die fortan im Dienst Solgards und der Krone stehen sollen. Zahlreiche Vertreter der Handwerkszünfte, der Stadtverwaltung sowie geladene Gäste wohnten dem Anlass bei. Auf Bitte des Königs erläuterte die Handwerksmeisterin Zlata Kovacs Bauweise und Eigenschaften der neuen Konstruktionen. Die Schiffe verfügen über einen flachen Kiel, der sowohl Fahrten in Küstennähe als auch das Befahren größerer Flüsse erlaubt, gelten jedoch zugleich als hochseetauglich. Bei ungünstigen Windverhältnissen ist zusätzlich eine Fortbewegung mittels Riemen vorgesehen. Die Ausrüstung umfasst darüber hinaus auch eine angemessene Bewaffnung. Seine Majestät zeigte sich bei der Besichtigung zufrieden mit der handwerklichen Ausführung und würdigte die Leistung der gesamten Solgarder Handwerkerschaft. Die Schiffe wurden als sichtbares Zeichen gemeinschaftlichen Fleißes und der Fähigkeit Solgards bezeichnet – etwas Großes zu erschaffen und dieses zu bewahren.
Im Anschluss daran erfolgte die eigentliche Taufe nach altem Brauch. Mit dem Zerschellen je einer Flasche am Schiffsrumpf erhielten die Schiffe ihre Namen. Das erste wurde auf den Namen Trithemius getauft, benannt nach dem Engel der Tapferkeit. Das zweite Schiff erhielt den Namen Nenamiah, dem Engel der Zielstrebigkeit und des höheren Wohls geweiht. In seiner Ansprache betonte der König die bevorstehenden Herausforderungen, denen sich Solgard stellen müsse, und stellte den Schutz des Landes sowie all jener, die auf den Pfaden des Rechts wandeln, in den Mittelpunkt. Die neuen Schiffe sollen hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
Ungeklärter Vorfall
Im Seebachtal wurde ein Fräulein von einem Skorpion gestochen, dessen Erscheinung üblicherweise nur aus wüstenartigen Regionen bekannt ist. Nach der Vernichtung des Tieres durch unseren Augenzeugen, habe sich dieses Getier vollständig aufgelöst. Geblieben sei ein einzelner Turmalin, dessen Herkunft ungeklärt ist. Es bestand der Verdacht einer Beschwörung, doch in fachkundigen Kreisen wies man darauf hin, dass beschworene Kreaturen nach gängiger Lehre keine materiellen Rückstände hinterlassen.
Neujahrsfest in Solgard (Bürger feiern auf das neue Jahr)
Zahlreiche Einwohner der Stadt kamen zusammen. Im Rahmen der Feierlichkeiten richtete die Stadthalterin Tonya Darez, ihre Worte an die Bürgerschaft. Sie stellte in ihrer Ansprache den gemeinschaftlichen Charakter des Festes in den Vordergrund. Sie rief dazu auf, das neue Jahr nicht mit Gedanken an vergangene Prüfungen zu beginnen. Solgard - so betonte sie - bestehe aus Freunden, Nachbarn und Familien, deren Zusammenhalt nach innen wie nach außen wirke. Den Beitrag jedes Einzelnen – sei es durch Zeit, Fähigkeiten oder Handwerk – hob sie ausdrücklich hervor und bezeichnete diesen als Grundlage der Stärke der Stadt. Worauf Sie sehr stolz sei. Der Hohepriester Amarius Darez erinnerte in seiner Rede an die allgegenwärtige Wachsamkeit des Herrn und der Acht Hüter der Tugenden. Er mahnte, dass Glauben nicht in Worten, sondern in Taten sichtbar werde. Standhaftigkeit, innere Reinheit und die Bereitschaft, dem Licht auch in dunklen Zeiten treu zu bleiben, stellte er als zentrale Forderungen an die Gläubigen heraus. Es wurde bis in die Nacht gefeiert
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Ausgabe 4 - 10. Tag des 1 Mond im Jahr 1 n.k.S.
Segen und Messe vor der Abreise in Solgard (Inquisitor ruft zum Dienst im Namen des Herrn, Priester erteilen Segen)
In der Kirche wurde vor der bevorstehenden Abreise zur Ophidianerinsel eine feierliche Messe abgehalten. Geleitet wurde sie von dem Inquisitor Kaled, der sich mit eindringlichen Worten an Gläubige, Kämpfer und Diener des Herrn wandte. In seiner Ansprache erinnerte Kaled an die zahlreichen Prüfungen der vergangenen Monde und würdigte den Einsatz aller, die zum Schutz Solgards beigetragen haben. Zugleich mahnte er, dass das Reich und der Glaube an den Herrn gegenwärtig in besonderem Maße bedroht seien. Die Finsternis, so seine Worte, liege nicht länger fern, sondern jenseits der See. Im Rahmen der Messe verlas der Inquisitor eine Botschaft des Königs, zugleich Großmeister des Ordens des Herrn. Darin wurde die Abreise der Echidna für den neunten Tag des Mondlaufes angekündigt. Der Zug sei nicht aus Eroberungswillen geboren, sondern aus Verantwortung, um das zu schützen, was dem Reich anvertraut worden sei. Abschließend rief Kaled dazu auf, sich im Glauben, im Herzen und in der Rüstung zu wappnen. Mit dem gemeinsamen Bekenntnis zum Licht des Herrn endete die Messe unter sichtlicher Anteilnahme der versammelten Bürger des Reiches.
Abfahrt ins Ungewisse (Flaggschiffe Echidna, Ameda und Wunderschön gen Norden abgereist)
Vor 2 Tagen verließ das erste Schiff den Hafen von Nebelhafen mit Kurs auf jene Nebelregion, in der die Insel der Ophidianer vermutet wird. Während in allen Teilen der bekannten Welt Vorbereitungen für ähnliche Unternehmungen im Gange waren, waren es die neutralen Bürger Nebelhafens, die als erste in See stachen. Bereits seit den frühen Morgenstunden hatte reges Treiben am Hafen geherrscht. Streiter und Seeleute gingen mit Gepäck an Bord, während Matrosen Seesäcke verstauten, Fässer sicherten und die Takelage prüften. Taue wurden gefiert, Segel angeschlagen und der Rumpf ein letztes Mal inspiziert, bevor die Mannschaft vollständig an Deck versammelt war. Das auslaufende Schiff, die „Wunderschön“, ein Segelschiff klassischer Bauart, war von den Greifen bemannt worden, die sich bereit erklärt hatten, die Fahrt und die Gefahren im Ungewissen auf sich zu nehmen. Kommandant Schwarzfels brüllte kurze seemännische Befehle - Leinen Los, das Großsegel setzen und den Bug gegen den offenen Strom ausrichten -
Einen Tag später folgten die Schiffe Solgards und seiner Verbündeten sowie jene aus Surom, welche ebenso ihre Kräfte bündelten. Damit hatten die Architekten dieser Krise in nur wenigen Monden teils gegensätzliche Expeditionen dazu genötigt, sich der Lage anzunehmen. Welche Erkenntnisse oder Gefahren dort auf die Streiter der Welt warteten, blieb ungewiss. Fest stand jedoch, dass mit dem Auslaufen der Wunderschön der Auftakt zu einer neuen Phase der Seereisen in Richtung der Ophidianerinsel gemacht war. Mögen alle heil wieder heimkehren.
Von Lichtern, Stimmen und stillen Orten (Beobachtungen jenseits gesicherter Erklärungen – Fantastereien?)
Uns wurden Berichte über ungewöhnliche Erscheinungen zugetragen. Genannt werden schwache Lichter ohne erkennbare Quelle sowie leise Stimmen, die an abgelegenen Orten vernommen worden sein sollen. Verlässliche Spuren oder überprüfbare Hinweise liegen nicht vor. Auffällig ist, dass viele dieser Beobachtungen an fernen Wegen, alten Stätten oder verlassenen Lichtungen gemeldet wurden. Ob es sich um natürliche Schwankungen der Weltenergie, Nachwirkungen vergangener Rituale oder bloße Fehlwahrnehmungen handelt, bleibt offen. Hinweise auf eine unmittelbare Gefahr bestehen derzeit nicht. Die Axiom-Gesellschaft mahnt daher zur Besonnenheit. Nicht jedes unerklärte Phänomen kündet von Bedrohung, doch verdient jedes wiederkehrende Muster eine sorgfältige Forschung. Zwischen Aberglauben und wirklicher Erkenntnis verläuft oft ein schmaler Grat. Bis gesicherte Untersuchungen vorliegen, bleiben die berichteten Erscheinungen Teil jener stillen Randphänomene der Welt, die sich der eindeutigen Erklärung entziehen – und gerade deshalb Aufmerksamkeit verdienen.
Verlorener Gegenstand wirft Fragen auf (Bürger berichten von stets gleichen Wegen und Orten)
Wiederholte Berichte über das Vorgehen des Bogner Sven, aus der Bognerei Pfeilspur, der offenbar in regelmäßigen Abständen die Bürgerschaft ersucht, ihn bei der Suche nach seinem verlorenen Buch „der Wahrheiten“ zu unterstützen, werfen Fragen auf. Auffällig ist, dass die Betroffenen nach übereinstimmenden Schilderungen stets zum Seebachtal entsandt werden. Mehrfach fand sich dann das betreffende Buch am Nordufer des Seebachtales. Ungeachtet der jeweiligen Ergebnisse scheint der Gegenstand dort immer wieder abhandenzukommen. Dies sorgt in der Bürgerschaft zunehmend für Verwunderung. Einige besorgte Bürger merken an, dass ein solches Maß an Wiederholung entweder von außergewöhnlicher Unachtsamkeit von Sven zeugt oder aber von bemerkenswerter Zielstrebigkeit. Über Zweck und Bedeutung des Buches liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Ebenso wenig ist bekannt, weshalb sich die wiederholten Nachforschungen ausgerechnet auf diesen Ort beschränken. In der Bürgerschaft wird daher vereinzelt gemutmaßt, ob der Gegenstand möglicherweise mehr ist als ein schlichtes Schriftstück. Ob die Wahl des Ortes einem anderen, bislang unausgesprochenen Anliegen dient! Ob hier bloße Nachlässigkeit, persönliche Eigenheiten oder ein bewusster Plan vorliegen, entzieht sich derzeit unserer Kenntnis. Der axiomatische Bote sieht sich nicht in der Lage, diese Vermutungen zu bestätigen. Gleichwohl erscheint die Konstanz der Vorfälle ausreichend ungewöhnlich, um sie nicht gänzlich unbeachtet zu lassen.
Im Zuge weiterführender Recherchen stieß die Redaktion jedoch auf eine weitere Feststellung, die Anlass zu erhöhter Aufmerksamkeit gibt. Demnach sollen in der Vergangenheit mehrfach persönliche Gegenstände des Bankier zu Solgard ausgerechnet im feindlichen Surom abhandengekommen sein. Auffallend ist dabei, dass diese Gegenstände nach übereinstimmenden Berichten stets im selben Gebiet wiederaufgefunden wurden. Hier wurde ein Strand nahe zweier Teiche aufgeführt. Die wiederkehrende Wahl dieses Ortes wirft Fragen auf. Was führt einen Solgarder Bankier regelmäßig dorthin? Handelt es sich um unglückliche Zufälle oder um heimliche Geschäfte. Möglicherweise handelt es sich um etwas, das bewusst im Verborgenen bleiben soll. Die Redaktion vermag hierzu keine abschließende Bewertung vorzunehmen, hält die Häufung der Vorfälle jedoch für zu beunruhigend, um sie unbeachtet zu lassen.