Taede kam nicht mit großen Erwartungen nach Solgard.
Sie kam mit einem Schiff, zusammen mit Waren, Matrosen und Menschen, die hofften, in der Stadt etwas zu finden, das sie anderswo verloren hatten. Der Hafen roch nach Salz, Teer und nassem Holz. Stimmen mischten sich mit dem Kreischen der Möwen, und für einen kurzen Moment blieb Taede stehen und sah zu, wie das Schiff wieder ablegte, das sie hergebracht hatte.
Sie sah ihm nicht lange nach.
Solgard war laut, eng und voller Bewegung. Genau das hatte sie gesucht. Eine Stadt, in der niemand fragte, woher man kam, solange man wusste, wohin man ging. Taede wusste es zunächst selbst nicht. Also ging sie einfach los.
Die ersten Tage lebte sie von dem, was sie tragen konnte. Kleine Arbeiten, Botengänge für Händler, Laufdienste zwischen Tavernen und Lagerhäusern. Solgard war ein Netz aus Wegen, Abkürzungen und Gassen, und Taede lernte schnell, sich darin zu bewegen. Sie merkte sich, welche Straßen nachts belebt blieben und welche man besser mied. Welche Türen sich leicht öffnen ließen und welche besser geschlossen blieben.
Sie stellte keine Fragen. Sie beantwortete sie auch nicht gern.
Als Botin war sie zuverlässig. Nicht auffällig, nicht langsam. Sie hörte zu, ohne zuzuhören, und vergaß Dinge, die nicht für sie bestimmt waren. Das sprach sich herum. Bald hatte sie feste Auftraggeber, kleine Siegelringe, an denen man sie erkannte, und einen abgewetzten Beutel, in dem sich mehr Zettel als Münzen sammelten.
Ihr Alltag folgte einem einfachen Rhythmus.
Morgens kurze Wege, eilige Nachrichten. Mittags das Gedränge der Märkte, der Geruch von Brot, Gewürzen und gebratenem Fleisch. Abends längere Wege, diskretere Aufträge. Und nachts die Stadt, wie sie wirklich war, gedämpft, wachsam, voller unausgesprochener Abmachungen.
Taede mochte diese Stunden. Die Stadt schien ehrlicher, wenn sie müde war.
Sie verdiente genug, um zu bleiben. Ein Bett in einer schlichten Herberge, warmes Essen, ab und zu ein Becher Bier. Kein Luxus, aber Stabilität. Sie begann, Solgard nicht mehr als Durchgangsort zu sehen, sondern als etwas, das man kennen konnte.
Vielleicht sogar als Zuhause.
Sie dachte nicht viel über die Zukunft nach. Das hatte sie sich abgewöhnt. Wichtig war, dass sie sich bewegen konnte. Dass sie nicht festgebunden war. Dass sie ihren eigenen Weg ging, Schritt für Schritt, Auftrag für Auftrag.
Der Mond spielte dabei keine Rolle.
Er war da, natürlich. Über den Dächern, über den Türmen, über den schiefen Gassen. Aber Taede war kein Mensch, der in den Himmel sah, wenn er lief. Sie achtete auf den Boden, auf Geräusche, auf Bewegung. Der Mond war für Träumer.
Und sie hatte keine Zeit zu träumen.
Vor dem Mond
Re: Vor dem Mond
...Der Biss
Solgard schlief nie ganz.
Selbst nachts blieb die Stadt ein Geflecht aus Schritten, Stimmen und flackerndem Licht. Táede kannte diese Stunden gut. Als Botin bewegte sie sich dort, wo Wege kurz waren und Fragen selten gestellt wurden. Diese Nacht war nicht anders als viele zuvor.
Die Botschaft war klein. Ein gefalteter Zettel, sorgfältig versiegelt, nichts Besonderes. Einer von vielen Aufträgen, wie sie ihn schon dutzendfach erledigt hatte. Ein schneller Weg, ein paar Münzen, vielleicht später ein Becher Bier. Routine.
Der Mond stand hell über den Dächern, doch Táede schenkte ihm keine Beachtung. Der Mond war für Träumer.
Erst das Gefühl ließ sie langsamer werden.
Die Geräusche der Stadt klangen gedämpft. Schritte hallten zu klar, ihr eigener Atem zu laut. Eine Unruhe kroch unter ihre Haut, kein klares Warnsignal, eher ein instinktives „Achtung“.
Sie bog in eine schmale Gasse ein.
Der Geruch traf sie zuerst. Warm. Metallisch. Fremd.
Táede blieb stehen, die Hand nahe am Gürtel, ohne eine Waffe zu ziehen. Dann bewegte sich der Schatten.
Er trat nicht aus der Dunkelheit hervor, er löste sich aus ihr. Groß, gebeugt, kaum noch menschlich in seiner Silhouette. Augen reflektierten das Mondlicht, ein matter Schimmer, der nichts mit Verstand zu tun hatte und doch wach war.
Táede wich einen Schritt zurück. Nicht panisch. Wachsam.
„Wenn du Geld willst“, begann sie, mehr aus Gewohnheit als aus Hoffnung,
„dann...“
Der Satz endete, als er sprang.
Der Angriff war roh, ungeordnet, kein gezielter Überfall. Zähne rissen durch Stoff und Haut, Schmerz explodierte an ihrer Schulter. Der Kiefer grub sich fest, schüttelte sie, riss sie herum. Panisch tastete Táede nach dem Dolch an ihrem Gurt.
War das ein tollwütiger Straßenköter?
Endlich bekam sie den Griff zu fassen. Mit einer schnellen, ungezielten Bewegung, geboren aus purem Überlebenswillen, rammte sie den Dolch in das geöffnete Maul der Kreatur.
Das Knurren wurde lauter, wütender. Der Kiefer zuckte, etwas gab nach.
Zu dem heißen Atem an ihrer Schulter kam eine warme Flüssigkeit hinzu. Kein Speichel. Der Geruch von Eisen lag in der Luft. Blut. Es ergoss sich über ihre Schulter, vermischte sich mit ihrem eigenen.
Die Bestie schüttelte sie ein letztes Mal, dann wurde Táede mit einem lauten Ratsch fortgeschleudert. Sie schlug hart auf dem Boden auf und rollte sich vor Schmerzen zusammen.
Doch das Wesen ließ noch nicht von ihr ab.
Es kam näher. Laut knurrend. Zu nah. Táede riskierte einen Blick. Dieses Wesen war viel zu groß für einen Hund. Es roch an ihren Füßen, als würde es ihren Geruch förmlich in sich aufnehmen.
Vor lauter Panik trat sie ihm ins Gesicht. Ohne es bewusst wahrzunehmen, war sie wieder auf den Beinen und rannte.
Nicht heldenhaft. Nicht elegant. Sie rannte, stolperte, fiel, rappelte sich wieder auf. Hinter ihr ein Knurren, dann nichts mehr. Ob der Verfolger verletzt war oder das Interesse verlor, wusste sie nicht. Sie drehte sich nicht um.
Erst weit entfernt, keuchend und blutend, sank sie an einer Mauer nieder. Die Wunde brannte, pochte, fühlte sich falsch an. Nicht wie eine normale Verletzung. Aber sie lebte. Und das reichte.
Die Wunde war tief, aber nicht tödlich. In Solgard bedeutete das wenig. Verletzungen gehörten zum Alltag. Táede ließ sie notdürftig versorgen, zahlte mit dem Lohn der Nacht und sprach nicht darüber. Sie hatte schon schlechtere Nächte gehabt.
In den Tagen danach kontrollierte sie die Schulter regelmäßig.
Aus Gewohnheit. Aus Vorsicht.
Die Ränder der Wunde schlossen sich zu schnell. Die Entzündung, die sie erwartet hatte, blieb aus. Wo Schmerz, Eiter oder Fieber hätten sein sollen, war nur ein dumpfes Ziehen und selbst das verschwand rasch. Táede hielt es zunächst für Glück. Vielleicht war der Biss sauber gewesen. Trotzdem ließ sie den Verband länger, als nötig gewesen wäre. Irgendetwas daran fühlte sich falsch an.
Dann kam das Fieber.
Nicht sofort. Nicht heftig. Sondern schleichend.
Ihr Körper brannte, obwohl die Wunde kaum noch schmerzte. Ein Widerspruch, den sie sich nicht erklären konnte. Táede arbeitete weiter. Sie musste es. Brot, Bier und ein Dach über dem Kopf zahlten sich nicht von selbst.
Also trug sie Nachrichten, auch wenn ihre Hände zitterten. Lief Wege, obwohl ihre Beine brannten. Saß abends keuchend auf Stufen, bis der Schwindel nachließ und sie sich wieder aufraffte.
Ihr Schlaf wurde flach und zerrissen.
Sie hielt all das für Krankheit. Für eine Infektion ohne sichtbaren Ursprung.
Die Wunde heilte, aber ihr Körper kämpfte.
Und dann begann er, Dinge zu tun, die nicht passten.
Gerüche wurden schärfer, bis selbst der Markt sie würgen ließ.
Früher hatte sie ihn gemocht. Der Duft exotischer Gewürze, von gebratenem Fleisch, frischem Brot und süßem Obst hatte nach Leben gerochen.
Jetzt war es anders.
Jetzt war es eine Mischung aus Paradies und Kloake. Überlagerte Aromen, faulige Reste, Schweiß, Abfälle, verdorbenes Wasser. Alles gleichzeitig. Zu nah. Zu viel. Táede musste sich abwenden und den Atem anhalten, bis der Brechreiz nachließ.
Geräusche drängten sich auf, als wären sie zu nah. Manchmal hörte sie Schritte, wo keine waren, oder spürte Bewegungen, Sekunden bevor jemand um die Ecke kam.
Schneller war sie, ohne es zu wollen. Reagierte früher, als sie dachte. Entwich Gefahren, bevor sie sie bewusst erkannte. Einmal fing sie einen fallenden Krug, ohne zu wissen wie. Ein anderes Mal wich sie einem Wagen aus, den sie erst hörte, als er schon an ihr vorbeiratterte.
Andere bemerkten es.
Nicht Menschen.
Andere.
Erst Wochen später, als der nächste Vollmond näher rückte, wurde sie eingeholt.
Sie wurde beobachtet.
Nicht offen. Nicht bedrohlich. Aber sie spürte es. Oder waren es die Symptome dieser unbekannten Krankheit, die sie das glauben lassen wollte?
In Gassen. Auf Dächern. An Orten, an denen sie sonst allein war. Blicke, die nicht menschlich wirkten. Bewegungen, die ihr folgten, ohne sich zu zeigen. Als würden sie prüfen. Warten. Sichergehen.
Als wüssten sie, was sie war, lange bevor sie es selbst verstand.
In der Nacht des Vollmondes kam die Gewissheit.
Sie war vorbereitet. Nicht wissend, aber instinktiv. Etwas tief in ihr verlangte es. Ein leerstehendes Gebäude am Rand der Stadt, fern genug, um niemanden zu gefährden. Sie wollte ihren Verfolgern eine Falle stellen.
Doch es kam niemand.
Es kam nur der Schmerz...
Heftig. Unaufhaltsam. Ihr Körper brach und formte sich neu. Knochen, Haut, Atem, Bewusstsein, alles löste sich auf. Der letzte klare Gedanke war kein Schrei, sondern ein Keuchen.
Dann Dunkelheit.
Sie wachte nicht allein auf …
Solgard schlief nie ganz.
Selbst nachts blieb die Stadt ein Geflecht aus Schritten, Stimmen und flackerndem Licht. Táede kannte diese Stunden gut. Als Botin bewegte sie sich dort, wo Wege kurz waren und Fragen selten gestellt wurden. Diese Nacht war nicht anders als viele zuvor.
Die Botschaft war klein. Ein gefalteter Zettel, sorgfältig versiegelt, nichts Besonderes. Einer von vielen Aufträgen, wie sie ihn schon dutzendfach erledigt hatte. Ein schneller Weg, ein paar Münzen, vielleicht später ein Becher Bier. Routine.
Der Mond stand hell über den Dächern, doch Táede schenkte ihm keine Beachtung. Der Mond war für Träumer.
Erst das Gefühl ließ sie langsamer werden.
Die Geräusche der Stadt klangen gedämpft. Schritte hallten zu klar, ihr eigener Atem zu laut. Eine Unruhe kroch unter ihre Haut, kein klares Warnsignal, eher ein instinktives „Achtung“.
Sie bog in eine schmale Gasse ein.
Der Geruch traf sie zuerst. Warm. Metallisch. Fremd.
Táede blieb stehen, die Hand nahe am Gürtel, ohne eine Waffe zu ziehen. Dann bewegte sich der Schatten.
Er trat nicht aus der Dunkelheit hervor, er löste sich aus ihr. Groß, gebeugt, kaum noch menschlich in seiner Silhouette. Augen reflektierten das Mondlicht, ein matter Schimmer, der nichts mit Verstand zu tun hatte und doch wach war.
Táede wich einen Schritt zurück. Nicht panisch. Wachsam.
„Wenn du Geld willst“, begann sie, mehr aus Gewohnheit als aus Hoffnung,
„dann...“
Der Satz endete, als er sprang.
Der Angriff war roh, ungeordnet, kein gezielter Überfall. Zähne rissen durch Stoff und Haut, Schmerz explodierte an ihrer Schulter. Der Kiefer grub sich fest, schüttelte sie, riss sie herum. Panisch tastete Táede nach dem Dolch an ihrem Gurt.
War das ein tollwütiger Straßenköter?
Endlich bekam sie den Griff zu fassen. Mit einer schnellen, ungezielten Bewegung, geboren aus purem Überlebenswillen, rammte sie den Dolch in das geöffnete Maul der Kreatur.
Das Knurren wurde lauter, wütender. Der Kiefer zuckte, etwas gab nach.
Zu dem heißen Atem an ihrer Schulter kam eine warme Flüssigkeit hinzu. Kein Speichel. Der Geruch von Eisen lag in der Luft. Blut. Es ergoss sich über ihre Schulter, vermischte sich mit ihrem eigenen.
Die Bestie schüttelte sie ein letztes Mal, dann wurde Táede mit einem lauten Ratsch fortgeschleudert. Sie schlug hart auf dem Boden auf und rollte sich vor Schmerzen zusammen.
Doch das Wesen ließ noch nicht von ihr ab.
Es kam näher. Laut knurrend. Zu nah. Táede riskierte einen Blick. Dieses Wesen war viel zu groß für einen Hund. Es roch an ihren Füßen, als würde es ihren Geruch förmlich in sich aufnehmen.
Vor lauter Panik trat sie ihm ins Gesicht. Ohne es bewusst wahrzunehmen, war sie wieder auf den Beinen und rannte.
Nicht heldenhaft. Nicht elegant. Sie rannte, stolperte, fiel, rappelte sich wieder auf. Hinter ihr ein Knurren, dann nichts mehr. Ob der Verfolger verletzt war oder das Interesse verlor, wusste sie nicht. Sie drehte sich nicht um.
Erst weit entfernt, keuchend und blutend, sank sie an einer Mauer nieder. Die Wunde brannte, pochte, fühlte sich falsch an. Nicht wie eine normale Verletzung. Aber sie lebte. Und das reichte.
Die Wunde war tief, aber nicht tödlich. In Solgard bedeutete das wenig. Verletzungen gehörten zum Alltag. Táede ließ sie notdürftig versorgen, zahlte mit dem Lohn der Nacht und sprach nicht darüber. Sie hatte schon schlechtere Nächte gehabt.
In den Tagen danach kontrollierte sie die Schulter regelmäßig.
Aus Gewohnheit. Aus Vorsicht.
Die Ränder der Wunde schlossen sich zu schnell. Die Entzündung, die sie erwartet hatte, blieb aus. Wo Schmerz, Eiter oder Fieber hätten sein sollen, war nur ein dumpfes Ziehen und selbst das verschwand rasch. Táede hielt es zunächst für Glück. Vielleicht war der Biss sauber gewesen. Trotzdem ließ sie den Verband länger, als nötig gewesen wäre. Irgendetwas daran fühlte sich falsch an.
Dann kam das Fieber.
Nicht sofort. Nicht heftig. Sondern schleichend.
Ihr Körper brannte, obwohl die Wunde kaum noch schmerzte. Ein Widerspruch, den sie sich nicht erklären konnte. Táede arbeitete weiter. Sie musste es. Brot, Bier und ein Dach über dem Kopf zahlten sich nicht von selbst.
Also trug sie Nachrichten, auch wenn ihre Hände zitterten. Lief Wege, obwohl ihre Beine brannten. Saß abends keuchend auf Stufen, bis der Schwindel nachließ und sie sich wieder aufraffte.
Ihr Schlaf wurde flach und zerrissen.
Sie hielt all das für Krankheit. Für eine Infektion ohne sichtbaren Ursprung.
Die Wunde heilte, aber ihr Körper kämpfte.
Und dann begann er, Dinge zu tun, die nicht passten.
Gerüche wurden schärfer, bis selbst der Markt sie würgen ließ.
Früher hatte sie ihn gemocht. Der Duft exotischer Gewürze, von gebratenem Fleisch, frischem Brot und süßem Obst hatte nach Leben gerochen.
Jetzt war es anders.
Jetzt war es eine Mischung aus Paradies und Kloake. Überlagerte Aromen, faulige Reste, Schweiß, Abfälle, verdorbenes Wasser. Alles gleichzeitig. Zu nah. Zu viel. Táede musste sich abwenden und den Atem anhalten, bis der Brechreiz nachließ.
Geräusche drängten sich auf, als wären sie zu nah. Manchmal hörte sie Schritte, wo keine waren, oder spürte Bewegungen, Sekunden bevor jemand um die Ecke kam.
Schneller war sie, ohne es zu wollen. Reagierte früher, als sie dachte. Entwich Gefahren, bevor sie sie bewusst erkannte. Einmal fing sie einen fallenden Krug, ohne zu wissen wie. Ein anderes Mal wich sie einem Wagen aus, den sie erst hörte, als er schon an ihr vorbeiratterte.
Andere bemerkten es.
Nicht Menschen.
Andere.
Erst Wochen später, als der nächste Vollmond näher rückte, wurde sie eingeholt.
Sie wurde beobachtet.
Nicht offen. Nicht bedrohlich. Aber sie spürte es. Oder waren es die Symptome dieser unbekannten Krankheit, die sie das glauben lassen wollte?
In Gassen. Auf Dächern. An Orten, an denen sie sonst allein war. Blicke, die nicht menschlich wirkten. Bewegungen, die ihr folgten, ohne sich zu zeigen. Als würden sie prüfen. Warten. Sichergehen.
Als wüssten sie, was sie war, lange bevor sie es selbst verstand.
In der Nacht des Vollmondes kam die Gewissheit.
Sie war vorbereitet. Nicht wissend, aber instinktiv. Etwas tief in ihr verlangte es. Ein leerstehendes Gebäude am Rand der Stadt, fern genug, um niemanden zu gefährden. Sie wollte ihren Verfolgern eine Falle stellen.
Doch es kam niemand.
Es kam nur der Schmerz...
Heftig. Unaufhaltsam. Ihr Körper brach und formte sich neu. Knochen, Haut, Atem, Bewusstsein, alles löste sich auf. Der letzte klare Gedanke war kein Schrei, sondern ein Keuchen.
Dann Dunkelheit.
Sie wachte nicht allein auf …