Garbsuaeodou – Die Rückkehr des Seelentieres
Es war nicht die Art von Tod, die ein Ende macht.
Das wusste Hednar, noch bevor er den Wald vor Surom betrat.
Sein erstes Seelentier war kein schwaches Wesen gewesen. Es war alt gewesen – zu alt vielleicht für die Bindung, die Hednar mit sich trug. Ein Geist aus jagender Stille, ein Wächter aus Fell und Instinkt, der ihm Jahre lang gedient hatte. Loyal. Berechenbar. Gezähmt im Rahmen dessen, was Hednar bereit war zu akzeptieren.
Doch der Wald hatte sich verändert.
Oder vielleicht hatte sich Hednar verändert.
Die Grenze zwischen Wachstum und Verfall war für ihn nie klar gewesen. Nur ein Kreislauf, den man entweder verstand – oder dem man im Weg stand.
An jenem Abend lag Surom schwer hinter den Bäumen, und die Luft war dicht, als würde die Welt selbst den Atem anhalten. Hednar folgte einem Gefühl, das kein Tier hätte erklären können. Kein Zauber, den er bewusst gewirkt hatte.
Nur Hunger.
Und darunter: Antwort.
Sein Seelentier warnte ihn nicht. Nicht mehr rechtzeitig.
Als die Erde sich öffnete, war es nicht wie ein Angriff. Es war wie ein Einatmen.
Schwarze Wurzeln brachen aus dem Boden, nicht hastig, sondern unvermeidlich. Als hätten sie gewartet. Als wüssten sie genau, was kommen musste.
Das Seelentier stellte sich ihnen entgegen – ein letzter Akt alter Bindung. Ein Laut, halb Knurren, halb Ruf. Als würde es Hednar noch einmal zurückholen wollen in eine Ordnung, die längst brüchig geworden war.
Doch die Wurzeln antworteten nicht.
Sie nahmen.
Es geschah schnell und doch nicht hastig genug, um Zweifel zu lassen. Kein Blut, kein klassischer Tod – nur ein Verstummen. Als würde etwas aus der Welt herausgelöscht werden, ohne dass die Welt protestieren durfte.
Hednar bewegte sich nicht.
Er sah nur zu.
Und in diesem Moment verstand er, dass es kein Angriff gewesen war.
Es war eine Korrektur.
Als die letzte Spur seines alten Seelentiers in die Erde sank, blieb Stille zurück. Eine Stille, die nicht leer war – sondern satt.
Dann regte sich etwas darunter erneut.
Nicht neu.
Nicht fremd.
Nur freigelassen.
Die Wurzeln formten sich langsamer diesmal. Bewusster. Als würden sie sich erinnern, wie Gestalt funktioniert. Und zwischen ihnen stand er.
Mòrkral.
Hednar spürte keinen Verlust.
Nur eine Verschiebung.
Als hätte die Welt beschlossen, eine alte Sprache nicht mehr zu sprechen – und stattdessen die Wahrheit darunter hervorzuholen.
„Du hast ihn genommen,“ murmelte er schließlich in die Stille.
Keine Antwort kam in Worten.
Nur ein Druck in der Erde.
Eine Präsenz, die nicht widersprach.
Sondern bestätigte.
Und so wurde aus Bindung kein Wechsel.
Sondern eine Rückkehr.
Das alte Seelentier war nicht gestorben.
Es war verstanden worden.
Und dann verschluckt.
Mòrkral - Der Wurzelverschlinger
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Re: Mòrkral - Der Wurzelverschlinger
Mòrkral – Der Wurzelverschlinger
Der Wind strich schwer durch die Wälder vor Surom, doch an diesem Ort war er anders. Kein Rascheln, kein Leben – nur ein dumpfes, feuchtes Schweigen. Hednar kniete im Laub, seine Finger in die Erde gegraben. Sie war warm. Zu warm.
Die Krieger aus Fjellgat hatten ihn gewarnt.
„Dort wächst nichts“, hatten sie gesagt.
„Und was stirbt… bleibt.“
Hednar hatte nur genickt. Für ihn klang das nicht wie ein Fluch – sondern wie ein Ungleichgewicht.
Er schloss die Augen und legte seine Stirn auf den Boden. Atmete. Lauschte.
Und dann… spürte er es.
Nicht Leben.
Nicht Tod.
Sondern Hunger.
Die Erde unter ihm pulsierte. Erst schwach, dann stärker. Seine Finger zuckten, als etwas unter der Oberfläche entlangglitt – nicht wie ein Tier, nicht wie Wurzeln… eher wie beides zugleich.
„Komm hervor“, murmelte Hednar leise. Keine Beschwörung, kein Zauber. Nur ein Ruf.
Die Antwort kam sofort.
Der Boden riss auf.
Schwarze Wurzeln brachen hervor, wanden sich umeinander, zerrissen das Erdreich – und aus ihnen formte sich langsam eine Gestalt. Vier Beine. Ein langer Leib. Ein Kopf, wolfsartig… und doch falsch. Zu still. Zu leer.
Hednar wich nicht zurück.
Das Wesen stand vor ihm, reglos. Seine Augen glommen schwach, wie Glut unter Asche. Jeder Atemzug ließ den Boden unter ihm kurz ergrünen – nur um im nächsten Moment wieder zu verfaulen.
„Du bist kein Tier“, sagte Hednar ruhig.
Ein Zittern ging durch den Körper der Kreatur.
Dann trat sie näher.
Ein Druck legte sich auf Hednars Geist. Kein Wort. Kein Gedanke. Nur ein Gefühl, roh und unmissverständlich:
Alles kehrt zurück.
Hednar nickte kräftig, zweimal.
„Ja“, antwortete er leise. „So muss es sein.“
Die Wurzeln zuckten. Die Luft wurde schwer. Für einen Moment schien der Wald selbst den Atem anzuhalten.
Dann geschah es.
Nicht Hednar band das Wesen.
Nicht das Wesen unterwarf sich ihm.
Etwas dazwischen griff.
Ein Riss – nicht in der Welt, sondern im Gleichgewicht.
Und beide wurden hineingezogen.
Hednar keuchte auf, als Bilder durch seinen Geist rasten:
Verrottende Wälder. Wucherndes Leben. Knochen, die zu Erde wurden. Erde, die neues Fleisch gebar. Immer und immer wieder.
Als er wieder zu sich kam, lag er im Laub.
Und neben ihm stand es.
Ruhig. Wachend. Wartend.
Diesmal trat es nicht näher. Es musste nicht.
Hednar erhob sich langsam. Spürte die Verbindung – tief, schwer, unausweichlich. Kein Befehl, kein Band.
Ein Einverständnis.
„Mòrkral…“, murmelte er, ohne zu wissen, woher der Name kam.
Das Wesen hob leicht den Kopf.
Für einen flüchtigen Moment glaubte Hednar so etwas wie Zufriedenheit zu spüren.
Dann wandte es sich ab – und verschmolz halb mit den Wurzeln unter ihm, als wäre es nie ganz aus ihnen hervorgetreten.
Der Wind kehrte zurück.
Die Geräusche des Waldes folgten zögerlich.
Doch etwas hatte sich verändert.
Wo Hednar ging, begann die Erde zu flüstern.
Und tief darunter… lauerte nun immer ein Hunger, der seinen Namen kannte.


Der Wind strich schwer durch die Wälder vor Surom, doch an diesem Ort war er anders. Kein Rascheln, kein Leben – nur ein dumpfes, feuchtes Schweigen. Hednar kniete im Laub, seine Finger in die Erde gegraben. Sie war warm. Zu warm.
Die Krieger aus Fjellgat hatten ihn gewarnt.
„Dort wächst nichts“, hatten sie gesagt.
„Und was stirbt… bleibt.“
Hednar hatte nur genickt. Für ihn klang das nicht wie ein Fluch – sondern wie ein Ungleichgewicht.
Er schloss die Augen und legte seine Stirn auf den Boden. Atmete. Lauschte.
Und dann… spürte er es.
Nicht Leben.
Nicht Tod.
Sondern Hunger.
Die Erde unter ihm pulsierte. Erst schwach, dann stärker. Seine Finger zuckten, als etwas unter der Oberfläche entlangglitt – nicht wie ein Tier, nicht wie Wurzeln… eher wie beides zugleich.
„Komm hervor“, murmelte Hednar leise. Keine Beschwörung, kein Zauber. Nur ein Ruf.
Die Antwort kam sofort.
Der Boden riss auf.
Schwarze Wurzeln brachen hervor, wanden sich umeinander, zerrissen das Erdreich – und aus ihnen formte sich langsam eine Gestalt. Vier Beine. Ein langer Leib. Ein Kopf, wolfsartig… und doch falsch. Zu still. Zu leer.
Hednar wich nicht zurück.
Das Wesen stand vor ihm, reglos. Seine Augen glommen schwach, wie Glut unter Asche. Jeder Atemzug ließ den Boden unter ihm kurz ergrünen – nur um im nächsten Moment wieder zu verfaulen.
„Du bist kein Tier“, sagte Hednar ruhig.
Ein Zittern ging durch den Körper der Kreatur.
Dann trat sie näher.
Ein Druck legte sich auf Hednars Geist. Kein Wort. Kein Gedanke. Nur ein Gefühl, roh und unmissverständlich:
Alles kehrt zurück.
Hednar nickte kräftig, zweimal.
„Ja“, antwortete er leise. „So muss es sein.“
Die Wurzeln zuckten. Die Luft wurde schwer. Für einen Moment schien der Wald selbst den Atem anzuhalten.
Dann geschah es.
Nicht Hednar band das Wesen.
Nicht das Wesen unterwarf sich ihm.
Etwas dazwischen griff.
Ein Riss – nicht in der Welt, sondern im Gleichgewicht.
Und beide wurden hineingezogen.
Hednar keuchte auf, als Bilder durch seinen Geist rasten:
Verrottende Wälder. Wucherndes Leben. Knochen, die zu Erde wurden. Erde, die neues Fleisch gebar. Immer und immer wieder.
Als er wieder zu sich kam, lag er im Laub.
Und neben ihm stand es.
Ruhig. Wachend. Wartend.
Diesmal trat es nicht näher. Es musste nicht.
Hednar erhob sich langsam. Spürte die Verbindung – tief, schwer, unausweichlich. Kein Befehl, kein Band.
Ein Einverständnis.
„Mòrkral…“, murmelte er, ohne zu wissen, woher der Name kam.
Das Wesen hob leicht den Kopf.
Für einen flüchtigen Moment glaubte Hednar so etwas wie Zufriedenheit zu spüren.
Dann wandte es sich ab – und verschmolz halb mit den Wurzeln unter ihm, als wäre es nie ganz aus ihnen hervorgetreten.
Der Wind kehrte zurück.
Die Geräusche des Waldes folgten zögerlich.
Doch etwas hatte sich verändert.
Wo Hednar ging, begann die Erde zu flüstern.
Und tief darunter… lauerte nun immer ein Hunger, der seinen Namen kannte.


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Mòrkral - Die Wurzel, die nicht sterben will
In einer Nacht, in der selbst der Wind den Wald mied, betrat Hednar ein Gebiet, das nicht mehr in den Karten der Städte verzeichnet war. Kein Banner, kein Grenzstein, kein Name.
Nur Wald.
Doch etwas daran war… falsch.
Nicht tot.
Nicht krank.
Nicht verdorben im Sinne von Fäulnis, wie Hednar sie kannte und achtete.
Es war… stehengeblieben.
Mòrkral blieb abrupt stehen.
Unter seinen Pfoten spross Gras – und blieb bestehen.
Das war es, was Hednar innehalten ließ.
Langsam hob der Druide den Blick. Seine Augen wanderten über den Boden, die Bäume, das Unterholz.
Blätter hingen an Zweigen, halb verwelkt – aber sie fielen nicht.
Pilze wuchsen, aber sie zerfielen nicht.
Ein Tierkadaver lag zwischen den Wurzeln einer alten Eiche… und verweste nicht.
Der Kreislauf war unterbrochen.
Nicht zerstört.
Nicht gestört.
Angehalten.
Mòrkral knurrte leise – kein Laut, den Ohren hören konnten, sondern ein Zittern im Boden selbst. Schwarze Wurzeln krochen für einen Moment aus seinem Fell, tasteten, schmeckten…
…und zogen sich ruckartig zurück.
Etwas hatte zurückgetastet.
Hednar kniete sich neben den Kadaver. Die Haut war weich. Zu weich. Als hätte die Zeit selbst vergessen, weiterzugehen.
Dann bemerkte er es.
Unter der Erde.
Nicht sichtbar.
Nicht hörbar.
Aber spürbar – wie ein zweiter Herzschlag, tief unter den Wurzeln des Waldes.
Langsam.
Unendlich langsam.
Und doch… wach.
Mòrkral begann zu kreisen. Nicht nervös – lauernd. Seine Spur zog einen Kreis aus kurzzeitigem Leben und sofortigem Verfall… doch an einer Stelle blieb selbst das Vergehen aus.
Dort.
Hednar legte seine Hand auf den Boden.
Für einen Moment geschah nichts.
Dann…
…bewegte sich die Erde.
Nicht wie durch ein Tier.
Nicht wie durch Wurzeln.
Sondern wie durch etwas, das sich erinnerte, wie Bewegung einst funktioniert hatte.
Ein Riss öffnete sich – kaum sichtbar, kaum mehr als ein Atemzug im Boden.
Und aus ihm drang ein Geruch, den selbst Hednar nicht kannte.
Kein Tod.
Kein Leben.
Etwas Drittes.
Etwas, das nie Teil des Kreislaufs gewesen war.
Mòrkral wich zurück. Zum ersten Mal.
Seine Augen glühten stärker auf, doch nicht vor Hunger… sondern vor etwas, das gefährlich nahe an Vorsicht grenzte.
Hednar hingegen… lächelte kaum merklich.
Nicht aus Freude.
Sondern aus Erkenntnis.
„Das,“ murmelte er leise, „gehört hier nicht hin.“
Der Boden unter seiner Hand pulste erneut.
Langsam.
Geduldig.
Als würde etwas in der Tiefe auf ihn warten.
Nicht feindlich.
Nicht freundlich.
Einfach… wartend.

Nur Wald.
Doch etwas daran war… falsch.
Nicht tot.
Nicht krank.
Nicht verdorben im Sinne von Fäulnis, wie Hednar sie kannte und achtete.
Es war… stehengeblieben.
Mòrkral blieb abrupt stehen.
Unter seinen Pfoten spross Gras – und blieb bestehen.
Das war es, was Hednar innehalten ließ.
Langsam hob der Druide den Blick. Seine Augen wanderten über den Boden, die Bäume, das Unterholz.
Blätter hingen an Zweigen, halb verwelkt – aber sie fielen nicht.
Pilze wuchsen, aber sie zerfielen nicht.
Ein Tierkadaver lag zwischen den Wurzeln einer alten Eiche… und verweste nicht.
Der Kreislauf war unterbrochen.
Nicht zerstört.
Nicht gestört.
Angehalten.
Mòrkral knurrte leise – kein Laut, den Ohren hören konnten, sondern ein Zittern im Boden selbst. Schwarze Wurzeln krochen für einen Moment aus seinem Fell, tasteten, schmeckten…
…und zogen sich ruckartig zurück.
Etwas hatte zurückgetastet.
Hednar kniete sich neben den Kadaver. Die Haut war weich. Zu weich. Als hätte die Zeit selbst vergessen, weiterzugehen.
Dann bemerkte er es.
Unter der Erde.
Nicht sichtbar.
Nicht hörbar.
Aber spürbar – wie ein zweiter Herzschlag, tief unter den Wurzeln des Waldes.
Langsam.
Unendlich langsam.
Und doch… wach.
Mòrkral begann zu kreisen. Nicht nervös – lauernd. Seine Spur zog einen Kreis aus kurzzeitigem Leben und sofortigem Verfall… doch an einer Stelle blieb selbst das Vergehen aus.
Dort.
Hednar legte seine Hand auf den Boden.
Für einen Moment geschah nichts.
Dann…
…bewegte sich die Erde.
Nicht wie durch ein Tier.
Nicht wie durch Wurzeln.
Sondern wie durch etwas, das sich erinnerte, wie Bewegung einst funktioniert hatte.
Ein Riss öffnete sich – kaum sichtbar, kaum mehr als ein Atemzug im Boden.
Und aus ihm drang ein Geruch, den selbst Hednar nicht kannte.
Kein Tod.
Kein Leben.
Etwas Drittes.
Etwas, das nie Teil des Kreislaufs gewesen war.
Mòrkral wich zurück. Zum ersten Mal.
Seine Augen glühten stärker auf, doch nicht vor Hunger… sondern vor etwas, das gefährlich nahe an Vorsicht grenzte.
Hednar hingegen… lächelte kaum merklich.
Nicht aus Freude.
Sondern aus Erkenntnis.
„Das,“ murmelte er leise, „gehört hier nicht hin.“
Der Boden unter seiner Hand pulste erneut.
Langsam.
Geduldig.
Als würde etwas in der Tiefe auf ihn warten.
Nicht feindlich.
Nicht freundlich.
Einfach… wartend.

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Mòrkral - Der Wurzelverschlinger
Das Wesen unter der Erde
Die Unzeitwurzel
Nachdem Hednar abermals Schreiben aufgesetzt hatte...
In der alten Sprache geschrieben gehen Pergamente an auffindbare Druiden:
Boten sollen außerdem bekannte Nekromanten aufsuchen, auch jene erhalten ein Schreiben in der alten Sprache verfasst:
Astralmagier, sofern bekannt, sollen ebenfalls ein Pergament von Boten bekommen. Dort steht in der alten Sprache:
Und nachdem Hednar in Surom und Fejllgat davon berichtet hatte...
In Surom und selbst in Fjellgat wird Hednar berichten, dass er das "Wesen unter der Erde" entdeckt hat. Die Bürger und Barbaren sind eingeladen sich seine Beobachtungen am Abend zur Mitte der Woche am Krater vor Nebelhafen anzuhören und mit Hednar darüber zu sprechen.
---------------------------------------------------
So traf Hednar am vereinbarten Ort auf. An dem Ort, an dem Hednar bereits mit Hilfe vieler Anderer dafür gesorgt hatte, dass der Kreislauf gewahrt wird.
Dort traf Hednar auf eine Naturmagierin und einen Magier des astralen Wegs.
Und Hednar berichtete von den Beobachtungen, welche Mòrkral und Hednar gemacht hatten:

Das Wesen unter der Erde. Der Stillwuchs. Das Ungeborene Tief. Die Wurzel ohne Ende.
Die Unzeitwurzel:
Hednar erklärte den Ursprung der Unzeitwurzel:
Die Unzeitwurzel war kein natürliches Wesen und auch kein klassisches Geschöpf der Magie.
Sie gilt als Überrest eines vermutlich fehlgeschlagenen Experiments früherer arkaner Zivilisationen und stammt möglicherweise aus einer Verbindung zwischen verbotener Astralmagie, fehlgeleiteter Naturmagie und nekromantischen Versuchen, den Moment zwischen Leben und Tod festzuhalten.
Das Ziel war vermeintlich den perfekten Moment zu konservieren. Einen Zustand, in dem weder Leben noch Tod eintritt.
Doch was daraus entstanden ist war kein Zustand,
sondern ein hungriger Stillstand.
Hednar erklärte aus seinen Beobachtungen heraus, dass die Unzeitwurzel keinen einzelnen Körper hat, sondern ein wachsnedes Feld unter der Erde ist.
Sie existiert als eine Art Netzwerk aus blassen, pulslosen Wurzeln, durchzogen von astralen Rissen.
Sie breitet sich nicht wie Leben aus, sondern eher wie Erinnerung.
Sie wächst nicht, indem sie Raum einnimmt, sondern indem sie Zeit verdrängt.
Alles im Einflussbereich der Unzeitwurzel unterliegt demnach einem Effekt.
Der Kreislauf selbst wird pausiert - aber nicht vollständig aufgehoben.
Zustände wären jene, dass Verwesung beginnt - und dann stehen bleibt.
Wunden bluten - aber hören nie auf oder heilen nie.
Pflanzen wachsen - aber sterben nicht weiter.
Zauber wirken - aber enden nicht richtig.
Das Verhalten der Unzeitwurzel beschreibt Hednar als lernend.
Lernend durch Kontakt.
So reagiert die Unzeitwurzel auf Leben, Tod und Magie.
Lebewesen werden beispielsweise nicht sofort angegriffen. Stattdessen markiert die Wurzel sie. Verzögerte Bewegungen, Echo-Handlungen und Stimmen oder Gedanken welche nachhallen, können auftreten.
Frische Leichen werden nicht absorbiert. Stattdessen werden sie konserviert, beginnen nach längerer Zeit sich zu bewegen. Nicht als Untote, sondern als unvollendete Handlungen.
Hednar erklärt, dass zum Beispiel ein Krieger immer wieder den gleichen Schlag beginnt.
Und die Reaktionen auf Magie umschreibt Hednar wie folgt:
Naturmagie wird abgeschwächt oder gestaut. Nekromantie könnte instabil werden, so dass Untote Befehle verlieren oder einfrieren. Astralmagie könnte verstärkt, jedoch aber unkontrollierbar werden.
Die Unzeitwurzel wird nicht als klassischer Feind angesehen.
Stattdessen gibt es tief unter der Erde einen Kernzustand.
Ein pulsierender Riss in der Realität - wie ein "stehender Moment".
Und wer sich dort findet, erlebt eigene Erinnerungen, welche sich überlagern. Bewegungen, die keinem zeitlichen Ablauf folgen. Begegnungen mit sich selbst, minimal versetzt.
Hednar deutet an, dass die Unzeitwurzel dort unten beginnt aktiv zu werden. Nicht mit Gewalt. Sondern mit Anpassung.

Die Unzeitwurzel.
Kein Feind, den man einfach besiegt.
Ein Fehler im System der Welt, des Kreislaufs.
Und je länger man sich in ihrer Nähe aufhält,
desto mehr beginnt sie, die Welt - und ihre Bewohner - zu lernen.
Die Unzeitwurzel
Nachdem Hednar abermals Schreiben aufgesetzt hatte...
In der alten Sprache geschrieben gehen Pergamente an auffindbare Druiden:
"Hednar berichtet zur Mitte der Woche über die Veränderungen der Wurzel ohne Ende. Trefft Hednar am abend am Krater vor Nebelhafen. Die Beobachtungen handeln von fehlgeleiteter Naturmagie."
Boten sollen außerdem bekannte Nekromanten aufsuchen, auch jene erhalten ein Schreiben in der alten Sprache verfasst:
"Hednar hat das Ungeborene Tief gefunden. Am Abend zur Mitte der Woche wird Hednar am Krater vor Nebelhafen davon berichten. Es behandelt nekromantische Versuche den Moment zwischen Leben und Tod festzuhalten."
Astralmagier, sofern bekannt, sollen ebenfalls ein Pergament von Boten bekommen. Dort steht in der alten Sprache:
"Hednar spricht am Abend zur Mitte der Woche vom Stillwuchs. Hednar vermutet verbotene Astralmagie. Trefft Hednar am Krater vor Nebelhafen."
Und nachdem Hednar in Surom und Fejllgat davon berichtet hatte...
In Surom und selbst in Fjellgat wird Hednar berichten, dass er das "Wesen unter der Erde" entdeckt hat. Die Bürger und Barbaren sind eingeladen sich seine Beobachtungen am Abend zur Mitte der Woche am Krater vor Nebelhafen anzuhören und mit Hednar darüber zu sprechen.
---------------------------------------------------
So traf Hednar am vereinbarten Ort auf. An dem Ort, an dem Hednar bereits mit Hilfe vieler Anderer dafür gesorgt hatte, dass der Kreislauf gewahrt wird.
Dort traf Hednar auf eine Naturmagierin und einen Magier des astralen Wegs.
Und Hednar berichtete von den Beobachtungen, welche Mòrkral und Hednar gemacht hatten:

Das Wesen unter der Erde. Der Stillwuchs. Das Ungeborene Tief. Die Wurzel ohne Ende.
Die Unzeitwurzel:
Hednar erklärte den Ursprung der Unzeitwurzel:
Die Unzeitwurzel war kein natürliches Wesen und auch kein klassisches Geschöpf der Magie.
Sie gilt als Überrest eines vermutlich fehlgeschlagenen Experiments früherer arkaner Zivilisationen und stammt möglicherweise aus einer Verbindung zwischen verbotener Astralmagie, fehlgeleiteter Naturmagie und nekromantischen Versuchen, den Moment zwischen Leben und Tod festzuhalten.
Das Ziel war vermeintlich den perfekten Moment zu konservieren. Einen Zustand, in dem weder Leben noch Tod eintritt.
Doch was daraus entstanden ist war kein Zustand,
sondern ein hungriger Stillstand.
Hednar erklärte aus seinen Beobachtungen heraus, dass die Unzeitwurzel keinen einzelnen Körper hat, sondern ein wachsnedes Feld unter der Erde ist.
Sie existiert als eine Art Netzwerk aus blassen, pulslosen Wurzeln, durchzogen von astralen Rissen.
Sie breitet sich nicht wie Leben aus, sondern eher wie Erinnerung.
Sie wächst nicht, indem sie Raum einnimmt, sondern indem sie Zeit verdrängt.
Alles im Einflussbereich der Unzeitwurzel unterliegt demnach einem Effekt.
Der Kreislauf selbst wird pausiert - aber nicht vollständig aufgehoben.
Zustände wären jene, dass Verwesung beginnt - und dann stehen bleibt.
Wunden bluten - aber hören nie auf oder heilen nie.
Pflanzen wachsen - aber sterben nicht weiter.
Zauber wirken - aber enden nicht richtig.
Das Verhalten der Unzeitwurzel beschreibt Hednar als lernend.
Lernend durch Kontakt.
So reagiert die Unzeitwurzel auf Leben, Tod und Magie.
Lebewesen werden beispielsweise nicht sofort angegriffen. Stattdessen markiert die Wurzel sie. Verzögerte Bewegungen, Echo-Handlungen und Stimmen oder Gedanken welche nachhallen, können auftreten.
Frische Leichen werden nicht absorbiert. Stattdessen werden sie konserviert, beginnen nach längerer Zeit sich zu bewegen. Nicht als Untote, sondern als unvollendete Handlungen.
Hednar erklärt, dass zum Beispiel ein Krieger immer wieder den gleichen Schlag beginnt.
Und die Reaktionen auf Magie umschreibt Hednar wie folgt:
Naturmagie wird abgeschwächt oder gestaut. Nekromantie könnte instabil werden, so dass Untote Befehle verlieren oder einfrieren. Astralmagie könnte verstärkt, jedoch aber unkontrollierbar werden.
Die Unzeitwurzel wird nicht als klassischer Feind angesehen.
Stattdessen gibt es tief unter der Erde einen Kernzustand.
Ein pulsierender Riss in der Realität - wie ein "stehender Moment".
Und wer sich dort findet, erlebt eigene Erinnerungen, welche sich überlagern. Bewegungen, die keinem zeitlichen Ablauf folgen. Begegnungen mit sich selbst, minimal versetzt.
Hednar deutet an, dass die Unzeitwurzel dort unten beginnt aktiv zu werden. Nicht mit Gewalt. Sondern mit Anpassung.

Die Unzeitwurzel.
Kein Feind, den man einfach besiegt.
Ein Fehler im System der Welt, des Kreislaufs.
Und je länger man sich in ihrer Nähe aufhält,
desto mehr beginnt sie, die Welt - und ihre Bewohner - zu lernen.
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Re: Mòrkral - Der Wurzelverschlinger
Die verwitterte Schatzkarte
Das Abenteuerrennen ist beendet worden. Die Preise wurden verteilt.
Hednar zog sich mit seiner gewonnenen Schatzkarte direkt in den Wald zurück.
Sein Gedanke war einfach. Diese Karte wird er anderen zeigen.
Jeder sollte sehen, was Hednar erhalten hat.
So wie der Bürgerbrief in seiner Tasche, das Pergament zum Inselweiten Axt-Verbot und weitere Pergamente darüber, warum Dunkelelfen gemein sind, warum Nekromanten blöd sind.
So findet die verwitterte Schatzkarte einen Platz in Hednars Rucksack.
Nicht umsonst wird dieser auch Rucksack der Erhaltung genannt.
Nachdem Hednar bereits der Fürstin des Namenlosen, sowie einem Mitglied der Aequalitas Serpentis die verwitterte Schatzkarte gezeigt hatte, war es Zeit die Schatzkarte genauer zu begutachten.
Augenblicklich war Hednar mit wüst anderen Dingen beschäftigt, doch sollte etwas Abwechslung gut für einen Druiden sein, welcher stets auf die Erhaltung des Kreislaufes zu achten hat.
Mit der Karte setzte Hednar sich an das Lagerfeuer in Surom. Dort wollte er die Karte genauer betrachten.
Ohne nach Mòrkral rufen zu müssen, zitterte die Erde neben dem Lagerfeuer leicht und wenige Sekunden später war seine Präsenz von Hednar deutlich zu spüren.

Die wolfsähnliche Gestalt wuchs rasch aus den Wurzeln des Bodens. Die verrottete Rinde, welche Mòrkral als Fell trägt, füllte die Umgebung mit modrigem, fauligen Duft.
Die Anwesenheit Mòrkrals sorgte dafür, dass selbst das Feuer fehl am Platz wirkt. Als würde selbst Wärme in seiner Nähe nicht richtig leben.
Und während Hednar auf die Karte blickt, wirkt es als schaut Mórkral nicht einfach auf eben jene, sondern so, als würde er sie wittern. Hednar für sich zeigt nicht nur, sondern weist Mòrkral gleich den Weg. Fast wie ein Ritual, nicht wie Planung.

Wohin wird die Schatzkarte führen? Wer wird Hednar auf dieses Abeneteuer begleiten?
Was verbirgt sich am Ende des Abenteuers?
Das Abenteuerrennen ist beendet worden. Die Preise wurden verteilt.
Hednar zog sich mit seiner gewonnenen Schatzkarte direkt in den Wald zurück.
Sein Gedanke war einfach. Diese Karte wird er anderen zeigen.
Jeder sollte sehen, was Hednar erhalten hat.
So wie der Bürgerbrief in seiner Tasche, das Pergament zum Inselweiten Axt-Verbot und weitere Pergamente darüber, warum Dunkelelfen gemein sind, warum Nekromanten blöd sind.
So findet die verwitterte Schatzkarte einen Platz in Hednars Rucksack.
Nicht umsonst wird dieser auch Rucksack der Erhaltung genannt.
Nachdem Hednar bereits der Fürstin des Namenlosen, sowie einem Mitglied der Aequalitas Serpentis die verwitterte Schatzkarte gezeigt hatte, war es Zeit die Schatzkarte genauer zu begutachten.
Augenblicklich war Hednar mit wüst anderen Dingen beschäftigt, doch sollte etwas Abwechslung gut für einen Druiden sein, welcher stets auf die Erhaltung des Kreislaufes zu achten hat.
Mit der Karte setzte Hednar sich an das Lagerfeuer in Surom. Dort wollte er die Karte genauer betrachten.
Ohne nach Mòrkral rufen zu müssen, zitterte die Erde neben dem Lagerfeuer leicht und wenige Sekunden später war seine Präsenz von Hednar deutlich zu spüren.

Die wolfsähnliche Gestalt wuchs rasch aus den Wurzeln des Bodens. Die verrottete Rinde, welche Mòrkral als Fell trägt, füllte die Umgebung mit modrigem, fauligen Duft.
Die Anwesenheit Mòrkrals sorgte dafür, dass selbst das Feuer fehl am Platz wirkt. Als würde selbst Wärme in seiner Nähe nicht richtig leben.
Und während Hednar auf die Karte blickt, wirkt es als schaut Mórkral nicht einfach auf eben jene, sondern so, als würde er sie wittern. Hednar für sich zeigt nicht nur, sondern weist Mòrkral gleich den Weg. Fast wie ein Ritual, nicht wie Planung.

Wohin wird die Schatzkarte führen? Wer wird Hednar auf dieses Abeneteuer begleiten?
Was verbirgt sich am Ende des Abenteuers?
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Re: Mòrkral - Der Wurzelverschlinger
Der gebrochene Kreislauf
Die verwitterte Schatzkarte wollte Hednar zuerst nicht aus dem gewonnenen Rennen an sich nehmen. Ein Reitbär wirkte so verlockend.
Doch als Hednar sich der Karte auf dem Tisch näherte pulsierte sein Herz schneller.
Die Karte zog ihn an, oder er zog die Schatzkarte an? Hätte er einen Haken weniger geschlagen, hätte er sich vermutlich für das mysteriöse Ei entschieden.
Doch alles sprach dafür, dass Hednar die verwitterte Schatzkarte in seinen Besitz nehmen sollte.
Diese mit Mòrkral zu untersuchen führte ihn auf einen weiteren dunklen Pfad.
Er wollte den Ort mit anderen zusammen erkunden, doch ein Zucken in den Wurzeln Mòrkrals verhieß, dass sie sich den Ort auf der Karte zuerst einmal gemeinsam anschauen werden.
Tief ins Unterreich führt Mòrkral die Schritte auf knackenden Wurzeln.
Dort unten, wo Fleisch zu Pilz wurde. Wo Pilz zu Wurzel wurde. Und wo Wurzel zu neuem Leben aufquoll.
Ein perfekter, dunkler Kreislauf.
Dort im Unterreich existierte vermutlich einst ein uralter Ort, kein Tempel, sondern eher ein Knotenpunkt der Verwesung.
Die Unzeitwurzel musste bereits bis hierher gefunden haben.
Am Ufer eines Unterwasserquells sah Hednar sich mit Mòrkral stehen. Und unter Mòrkrals Pfoten faulte der Uferboden schwarz auf.
Dort zeigte sich nicht einfach nur ein weiterer Gegner der Kreislaufs. Stattdessen wirkte es wie eine Prüfung, eine Hüterinstanz.
Ein Teil desselben verdrehten Naturkreislaufs wie Mòrkral.
Hednars Gedanken waren wirr und schnell, vermischten sich mit den Gefühlen und Gedanken seines Seelentieres. Mòrkral stand dem Hüter still gegenüber.
Und Hednar war klar, dass dies ein Ort sein muss, welcher zu kontrollieren versucht wurde.
Nicht aus Zerstörung - sondern aus Macht.
War dieser Hüter Teil von früheren arkanen Kräften? Früheren Zivilisationen? Oder hatte gar das Volk im Unterreich etwas damit zu schaffen?
Hednar verstand, dass der Hüter an diesen Ort gebunden wurde. Er durfte hier nicht sterben. Er durfte hier nicht vergehen. Und er sollte den Kreislauf bewachen.
Und dieser Hüter wurde letztlich zum Wyrm:

Aber damit wurde der Kern zerstört. Der Kreislauf lebt nur, wenn Dinge enden dürfen.
Doch das Gegenteil schien geschehen zu sein. Der Wyrm verwest, aber stirbt nicht. Er wächst, aber entwickelt sich nicht weiter.
Er ist gefangen im Zustand zweischen Leben und Verfall.
Und Mòrkral spürte diese Existenz als ein natürlich entstandenes Gegenprinzip, welches Mòrkral darstellt.
Wenn der Wyrm "Verfall ohne Ende" ist, dann ist Mòrkral das "Ende, das sich immer wieder neu erzwingt".
Damit gehen die die Reaktionen Mòrkrals auf die Umgebung einher. Der Boden fault unter ihm, weil er den festgehaltenen Verfall löst.
Für Mòrkral ist der Wyrm kein Feind. Er ist etwas, das "falsch existiert".
Hednar hat Mòrkral nicht beschworen, er wurde an ihn gebunden. Weil Hednar selbst nicht mehr vollständig im natürlichen Kreislauf steht.
Hednar erzeugt sich das Chaos, sondern verkörpert jenes vielmehr.
Daher war es kein Zufall, dass Hednar die Karte wählte. Der Ort hat ihn "gerufen", weil dort etwas existiert, das Hednars Zustand entspricht.
Dem Wyrm stehen Mòrkral und Hednar gegenüber. Und doch reagierte der Wyrm nicht sofort feindlich. Es schien mehr, als würde er Mòrkral erkennen.
Der Wyrm spiegelte Mòrkrals Bewegungen und ignorierte Hednar vollends.
Für Hednar war dies eine unheimliche Begegnung. Die Spannung zwischen Mòrkral und dem Wyrm waren so stark, dass Hednar vorerst beschloss sich von dem Ort zu entfernen und über weitere Optionen nachdenken wollte.
Die verwitterte Schatzkarte wollte Hednar zuerst nicht aus dem gewonnenen Rennen an sich nehmen. Ein Reitbär wirkte so verlockend.
Doch als Hednar sich der Karte auf dem Tisch näherte pulsierte sein Herz schneller.
Die Karte zog ihn an, oder er zog die Schatzkarte an? Hätte er einen Haken weniger geschlagen, hätte er sich vermutlich für das mysteriöse Ei entschieden.
Doch alles sprach dafür, dass Hednar die verwitterte Schatzkarte in seinen Besitz nehmen sollte.
Diese mit Mòrkral zu untersuchen führte ihn auf einen weiteren dunklen Pfad.
Er wollte den Ort mit anderen zusammen erkunden, doch ein Zucken in den Wurzeln Mòrkrals verhieß, dass sie sich den Ort auf der Karte zuerst einmal gemeinsam anschauen werden.
Tief ins Unterreich führt Mòrkral die Schritte auf knackenden Wurzeln.
Dort unten, wo Fleisch zu Pilz wurde. Wo Pilz zu Wurzel wurde. Und wo Wurzel zu neuem Leben aufquoll.
Ein perfekter, dunkler Kreislauf.
Dort im Unterreich existierte vermutlich einst ein uralter Ort, kein Tempel, sondern eher ein Knotenpunkt der Verwesung.
Die Unzeitwurzel musste bereits bis hierher gefunden haben.
Am Ufer eines Unterwasserquells sah Hednar sich mit Mòrkral stehen. Und unter Mòrkrals Pfoten faulte der Uferboden schwarz auf.
Dort zeigte sich nicht einfach nur ein weiterer Gegner der Kreislaufs. Stattdessen wirkte es wie eine Prüfung, eine Hüterinstanz.
Ein Teil desselben verdrehten Naturkreislaufs wie Mòrkral.
Hednars Gedanken waren wirr und schnell, vermischten sich mit den Gefühlen und Gedanken seines Seelentieres. Mòrkral stand dem Hüter still gegenüber.
Und Hednar war klar, dass dies ein Ort sein muss, welcher zu kontrollieren versucht wurde.
Nicht aus Zerstörung - sondern aus Macht.
War dieser Hüter Teil von früheren arkanen Kräften? Früheren Zivilisationen? Oder hatte gar das Volk im Unterreich etwas damit zu schaffen?
Hednar verstand, dass der Hüter an diesen Ort gebunden wurde. Er durfte hier nicht sterben. Er durfte hier nicht vergehen. Und er sollte den Kreislauf bewachen.
Und dieser Hüter wurde letztlich zum Wyrm:

Aber damit wurde der Kern zerstört. Der Kreislauf lebt nur, wenn Dinge enden dürfen.
Doch das Gegenteil schien geschehen zu sein. Der Wyrm verwest, aber stirbt nicht. Er wächst, aber entwickelt sich nicht weiter.
Er ist gefangen im Zustand zweischen Leben und Verfall.
Und Mòrkral spürte diese Existenz als ein natürlich entstandenes Gegenprinzip, welches Mòrkral darstellt.
Wenn der Wyrm "Verfall ohne Ende" ist, dann ist Mòrkral das "Ende, das sich immer wieder neu erzwingt".
Damit gehen die die Reaktionen Mòrkrals auf die Umgebung einher. Der Boden fault unter ihm, weil er den festgehaltenen Verfall löst.
Für Mòrkral ist der Wyrm kein Feind. Er ist etwas, das "falsch existiert".
Hednar hat Mòrkral nicht beschworen, er wurde an ihn gebunden. Weil Hednar selbst nicht mehr vollständig im natürlichen Kreislauf steht.
Hednar erzeugt sich das Chaos, sondern verkörpert jenes vielmehr.
Daher war es kein Zufall, dass Hednar die Karte wählte. Der Ort hat ihn "gerufen", weil dort etwas existiert, das Hednars Zustand entspricht.
Dem Wyrm stehen Mòrkral und Hednar gegenüber. Und doch reagierte der Wyrm nicht sofort feindlich. Es schien mehr, als würde er Mòrkral erkennen.
Der Wyrm spiegelte Mòrkrals Bewegungen und ignorierte Hednar vollends.
Für Hednar war dies eine unheimliche Begegnung. Die Spannung zwischen Mòrkral und dem Wyrm waren so stark, dass Hednar vorerst beschloss sich von dem Ort zu entfernen und über weitere Optionen nachdenken wollte.