Die Nachricht erreichte Cataleya zwischen zwei Wegen.
Der Soeker, staubig, das Fell durchnässt vom fremden Wetter des Nordens, sprach sie in der Nähe der Garnison an.
Nur Worte, schwer vom Dialekt.
Cataleya sagte zunächst nichts dazu. Sie nickte nur knapp, entließ den Mann mit einem kurzen "Haucha Trowe"
und ging weiter, als gälte es noch irgendeinen banaleren Dienst zu verrichten.
Erst als die Türen der Garnison hinter ihr ins Schloss fielen und das Geräusch der Straße gedämpft wurde, holte sie der Name ein.
Bjornar.
In vielen schleierhaften Bildern, Erlebnissen.
Wie er das erste Mal vor ihr stand, halb Bär, halb Barbar, mit diesem Übermut in den Augen der sie damals gleichzeitig irritiert und amüsiert hatte.
Wie er sie ohne viel Nachdenken zum Kampf herausgefordert hatte, als wäre sie irgendeine zufällige Begegnung am Wegesrand
und nicht eine Wächterin des Entfesselten.
Ein Spaßvogel, groß wie Fels, der lachte wenn er getroffen wurde und knurrte wie ein Tier, wenn er traf.
Und später, der Wyrm.
Das Herz noch warm, dampfend in der Luft, als sie es teilten wie eine groteske Mahlzeit nach einem gewonnenen Gefecht.
Er mit blutverschmierter Kleidung, sie mit kaltem Blick und doch war da in diesem Moment etwas,
das näher an Kameradschaft lag, als sie es damals zugegeben hätte.
Ihre Finger strichen jetzt unbewusst über die Kante des Glaubensbuches an ihrem Gürtel.
Der Mund blieb eine schmale Linie, der Narbe im Gesicht fühlte sie nach ... wohl eine der letzten Erinnerungen.
"Die Schwarze Hand führt ihn nun," dachte sie.
Wenn der Entfesselte sein Geschenk an Bjornar bis dorthin getragen hatte, dann hatte auch dieser Tod einen Ort in der Ordnung.
Ob Lilith seine Seele in ihrem Schleier aufnahm oder Belial ihn noch eine Weile durch die Irrgärten jagte, das lag nicht in ihrer Hand.
Vielleicht hatte er genug Blut und Brüllen in die Welt geworfen, dass die Herrin des Todes ihn lachend an sich nahm.
Vielleicht war er aber auch einer von denen, die sich erst im Labyrinth zerrieben, bevor sie Ruhe fanden.
Sie blieb an einem der schmalen Fenster der Garnison stehen, von dem aus man die Richtung zur See ahnen konnte.
Fjellgat lag weit im Norden, jenseits ihrer direkten Pflichten.
Ein Werager, ein Barbar aus fremden Landen, war kein Suromer, kein Wächter, kein Priester.
Aber er war einer gewesen, der an ihrer Seite gestanden hatte, wo andere die Flucht ergriffen.
Der Gedanke an seine Beisetzung ließ sie unerwartet lange nicht los.
Ein Scheiterhaufen unter kaltem Himmel, vielleicht Runen in Holz geschnitten, Bärenfelle, grobe Stimmen, die von Taten sprachen statt.
Sie dachte daran, wie sein Name in den kommenden Monden höchstens als Randbemerkung durch Surom gehen würde,
während anderswo Geschichten über ihn am Feuer erzählt wurden.
Sie hätte ihre ganz eigenen Geschichten zu erzählen; von einem meist mutigem statt v erspielten Barbaren.
Einem der immer wieder aufstand und sich nicht hat entmutigen lassen.
Es wäre einfach, die Nachricht nur zur Kenntnis zu nehmen, ein kurzes Gebet zu sprechen und den Tag fortzusetzen.
Stattdessen stand sie noch immer am Fenster und tastete den Gedanken ab, der sich in ihr festgesetzt hatte:
Nach Fjellgat zu gehen.
Als eine die ihn forderte und formte im Kampf standhaft zu bleiben.
"Vielleicht," murmelte sie leise, mehr zu sich selbst,
"ist es nicht gegen Seine Ordnung, einem barbarischen Bären einen letzten Gruß zu erweisen, der IHM Opfer dargereicht hat."
Bjornars Geschichte war für sie noch nicht zu Ende.
Und wenn es an ihr lag, würde sein letzter Weg nicht ohne Zeugin gehen, die wusste was es hieß, ein Wyrmherz zu essen
und dann von der Schwarzen Hand heimgerufen zu werden.
Der Soeker, staubig, das Fell durchnässt vom fremden Wetter des Nordens, sprach sie in der Nähe der Garnison an.
Nur Worte, schwer vom Dialekt.
Cataleya sagte zunächst nichts dazu. Sie nickte nur knapp, entließ den Mann mit einem kurzen "Haucha Trowe"
und ging weiter, als gälte es noch irgendeinen banaleren Dienst zu verrichten.
Erst als die Türen der Garnison hinter ihr ins Schloss fielen und das Geräusch der Straße gedämpft wurde, holte sie der Name ein.
Bjornar.
In vielen schleierhaften Bildern, Erlebnissen.
Wie er das erste Mal vor ihr stand, halb Bär, halb Barbar, mit diesem Übermut in den Augen der sie damals gleichzeitig irritiert und amüsiert hatte.
Wie er sie ohne viel Nachdenken zum Kampf herausgefordert hatte, als wäre sie irgendeine zufällige Begegnung am Wegesrand
und nicht eine Wächterin des Entfesselten.
Ein Spaßvogel, groß wie Fels, der lachte wenn er getroffen wurde und knurrte wie ein Tier, wenn er traf.
Und später, der Wyrm.
Das Herz noch warm, dampfend in der Luft, als sie es teilten wie eine groteske Mahlzeit nach einem gewonnenen Gefecht.
Er mit blutverschmierter Kleidung, sie mit kaltem Blick und doch war da in diesem Moment etwas,
das näher an Kameradschaft lag, als sie es damals zugegeben hätte.
Ihre Finger strichen jetzt unbewusst über die Kante des Glaubensbuches an ihrem Gürtel.
Der Mund blieb eine schmale Linie, der Narbe im Gesicht fühlte sie nach ... wohl eine der letzten Erinnerungen.
"Die Schwarze Hand führt ihn nun," dachte sie.
Wenn der Entfesselte sein Geschenk an Bjornar bis dorthin getragen hatte, dann hatte auch dieser Tod einen Ort in der Ordnung.
Ob Lilith seine Seele in ihrem Schleier aufnahm oder Belial ihn noch eine Weile durch die Irrgärten jagte, das lag nicht in ihrer Hand.
Vielleicht hatte er genug Blut und Brüllen in die Welt geworfen, dass die Herrin des Todes ihn lachend an sich nahm.
Vielleicht war er aber auch einer von denen, die sich erst im Labyrinth zerrieben, bevor sie Ruhe fanden.
Sie blieb an einem der schmalen Fenster der Garnison stehen, von dem aus man die Richtung zur See ahnen konnte.
Fjellgat lag weit im Norden, jenseits ihrer direkten Pflichten.
Ein Werager, ein Barbar aus fremden Landen, war kein Suromer, kein Wächter, kein Priester.
Aber er war einer gewesen, der an ihrer Seite gestanden hatte, wo andere die Flucht ergriffen.
Der Gedanke an seine Beisetzung ließ sie unerwartet lange nicht los.
Ein Scheiterhaufen unter kaltem Himmel, vielleicht Runen in Holz geschnitten, Bärenfelle, grobe Stimmen, die von Taten sprachen statt.
Sie dachte daran, wie sein Name in den kommenden Monden höchstens als Randbemerkung durch Surom gehen würde,
während anderswo Geschichten über ihn am Feuer erzählt wurden.
Sie hätte ihre ganz eigenen Geschichten zu erzählen; von einem meist mutigem statt v erspielten Barbaren.
Einem der immer wieder aufstand und sich nicht hat entmutigen lassen.
Es wäre einfach, die Nachricht nur zur Kenntnis zu nehmen, ein kurzes Gebet zu sprechen und den Tag fortzusetzen.
Stattdessen stand sie noch immer am Fenster und tastete den Gedanken ab, der sich in ihr festgesetzt hatte:
Nach Fjellgat zu gehen.
Als eine die ihn forderte und formte im Kampf standhaft zu bleiben.
"Vielleicht," murmelte sie leise, mehr zu sich selbst,
"ist es nicht gegen Seine Ordnung, einem barbarischen Bären einen letzten Gruß zu erweisen, der IHM Opfer dargereicht hat."
Bjornars Geschichte war für sie noch nicht zu Ende.
Und wenn es an ihr lag, würde sein letzter Weg nicht ohne Zeugin gehen, die wusste was es hieß, ein Wyrmherz zu essen
und dann von der Schwarzen Hand heimgerufen zu werden.