[Order/Char-Geschichte] Schildarm & Schild der Tapferkeit

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Fenria/Svenja/Shar'luni'rea
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[Order/Char-Geschichte] Schildarm & Schild der Tapferkeit

Beitrag von Fenria/Svenja/Shar'luni'rea »

Die Tage waren verstrichen wie im Flug, seit der Anlandung der Echidna, vor dem neuen gelobten Land. Fenria war beschäftigt und eingespannt, das Volk, ihre Pflichten als Ritter und ihre Familie spannten sie die ersten Wochen quasi ständig fest. Doch irgendwann fand sie die Zeit; zwischen beantworten und schreiben von Briefen kramte sie ein großes Buch hervor und klappte es auf. Es war noch vollkommen leer und unbeschrieben. Sie führte das Buch schon seit einer ganzen Weile herum, zuerst lag es leer in Silberburg im Turmzimmer der ehemaligen Ritterburg, danach immer noch leer am Schreibpult im Rittergut in Winterberg als sie dorthin umzog und schlussendlich bis zum Untergang des alten Kontinents lag es wieder unangerührt in der Ritterburg. Viele Jahre wanderte es also schon an der Seite der Ritterin bevor sie sich nun die Zeit dafür nahm. Ein frisches Tintenfässchen wurde auf dem Tisch gestellt, eine Kerze entzündet wie auch ihre Pfeife und sie begann mit der ersten Überschrift, zählte aber auch gleich Seiten ab und teilt die Kapitel ein. Sie wusste sie würde niemals alles in einem Zug fertigstellen können, so würde ihre Geschichte ein wenig mehr an Zeit benötigen und die leeren Seiten sich füllen, doch sie war zuversichtlich und Willens die nötige Zeit dafür auch aufzubringen.
Prolog
 
Die Geschichte einer Ritterin, der Edlen Fenria Vildaban, niedergeschrieben von ihr selbst für die Chronik der Ritterschaft seiner Majestät Alirion Damotil dem Ersten, König der Menschen.

Geboren und aufgewachsen im Britainer Vorland in einer einfachen Bauernfamilie hatte Fenria eine recht ruhige und sichere Kindheit unter dem Schutz der Hauptstadt des Königreichs. Die eigentliche Reise begann erst als junge Frau als sie den Hof ihrer Familie verließ um die Welt auch auf eigene Faust zu entdecken. Viele Wochen und Monate verbrachte sie nur damit die Welt zu erkunden, andere Völker kennenzulernen und mit einer kleinen Reisegruppe aus Gleichgesinnten die Zeit zu genießen. Als das eigentlich Heimatland unter dem Feuer der alten Drachenbrut fiel, floh sie auf die Echidna eher rein durch Zufall oder Schicksalswink und folgte dem, ihr damals noch unbekannten, König in eine fremde neue Welt.


Nach der Anlandung auf der neuen Welt wurde Fenria nach den ersten Bedrohungen und Angriffen auf den Landungspunkt teil der königlichen Ritterschaft. Zuerst im Dienste der Stadtwache diente die junge Frau dem König bis zum Rang des Unteroffiziers und befehligte später die Stadtwache der neu errichteten Hauptstadt des Königreichs in Silberburg. Nach dem Bruderkrieg innerhalb der Ritterschaft verließ sie den aktiven Dienst um eine Ausbildung als Novizin des Herrn zu bestreiten, kehrte jedoch als Rekrutin in den Dienst der Ritterschaft nach einiger Zeit zurück. Vom Weg des Schwerts und Schild überzeugt folgte sie seit dem der Laufbahn der Ritterschaft und wurde von Sir Peredur de Montagor als Knappe ausgebildet.

Es folgte ein aufgewecktes Leben in der die aufbrausende Fenria zwischen politischen Konflikten, Kriegen und ihrer eigenen Lebensentwicklung selten die Zeit fand zu rasten oder zu ruhen. 
Im Stand eines Junkers, mit ausreichend Lebenserfahrung um mehrere Bücher zu verfassen, kam sie von einer längeren Reise für die Krone zurück und fand Silberburg, das Schloss und die Ritterburg fast leer vor. Sicherlich tobte wie immer eine gewisse Bewegung innerhalb der Gassen und Straßen, doch es waren keine Offiziere mehr zu sehen, keine Anzeichen einer Führung und Struktur. So diente sie seit dem verschwinden ihres Königs, Alirion Damotil dem Ersten, ihm treu ergeben und unverwüstlich dem Volke als Truchsess der Menschenkrone. Neben den Pflichten die der Ritterorden erfüllte, wie das Heer und die Wache zu stellen, benötigte das Volk eine Führung. Nachdem Monate später leidglich nur die Krone zurückkehrte durch einen Junker wurde der König für Tod geglaubt erklärt. Innig wünscht sich die Verfasserin dieses Werks sich auch im hohen Alter noch er würde gesund und friedlich auf einer weit entfernten Ebene leben und sein Lebensalter genießen.

Nach einem langen Dienst und Leben für den Orden übergab der erste Ritter der Ritterschaft den Orden symbolisch der Edlen bei ihrem Ritterschlag. Mit dem Ritterschlag adoptierte die fortan Edle (weibliche Form des Sir) Fenria ihre Ziehtochter Mirja Vildaban. Somit ist sie seit ihrem Ritterschlag als Edle Fenria Vildaban bekannt. Später folgte eine zweite Ziehtochter Namens Sloan Vildaban Levi die gleich wie Mirja auch von Fenria persönlich ausgebildet wurde. Der Tradition der Ritterschaft folgend wird sie auch wohl beständig in Zukunft jeden Knappen adoptieren der keine Familie hat und den Wunsch hegt.

Die Edle scharrte die Menschen um sich, ihre Repräsentanten, die schutzbeauftragten Orden und Vertreter der Handwerke und schwor sie auf die Krone, das Königreich und gemeinsame Ziele ein. Ebenfalls gab sie ein Versprechen an den Klerus die Wahl und Entscheidung eines neuen Königs oder Königin werde zukünftig auch mit dem Segen durch den Herrn dafür einher gehen. Als Amtsälteste im Königreich und mit Zuspruch der Abstimmungen wurde sie als Truchsess als Vorsitzende eines Rats eingesetzt, Vertretern der Orden, Handwerker und des Militärs berieten seitdem das Königreich in allen Belangen ebenfalls aber sehr oft auch mit Vertretern und Botschaftern anderer Völker.

Nachdem die versprochene "neue Welt" nun auch untergegangen ist. Ist das Volk samt der Orden und allen guten Menschen und lichten Völkern in einem erneut fremden Land, mit vielen alten Zielen, alten Streitigkeiten und Kriegen wie aber auch neuen Freundschaften, Hoffnung und Tatendrang.
 
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Im Zuge eines Antrags und zukünftiger Quests beginne ich im ersten Post mit einem langfristigen Projekt, wo Kapitel der Lebensgeschichte nach und nach gesammelt und zusammengefasst werden. Das Forum dient da alleine zur Dokumentation für den Staff, das Buch später wird IG ausgelegt. Die Kapitel kommen unsortiert und teilweise der jetzt nötigen Reihenfolge, werden im Zuge der Gesamtgeschichte bis zum aktuellen Stand dann ausgelegt und auch entsprechend fortgeführt. Es werden also auch Questaufzeichnungen ohne direkten Kapitelbezug gesammelt und später evtl. in eigene Kapitel umgewandelt.
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Fenria/Svenja/Shar'luni'rea
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ein neuer Schildarm

Beitrag von Fenria/Svenja/Shar'luni'rea »

Nachdem sie den Prolog des Buches verfasste klappt sie es erstmal zu und widmete sich einigen Zeichnungen und Aufzeichnungen die noch lose auf dem Arbeitstisch herumlagen. Sie verfasste einen Brief an den Zwergen Dulgat Boromix und beschaute sich eine Skizze die sie vor vielen Monaten erhielt.
MechaArmFen.jpg
Sie hatte vor langer Zeit eine Zwergin nach den Geheimnissen der Technologie gefragt, viel Wissen darüber eh mal mitbekommen und da fiel ihr Konrad Amboss ein. Ein alter Zwerg der einst mit einem mechanischen Arm herumlief. Sie wusste nicht warum er seinen Arm verlor doch ihr eigener war geschädigt. Ihr Schildarm lahmte inzwischen wenn sie zu lange kämpfte, die schwere Plattenrüstung war ebenso eine Zumutung doch Pandor arbeitete unentwegt an neuen Lösungen für Fenria leichtere aber stabile Rüstungen zu haben um die Last zu senken. So bekam auch Knut ihr altes Drachenschild in die Hände um nach einen Weg zu suchen es zu verstärken und gleichermaßen ihrem Wappen und Glauben mehr Ausdruck zu verleihen. Sie selbst und jenen denen sie vertraute wussten das Lösungen hermussten, wenn der Körper der alten Kriegerin inzwischen vor Narben und Altlasten schwächelt. Sie war noch nicht am Ende ihrer Reise angekommen, das hatten die letzten Jahre ihr deutlich gezeigt und die Überfahrt auf den neuen Kontinent, sie würde niemals aufhören für das Volk zu kämpfen und für die Ziele der Krone einzustehen. Gleich wie viele Königreiche und Ländereien sie besiedeln müssten, neu gründen oder niederreißen.
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Fenria/Svenja/Shar'luni'rea
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Re: [Order/Char-Geschichte] Schildarm & Schild der Tapferkeit

Beitrag von Fenria/Svenja/Shar'luni'rea »

Die Tage rannten nur so an ihr vorbei, kaum fand sie Zeit zwischen den ganzen Aufgaben und Pflichten die sich häuften an ihrem Werk weiterzuschreiben, doch diese Nacht wollte sie unbedingt das Buch aufschlagen und noch einige Stunden in der improvisierten Amtsstube und im seichten Kerzenschein einige Seiten füllen.
Kapitel 1 - Die Reise der Selbstfindung

Fenria war noch jung, als sie beschloss, ihre Heimat zu verlassen und die Welt jenseits der bekannten Grenzen zu erkunden. So verließ sie ihr Elternhaus und durchstreifte die Umgebung vor Britain. Nach einigen Tagen fand sie erste Freundschaften, und zwei, in ihren Augen ganz besondere, kristallisierten sich heraus. Auch sie hegten denselben Wunsch wie die junge Fenria. Gemeinsam mit einer Amazonen-Priesterin namens Sheana und einer adligen Gefährtin namens Annemarie machte sie sich auf den Weg, um Abenteuer zu erleben und Geheimnisse zu entdecken - zumindest war das ihre Hoffnung und ihr Wunsch.

Sie durchstreiften dichte Wälder, erkundeten uralte Höhlen und bestiegen majestätische Berge. Ihr Leben war zu diesem Zeitpunkt ein anhaltendes Abenteuer, voller Herausforderungen und Entdeckungen. Als eine Art Waldläuferin mit einem Bogen in der Hand und den Farben der Wildnis gehüllt, fühlte sich Fenria eins mit der Natur, während sie gemeinsam durch die Landschaft streiften.
 
Auf ihrem Weg trafen sie auf verschiedene Gruppen und Völker, von neutralen Handelsorten bis hin zu isolierten Siedlungen tief im Wald. Sie lernten die Sitten und Bräuche fremder Kulturen kennen, tauschten Geschichten und Legenden aus und schloss ungewöhnliche Freundschaften.
 
Doch nicht alles war friedlich auf ihrer Reise. Sie wurden mit Gefahren konfrontiert, von wilden Tieren bis hin zu feindseligen Monstern und Unwesen. Doch gemeinsam überwanden sie diese Hindernisse, gestärkt durch ihre gegenseitige Unterstützung und ihren unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Freundschaft.
 
Mit jedem neuen Ort, den sie erkundeten, und jeder neuen Begegnung, die sie hatten, wuchs Fenria nicht nur als Kämpferin, sondern auch als Person. Sie entdeckte ihre eigenen Stärken und Schwächen, ihre Träume und Ziele, und wurde langsam, aber sicher zu der Frau, die sie immer sein wollte und nach der sie sich in ihrer Jugend so sehnte - eine starke und entschlossene Persönlichkeit wuchs heran.
 
Zu diesem Zeitpunkt konnte sie sich nicht ansatzweise ausmalen, welche schrecklichen Ereignisse sie eines Tages noch formen würden. Welche Opfer und Gefahren sie aufbringen müsste, um in dieser harten und grausamen "neuen Welt" zu bestehen.
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Fenria/Svenja/Shar'luni'rea
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Re: [Order/Char-Geschichte] Schildarm & Schild der Tapferkeit

Beitrag von Fenria/Svenja/Shar'luni'rea »

Kapitel 2: Die Flucht auf der Echidna und die neue Welt

Als Britain und die umliegenden Landschaften unter dem Feuer der alten Drachenbrut fielen, wurde Fenrias bisheriges Leben aus den Angeln gerissen. Verloren und voller Panik fand sie sich zusammen mit anderen Flüchtlingen am Hafen wieder. Das ihr noch unbekannte Schiff, die Echidna, sollte sie aufnehmen und in eine fremde und unbekannte Welt bringen. Es war ein Akt des Überlebensinstinkts, der sie auf dieses Schiff trieb - ein Zufall oder vielleicht auch ein Schicksalswink, der sie in eine neue Zukunft führte. Absolut überfordert von den Ereignissen und der Schnelligkeit, mit der sich das Feuer überall ausbreitete, eilte sie nach dem besteigen des Schiffs mit ihrem Pferd in die Laderäume, um zumindest das Pferd für die Reise bereit zu machen, sie selbst war es ganz sicher nicht. Als sie wieder auf dem Deck ankam und das Schiff ablegte, sah sie einen Anblick, den sie ihr gesamtes Leben nie wieder vergessen würde: eine Welt in Flammen und riesige Drachen, die darüber kreisten. Ihr war schlecht bei dem Anblick, wissend, dass hunderte Meilen Wälder, Landstriche und dutzende Tiere darin ihr Ende fanden.
 
Die Ankunft auf der neuen Welt war von Chaos und Unsicherheit geprägt. Als eine der Ersten führte sie ihr Pferd vom Schiff und machte sich rasch daran, ihre Ausrüstung zu erneuern und die umliegenden Landstriche zu erkunden. Sie zeichnete einfache Karten von ihren Funden und kehrte regelmäßig in mehreren Tagesabständen zum Landungslager zurück, um anderen davon zu berichten. Teilweise wurde sie sogar eingeladen, kleine Expeditionen mit zu begleiten, was die junge und doch meist recht unsichere Fenria sehr erfreute und begeisterte.
 
Die Überlebenden wurden mit den ersten Bedrohungen und Angriffen auf den Landungspunkt konfrontiert, darunter auch rattenähnliche Kreaturen, die aus den Schatten der Wälder hervorkrochen. Inmitten des Chaos erwies sich Fenria als mutige Kämpferin, bewaffnet nur mit einer Heugabel, doch entschlossen, sich den feindlichen Horden entgegenzustellen. Ihr unbeugsamer Mut und ihre Entschlossenheit, sich in die erste Reihe zu stellen, beeindruckte einige der anderen Überlebenden und brachten ihr die Anerkennung der königlichen Ritterschaft ein, die ebenfalls zugegen war, um gegen die Bedrohung zu kämpfen. So lernte sie einen Junker kennen, Tyrion sein Name, der sie einlud, sich auf einem Treffen der königlichen Ritterschaft vorzustellen und sich anzuhören, was der Orden der königlichen Ritterschaft an Ausbildung zu bieten hat. Als Teil dieser ehrwürdigen Institution hoffte sie, eine neue Bestimmung und eine neue Familie in dieser fremden Welt zu finden. Doch die Herausforderungen waren noch lange nicht vorbei, und Fenria wusste, dass sie sich weiterhin beweisen müsse und für das Überleben ihres Volkes kämpfen würde.
 
So verstrich die Zeit im Landungslager wie im Flug. Ein roter Faden durch ihre Lebensgeschichte - immer wenn sie von Aufgaben und Pflichten geschäftig war, wurde der Aufwand und die nötigen Opfer dafür verkraftbar, und die Zeit rannte förmlich an ihr vorbei. Hohe Lasten wurden ertragbarer, und mit Hilfe ihrer neuen Kameraden lernte sie in kurzer Zeit sehr viel. So lernte sie bei ihren Diensten auch den König kennen und erhielt sogar hier und da einzelne Unterrichtsstunden durch ihn selbst. Nicht alle so erfreulich, wie sie es sich vorstellte. Rückblickend erinnerte sich Fenria nicht mehr, weswegen, doch sie erzürnte den König einmal und musste sich dann darin beweisen, wie gut sie schon Zaubern ausweichen konnte. Unermüdlich sprach der König Blitze auf Fenria, und diese hechtete gefühlt um ihr Leben in den nahen Wäldern um das Landungslager. Sie nahm jeden Fehltritt, jede Bestrafung und Disziplinierung mit einer gewissen Würde an und entschloss sich rasch, als Stadtwache dem König dienen zu wollen.
 
Als Silberburg errichtet wurde und der König es als neue Hauptstadt des Königreichs erwählte, war Fenria auch in gewisser Maße stolz. Zwar hatte sie bis dahin wenig für die Gesamtheit geleistet, doch sie identifizierte sich schon mit dem Orden, dem König und seinen Zielen. Sie wuchs und gedieh im Schatten der Entwicklungen, und als die Stadt fertig errichtet wurde, folgte rasch eine Beförderung für sie zur Unteroffizierin der Stadtwache, samt dem Oberbefehl über die Laufbahn der gesamten Stadtwachen. Von Seiten der Ritterschaft fühlte sie sich gefördert und wertgeschätzt - im Gegensatz zum König selbst. Es kam immer wieder zu Konfrontationen, doch nicht nur mit ihr, sondern mit der gesamten Ritterschaft. So kam es auch, als der Junker Tyrion als Großmeister die Ritterschaft führte, dass durch einen Vorfall mit einem Dunkelelfen die Ritterschaft gegen den König rebellierte. Eine schwierige Situation entstand zwischen den Waffengeschwistern, und zwei Lager bildeten sich sofort: jene um Tyrion und Rhi Tolion, die den König stürzen wollten, und jene, die dem König treu und ergeben waren. Es endete in einem blutigen, aber kurzen Gefecht innerhalb der Ritterschaft und der Stadt, zugunsten des Königs. Die Briganten flohen und wurden auch nie wieder gesehen. Fenria war zwar auch einer der Auslöser des Streits, doch suchte sie während des Konflikts das Gespräch mit dem König und entschloss sich rasch, sich auf die Seite des Königs zu stellen. Sie kämpfte gegen ihren eigenen Waffenmeister Rhi Tolion in den Gefechten und wurde von ihm fast totgeprügelt. Schmerzen, die sie auch heute noch spürte, wenn dieses dunkle Kapitel der Ritterschaft den frischen Rekruten als Mahnung erzählt wurde. Auch wenn sie wusste, dass die Geschichte einige Wahrheiten verbarg und die Sieger die Geschichte formten, verlor sie an diesen Tagen nicht nur einige Kameraden wie Rhi, sondern auch Tyrion, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt verlobt war, und das Kind, das noch in ihr wuchs. Rückblickend bereute sie nie ihre Entscheidung gegen die Liebe und für die Pflicht, doch war es prägend für ihr weiteres Leben.
 
Nach der Rebellion gegen die Krone durch die Briganten übernahm Fenria das erste Mal die Ritterschaft als Großmeisterin, zwar auch nur im Stande einer Unteroffizierin, doch der König kannte die Wahrheit hinter ihrem Kampf und Leiden sowie das Geheimnis ihrer Verluste, was sie nie jemandem sonst erzählte. Es sollte noch viele Jahre vergehen, ehe sie das erste Mal mit jemand anderem als dem König darüber sprach. Doch innerlich war vieles in ihr gebrochen und zerrüttet, ebenso wie ihr Band zum König eine schwere Probe erlebte. Es sollte sich auch zeigen, dass der König ihr den ersten, eigentlichen Verrat niemals verzeihen würde und vielleicht zu diesem Zeitpunkt beschloss, dass sie niemals die höchsten Würden tragen dürfe. Zumindest vermutete Fenria das später; eine Klarheit darüber fand sie nie, noch ein wirklich ehrliches Gespräch mit dem König darüber. Doch sie fühlte sich sehr lange schuldig für das, was geschah und den Fehler, den sie begangen hatte. So suchte sie auch Trost und Zuflucht im Glauben und im Gebet an den Herrn.
 
Nach einem weiteren Nahtoderlebnis, in kürzester Zeit,  im Dienst für die Krone fand sich Fenria in einem Kloster wieder. Umgeben von freiwilligen Helfern, Priestern und anderen gesegneten Menschen wurde sie behandelt und gepflegt. Es war Drachenfeuer, das die kleine Frau zu Boden brachte und ihre Haut so stark verbrannte, dass es viele Stunden für die Kleriker dauerte, die Plattenrüstung zu entfernen und die großflächigen Wunden zu behandeln und mit Gebeten zu heilen. Als sie einige Tage später wieder zur Besinnung kam, erkannte sie das Kloster; es war jenes der Hüter außerhalb von Ansilon, das sie öfter sah, aber niemals selbst besuchte. Dort traf sie auch bekannte Gesichter aus Silberburg, wie Malina, die sich dort freiwillig, neben dem Dienst im Orden der Paladine, den Nöten des einfachen Volkes widmete. Sie waren Wohltäter und Prediger mit einer neutralen Gesinnung des Glaubens an den Herrn, angeführt von Izual von Aramis.
 
Nach einigen Wochen der Genesung kehrte Fenria zur Ritterschaft zurück und verkündete dem König persönlich ihren Rücktritt vom Amt der Großmeisterin und die Bitte um seine Gunst für die Ausbildung zu einer Novizin des Glaubens. Da sie die Ritterschaft dennoch liebte und dem König und Volk weiterhin dienen wollte, bot sie sich ihm als Beraterin an.
Ein Schicksalswink möglicherweise wieder in ihrem Leben tauchte zu diesem Zeitpunkt auch der erste Ritter der Krone wieder auf und übernahm die Ritterschaft als Großmeister. So konnte Fenria sich einer ganz neuen Lehre widmen und hoffte, den Glauben und den Dienst an die Krone zu vereinen.
 
Ein Wunsch, der nicht lange währte. Zwar hatte sie sich als gute Beraterin gezeigt und viele Aufgaben für den König erledigt, doch eines Tages zog es sie fern von der Ritterschaft und Silberburg. Jedoch nicht aus fehlender Zuneigung oder einem Bruch ihres Willens; es war eher die Reiselust, die sie packte, nachdem Izual ihr das Herzt brach und sie verschwand einige Monate lang auf langen Reisen.
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Fenria/Svenja/Shar'luni'rea
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Re: [Order/Char-Geschichte] Schildarm & Schild der Tapferkeit

Beitrag von Fenria/Svenja/Shar'luni'rea »

Kapitel 3: Ein Neuanfang in der Ritterschaft
 
Nach ihrer Rückkehr von der langen Reise stand Fenria vor der Herausforderung, das Erlebte und die Schicksalsschläge ihres Lebens neu zu sortieren. Sie entschloss sich, die Lehre zur Novizin mit dem Wegfall von Izual von Aramis und dem Hüterkloster zu beenden. Als Beraterin hatte sie keinen militärischen Rang mehr inne, und so begann sie ihr Leben in der Ritterschaft gefühlt von vorne. Es war so einst, wie auch heute noch, wenn man seinen Dienst im Orden der Ritterschaft beendet, entfallen alle Ansprüche auf Ränge oder Titel, und eine Rückkehr setzt voraus, die Laufbahn wieder von Anfang an zu durchleben.
 
Ausgebildet vom ersten Ritter des Königs, Sir Peredur de Montagor, tauchte Fenria ein in die Lehren und Traditionen der Laufbahn der Ritter. Mit Entschlossenheit und Fleiß arbeitete sie daran, sich in der Hierarchie nach oben zu kämpfen. Es war ein steiniger Weg, der sie durch harte Prüfungen und anspruchsvolle Aufgaben führte.
 
Doch Fenria bewies sich erneut als fähige und mutige Kämpferin. Unter der Anleitung von Sir Peredur erlangte sie rasch die Fertigkeiten und das Wissen, das sie benötigte, um als vollwertiges Mitglied der Ritter zu dienen. Ihre Entschlossenheit (einige nennen es Sturheit) und ihre unermüdliche Arbeitseinstellung machten sie zu einer respektierten Persönlichkeit innerhalb des Ordens.
 
Schließlich erreichte sie den Rang eines Junkers in der Ritterschaft. Diese Beförderung war nicht nur eine Anerkennung ihrer Fähigkeiten, sondern auch eine Bestätigung ihres unermüdlichen Einsatzes für den Orden und das Königreich.
 
Als Junker spielte Fenria eine wichtige Rolle bei der Ausbildung neuer Rekruten und bei der Unterstützung der weiteren Großmeister, die nach Sir Peredur folgten. Ihre Erfahrungen und ihr Wissen wurden von den jüngeren Mitgliedern der Ritterschaft hoch geschätzt, und sie setzte sich mit Leidenschaft für die Werte und Ideale des Ordens ein. So lernte sie durch ihre eigene Ausbildung viel über sich und lernte wunderbare Menschen kennen, die sie nachhaltig noch lange prägen sollten, wie Mirja, die gefühlt vom ersten Tag an Fenria eine Tochter wurde. Mit Ohrfeigen und harten Worten war sie gefürchtet unter den unteren Rängen, doch war es immer auch eine liebevolle und verständnisvolle Art, die sie dabei führte. Die Disziplin musste immer hochgehalten werden, doch unter vier Augen und in persönlichen Gesprächen war Fenria immer dieselbe geblieben.
 
Mit jedem Monat und Jahr wuchs Fenria nicht nur als Kämpferin, sondern auch als Führungspersönlichkeit. Sie lernte, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, die das Wohl des Königreichs und seiner Bewohner im Auge behielten. Ihr Weg in der Ritterschaft war geprägt von Entschlossenheit, Mut und Opferbereitschaft. Fenria war bereit, alles zu geben, um für die Krone und die Menschen zu kämpfen, die sie liebte und beschützen wollte. Dies war auch dem König aufgefallen, und als jener sich immer länger auf Reisen begab, kam es das erste Mal vor, dass Fenria in seiner Abwesenheit offiziell als Truchsess der Krone eingesetzt wurde. Der König wurde älter, und seine Aufgaben und Pflichten als Erzmagus und Freund der Weisheit banden ihn immer mehr auch außerhalb des Königreichs. So war abzusehen, dass Fenria diese Aufgaben immer öfter übernahm, um das Königreich stabil und aufrecht zu halten, seine Vision fortzuführen und die langfristigen Ziele der Krone zu verwirklichen. Zwar war die Zeit immer geprägt von Kriegen und Konflikten, doch es war eine durchaus fruchtbare Zeit für das Königreich seit seiner Gründung. Die Stadt wuchs immer weiter, wie auch die Stabilität in den angrenzenden Gebieten. So vergingen seit dem Tag an dem sie die Ritterschaft kennenlernte und Rekrutin wurde und diesem Zeitpunkt bereits dreißig Jahre. Lange Jahre, die sie forderten und erschöpften - gewürdigt mit einem Orden den sie heute auch noch mit stolz trägt. Neben Sir Peredur war sie das älteste Mitglied des Ordens geworden und hatte bereits mehrere Generationen an Großmeistern, Schwertbrüdern und Wachen ausgebildet doch selbst nie die Würden einer Ritterin erhalten.
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Knut Grosmet
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Ein Schild voller Tapferkeit, Ehre und Glauben

Beitrag von Knut Grosmet »

Am Rande der staubigen Wüste vor den Toren Solgards, wo die fest im Boden verankerten massiven Ambosse unter der heißen Sonne die Luft über ihnen sichbar werden lassen, arbeitet Knut, der aus allen Löchern schwitzende Schmied Solgards.

Dieser Hüne von einem Mann, dessen kräftige Gestalt von Narben überzogen und stets von einer dicken Schicht Staub und Ruß bedeckt ist, widmet sich einer besonderen Aufgabe: der Umarbeitung des Drachenschilds der Truchsess der Menschenkrone. Als Teil der Versorgungsmannschaft der Ritterschaft und einberufener Strafrekrut ist er selbst kein Ritter, zeigt seine einfache, verschmutzte Kleidung doch stets seine Rolle als unermüdlicher Arbeiter an.

Das Schild aus Siegeserz in seinen klobigen Händen, in königlichem Blau der Ritterschaft legiert, erzählt Geschichten von Ehre und Tapferkeit, von Glauben und Schutz. Im ersten Quadranten des Schildes prangt das Wappensymbol Fenrias – eine gekrönte Eule, die auf einem düsteren Tannenast sitzt, ein Symbol für Ausdauer und Unvergänglichkeit, passend zu Fenrias langer und tapferer Laufbahn. Die Verzierungen wurden von Knut allesamt zugunsten ihrer Größe und Deutlichkeit schlicht und einfach gehalten, damit die Symbole auch in der Hektik einer Schlacht klar erkennbar sein werden.

Gegenüber im zweiten Quadranten zeigt sich die Menschenkrone, ein Zeichen für Führungsstärke und ihrer ständigen Aufopferung für den Schutz des Volkes einzustehen. Die beiden anderen Quadranten zieren religiöse Symbole: das Arkh, umgeben von Blattwerk, das den göttlichen Entwurf symbolisiert, und gefaltete Hände, ein Zeichen der Demut und des Gebets. Diese Symbole hat Knut mit seiner einfachen, geradlinigen Art gestaltet, wobei jedes Detail seine handwerkliche Geschicklichkeit widerspiegelt.

Screenshot_1 Knut schleift Schild.jpg

Der Prozess der Umarbeitung begann bereits vor mehreren Tagen, mit einer sorgfältigen Vorbereitung des Schildes. Knut raute die Oberfläche mit einer groben Feile an, damit die neuen Verzierungen und Halterungen besser haften. Dann schmiedete er robuste, kunstvoll gestaltete Halterungen aus dem gleichen Siegeserz, die später den mechanischen Arm Fenrias unterstützen sollten. Diese Halterungen waren so entworfen, dass sie leicht zu lösen sind, um den Schild bei Bedarf vom Arm trennen zu können.

Screenshot_1 Knut bearbeitet Eulenelement.jpg

Mit seinem einzigen, von einer ledernen Klappe geschützten Auge, maß Knut jeden Winkel des Schildes genau aus. Er schmiedete kleine, kunstvolle Scharniere und stabile Bolzen, die es ermöglichten, den Schild später leicht an den mechanischen Arm anzubringen. Die Halterungen selbst waren kleine Kunstwerke, verziert mit feinen Linien und Mustern, die wohl nur ihm bekannt waren und möglicherweise eine versteckte Signatur darstellten. Im Gegensatz zu den Elementen auf der Vorderseite des Schilds waren diese Verzierungen auf der Rückseite recht fein und dezent gehalten. Sie erinnerten an die Pflanzen in dem rauen Klima seines geliebten Winterberg, ein Detail, das vielleicht nur Fenria bei genauerer Betrachtung oder tieferem Nachdenken später erkennen würde.

Zwischen den Schmiedevorgängen trank Knut wie gewohnt ordentlich Starkbier aus einem großen, verbeulten Krug, um sich die Hitze, den Ruß und den Staub aus dem Mund zu spülen. Seine Zähne, schwarz und verfault vom vielen Bier und fehlender Hygiene, blitzten manchmal auf, wenn er lachte oder fluchte, während er an dem Schild arbeitete.

Als der Schild schließlich fertiggestellt war, stand er nicht nur als Waffe oder Schutz dar, sondern als Meisterwerk der Schmiedekunst, das die Geschichte und das Vermächtnis von Fenria für kommende Generationen bewahrt. Es war eine perfekte Balance zwischen der Ehre der Ritterschaft und der funktionalen Eleganz für einen mechanischen Arm, ein Symbol des Schutzes und der Hingabe an das Volk, geschaffen durch die erfahrenen und robusten Hände eines einfachen und hingebungsvollen, manchen manchmal etwas zu betrunkenen, Schmieds.

Screenshot_1 Fertigen Schild polieren.jpg
"Melkt der Knut mal einen Stier, trank der Bergmann zu viel Bier." (Unbekanntes Zitat aus Winterberg)

Eine ausführlichere Charakterbeschreibung ist hier zu finden.
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Fenria/Svenja/Shar'luni'rea
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Re: [Order/Char-Geschichte] Schildarm & Schild der Tapferkeit

Beitrag von Fenria/Svenja/Shar'luni'rea »

Es dauerte einige Zeit ehe Fenria in den Abendstunden sich im Rathaus dem Buch wieder widmen konnte, viel war geschehen doch selten fand sie die Zeit und Ruhe an der Chronik weiterzuarbeiten. Es war auch nicht leichter geworden seitdem sie den neuen Arm bekam sich daran zu gewöhnen fast alles nur noch mit einer Hand zu machen, doch sie übte eisern und dieser Stunden erstmal das schreiben.
Kapitel 4: Die Suche nach dem verschwundenen König

Die Suche nach dem verschwundenen König Alirion Damotil dem Ersten wurde von einem tapferen Junker namens Thamion de Montagur angeführt. Zu Beginn war das Verschwinden des Königs nicht ungewöhnlich, denn als Erzmagier der astralen Künste war es nicht das erste Mal, dass er für einige Wochen auf anderen Ebenen verschwand. Doch mit der Zeit begann die Besorgnis zu wachsen, als keine Nachrichten von ihm eintrafen und seine Abwesenheit sich unnatürlich lang hinzog. Selbst für den Forscher und Entdecker, wofür König Damotil ebenfalls bekannt war, war es eher untypisch über so einen lagen Zeitraum keine Kontakt zum Königreich zu halten. Er führte zu dem Zeitpunkt ja nicht nur das Königreich als König an, sondern auch verschiedene Gruppen wie die Freude der Weisheit oder die Leitung der Magieakademie im neutralen Gebiet. Zwar war er zu diesen Zeiten schon stark gealtert und einige hatten durchaus schon Zweifel geäußert ob er noch in der Lage wäre an so vielen Fronten zu dienen, doch stand sowas für Fenria immer außer Frage. Sie hatten nur ihn als König und eine Erbfolge war niemals besprochen oder geklärt, so versuchte sie sich die Hoffnung zu wahren das er lediglich auf seinen Reisen aufgehalten wurde und baldig zurückkehren würde.

Junker Thamion leitete eine intensive Suche nach dem vermissten König ein. Unterstützt von loyalen Rittern und Spähern durchstreifte er das Land, durchkämmte verborgene Höhlen, erkundete entlegene Winkel und befragte Einheimische und Quellen aller Art. Doch trotz aller Bemühungen und monatelanger Anstrengungen blieb der Verbleib von Alirion ein Rätsel.

Am Ende seiner Suche kehrte Junker Thamion mit einem schweren Herzen zurück, nur die Krone des Königs im Gepäck. Die Ungewissheit über das Schicksal des geliebten Königs lastete schwer auf dem Königreich. Fenria und die anderen Mitglieder der Ritterschaft waren zutiefst betroffen von dieser Tragödie und spürten den Verlust ihres Anführers tief in ihren Herzen.

Die Suche nach Alirion war nicht nur eine Mission, um den König wiederzufinden, sondern auch ein Versuch, Hoffnung und Stabilität inmitten der Unsicherheit zu bewahren. Doch trotz aller Anstrengungen und Opfer blieb die Frage nach dem Schicksal des Königs unbeantwortet, und das Königreich musste lernen, ohne seinen geliebten Herrscher weiterzuleben. Schon zu Lebzeiten des Königs hatte Fenria bei längeren Abwesenheiten desselben das Amt des Truchsess innegehabt und in seinem Namen die erforderlichen Entscheidungen getroffen. So war es erneut, als Volk und Ereignisse nach Entscheidungen verlangten, und sie erfolgten, sobald es nötig wurde.

Nachdem eine Weile weiterhin nichts bekannt wurde um den Verbleib des Königs wurde er offiziell für Tod erklärt um die Stabilität des Königreichs langfristig auch gewähren zu können. Eine durchaus sehr umstrittene Herangehensweise durch Fenria doch sah sie zu diesem Zeitpunkt keine andere Wahl als die Sicherstellung des Königreichs, der Stabilität und Ordnung zu gewährleisten. Der Orden der Ritterschaft, der Paladine und die Verbündete und Freunde unterstützten sie dabei das Königreich bis zuletzt aufrecht zu erhalten - gegen jegliche Anstrengungen der Feinde vom Kontinent und anderen Welten hielten sie sich und das war Fenria, auch nachträglich, immer Beweis genug das ihre Taten und Entscheidungen die richtigen waren. Sollte es so kommen das sie sich doch eines Tages dafür vor Alirion rechtfertigen müsste, würde sie dem Gespräch mit reinem gewissen entgegen treten, schließlich hörte sie auch heute nicht auf regelmäßig für sein Seelenheil und Gesundheit zu beten, ob am Leben oder nicht, für Fenria war der König ein Leitbild, ein Lehrmeister und zuletzt auch ein Mensch den sie sehr mochte, trotz aller Widrigkeiten miteinander. 
 
Kapitel 5: Der Ritterschlag

Der Ritterschlag wurde vom ersten Ritter des Königs, Sir Peredur de Montagur, durchgeführt, der auch als Schwertvater von Fenria galt und bis zum Zeitpunkt des Ritterschlags der Dienstälteste im Ritterorden war. Mit dieser feierlichen Zeremonie wurde Fenria endgültig die Führung und Obhut über die Ritterschaft übertragen. Obwohl Fenria schon viele Jahre lang die Großmeister des Ordens ausgebildet hatte, war es stets Peredur gewesen, der als das Dienstälteste und höchste Mitglied der Ritterschaft angesehen wurde. Die Zeremonie fand am See hinter der Ritterburg von Silberburg statt und neben einigen geladenen Gästen und Freunden war auch Fenrias zukünftige erste Tochter anwesend, mit einem ganz speziellen Geschenk, zudem im nächsten Kapitel mehr eingegangen wird. Neben dem Ritterschlag hatte Fenria eigentlich nur ein großes Ziel in ihrem Leben - eine Familie. Nicht so eine die der Orden ihr eh geboten hatte, genau wie der Dienst für das Volk, da sie oft als Mutter von allen bezeichnet wurde. Sie wünschte sich seit ihrer jungen Zeit schon eine richtige kleine Familie, doch fand sie das Glück nie in der Liebe und einen Ehemann der ihr an der Seite verweilen mag.

Während der Regentschaft des Königs wurde Fenria der Ritterschlag verweigert. Die Gründe hierfür sind nicht Gegenstand dieser Erzählung, da sie den Zauber der Geschichte mindern könnten. Es ist jedoch bekannt, dass zwischen Fenria und dem König nicht immer Einigkeit herrschte, und in den Augen des Königs hatte Fenria einige schwerwiegende Fehler in ihrer Karriere begangen, die er ihr wohl niemals verziehen hatte. Somit oblag es Sir Peredur, nach vielen Jahren, Fenria zur Ritterin zu schlagen und sie auf ihren weiteren Lebensweg zu schicken. Etwa 40 Jahre nach ihrem Eintritt in den Orden erreichte Fenria dieses lang ersehnte Ziel. In all den Jahren hatte sie in verschiedenen Positionen gedient und zeitweise nicht nur den Orden geleitet, sondern vor allem die Ausbildung aller anderen Ränge überwacht. Mit ihrem Ritterschlag wurde sie zur zweiten Ritterin des königlichen Ordens unter der Herrschaft von Damotil dem Ersten. Fortan war sie als "Edle" bekannt und durch die Adoption ihrer ersten Ziehtochter den Familiennamen Vildaban.

Natürlich hatte sich damit vieles für Fenria verändert, doch sie versuchte immer einfach "Fenria" zu bleiben, nicht nur den Untergebenen gegenüber sondern auch Freunden und Verbündeten. Sie war ein Mensch geblieben in ihrer Art und sah ihre Titel und Pflichten nie als Privileg an sondern als Bürden und Aufgaben denen sie sich bereitwillig für das Volk jeden Tag widmete, selbst wenn ihr diese Ehrung nie zuteil geworden wäre. 
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