Iarwain
Verfasst: 24 Jan 2026, 06:29
Lang war die Nacht, schmerzhaft das Wissen: Sie hatten verloren.
Schlimmer noch: Er hatte verloren. Und es gab nichts daran zu beschönigen.
Langsam griff er zur Feder, die Bewegung immernoch ungewohnt schwerfällig. Mitten in der Nacht schrieb der Elf seine Gedanken nieder.
Er fühlte sich nicht besser. Das Schriftstück blieb im Zelt der Bewahrer zurück, zusammengeknüllt und leicht durchnässt. Merkwürdig, hatte es doch aufgehört, ununterbrochen zu regnen.
Schlimmer noch: Er hatte verloren. Und es gab nichts daran zu beschönigen.
Langsam griff er zur Feder, die Bewegung immernoch ungewohnt schwerfällig. Mitten in der Nacht schrieb der Elf seine Gedanken nieder.
Die Ereignisse auf der Insel bestätigen meine anfängliche Einschätzung. Der Ort war kompromittiert, lange bevor wir ihn betraten. Der Nebel, die Struktur des Tempels und das Verhalten des roten Ophidianers deuteten auf eine gezielte Lenkung hin. Dennoch erkannte ich das vollständige Ausmaß der Manipulation zu spät.
Der Ophidianer war nicht das Ziel, sondern ein Mittel. Wir waren am Ende nur Figuren auf dem Schachbrett.
Es ist mein Fehler. Und noch schlimmer: Ich war so nah an meiner alten Macht, doch habe ich es verpasst. Die Saat... sie hätte mir gehören sollen. Ich habe den Moment verpasst. A'groniam war schneller als ich, der Bastard aus Surom handelte gezielter, als ich es ahnte.
Doch seine Zielstrebigkeit brachte ihm den Tod. Denn Sterblichen ist es nicht bestimmt, über solche Macht zu verfügen. Und sterblich, das war er am Ende. Genau wie Serafim - um den ich in gewisser Art trauere, denn er schien ein fähiger König zu sein. Ich mochte ihn.
Aber so ist mein Schicksal: Sie alle sterben, nur ich bleibe bestehen.
Der Tod ist entfesselt. Er wird gierig sein, hungernd. Ich bin ihm zu oft entkommen, um ihn zu unterschätzen, bin zu alt, um keine Furcht zu verspüren. Tatsächlich - ohne die Edhil hätte ich alles versucht, um die Saat zu erhalten. Es wäre wohl auch mein Ende gewesen, denn in den Zweikampf von göttlichen Avataren mischt man sich besser nicht ein. Selbst ich nicht.
Doch der Tod, er folgt mir. Wann wird er jene erreichen, die ich schätze? Wann werde ich erneut den Verlust ertragen müssen?
Es sind viele Fragen, die sich stellen. Ich muss jedoch Klarheit im Geiste bewahren. Ich sprach mit dem Tarcil - es werden sich Möglichkeiten ergeben. Die Diplomatie ist auch nichts anderes als der Klingentanz. Ich beherrsche beides vorzüglich.
Arda Eneth hat seine Stimme, die verloren war. Das Ewige Reich ist aus der Stille erwacht.
Ba'thal
Orchaldor en caledhil
Iarwain
Er fühlte sich nicht besser. Das Schriftstück blieb im Zelt der Bewahrer zurück, zusammengeknüllt und leicht durchnässt. Merkwürdig, hatte es doch aufgehört, ununterbrochen zu regnen.