Drinnen hatte sich eine bunte Runde zusammengefunden. Cataleya Roh’en saß bereits mit geröteten Wangen am Tisch, den Krug fest umklammert, während Rosalie neben ihr versuchte, halb belustigt, halb besorgt den Überblick zu behalten. Balduin Feuerbach lachte dröhnend über einen Witz, den er selbst kaum noch verstand, und Elarisse Lysavelle Velkaria beobachtete das Treiben mit einem amüsierten, aber distanzierten Blick. Ein Jeder hatte sich längst dem Rausch hingegeben und stimmte immer wieder lallende Worte an.
Hinter dem Tresen stand Noreia von Cutar, die Wirtin – eine Frau mit scharfem Blick und noch schärferer Zunge. Sie hatte schon viele solcher Abende erlebt, doch dieser entwickelte sich schneller als üblich zu einem regelrechten Chaos.
„Noch ein Bier!“ rief Cataleya lautstark und schlug den Krug auf den Tisch, sodass ein Teil des Inhalts überschwappte. Ihre Worte wurden zunehmend undeutlich, bis sie schließlich – von einem plötzlichen Anflug von Übermut ergriffen – lautstark begann, sich über alles und jeden zu echauffieren.
„Und überhaupt… dieses Weib… und alles hier…!“ rief sie in Richtung der Wirtin, ohne wirklich zu wissen, was sie sagte. Ihre Gefärten wollten Cataleya das Bier schon aus der Hand nehmen, als die dunkle Templerin ihr Schwert aus der Scheide zog um ihren Krug zu verteidigen.

Im Raum wurde es für einen Moment still. Noreia hob nur eine Augenbraue, musterte Cataleya kurz und schnaubte leise. „Trink aus oder geh schlafen, Mädchen,“ sagte sie trocken, bevor sie sich wieder anderen Gästen zuwandte.
Cataleya tat dieses auch und so fand der Krug gefüllt mit dem kalten Bier seinen Weg zum Mund der Wächterin. Zu ihrem Leidwesen aber der Belustigung ihrer anwesenden Gefärten, ging die Hälfte des Bieres jedoch nicht dahin, wo es eigentlich sein sollte. Es floß zwischen ihre Brüste und komplett ihr Dekolleté entlang. Balduin konnte kaum den Blick abwenden und auch Rosalie und Elarisse betrachteten sich das Schauspiel.

Das Fest nahm dennoch weiter seinen Lauf. Gelächter kehrte zurück, Becher wurden erneut gefüllt, und bald war die kleine Szene vergessen – zumindest für alle Vier.


So wurde weiter gefeiert und getrunken und die Stimmung wurde Heiter. Ein jeder bekam was Er verdiente und auch der Schalk, saß den Vieren im Nacken.
Balduin verteidigte sein Gesöff sogar mit magischen Mitteln, so das Cataleya in ihrem schon leichten Suff es Ihm entnehmen wollte.

Die drei Frauen hielten den alten Magus, welcher schon lallte, fern vom letzten Getränk.

Sie lachten und der alte Kautz griff immer wieder danach. Doch konnte Er es nicht mehr erreichen.

Doch auch Elraisse, welche zum Teil noch mit die Nüchternste war, wurde mit jenem Getränk übergossen und so ging es einher, das es nicht lange dauerte und es über ihren Kopf verschüttet wurde.
Stunden später, als die Kerzen heruntergebrannt und die letzten Gäste gegangen waren, schloss Noreia schließlich die Taverne. Die Nachtluft draußen war kühl und feucht, und der Nebel hatte sich noch weiter verdichtet.
So bestand die Wirtin auf ihre Zeche und ein Jeder wollte bezahlen, als Cataleya in ihre Taschen griff und mit einem markerschütternder Stimme aufschrie: "Ich wurde bestohlen."
Ihre Münzen waren aus und ein Wortgefecht zwischen Cataleya und der Wirtin der Taverne bekann für einen kurzen Moment.
Jedoch warf Rosalie ein paar Groschen welches die Zeche der Wirtin tilgen sollte auf den Tisch und trat dann ebenso lallend neben Elarisse.
Sie lehnte sich an Sie an und murmelte ebenso in einem Suff gesprochenen Kauderwelsch ins Ohr der jungen Magierin.
"RISCHHH ISCHHH GUT" ... stammelte Sie nur noch angekuschelt.
Elarisse lachte auf und so legte auch Sie noch ein paar Groschen auf den Tisch und erhob sich dann etwas schwankend vom Stuhl.
Balduin welcher immer noch nach seinen Stab suchte, schrie ebenso mit seiner alten rauchigen und dunklen Stimme auf.
"Mein Stab ist gestohlen, mein Stab"
Die drei Frauen schauten herum und lachten auf, denn so hatte der alte Magus jenen vorher noch verschwinden lassen.
Alkohol kann ein übler Freund sein, wenn man auf seinen Stab angewiesen ist, woran man sich stützt.
Er wollte Noreia ebenso bezahlen, doch der alte Tattergreis musste vorher noch zur Bank in Nebelhafen um sich ein paar seiner Groschen auszahlen zu lassen,
welche sicher verwahrt in einer Truhe lagen.
Wieder gekehrt mit Groschen-bepackten Taschen, zitterte der alte, betrunkene Mann gen Einang der Taverne,
während Elarisse und Rosalie die noch betrunkene und lallende Cataleya weiter stützten und gen Nebelhafener Ausgang führten.
Die Münzen, welche von Balduin an Noreia übergeben werden sollten, fiehlen aufgrund seines Alters und der zittrigen Hand immer wieder zu Boden und so verteilten sich hier und dort
auf dem Boden ein paar dieser Groschen.
Sicherlich war es keine Absicht, doch Worte hallten durch die Nacht gesprochen durch die Wirtin Noreia und Balduin.
Es dauerte einen Moment bis alles dann vollrichtet war und Balduin schloss sich der Gemeinschaft wieder an um die betrunkene Cataleya zu stützen.

Die Gruppe trat schwankend durch die Nacht. Cataleya war inzwischen kaum noch in der Lage, alleine zu stehen. Rosalie und Balduin stützten sie links und rechts,
während Elarisse – die sich im Laufe des Abends ebenso Mut angetrunken hatte – versuchte, ihnen den Weg zu weisen und hielt Cataleyas Bein empor, so das Sie nicht über den Boden geschliffen werden musste.

„Ich glaube… ich glaube, mir wird schlecht…“ murmelte Cataleya.
„Das kommt jetzt ein bisschen spät,“ brummte Balduin, während er sie fester hielt.
Gemeinsam schleppten sie sich zum Flussufer, wo das leise Plätschern des Wassers durch die Nacht hallte. Kaum angekommen, geschah das Unvermeidliche.
Einer nach dem anderen beugte sich vor – und es folgte ein wenig glanzvoller, aber umso ehrlicherer Moment der Gemeinsamkeit.

Nachdem das Schlimmste überstanden war, standen sie keuchend da, einige mit tränenden Augen, andere mit schwachem Lachen.
„Was für ein Abend…“ sagte Rosalie schließlich und wischte sich den Mund ab.
Cataleya nickte nur schwach. „Nie wieder…“ murmelte sie.
Balduin grinste schief. „Das sagst du morgen auch noch anders.“
Und während sie langsam, erschöpft und ein wenig beschämt den Rückweg antraten, verschluckte der Nebel von Nebelhafen ihre Schritte – als hätte er all das Geschehene stillschweigend für sich behalten.
Doch dem war nicht so. Vier vom Alkohol der Taverne in Nebelhafen gezeichnete Personen schwankten und wankten durch die Nacht und konnten kaum noch ihrer Wege gehen.
Das Letzte was alle noch leicht in Erinnerung hatten am Morgen danach war, wie die Nacht geendet hatte und wo Sie aufwachten.
Schlafend in der Gasse an der Taverne, an einadner und übereinander gelegen.

Als der Morgen dämmerte und die Vier erwacht waren, hielt es Sie nicht mehr lange in Nebelhafen und so entschwanden Sie mit Runen und auf magischen Wege in ihre Heimat Surom.
Dort wollten Sie jeder ihrer Arbeit nachgehen...
Doch das ist eine andere Geschichte.

