Erste Verorgung von Torres
Einer von Gwens Baumhirten hat den ausgezehrten, wunden Torres ins Lager gebracht. Er war am Leben. Aber gerade eben so. Nun lag es an ihr, dass das auch so bleibt. Mondläufe lang hat er in einem winzigen Käfig zugebracht, konnte maximal aufrecht stehen, musste zusammengekauert schlafen, wenn das überhaupt möglich war. Kaum bei Bewusstsein haben sie ihn aus diesem Käfig befreit.
Als Bürgermeister Torres im Heilerhaus lag, zog sie ihn vorsichtig aus. Das, was er trug, konnte man nicht mehr Kleidung nennen. Es hingen im besten Fall Fetzen an ihm. Der Körper war ausgezehrt, mit Wunden übersät und in Dreck eingehüllt. Sie holte mit dem Kessel Meerwasser, erwärmte es am Feuer ein wenig und goss es in einen Bottich, den sie als Zuber zu benutzen gedachte. Während sich das Wasser erwärmte, bereitete sie die Eichenrinde akribisch vor. Es war nicht so schwer. Sie musste sie einfach noch gut zerkleinern. Ein zweiter Kessel fand seinen Weg zum Feuer. Sie brauchte nicht viel. etwa fünf bis zehn Liter Wasser, 5-10 Esslöffel Eichenrinde. Das konnte köcheln, während sie Torres mit Grimbald in den Zuber neben dem Bett legte und vorsichtig wusch. Der Dreck musste herunter, damit sie endgültig das volle Ausmaß beurteilen konnte. Und der Dreck war eingeweicht. So einfach war es also nicht, den vom Körper zu waschen. Sie ließ ihn einige Augenblicke im warmen Salzwasser ruhen. In der Zwischenzeit nahm sie den Kessel mit dem Eichenrindensud vom Feuer und ließ ihn abkühlen.
Langsam färbte sich das recht klare Meerwasser dunkel. Vorsichtig begann sie, den ersten Dreck von Torres herunter zu schruppen. Sadagar bat sie immer wieder, ein wenig heißes Wasser in den Bottich zu schütten, dass Torres nicht frieren musste. Sie braucht gut ein halbes Stundenglas, um den gröbsten Dreck entfernen zu können. Danach war auch erstmal wieder genug. Sie legte Torres auf ein warmes, vorbereitetes Handtuch am Bett, trockneten ihn ab und kleideten ihn in frische Wollene warme Kleidung. Frieren würde der Arme in nächster Zeit genug. Reserven waren keine mehr an diesem Körper. Er hat wohl gerade so viel zum Essen erhalten, dass er überlebt hatte. Zusätzlich zeigten die aberzähligen Schnitt-, Quetsch- und Risswunden, dass sie ihn wohl misshandelt haben müssen.
Als der Eichenrindensud kühl genug war, tauchte sie zwei Leintücher in diesen. Sie entkleidete Torres noch einmal und wickelte ihn in diese Leinentücher förmlich ein. Darüber packte sie große Handtücher und noch eine Decke. So ließ sie ihn etwa ein ¼ Stundenglas liegen. Sie hoffte, die Eichenrinde würde die teils stark entzundenen, nässenden und schmerzhaften Wunden beruhigen. Allein der ausgemergelte Körper war beeindruckend, dass er überhaupt überlebt hat, doch die Wunden und Misshandlungen dazu waren grauenhaft.
Die Eichenrinde war entzündungshemmend und schmerzlindernd. Zusätzlich legte sie ihm gegen die Schmerzen eine Pastille aus Zucker und Ginseng in die Backentasche. Sowohl der Zucker, als auch der Ginseng konnten so über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Während Torres in den Tüchern lag, bereitete sie einen möglichst flüssigen Grießbrei zu. ⅛ Liter Milch, 1 gestrichener Esslöffel Gries, 1 gehäufter Esslöffel Zucker. Wenn der Brei noch nicht dünn genug war, damit Torres ihn essen konnte, streckte sie ihn noch weiter mit Milch. Er musst gut die Kehle runter rutschen. Pappen durfte er auf keinen Fall. Anfangs würden sie ihn auch stündlich füttern müssen. Der Magen musste sich in kleinen Portionen wieder an feste Nahrung gewöhnen. Wenn er über Übelkeit klagte oder sich erbrach, musste eine Pause eingelegt werden. Jeder wache Moment wurde genutzt, um Torres vier bis fünf Teelöffel Brei zu geben. Über die nächsten Tage mussten sie auf eine Menge von 1 ¼ Liter Grießbrei kommen, damit er wieder zunehmen konnte. Bis zur Abfahrt waren sie damit beschäftigt, ihn jede Stunde in etwa 5 Esslöffel einzuflößen. Er brauchte zumindest etwas Kraft für die drei kommenden Tage am Schiff. Es blieb nur die Hoffnung, dass er nicht auch noch Seekrank war. Damit würde sie sich aber beschäftigen, wenn es so weit war. Jetzt hieß es erst einmal, die erste Nacht zu überstehen...
...und dann Schritt für Schritt weiter
Der Bürgermeister ist zurück und dennoch blieb nichts wie es war
- Gwendolyn
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Der Bürgermeister ist zurück und dennoch blieb nichts wie es war
Deine Wurzel findest du in dir,
indem du dich auf die innere Reise begibst
und in Dein Seelenreich eintauchst. (Lufh-Foal)
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Das Schiff nach Hause
Den Tag über war sie damit beschäftigt, sich zu sortieren, ihre Sachen zu sortieren und Torres reisefertig zu bekommen.
Torres hatte sie noch einmal gewaschen und in Eichenrindentücher gepackt. Ob die Eichenrinde etwas bringt wird man frühestens sehen, wenn sie in Nebelhafen ankommen sind.
Nach der Prozedur des Waschens lag ein ganzer Stapel warme Kleidung für Torres bereit. Frieren würde er in nächster Zeit noch zur Genüge. Sie packte ihn in ein warmes Hemd, eine warme Hose, darüber noch eine Weste, eine dicke Robe, den Umhang der Greifen, denn immerhin gehörte er immer noch zu ihnen. Für den Kopf folgte noch ein gefütterter Überwurf und ein Schulterfell und für die Füße gefütterte Stiefel. So würde er hoffentlich zumindest die Schiffsfahrt gut überstehen und gut im Heilerhaus in Nebelhafen ankommen. Dort war es nämlich nach wie vor bitterkalt und der angenehme Frühling würde sicher noch eine Weile auf sich warten lassen. Langsam hatte Torres wohl genug Kraft, um immer wieder kurze Phasen wach zu bleiben. Beim Transport aufs Schiff bestand er sogar, zu gehen. Die Trage, die bereit gestellt wurde blieb einfach vorerst liegen. Für Nebelhafen holte sie diese dann dennoch, denn der Weg in Nebelhafen zum Heilerhaus war etwas länger und etwas steiler als hier.Gwen stützte Torres, beinahe konnte sie ihn alleine tragen, so leicht war er.
Die Essensportionen konnten auch schon ein wenig angepasst werden. Man konnte ihn zumindest stündlich gut wecken und er schaffte es meistens zwischen fünf und zehn Esslöffel zu essen. Weitere Steigerungen wollte Gwen erst machen, wenn sie in Nebelhafen ankamen, denn die Schiffsfahrt war sicher auch noch eine eigene Herausforderung.
Nachdem auf dem Schiff jeder Topf gebraucht wurde, hat sie Eichenrindensud vorbereitet. So weit, dass sie drei Tage durchkommen würde. Sie hoffte zwar, dass die Heimreise ob des fehlenden Nebels und normaler Wetterbedingungen rascher ging, doch wer wusste das schon?
Auf dem Schiff kam sie auch das erste Mal seit einiger Zeit wieder zum Nachdenken. Schwarzfels war auf der Insel geblieben. Bürgermeister Torres sollte zu Hause nicht mehr Bürgermeister sondern Botschafter für die Greifen sein.
Wollt ihr eure Anführer wählen lassen von jedem?
Oder wollt ihr jenen, die sich hervortun, die Gelegenheit geben, Verantwortung zu übernehmen? Ungeachtet des Gewinns bei einem Beliebtheitswettbewerb.
Waren Anregungen vom Kommandanten. Er selbst würde mit einigen Greifen hier auf der Insel bleiben und eine neue Basis auf der Insel aufbauen. Das Schiff würde mit genügen Mannen bemannt sein, sie sicher nach Nebelhafen zurück zu bringen und dort Greifen aufzunehmen, um sie zur Insel zu bringen. Ob vorerst eine Skelettmantschaft in Nebelhafen bleiben würde um vorerst die Sicherheit zu garantieren, ob das Auktionshaus bleiben würde, wie sich Nebelhafen jetzt in Kürze verändern würde, das konnte noch keiner sagen. Es war an ihnen, ihre Zukunft zu gestalten. Mit den Greifen als Schutzmacht sollten Surom oder Solgard vor ihren Toren stehen, um es einzunehmen. Noch waren ihre Gedanken zu Wirr um sich ausmalen, wie Nebelhafen weiter bestehen könnte. Es waren auch zu viele Gedanken darauf gerichtet, dass Surom oder Solgard Nebelhafen in Schutt und Asche legen könnten und die Vision Zarons Wirklichkeit werden könne. Die Bilder des gefallen Nebelhafens mit all ihren Leichen war auch noch zu frisch. Schluchzend brach sie zum ersten Mal nach dieser Erfahrung in Tränen aus. Das erste Mal seit Tagen hat sie die Luft, alles Revue passieren zu lassen. Doch noch war nicht alles überstanden. So richtete sie sich auf, richtete das Schultertuch und widmete sich wieder Torres, um ihn gut nach Hause zu bringen.
Torres hatte sie noch einmal gewaschen und in Eichenrindentücher gepackt. Ob die Eichenrinde etwas bringt wird man frühestens sehen, wenn sie in Nebelhafen ankommen sind.
Nach der Prozedur des Waschens lag ein ganzer Stapel warme Kleidung für Torres bereit. Frieren würde er in nächster Zeit noch zur Genüge. Sie packte ihn in ein warmes Hemd, eine warme Hose, darüber noch eine Weste, eine dicke Robe, den Umhang der Greifen, denn immerhin gehörte er immer noch zu ihnen. Für den Kopf folgte noch ein gefütterter Überwurf und ein Schulterfell und für die Füße gefütterte Stiefel. So würde er hoffentlich zumindest die Schiffsfahrt gut überstehen und gut im Heilerhaus in Nebelhafen ankommen. Dort war es nämlich nach wie vor bitterkalt und der angenehme Frühling würde sicher noch eine Weile auf sich warten lassen. Langsam hatte Torres wohl genug Kraft, um immer wieder kurze Phasen wach zu bleiben. Beim Transport aufs Schiff bestand er sogar, zu gehen. Die Trage, die bereit gestellt wurde blieb einfach vorerst liegen. Für Nebelhafen holte sie diese dann dennoch, denn der Weg in Nebelhafen zum Heilerhaus war etwas länger und etwas steiler als hier.Gwen stützte Torres, beinahe konnte sie ihn alleine tragen, so leicht war er.
Die Essensportionen konnten auch schon ein wenig angepasst werden. Man konnte ihn zumindest stündlich gut wecken und er schaffte es meistens zwischen fünf und zehn Esslöffel zu essen. Weitere Steigerungen wollte Gwen erst machen, wenn sie in Nebelhafen ankamen, denn die Schiffsfahrt war sicher auch noch eine eigene Herausforderung.
Nachdem auf dem Schiff jeder Topf gebraucht wurde, hat sie Eichenrindensud vorbereitet. So weit, dass sie drei Tage durchkommen würde. Sie hoffte zwar, dass die Heimreise ob des fehlenden Nebels und normaler Wetterbedingungen rascher ging, doch wer wusste das schon?
Auf dem Schiff kam sie auch das erste Mal seit einiger Zeit wieder zum Nachdenken. Schwarzfels war auf der Insel geblieben. Bürgermeister Torres sollte zu Hause nicht mehr Bürgermeister sondern Botschafter für die Greifen sein.
Wollt ihr eure Anführer wählen lassen von jedem?
Oder wollt ihr jenen, die sich hervortun, die Gelegenheit geben, Verantwortung zu übernehmen? Ungeachtet des Gewinns bei einem Beliebtheitswettbewerb.
Waren Anregungen vom Kommandanten. Er selbst würde mit einigen Greifen hier auf der Insel bleiben und eine neue Basis auf der Insel aufbauen. Das Schiff würde mit genügen Mannen bemannt sein, sie sicher nach Nebelhafen zurück zu bringen und dort Greifen aufzunehmen, um sie zur Insel zu bringen. Ob vorerst eine Skelettmantschaft in Nebelhafen bleiben würde um vorerst die Sicherheit zu garantieren, ob das Auktionshaus bleiben würde, wie sich Nebelhafen jetzt in Kürze verändern würde, das konnte noch keiner sagen. Es war an ihnen, ihre Zukunft zu gestalten. Mit den Greifen als Schutzmacht sollten Surom oder Solgard vor ihren Toren stehen, um es einzunehmen. Noch waren ihre Gedanken zu Wirr um sich ausmalen, wie Nebelhafen weiter bestehen könnte. Es waren auch zu viele Gedanken darauf gerichtet, dass Surom oder Solgard Nebelhafen in Schutt und Asche legen könnten und die Vision Zarons Wirklichkeit werden könne. Die Bilder des gefallen Nebelhafens mit all ihren Leichen war auch noch zu frisch. Schluchzend brach sie zum ersten Mal nach dieser Erfahrung in Tränen aus. Das erste Mal seit Tagen hat sie die Luft, alles Revue passieren zu lassen. Doch noch war nicht alles überstanden. So richtete sie sich auf, richtete das Schultertuch und widmete sich wieder Torres, um ihn gut nach Hause zu bringen.
Deine Wurzel findest du in dir,
indem du dich auf die innere Reise begibst
und in Dein Seelenreich eintauchst. (Lufh-Foal)
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