Schluss der Zwistigkeiten

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Cataleya
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Cataleya »

Mitten in der Nacht wurde Cataleya in ihrer Kajüte geweckt, den Blick auf den Boten, richtete Sie sich auf.

Als der Bote das Tuch löste und der Kopf über die Planken rollte, zuckte nicht einmal ihr Augenlid.
Nur der Blick ging kurz zu den starren Zügen des Toten, dann zum Boten.

"A’groniam hatte entschieden."

"Verstanden," sagte sie schlicht, die Stimme rau vom Seewind. "Ich trete ans Ruder."

Am Ruder.png

Sie ließ den Blick langsam über die Mannschaft wandern, über jene,
die den Streit auf dem Deck mit angesehen hatten und vielleicht gehofft hatten, der Kapitän würde sich durchsetzen.
Jetzt stand sein Haupt vor ihr am Ruder, und die Laternen warfen rote Schatten über das Holz.

"Ihr habt gehört, wem er widersprach." fuhr sie fort, laut genug, dass auch die Männer an den Taue und die Wache am Vorschiff sie hören konnten.
"Dem Imperator. Dies ist sein Schiff, seine Fahrt, sein Krieg. Ich führe hier unter seinem Willen."

Sie deutete kurz mit der Kinnspitze auf den Kopf.
"Jeder an Bord merkt sich eines, wer sich künftig anmaß, seine eigenen Launen über A’groniam, über die Säulen oder über IHN zu stellen..."
Die Gischt fuhr ihr durchs Gesicht.
"...wird nicht halb so gnädig fallen."

Ein Echo von Nigheans Worten, Treue und Unterwerfung dem Entfesselten.
Diesmal war es leicht, sich zu unterwerfen. Der Bote hatte jede Frage genommen. Sie musste nicht mehr recht haben. Sie musste nur gehorchen.
Cataleya wandte sich ab, das Gespräch beendet. Ihre Knochenhandschuhe griffen das Steuerruder, als hätte sie nie etwas anderes getan.

"Kurs halten", befahl sie knapp. "Wir segeln unter Suroms Banner. Und wer zweifelt, darf die Antwort darauf gern im tiefsten Grund der See suchen."
Der Wind griff in die Segel, das Holz knarrte.
Auf der Ameda war klar, Cataleya stand im Schatten eines größeren Willens.
Zuletzt geändert von Cataleya am 10 Jan 2026, 14:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Aanatus
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Aanatus »

Er las über die Zeilen und blickte zufrieden, nachdem er Vallerons Text fertig gelesen hatte. Mit dieser Art von Abmachung konnte er "arbeiten" - es würde keinerlei Unklarheiten geben, wann was zu tun sei. Klarheit und Geradlinigkeit - seltenes Gut dieser Tage, und deshalb wusste Aanatus die Worte der Säule des Krieges sehr zu schätzen.

Ein letzter Blick auf die Vorräte, dann wurde das Tor zur Mühle verrammelt. Er ging alleine zum Hafen, ging an Bord und sah sich eine Zeit lang am Schiff um. Erste Kontroversen entstanden - endend mit einem geköpften Kapitän und einer neuen Kapitänin Cataleya.

Ansonsten wenig, was ihn interessierte. Wenn die ersten Leute kotzend vor Seekrankheit über der Reling hingen, würde er vielleicht einen Ginseng-Kräuter-Sud zu Linderung verteilen, aber nun, nun gab es erstmals recht ruhige See. 
Langsam nahm er eine Karte heraus. Ein Kartenexemplar der Insel, von ihm kartographiert vor scheinbar einer Ewigkeit. Endlos lang war es her, dass er Kompass, Sextant, Sanduhr, Kohlestift und Pergament nutzte, um solcherlei Material zu produzieren.
Mit einer aufgeregten Unsicherheit begann er seine Beobachtungen.
Zuletzt geändert von Aanatus am 10 Jan 2026, 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Sorsha von S.
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Sorshas Nachtwache

Beitrag von Sorsha von S. »

Sorsha saß unbeweglich in der engen Kajüte, die sie sich mit Valentina teilte.Sie hatte versucht Ruhe zu finden, doch das hatte ihren Geist nur noch mehr angespornt über alles nachzudenken.
Ihr Blick verfing sich in den eisernen Gittern des Fensters, hinter denen die Schwärze der Nacht nur gelegentlich vom fahlen Schaum der Wellen unterbrochen wurde.

Das rhythmische Knarren des Schiffsrumpfes wirkte in der Stille fast wie ein hohl schlagendes Herz. War die Insel, zu der sie aufgebrochen waren, das Tor zum Untergang
oder der Weg in eine neue Form der Knechtschaft? Oder bestand tatsächlich die winzige, fast illusorische Hoffnung, diesen allmächtigen Feind trotz aller Widrigkeiten in die Knie zu zwingen?
Allein das sie daran Zweifel hatte, ließ ihren Gemütszustand offenkundig werden.

Die vergangenen Wochen hatten tiefe Furchen in ihrem Geist hinterlassen. Die rastlosen Nachforschungen, das verzweifelte Ringen um Klarheit darüber,
wer ihre Existenz aus den Schatten heraus bedrohte – all das hatte sie ausgelaugt. Hinzu kam die zermürbende Aufgabe, die widersprüchlichen Strömungen innerhalb Suroms
und der Zwist der Bündnispartner, zu bändigen. Ein diplomatischer Drahtseilakt, der sie zunehmend entfremdete.
Besonders hier, auf dem engen Raum des Schiffes, wurde ihr das Gebaren einiger Gefährten immer fremder. Sie sah Männer und Frauen, die ihren Platz in dieser neuen
Ordnung nicht kannten oder ihn hochmütig beanspruchten, ohne die Last der Verantwortung zu begreifen oder bereit dazu waren, diese zu tragen.

Ein giftiger Keim des Zweifels hatte in ihr Wurzeln geschlagen. War sie noch die Herrin ihrer eigenen Entschlüsse? Oder war es Haldor, der selbst aus der Finsternis seines Gefängnisses
heraus feine Fäden spann, um ihren Willen zu beugen?
Bisher hatte sie jede Prüfung klaglos angenommen, hatte funktioniert wie eine gut geschliffene Klinge. Doch in dieser Nacht fragte sie sich: War das wirklich alles?
Ein Teil von ihr lehnte sich gegen die Rolle des bloßen Werkzeugs auf. Sie spürte, dass sie zu weit mehr fähig war, doch die Angst, bei einem einzigen falschen Schritt
das Schicksal aller zu verspielen, lastete schwer auf ihren Schultern.
Ihre Gedanken wirbelten wie Asche im Wind. Sie wusste, dass sie diese Last teilen musste, bevor die Orientierungslosigkeit sie vollends verschlang.
Doch wem konnte sie noch trauen, wenn sie sich selbst kaum mehr sicher war? Einzige ihre Brüder und Schwestern mochten vielleicht in der Lage sein, sie wieder aufzufangen.

Und eines jedoch brannte sich mit unerbittlicher Deutlichkeit in ihr Bewusstsein: Sollten sie jemals von dieser Reise zurückkehren, würde nichts mehr so sein, wie es vorher war.
Die Sorsha, die diese Kajüte verlassen würde, wäre eine Fremde für die Frau, die sie einst gewesen war.
Sorsha von Schwarzenfels
-Reichsverwalterin-



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Aanatus
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Schifffahrt: erste Nacht, erstes Erwachen

Beitrag von Aanatus »

Die erste, kurze Nacht verbrachte Aanatus, nachdem er seine Navigations- und Kartographiebemühungen beendet hatte, in ein paar Felle gewickelt, mehr sitzend als liegend, angelehnt an der Kajütenwand, wo es sich Sorsha und Valentina gemütlich gemacht hatten, am Gang, der die vier Schlafräume und den Vorratsraum mit dem Hauptdeck und der Treppe zum Schiffsbauch verband. Früh war er aufgewacht und er war froh darüber sogleich aufzustehen, denn seine Glieder waren steif von einer höchst unbequemen Nacht: Zwar hatten die Felle sein Lager etwas angenehmer gestaltet und er musste nicht frieren, auch wurde die Erbarmungslosigkeit harter Bretter etwas abgefedert, jedoch hatte er bald schon bemerken müssen, dass es nur zwei Schlafpositionen für ihn an seinem Wachort gab: Entweder längs der Kajütenwand zu liegen oder den Oberkörper gegen die Wand zu lehnen, die Beine jedoch zur Seite wegzubiegen, um nicht etwaigen Leuten, die Nachts den Weg - wo auch immer - suchten, im Weg zu stehen. Sein Körper benachrichtigte ihm also nun des Morgens recht eindrücklich, dass beide Schlafoptionen auf wenig Gegenliebe gestoßen war.

Ächzend machte Aanatus also die ersten Schritte, eckig und steif, und versuchte in die Gänge zu kommen. Seine Felle lagerte er unter der Treppe, die hin zum Steuerrad führte. Die kleine Einhandaxt, die nachts nahe seiner Hand zwischen den Fellen gelegen hatte, nahm er, und schnallte sie an den Gürtel seines Wintermantels. Den Speer, den er neben sich an der Wand lehnen hatte, nahm er und nutzte ihn erst wie eine Krücke, bis er wieder Gefühl in seine Extremitäten bekam. Dann griff er noch nach seinem Rucksack, wo Arbeitsmaterial und Werkzeug gelagert war und stapfte los.


Meer in Nebel und Morgendämmerung.png

Sein Weg führte ihn erst über das Hauptdeck. Die Morgendämmerung gepaart mit dichten Nebelschwaden bot ein faszinierend-unheimliches Bild. Er atmete tief ein und aus, genoss die salzige Meeresluft und das leichte Schwanken im Wellengang, welches nur ab und an durch eine etwas höhere Welle unterbrochen wurde. Dann riss er sich aus diesen Träumereien und ging seine Runde an Hauptdeck fertig, um schlussendlich zum Oberdeck zu stapfen. Er begrüßte Cataleya, die aufmerksam am Steuerrad stand, und den Navigator, der rechts von ihr seine Utensilien ordnete und blickte danach durch das Fernrohr. Er nutzte alle Möglichkeiten, trotz eingeschränkter Sicht sich zu orientieren, wechselte aber bald schon dazu, sein Lot ins Wasser zu werfen, um Tiefe des Meeres und Fahrtgeschwindigkeit des Schiffes zu schätzen. Dazu ein Blick auf die Sanduhr. Dann wieder Notizen. In der Zwischenzeit unterhielt er sich mit Cataleya und fragte auch den Navigator, ob beide ihre Aufzeichnungen zusammenlegen wollten, um ein gemeinschaftliches Bild des Reiseweges reproduzieren zu können. Allein schon deshalb, weil man irgendwann ja mal auch schlafen musste - und was das betrifft, hatte Aanatus bemerkt, dass die beiden Damen ihre Kajüte noch nicht verlassen hatten, also hieß es für ihn wohl, dort, wo er die Nacht verbracht hatte, nun Wache zu schieben. 


Wache_Schifffahrt.jpg

Nachdem er sich von Cataleya und dem Navigator verabschiedet hatte, ging er noch mal eine Rund über alle Decks, um schlussendlich an der Kajütenwand vor Sorshas und Valentinas 'Unterkunft' Stellung zu nehmen. Mit der einen Hand am Speer, der anderen Hand am Waffengurt, lehnte sich Aanatus an die Wand und fand so zurück in seinen Wachdienst

 
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Tyra
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Tyra »

Bild

Tyra erwachte, als das Meer dumpf und gleichmäßig gegen die Planken der GRIMLUVÆNGIR schlug.
Der salzige Wind trug Nebel über das Wasser, schwer und erstickend, als würde er alles Lebendige verschlucken wollen.
Neben ihr schlief Ragnar noch tief und fest, sein Atem ruhig und gleichmäßig, fern von der Unruhe, die draußen lauerte.
Tyra schob das Fell beiseite, griff nach ihrem Bogen und erhob sich lautlos.

Mit geübten Bewegungen kletterte sie den Mast der Grimluvængir hinauf, ihre Finger fanden Halt an nassen Tauen.
Sie hangelte sich weiter und sprang schließlich hinüber zur Ameda, dem großen Schiff der Suromer.
Der Nebel hatte die Planken feucht und kalt gemacht, doch Tyra stand sicher.

Am Steuerrad hielt Cataleya Wache.
Ihr Blick ruhte auf dem grauen Abendhorizont, der im Nebel zu verschwinden schien, als gäbe es dort kein Ende mehr.
Kurz darauf trat Rhonya hinzu.
Cataleya übergab ihr das Kommando, da sie eine Pause brauchte und Rhonya nickte, doch die Unsicherheit lag offen in ihrem Blick.

Rhonya hatte wenig Erfahrung auf offener See.
Kaum war der Kurs gesetzt und Cataleya am schlafen , geriet die Ameda ins Schlingern.
Tyra packte eine kleine Drow, die den Halt verlor, und stellte sie so hin, dass sie nicht stürzte.
Im selben Moment ließ ein plötzlicher Wellengang das Schiff gefährlich zur Seite kippen.

Tyra selbst hielt sich mühsam, dann rannte sie nach oben zu Rhonya.
Sie riss an einem Tau, brüllte Befehle durch Wind und Gischt und kletterte zwischendurch ins Nest, um den Kurs zu prüfen, während das Schiff unter ihr ächzte.

Ney jegen dey Welle Rhonya Maydel !“, brüllte sie rau. „Mit iyr!“

Langsam, widerwillig fast, gehorchte die Ameda, und Rhonya gewann die Kontrolle zurück und war sehr dankbar .

Doch Ruhe stellte sich nicht ein.
Das kleine Beiboot der Ameda verursachte immer wieder Gefahr.
Der Steuermann nickte ein und rammte mehrfach die Bordwand.
Taue spannten sich knarrend, Stimmen fluchten gedämpft im Nebel.
Schließlich brüllte Tyra hinunter, ihre Stimme hart wie Stein:

Ey! Hast dey zu veyl jesoffen, oyder warum rammt dey us stendeyg?!“

Als es erneut geschah, kletterte sie hinab. Sie packte den Steuermann und schlug ihm hart in den Nacken.

Weyst dey us und dey umbrinjen?!“, donnerte sie kehlig. „Oyder dass vi kollidyren?!“
Der Mann war sofort hellwach.
Tyra nahm sich vor, mit Cataleya über ihn zu sprechen, sobald diese erwachte.
Erstmal nahm sie sich einen grossen Schluck Met aus ihrem Horn

Der Nebel verdichtete sich weiter und lag nun wie eine drohende Wand um die Schiffe.
Unruhe breitete sich aus.
Rodrík begann, Schutzkreise auf die Planken zu zeichnen.
Runen glühten schwach im Holz, ein fahles Licht gegen die Dunkelheit.
Niemand wusste, was sie auf dem Weg zur verlassenen Insel erwarten würde.

Später, als Rhonya schlafen ging, übernahm Jothar das Steuer der Ameda. Ruhig und konzentriert führte er das Schiff durch die nebelverhangene See, als wäre diese Dunkelheit sein vertrautes Element.
Eine winzig kleine Drow fing gemeinsam mit einer Suromerin den Nebel in einer kleinen Glasflasche ein und übergab sie dem Forsjaman.
Tyra beobachtete es mit Misstrauen.
Sie stellte sich neben Jothar und spähte mit ihrem Fernglas hinaus, doch die Finsternis und der Nebel verschluckten jede Sicht.

Immer wieder blickte sie hinüber zur GRIMLUVÆNGIR, dem mächtigen Drachenschiff der Barbaren, das sie in ähnlicher Form auch für die Dunkelelfen gebaut hatten kleiner, aber nicht weniger bedrohlich.
Dort schien alles ruhig zu sein.
Die meisten Drow schliefen, nur der Steuermann hielt noch Wache.

Erst spät, tief in der Nacht, legte Tyra sich nieder.
Lange starrte sie in den nebligen Nachthimmel, während die Schiffe lautlos durch das dunkle Wasser glitten.
Gedanken an das Ungewisse des kommenden Tages hielten sie wach bis der Schlaf sie schließlich einholte.
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Aanatus
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Erdäpfel und Fabelwesen

Beitrag von Aanatus »

Die Ruhe seiner Wache - das Subjekt, dem seine Aufmerksamkeit vollends galt, hatte sich seit dem Abend des ersten Reisetages wohl nicht mehr aus der Kajüte bewegt - wurde erst dadurch etwas "aufregender", als dass der Quartiermeister im Heck kurz fluchte, als sich durch eine Welle oder gar ein leichtes Touchieren des Schiffes  eine Kiste Erdäpfel der Schwerkraft hingab und nicht nur zu Boden fiel, sondern der ganze Inhalt in Bewegung geriet. Die kleinen Kugeln rollten bzw. eierten in den Gang hinein und endlich hatte Aanatus etwas mehr zu tun, als immer und immer wieder die Notizen von sich und dem Navigator zu begutachten oder kurz grimmig zu schauen, als jemand durch den Gang an ihm vorbeiging, den er nicht kannte. Mit spielerischer Leichtigkeit und einer Sanftheit, die die Erdäpfel nicht beschädigte, stupste er sie der Reihe nach mit seinem Fuß zurück in Richtung des Lagerraums. Bis irgendwann einmal alle von ihnen wieder an ihren Ursprungsort gekullert - oder sogar geflogen (was er besonders genoss) - waren. Der Dank des Quartiermeisters war ein missmutiger Blick mit gehobener Augenbraue. Nun ja.

Danach bewegte er sich kurz von seinem Wachort weg, um einerseits das Hauptdeck zu begutachten und dabei einen Blick in den Nebel zu werfen, der scheinbar dichter wurde, und um andererseits wieder Unterlagen mit Herrn Schwarzkompass auszutauschen. Als er nach getanem Rundgang wieder zurück an die Kajüte kam, stellte er sich auf weitere lange Stunden ein. Die Notizen des Navigators würden nur für kurze Unterhaltung sorgen. Bald schon fand er sich lehnend an der Wand in mediativem Warten und Wachen wieder. Doch plötzlich dieses Säuseln und Singen, welches seine Nackenhaare abrupt aufrichten ließ. Er schauderte vor Wonne, gleichzeitig war er sich nicht so ganz sicher, ob er er nun schon träumte, oder...
Der mit Faszination in den Augen vorbeigehende Quartiermeister, der etwas von "wundervollen Stimmen" murmelte, belehrte ihn eines Besseren. Auch Aanatus selbst fühlte sich wie magisch davon angezogen und tat fast schon einen ersten Schritt von seiner Wachposition weg, um an Deck zu gehen und...Ausschau...zu halten. Mit Zähneknirschen und höchster Anspannung hielt er jedoch seine Position, ohrfeigte sich selbst zweimal, um auf klare Gedanken zu kommen, und richtete seinen Blick stur zu seinen Fußspitzen. Doch immer wieder drang das liebliche Gesäusel - Frauenstimmen, wie er vermutete - an sein Ohr. Man kannte sie ja von den Seefahrergeschichten, die in den Spelunken nahe der großen Häfen erzählt werden...wie wunderschön diese Fabelwesen singen, wird erzählt...und wie aufreizend ihr Anblick sei. Aanatus seufzte gequält. Er lehnte den Speer neben sich an die Wand, setzte sich in den Schneidersitz neben die Kajütentür, kramte etwas Pergament aus dem Rucksack, nahm einen Kohlestift und begann, um sich abzulenken, ein Skizze zu zeichnen. Wenn er die Fabelwesen schon nicht sehen konnte, dann wollte er sie zu Papier bringen. Fast trotzig und mit fliegenden Zeichenschwüngen, dem Rhythmus des Gesangs folgend, nahm die Kohlestiftzeichnung schnell Form an.

Sirenen_sw.png
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