Ein Moment des Innehaltens, des Erfolgs, der Gemeinschaft. Zwei neue Schiffe lagen vertäut, noch roch ihr Holz nach Salz und fremder Küste, und für einen Augenblick schien es, als könne Surom einfach feiern.
Doch der Augenblick währte wohl nicht lange.
Zwischen Stimmen, Blicken und zu scharf gewählten Worten erkannte Valleron das alte Muster sofort. Dunkelelfen, angespannt, wie die gespannte Sehnen eines tödlichen Bogens.
Kaum hatte mitgebrachte Bier aus Fjellgat die Kehlen benetzt, war der Streit wieder da – derselbe wie zuvor, nur an einem anderen Ort.
Valleron stand wieder dazwischen.
Wie so oft.
Er hörte zu. Er versuchte zu schlichten. Er sprach ruhig, während in ihm etwas knirschte. Jede Forderung, jede Rechtfertigung legte sich wie ein weiterer Stein auf eine Last,
die längst zu schwer geworden war. Er ließ sich nichts anmerken.
Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht vor allen. Nicht vor IHM.
Doch in ihm wuchs kein Zweifel mehr – nur Zorn. Kein lodernder, unkontrollierter Zorn, sondern jener kalte, scharfe, der Entscheidungen gebiert.
Als die Stimmen sich legten und das Fest weiterging, zog Valleron sich zurück. Fort vom Lärm, fort vom Hafen, fort von falschem Frieden. Allein, mit dem Wind und seinen Gedanken. Dort, wo der Glaube lauter sprach als jedes Wort.
Er wusste, dass dies nicht länger zwischen Tür und Angel geklärt werden durfte. Nicht zwischen Bechern und Blicken. Nicht auf Kosten seiner Geduld.
Tage vergingen, er ordnete all seine Gedanken, dann setzte er sich nieder. Kein Zweifel. Kein Ausschmücken.
Feder, Tinte, klare Worte.
Ein Brief.
An beide Seiten.
Kein Versuch mehr zu beschwichtigen.
Sondern ein Ende.
An die Vertreter der Dunkelelfen.
An die Abgesandten der Barbaren Fjellgats.
An die Abgesandten der Barbaren Fjellgats.
Dieser Brief ist keine Einladung zur Diskussion.
Er ist eine Aufforderung.
Er ist eine Aufforderung.
Seit zu langer Zeit stehe ich zwischen euren Stimmen, euren Forderungen, euren Vorwürfen. Ich habe vermittelt, beschwichtigt, erklärt – im Glauben, dass Vernunft stärker sein kann als Stolz.
Doch Geduld ist kein endloser Vorrat, und Surom ist kein Marktplatz für endlose Zwistigkeiten.
Doch Geduld ist kein endloser Vorrat, und Surom ist kein Marktplatz für endlose Zwistigkeiten.
Was einst eine Grenzfrage war, ist zu einer Belastung geworden.
Holz. Forderungen. Gegenseitige Schuldzuweisungen. Respektlosigkeiten.
Während draußen der Nebel dichter wird und Feinde ihre Klingen schärfen.
Holz. Forderungen. Gegenseitige Schuldzuweisungen. Respektlosigkeiten.
Während draußen der Nebel dichter wird und Feinde ihre Klingen schärfen.
Ich sage es offen:
Diese Streitigkeit ist klein. Die Bedrohungen sind es nicht.
Diese Streitigkeit ist klein. Die Bedrohungen sind es nicht.
Die Dunkelelfen fordern Ausgleich.
Die Barbaren berufen sich auf Notwendigkeit und Verstand.
Beides mag seine Berechtigung haben – doch beides wird bedeutungslos, wenn wir uns selbst zerreiben, während andere darauf warten, dass wir schwächer werden.
Die Barbaren berufen sich auf Notwendigkeit und Verstand.
Beides mag seine Berechtigung haben – doch beides wird bedeutungslos, wenn wir uns selbst zerreiben, während andere darauf warten, dass wir schwächer werden.
Darum wird dieser Konflikt beendet. Nicht vertagt. Nicht weitergetragen.
Ich lade – nein, ich beordere – beide Völker zu einem gemeinsamen Treffen nach Surom.
Unter meinem Dach. Unter meinem Blick. Unter SEINEM Blick.
Und unter dem Wissen, dass der Entfesselte keine Geduld für Eitelkeit kennt.
Unter meinem Dach. Unter meinem Blick. Unter SEINEM Blick.
Und unter dem Wissen, dass der Entfesselte keine Geduld für Eitelkeit kennt.
Kommt mit all euren Vertretern.
Kommt mit euren Worten.
Aber lasst Drohungen, alte Wunden und Stolz vor den Toren.
Kommt mit euren Worten.
Aber lasst Drohungen, alte Wunden und Stolz vor den Toren.
Es wird eine Lösung geben. Eine tragfähige.
Und sie wird gelten – für beide Seiten.
Und sie wird gelten – für beide Seiten.
Wer glaubt, diesen Ruf ignorieren zu können, der irrt.
Nicht, weil ich es sage.
Sondern weil die Zeit, in der wir leben, keine weiteren Spaltungen duldet.
Nicht, weil ich es sage.
Sondern weil die Zeit, in der wir leben, keine weiteren Spaltungen duldet.
Der Glaube verlangt Handlung.
Der Krieg verlangt Geschlossenheit.
Und das Reich Surom verlangt, dass dieser Streit endet.
Der Krieg verlangt Geschlossenheit.
Und das Reich Surom verlangt, dass dieser Streit endet.
Valleron Gadomar,
Kriegssäule Suroms,
Im Dienst des Entfesselten.
Kriegssäule Suroms,
Im Dienst des Entfesselten.

