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Schluss der Zwistigkeiten

Verfasst: 21 Dez 2025, 12:32
von Valleron Gadomar
Das Fest im Hafen war als Zeichen gedacht.

Ein Moment des Innehaltens, des Erfolgs, der Gemeinschaft. Zwei neue Schiffe lagen vertäut, noch roch ihr Holz nach Salz und fremder Küste, und für einen Augenblick schien es, als könne Surom einfach feiern.
 Doch der Augenblick währte wohl nicht lange.
 Zwischen Stimmen, Blicken und zu scharf gewählten Worten erkannte Valleron das alte Muster sofort. Dunkelelfen, angespannt, wie die gespannte Sehnen eines tödlichen Bogens. 
Kaum hatte mitgebrachte Bier aus Fjellgat die Kehlen benetzt, war der Streit wieder da – derselbe wie zuvor, nur an einem anderen Ort.
 Valleron stand wieder dazwischen.
Wie so oft.
 Er hörte zu. Er versuchte zu schlichten. Er sprach ruhig, während in ihm etwas knirschte. Jede Forderung, jede Rechtfertigung legte sich wie ein weiterer Stein auf eine Last,
die längst zu schwer geworden war. Er ließ sich nichts anmerken.

Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht vor allen. Nicht vor IHM.
 Doch in ihm wuchs kein Zweifel mehr – nur Zorn. Kein lodernder, unkontrollierter Zorn, sondern jener kalte, scharfe, der Entscheidungen gebiert.
 Als die Stimmen sich legten und das Fest weiterging, zog Valleron sich zurück. Fort vom Lärm, fort vom Hafen, fort von falschem Frieden. Allein, mit dem Wind und seinen Gedanken. Dort, wo der Glaube lauter sprach als jedes Wort.
 Er wusste, dass dies nicht länger zwischen Tür und Angel geklärt werden durfte. Nicht zwischen Bechern und Blicken. Nicht auf Kosten seiner Geduld.
 Tage vergingen, er ordnete all seine Gedanken, dann setzte er sich nieder. Kein Zweifel. Kein Ausschmücken.
Feder, Tinte, klare Worte.
 Ein Brief.
An beide Seiten.
 Kein Versuch mehr zu beschwichtigen.
Sondern ein Ende.


 
An die Vertreter der Dunkelelfen.
An die Abgesandten der Barbaren Fjellgats.
 
Dieser Brief ist keine Einladung zur Diskussion.
Er ist eine Aufforderung.
 
Seit zu langer Zeit stehe ich zwischen euren Stimmen, euren Forderungen, euren Vorwürfen. Ich habe vermittelt, beschwichtigt, erklärt – im Glauben, dass Vernunft stärker sein kann als Stolz.
Doch Geduld ist kein endloser Vorrat, und Surom ist kein Marktplatz für endlose Zwistigkeiten.
 
Was einst eine Grenzfrage war, ist zu einer Belastung geworden.
Holz. Forderungen. Gegenseitige Schuldzuweisungen. Respektlosigkeiten.
Während draußen der Nebel dichter wird und Feinde ihre Klingen schärfen.
 
Ich sage es offen:
Diese Streitigkeit ist klein. Die Bedrohungen sind es nicht.
 
Die Dunkelelfen fordern Ausgleich.
Die Barbaren berufen sich auf Notwendigkeit und Verstand.
Beides mag seine Berechtigung haben – doch beides wird bedeutungslos, wenn wir uns selbst zerreiben, während andere darauf warten, dass wir schwächer werden.
 
Darum wird dieser Konflikt beendet. Nicht vertagt. Nicht weitergetragen.
 
Ich lade – nein, ich beordere – beide Völker zu einem gemeinsamen Treffen nach Surom.
Unter meinem Dach. Unter meinem Blick. Unter SEINEM Blick.
Und unter dem Wissen, dass der Entfesselte keine Geduld für Eitelkeit kennt.
 
Kommt mit all euren Vertretern.
Kommt mit euren Worten.
Aber lasst Drohungen, alte Wunden und Stolz vor den Toren.
 
Es wird eine Lösung geben. Eine tragfähige.
Und sie wird gelten – für beide Seiten.
 
Wer glaubt, diesen Ruf ignorieren zu können, der irrt.
Nicht, weil ich es sage.
Sondern weil die Zeit, in der wir leben, keine weiteren Spaltungen duldet.
 
Der Glaube verlangt Handlung.
Der Krieg verlangt Geschlossenheit.
Und das Reich Surom verlangt, dass dieser Streit endet.
 
Valleron Gadomar,
Kriegssäule Suroms,
Im Dienst des Entfesselten.

Re: Schluss der Zwistigkeiten

Verfasst: 21 Dez 2025, 19:23
von Belszerion
Einberufung des Konzilsverlesen durch Belszerion, Priesterin der Tier Breche

Ilyhtiiri, Jalilen, Jaluken:
Ich habe euch nicht aus Routine gerufen.
Ich habe euch gerufen, weil man uns gerufen hat, ohne uns zu hören.

Ein Schreiben aus Surom ist an uns ergangen.
Nicht als Bitte. Nicht als Anerkennung.
Sondern als Befehl, verhüllt in der Sprache von Einheit und Angst.

Sie erwähnen das Holz, sprechen von Grenzen und von Kleinigkeiten und währenddessen wird dass was man einer unserer Priesterinnen angetan hat zur Nichtigkeit erklärt.
Sie wurde von den Wildlingen bestohlen, dadurch wurde unser Glaube offenkundig verletzt und missachtet und die Suromer nennen dies nur eine "Belastung" und nicht das was es offensichtlich war:
ein Verbrechen.

Sie sprechen von Vernunft. Doch Vernunft, die nur von oben herab spricht, ist kein Ausgleich – sie ist Herrschaft. Wir lassen uns nicht beherrschen.
Für Surom scheinen wir nur noch eine Stimme unter vielen zu sein, aber unser Glaube ist kein Verhandlungspunkt.

Darum wird das Konzil einberufen. Nicht um zu besprechen, wie wir Surom gefallen können, sondern wie wir uns und unserem Glauben treu bleiben können.
 
Dies ist kein Streit um Holz.
Dies ist ein Streit darum, ob unser Glaube zählt, wenn andere von Einheit sprechen.
Wenn Surom glaubt, dass Geschlossenheit Gehorsam bedeutet,
dann werden wir ihnen zeigen, dass wahre Geschlossenheit Respekt und Achtung verlangt.

Re: Schluss der Zwistigkeiten

Verfasst: 23 Dez 2025, 09:06
von Haldron
Murrend blickt Haldron auf die vielen Zeilen als sie ihn erreicht haben. Immer wieder wankt das Haupt beim versuch die Schriften zu deuten, die Lippen versuchen ohne Ton die Worte zu bilden.
Schlussendlich verfinstert sich sein Blick zunehmend eher das Schreiben im Feuer landet.


De palavat als ob a uss Jothar warat... Kann sej Wjchtl sagn wat zu tun habn!

Kurz schaut er noch dabei zu wie die Flammen das Schreiben verzerren eher er sich wieder seinen Dingen annimmt.

Re: Schluss der Zwistigkeiten

Verfasst: 30 Dez 2025, 18:57
von Rashka|Brom
Es vergingen einige Tage, ehe der Bote sein Ziel erreichte.
Die winterlichen Stürme des Nordens hatten ihm den Weg erschwert, Schneeverwehungen und eisige Winde zwangen ihn immer wieder zum Halten. Mehr als einmal hatte er Zuflucht in halb verfallenen Jägerhütten suchen müssen, und manch schlechter Zufall hatte seine Reise weiter verzögert.

Schließlich jedoch wurde er zu Rashka geführt.

Der Barbar saß nahe des Feuers, den schweren Mantel noch um die Schultern gelegt, als man ihm den Boten meldete. Wortlos nahm er das Schreiben entgegen. Da er der feinen Schrift nicht mächtig war, ließ er es sich vorlesen. Während der Bote sprach, veränderte sich Rashkas Miene kaum – doch sein Blick wurde hart wie gefrorener Stein.

Als die letzten Worte verklungen waren, nickte er langsam.
Eine Weile schwieg er, starrte ins Feuer, als würde er die Worte dort noch einmal prüfen. Dann hob er den Kopf und sprach, ruhig, aber fest:

„Richt deinem Dienstherr folgendes aus.

Je stimm mit manchn Sachn üverein, die in deym Schreiben stehn. Aver es gib Gesetze im Norden – och wenn nich alle sich an dey halten wolln.

Sag ihm zudem, dass je am Abend, als wyr de Schiffe gebracht hatten, je versucht hab, ’ne Lösung zu finden. Je hab andere Wege angeboten.

De letzten Worte dazu hab je an de Säule Marleen gerichtet – und zu denen steh je.

De Worte warn: ‚Ihr habt beide Seiten gehört, und je trau eurem Urteil.

Je bin bereit, nach Surom zu kimmn, um det zu klärn. Je seh, dass andere Feinde wichtiger sind – aver um det zu erreichen, müssn wir bestimmte Sachn klärn.

Je hab ab dem vorletzten Tag dieses Zehnttages Zeit, nach Surom zu kimmn.“


Nach diesen Worten schwieg Rashka erneut.
Der Bote senkte respektvoll den Blick, denn es war klar, dass nichts weiter hinzuzufügen war. Die Antwort war gesprochen – nun lag es an den Göttern, dem Wetter und den Wegen des Nordens, ob sie rechtzeitig ihr Ziel erreichen würde.

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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Verfasst: 31 Dez 2025, 01:21
von Belszerion
Das Konzil der Ilythiiri ist zusammengekommen und hat folgenden Beschluss gefällt:

Sollte Surom der Auffassung sein, dass der Übergriff, welcher auf eine unserer Geistlichen verübt wurde, eine Geringfügigkeit sei,
so mögen sie innehalten und sich fragen, wie ihr eigenes Urteil ausfiele, wäre es ein Diener des Namenlosen gewesen.

Dies ist kein belangloser Zwist um Holz, kein flüchtiger Streit ohne Gewicht. Es ist eine Tat von Bedeutung, getragen von Missachtung
und fehlendem Respekt. Wir eröffnen Surom einen letzten Pfad: Die Schuld der Barbaren ist zu begleichen, damit wir diese Angelegenheit
als beendet betrachten. Sollte diese Forderung unbeachtet bleiben, erkennen wir keinen Sinn und Wert in einem Bündnis, das öffentlich
mit Geringschätzung befleckt wurde.

In diesem Falle wird das Bündnis durch das Konzil der Ilythiiri aufgelöst. So wird Surom fortan allein stehen - allein auf
der Expedition und allein im unausweichlichen Konflikt gegen die Streiter Solgards. Wir bedürfen keiner fremden Unterstützung,
um unsere Angelegenheiten zu regeln. Seid daran erinnert: Viele Kämpfe die ihr geführt habt, endeten nur durch unsere
Unterstützung zu euren Gunsten.

Das Ultimatum dieses Beschlusses währt bis zum sechsten Tage des kommenden Jahreszyklus. Schweigen oder Ignorieren werden als
genau die Antwort interpretiert, die sie zulassen.


Nindol l'blada telanthe (So spricht das Konzil).
Nindol zhah lu'oh Ilyhtiiri yikss (So entscheiden die Ilythiiri).
Nindol zhah lu'oh Lloth khluryare (So richtet Lloth).

Bild

Re: Schluss der Zwistigkeiten

Verfasst: 31 Dez 2025, 08:16
von Sorsha von S.
An das Konzil der Dunkelelfen,

Mit Bedauern haben wir Eure Zeilen zur Kenntnis genommen.
Dieses Bedauern rührt daher, dass wir in Surom dem Wert unseres Bündnisses offenbar eine weit größere Bedeutung beigemessen haben,
als es das Volk der Dunkelelfen tut.
 
Die Annäherung der Nordmänner an diese Bündnis zu torpedieren, anstatt sie als Chance zur Stärkung unserer gemeinsamen Front zu begreifen,
zeugt leider nicht von jener Weitsicht, die ich Eurem Volke bisher zugeschrieben habe. Glaubt Ihr wahrhaftig, in den kommenden Zeiten allein bestehen zu können?
Es mag sein, dass wir in vergangenen Schlachten ohne Eure Unterstützung unterlegen gewesen wären – dessen bin ich mir bewusst.
Doch gebt Euch nicht der Illusion hin, dass das Schicksal der Dunkelelfen im umgekehrten Fall ein anderes wäre.
Auch wird euch das Unterreich nicht dauerhaft schützen, wohnt der Feind doch  direkt nebenan.
 
Ihr sprecht von mangelndem Respekt? Dann erlaubt mir, eine Begebenheit in Erinnerung zu rufen, die Ihr offenbar allzu schnell vergessen habt:
Euer Volk hat einen geschätzten Bürger Suroms dem sicheren Tod an einem Faerzress-Nexus überlassen,  weil er nach Eurem Urteil Eure Göttin beleidigt hat.
Haben wir dafür Vergeltung gefordert? Nein. Wir haben Euer Urteil aus Respekt vor Eurem Glauben akzeptiert und die Bestrafung ohne Forderungen hingenommen,
um Euch zu symbolisieren, dass unser Vertrauen in unsere gemeinsame Stärke schwerer wiegt als persönlicher Groll.
 
Zudem solltet Ihr hinterfragen, welchen für die Barbaren essentiellen Aspekt Ihr missachtet habt, bevor Ihr  urteilt. 
 
Während wir Informationen stets mit Euch geteilt und Euch in unsere Pläne einbezogen haben, blieb solche Offenheit von Eurer Seite allzu oft aus.
 
Wir werden über dieses Ultimatum beraten – ein Ultimatum, welches den Respekt, den Ihr uns und unseren Entscheidungen entgegenbringt, in ein höchst fragwürdiges Licht rückt. 
 
Wir werden Euch unsere Entscheidung alsbald mitteilen.“

Re: Schluss der Zwistigkeiten

Verfasst: 06 Jan 2026, 12:56
von Valleron Gadomar
Einladung zum gemeinsamen Treffen in Surom am Tage vor der Abreise
 
Im Namen Suroms und unter dem Blick des Entfesselten ergeht diese Einladung an alle Anhänger Suroms, den Dunkelelfen und dem Volk aus dem Norden.
Zu lange haben Missverständnisse, Forderungen und alte Reibungen Raum eingenommen, während sich jenseits unserer Grenzen weit größere Gefahren regen.
Diesem Zustand soll nun ein Ende gesetzt werden.

Ich lade euch ein, nach Surom zu kommen, auf dass wir gemeinsam, von Angesicht zu Angesicht, sprechen.
Nicht über Gerüchte.
Nicht über Dritte.
Sondern über Verantwortung, Respekt und den weiteren gemeinsamen Weg.

Bei diesem Treffen sollen offene Streitpunkte geklärt, das geforderte Holz übergeben und die Grundlagen für das weitere Vorgehen, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Reise und den kommenden Krieg,
neu und verbindlich festgelegt werden.

Es ist ein notwendiger Schritt, um die Bündnisse zu festigen, Grenzen zu achten und den Blick wieder auf das zu richten, was uns alle bedroht.
Surom erwartet euch am Tag des Donners, zur neunten Stunde am Abend.

Gezeichnet

Valleron Gadomar,
Kriegssäule Suroms,
Im Dienste des Entfesselten.