Eine Nachricht für Sorsha
Verfasst: 26 Jan 2026, 14:34
Nachdenklich ruhte ihr Blick auf der Phiole in der dunkel und träge das Blut von Ophidianern schwappte. Rorek hatte diese von der Expedition – oder eher dem Opfergang, wie Vyktorya es inzwischen nannte – mitgebracht. Neue faszinierende Wesen. Versklavt von einer höheren Macht in einem Spiel der Götter. Wenig überraschend.
Rorek hatte ihr alles berichtet und der Aushang der Reichsverwalterin hatte es bestätigt: Der Imperator war gefallen im Götterspiel. Nun würde sich das politische Machtgefüge in Surom neu finden müssen. Auch in Solgard, denn auch der Licht-König sei wohl gefallen.
Doch während Vyktorya das Schlangenblut betrachtete, galten ihre Gedanken weder der Politik noch irgendwelchen Machtstrukturen, sondern einer ganz bestimmten Frau im Reich. Sorsha.
Die jüngere Unsterbliche trug nicht nur die Last einer Reichsverwalterin auf den Schultern. Sie war auch ein ganz entscheidendes Puzzlestück in diesem Spiel gewesen, indem sie trotz aller Widrigkeiten mit dem Einfluss der Winde die Reinkarnation des Ersten Wächters zur Welt brachte. Eine Mutter. Widerwillig? Vielleicht. Vielleicht auch höchst freiwillig. Sorsha schien immer im Glauben gefestigt zu sein. Sie hatte sogar das Risiko auf sich genommen, ihre Maskerade zu verlieren, denn hätte der Feind von diesem Umstand erfahren, hätten die Paladine gewiss versucht die Geburt des Ersten zu verhindern. Vyktorya hatte dieses „Wunder“ zutiefst missbilligt, sah es als Gefahr für ihre Spezies. Sorsha hatte es jedoch irgendwie geschafft, sich bedeckt zu halten. Am Ende sind die Beweggründe der Frau egal. Sorsha hatte ein Kind ausgetragen und zur Welt gebracht. Das machte sie zur Mutter.
Und diese Mutter hatte nun nicht nur den Imperator ihres Reiches verloren, die Führungsfigur ihres Glaubens sondern auch ihren Sohn. Ein Wesen von ihrem Fleisch und Blute. Ob irgendjemand in diesem Reich dies bedachte? Fraglich. Mitgefühl gehörte nicht zu den Tugenden oder besser gesagt den Geiseln des hiesigen Glaubens und Vyktorya war in der Regel selbst keine, die übermäßig Mitgefühl für andere Wesen hegte. Hier jedoch spürte sie eine alte Trauer in sich. Etwas, was schon Jahrzehnte zurück lag. Gefühlte Äonen. Doch Sorshas Verlust erinnerte sie an ihren eigenen. Der Schmerz blieb, egal wie lang die Ewigkeit war. Es wuchsen nur andere Erinnerungen darüber…
Ein Bote würde sich schließlich später am Tag auf die Suche nach Sorsha machen, um ihr einen versiegelten Brief zu überreichen. Er würde den Brief auch ausschließlich Sorsha persönlich geben und dafür schlichtweg regelmäßig an Sorshas Heim auftauchen, bis er sie persönlich antraf. Danach würde er sich auch nicht lange aufhalten und direkt wieder verschwinden. Der Brief selbst beinhaltet wenig Geschnörkel, lediglich das Siegel wirkt ungewöhnlich, da es ein Oktogramm mit einem Auge in der Mitte darstellt.
Rorek hatte ihr alles berichtet und der Aushang der Reichsverwalterin hatte es bestätigt: Der Imperator war gefallen im Götterspiel. Nun würde sich das politische Machtgefüge in Surom neu finden müssen. Auch in Solgard, denn auch der Licht-König sei wohl gefallen.
Doch während Vyktorya das Schlangenblut betrachtete, galten ihre Gedanken weder der Politik noch irgendwelchen Machtstrukturen, sondern einer ganz bestimmten Frau im Reich. Sorsha.
Die jüngere Unsterbliche trug nicht nur die Last einer Reichsverwalterin auf den Schultern. Sie war auch ein ganz entscheidendes Puzzlestück in diesem Spiel gewesen, indem sie trotz aller Widrigkeiten mit dem Einfluss der Winde die Reinkarnation des Ersten Wächters zur Welt brachte. Eine Mutter. Widerwillig? Vielleicht. Vielleicht auch höchst freiwillig. Sorsha schien immer im Glauben gefestigt zu sein. Sie hatte sogar das Risiko auf sich genommen, ihre Maskerade zu verlieren, denn hätte der Feind von diesem Umstand erfahren, hätten die Paladine gewiss versucht die Geburt des Ersten zu verhindern. Vyktorya hatte dieses „Wunder“ zutiefst missbilligt, sah es als Gefahr für ihre Spezies. Sorsha hatte es jedoch irgendwie geschafft, sich bedeckt zu halten. Am Ende sind die Beweggründe der Frau egal. Sorsha hatte ein Kind ausgetragen und zur Welt gebracht. Das machte sie zur Mutter.
Und diese Mutter hatte nun nicht nur den Imperator ihres Reiches verloren, die Führungsfigur ihres Glaubens sondern auch ihren Sohn. Ein Wesen von ihrem Fleisch und Blute. Ob irgendjemand in diesem Reich dies bedachte? Fraglich. Mitgefühl gehörte nicht zu den Tugenden oder besser gesagt den Geiseln des hiesigen Glaubens und Vyktorya war in der Regel selbst keine, die übermäßig Mitgefühl für andere Wesen hegte. Hier jedoch spürte sie eine alte Trauer in sich. Etwas, was schon Jahrzehnte zurück lag. Gefühlte Äonen. Doch Sorshas Verlust erinnerte sie an ihren eigenen. Der Schmerz blieb, egal wie lang die Ewigkeit war. Es wuchsen nur andere Erinnerungen darüber…
Ein Bote würde sich schließlich später am Tag auf die Suche nach Sorsha machen, um ihr einen versiegelten Brief zu überreichen. Er würde den Brief auch ausschließlich Sorsha persönlich geben und dafür schlichtweg regelmäßig an Sorshas Heim auftauchen, bis er sie persönlich antraf. Danach würde er sich auch nicht lange aufhalten und direkt wieder verschwinden. Der Brief selbst beinhaltet wenig Geschnörkel, lediglich das Siegel wirkt ungewöhnlich, da es ein Oktogramm mit einem Auge in der Mitte darstellt.
Salutari Sorsha,
heute wende ich meine Zeilen nicht an die Reichsverwalterin, sondern an die Frau und Mutter die du bist.
Wie du dich erinnerst, machte ich einst sehr deutlich, was ich von den damaligen Umständen hielt, dass du dich im Namen des Glaubens dem Willen der Winde unterwarfst und trotz aller Widrigkeiten das neue Lebenslicht des wiederkehrenden Ersten Wächters in dich aufnahmst. Heute umso mehr bin ich nach Roreks Schilderungen über eure Expedition auf die Insel der Schlangenwesen überzeugt, dass du – sowie alle anderen Lebewesen in dieser Welt – nur ein Teil in einem Spiel der Götter bist. Letztendlich ist egal, mit welchen Beweggründen du damals diese Entscheidung trafst, am Ende hattest du vermutlich keine Wahl und letztendlich wäre der große Imperator zurückgekehrt, denn dies war ein vorherbestimmter Plan.
Doch ändert meine Ansicht über all das nichts daran, dass du am Ende durch diesen Schachzug der Götter zu einer Mutter wurdest. Eine wahrhaftige, welche Fleisch und Blut, Schweiß und Tränen für ihr Kind gab. Nicht nur die Mutter eines der Unseren. Die Mutter eines Kindes. Atmend. Weinend. Nach Nähe gierend. Ich kenne deine wirkliche Bindung zu ihm nicht, doch kenne ich den Schmerz des Verlustes eines Kindes.
Während vermutlich der Rest des Reiches einfach nur um den Imperator trauert und sich auf die bald folgenden Machtspiele vorbereitet, möchte ich auch der Trauer einer Mutter gedenken. Es mag dich überraschen, doch ich spreche dir mein wahrhaftiges Mitgefühl aus. Der Schmerz wird nie vergehen. Er verblasst. Rückt in den Hintergrund, wird von neuen Erinnerungen übertüncht, aber er wird immer ein Teil von dir sein.
Möge der Äther dir die Stärke geben, diesen ersten Schmerz zu überwinden und daraus hervorzugehen mit neuer Kraft und ungebrochen. Dir sei nichts mehr vorzuwerfen. Es gehörte am Ende zu deinem Schicksal, dem Schicksal aller.
Möge somit deine Seele stets wohl behütet sein.
Vyktorya