Das Vermächtnis des Ersten
Verfasst: 31 Jan 2026, 01:07
Blut, Staub und Stille – Das Ende Agroniams?
Tagelang hatten sie die Insel im Nebel von den Orphidianer befreit.
Schritt für Schritt, Blutspur um Blutspur. Heilige Statuen der Schlangenbrut stürzten, zerbarsten unter Feuer und Stahl.
Brücken, die einst dem Feind gedient hatten, wurden niedergerissen – und dort, wo es nötig war, neu errichtet. Jeder Sieg war teuer erkauft,
jeder Vorstoß tiefer ins Innere der Insel ein weiterer Schnitt in ein Land, das sich mit Zähnen und Gift wehrte.
Schließlich führte die Spur des Widerstands in eine gewaltige Höhle, tief unter dem Leib der Insel verborgen. Der Weg dorthin war lang,
finster und von der feuchten Stille alter Zeit durchzogen.
Am Ende dieses Ganges wartete der Anführer der Orphidianer – "roter Kommandant" nannte sie ihn, und er war nicht allein.
Bei ihm standen bereits die Streiter Solgards, abwartend. Und die Fraktion aus Nebelhafen.
Feinde, Beobachter, Geier.

Agroniam trat rasch vor, ohne zu zögern.
Es waren nur wenige Worte, die zwischen ihm und dem roten Kommandanten gewechselt wurden. Kein Handel. Kein echtes Zögern.
Dann eine Finte – schnell, präzise, gnadenlos. Agroniam trat am Gegner vorbei und rammte ihm von hinten den Dolch zwischen die Rippen.
Der Anführer der Orphidianer sackte zusammen, ohne große Gegenwehr.
Tot. Der Kopf der Schlange war gefallen.
Und für einen Augenblick schien alles entschieden.

Doch dann griff Serafim ein.
Serafim, der aus Sicht der blender Solgards eine ähnliche Rolle einnahm wie Agroniam in Surom. Lange hatte er sich zurückgehalten, fast feige.
Er hatte wohl gehofft, das heilige Artefakt der Orphidianer würde Agroniam töten, sobald dieser es an sich nahm.
Doch das Gegenteil trat ein: Die Macht des Artefakts floss in Agroniam wie ein entfesselter Strom, verstärkte ihn, verzerrte ihn – machte ihn gefährlicher denn je.
Erst da erkannte Serafim seinen Fehler.
Der Kampf zwischen den beiden war von einer Wucht, wie Valleron sie selten erlebt hatte. Stahl traf auf Macht, Wille auf Wille. Die Höhle bebte unter ihren Schlägen.
Doch je länger der Kampf dauerte, desto deutlicher wurde: Beide wurden schwächer. Blut, Erschöpfung, Risse in der Konzentration.
Und dann… kam etwas anderes.
Aus den Tiefen des Abgrunds erhob sich der "Uralte Tod".
Ein Wesen aus Flüstern und Leere, kaum greifbar, kaum sichtbar. Es war mehr Ahnung als Gestalt, mehr Ende als Anfang. Ungewissheit.
In einem Augenblick, der sich jeder Logik Vallerons entzog, berührte es Agroniam – und Serafim gleich mit ihm.
Beide zerfielen zu Staub. Ohne Müh und Not.
So sah es zumindest aus.
Noch bevor jemand eingreifen oder gar begreifen konnte, was geschehen war, verschwand das Wesen wieder in der Tiefe der Schlucht. Mit dem Artefakt.
Jedoch mit einer deutlichen Botschaft...
Dann brach das Chaos aus.
Zwischen Surom und Solgard entflammte ein kurzer, wilder Kampf. Doch Solgard zog sich hastig zurück – und das wohl mit Recht.
Denn kurz darauf strömten die verbliebenen Orphidianer aus allen Seiten in die Höhle. Rasend vor Wut. Ohne Führung, ohne Ordnung, nur noch mit einem Ziel vor Augen.
Der Rückzug war nun auch für die Streiter aus Surom unausweichlich. Und zum Glück erkannten sie dies auch sogleich.
Valleron warf einen letzten Blick zurück. Dorthin, wo Agroniam gestanden hatte.
Er war sich nicht sicher, was er sah. Staub. Ein Überbleibsel? Oder doch nur der Wunsch, dass etwas geblieben war.
Es blieb keine Zeit nachzusehen.
Valleron blieb der Letzte. Immer. Er deckte den Rückzug, hielt den Rücken frei, zwang jeden Schritt nach vorn mit Gewalt. Niemals mit dem Rücken zum Gegner.
Niemand sollte und durfte zurückbleiben.
Doch der Abend forderte ein zweites Opfer.
Bjornar.
Der lebensfrohe, starke und loyale Barbar fiel den Scharen der Orphidianer zum Opfer. Valleron sah aus der Ferne, wie Bjornar kämpfend in der Masse verschwand..
Wie er noch einen, dann zwei, dann drei Gegner mit sich riss, bevor er unterging. Überrannt. Erdrückt.
In Ehre gefallen.
Gestorben, damit andere fliehen konnten.
Draußen, im fahlen Licht des Nebels, welcher sich langsam zu lichten schien, kam das Ausmaß erst langsam an. Schweigen. Leere. Fragen, auf die es keine Antworten gab - Noch nicht..
Während der Rückfahrt zog sich Valleron zurück, mal wieder. Die Tage vergingen auf dem Schiff. Tage des Grübelns. War Agroniams Tod Teil eines Plans? War es der Wille des Entfesselten?
Valleron zweifelte nicht – aber er verstand es auch einfach nicht, egal wie intensiv er sich auch mit den Gedanken befasste.
Und das ließ ihm absolut keine Ruhe.
Immer wieder kehrten seine Gedanken zu der Stelle in der Höhle zurück. Zu dem Moment. Zu dem Staub. Zu dem Gefühl, dass dort vielleicht… noch etwas war.
Nach Gesprächen mit Fürstin Marleen, nach den stillen Zusprüchen Sorshas, wurde ihm klar:
Er musste zurück.
Nicht aus Trotz. Nicht aus Zorn. Sondern weil er sonst nie würde weitergehen können.
Der Schlachtplan war schnell ausgearbeitet. Er war einfach. Brutal. Endgültig.
Zu Ehren Agroniams würde Valleron es ihm gleichtun.
Kein Zögern.
Keine Gnade.
Nur Blut.
Es gab diesmal nur einen Schlachtplan.
Und er war derselbe, mit dem Agroniam einst die Insel betreten hatte.
Der Wille war klar.
Der Preis egal.
Er wählt den Weg des Ersten – kompromisslos, erbarmungslos.
Für den Entfesselten.
Für Agroniam.
Für sein Vermächtnis.

Tagelang hatten sie die Insel im Nebel von den Orphidianer befreit.
Schritt für Schritt, Blutspur um Blutspur. Heilige Statuen der Schlangenbrut stürzten, zerbarsten unter Feuer und Stahl.
Brücken, die einst dem Feind gedient hatten, wurden niedergerissen – und dort, wo es nötig war, neu errichtet. Jeder Sieg war teuer erkauft,
jeder Vorstoß tiefer ins Innere der Insel ein weiterer Schnitt in ein Land, das sich mit Zähnen und Gift wehrte.
Schließlich führte die Spur des Widerstands in eine gewaltige Höhle, tief unter dem Leib der Insel verborgen. Der Weg dorthin war lang,
finster und von der feuchten Stille alter Zeit durchzogen.
Am Ende dieses Ganges wartete der Anführer der Orphidianer – "roter Kommandant" nannte sie ihn, und er war nicht allein.
Bei ihm standen bereits die Streiter Solgards, abwartend. Und die Fraktion aus Nebelhafen.
Feinde, Beobachter, Geier.

Agroniam trat rasch vor, ohne zu zögern.
Es waren nur wenige Worte, die zwischen ihm und dem roten Kommandanten gewechselt wurden. Kein Handel. Kein echtes Zögern.
Dann eine Finte – schnell, präzise, gnadenlos. Agroniam trat am Gegner vorbei und rammte ihm von hinten den Dolch zwischen die Rippen.
Der Anführer der Orphidianer sackte zusammen, ohne große Gegenwehr.
Tot. Der Kopf der Schlange war gefallen.
Und für einen Augenblick schien alles entschieden.

Doch dann griff Serafim ein.
Serafim, der aus Sicht der blender Solgards eine ähnliche Rolle einnahm wie Agroniam in Surom. Lange hatte er sich zurückgehalten, fast feige.
Er hatte wohl gehofft, das heilige Artefakt der Orphidianer würde Agroniam töten, sobald dieser es an sich nahm.
Doch das Gegenteil trat ein: Die Macht des Artefakts floss in Agroniam wie ein entfesselter Strom, verstärkte ihn, verzerrte ihn – machte ihn gefährlicher denn je.
Erst da erkannte Serafim seinen Fehler.
Der Kampf zwischen den beiden war von einer Wucht, wie Valleron sie selten erlebt hatte. Stahl traf auf Macht, Wille auf Wille. Die Höhle bebte unter ihren Schlägen.
Doch je länger der Kampf dauerte, desto deutlicher wurde: Beide wurden schwächer. Blut, Erschöpfung, Risse in der Konzentration.
Und dann… kam etwas anderes.
Aus den Tiefen des Abgrunds erhob sich der "Uralte Tod".
Ein Wesen aus Flüstern und Leere, kaum greifbar, kaum sichtbar. Es war mehr Ahnung als Gestalt, mehr Ende als Anfang. Ungewissheit.
In einem Augenblick, der sich jeder Logik Vallerons entzog, berührte es Agroniam – und Serafim gleich mit ihm.
Beide zerfielen zu Staub. Ohne Müh und Not.
So sah es zumindest aus.
Noch bevor jemand eingreifen oder gar begreifen konnte, was geschehen war, verschwand das Wesen wieder in der Tiefe der Schlucht. Mit dem Artefakt.
Jedoch mit einer deutlichen Botschaft...
Dann brach das Chaos aus.
Zwischen Surom und Solgard entflammte ein kurzer, wilder Kampf. Doch Solgard zog sich hastig zurück – und das wohl mit Recht.
Denn kurz darauf strömten die verbliebenen Orphidianer aus allen Seiten in die Höhle. Rasend vor Wut. Ohne Führung, ohne Ordnung, nur noch mit einem Ziel vor Augen.
Der Rückzug war nun auch für die Streiter aus Surom unausweichlich. Und zum Glück erkannten sie dies auch sogleich.
Valleron warf einen letzten Blick zurück. Dorthin, wo Agroniam gestanden hatte.
Er war sich nicht sicher, was er sah. Staub. Ein Überbleibsel? Oder doch nur der Wunsch, dass etwas geblieben war.
Es blieb keine Zeit nachzusehen.
Valleron blieb der Letzte. Immer. Er deckte den Rückzug, hielt den Rücken frei, zwang jeden Schritt nach vorn mit Gewalt. Niemals mit dem Rücken zum Gegner.
Niemand sollte und durfte zurückbleiben.
Doch der Abend forderte ein zweites Opfer.
Bjornar.
Der lebensfrohe, starke und loyale Barbar fiel den Scharen der Orphidianer zum Opfer. Valleron sah aus der Ferne, wie Bjornar kämpfend in der Masse verschwand..
Wie er noch einen, dann zwei, dann drei Gegner mit sich riss, bevor er unterging. Überrannt. Erdrückt.
In Ehre gefallen.
Gestorben, damit andere fliehen konnten.
Draußen, im fahlen Licht des Nebels, welcher sich langsam zu lichten schien, kam das Ausmaß erst langsam an. Schweigen. Leere. Fragen, auf die es keine Antworten gab - Noch nicht..
Während der Rückfahrt zog sich Valleron zurück, mal wieder. Die Tage vergingen auf dem Schiff. Tage des Grübelns. War Agroniams Tod Teil eines Plans? War es der Wille des Entfesselten?
Valleron zweifelte nicht – aber er verstand es auch einfach nicht, egal wie intensiv er sich auch mit den Gedanken befasste.
Und das ließ ihm absolut keine Ruhe.
Immer wieder kehrten seine Gedanken zu der Stelle in der Höhle zurück. Zu dem Moment. Zu dem Staub. Zu dem Gefühl, dass dort vielleicht… noch etwas war.
Nach Gesprächen mit Fürstin Marleen, nach den stillen Zusprüchen Sorshas, wurde ihm klar:
Er musste zurück.
Nicht aus Trotz. Nicht aus Zorn. Sondern weil er sonst nie würde weitergehen können.
Der Schlachtplan war schnell ausgearbeitet. Er war einfach. Brutal. Endgültig.
Zu Ehren Agroniams würde Valleron es ihm gleichtun.
Kein Zögern.
Keine Gnade.
Nur Blut.
Es gab diesmal nur einen Schlachtplan.
Und er war derselbe, mit dem Agroniam einst die Insel betreten hatte.
Der Wille war klar.
Der Preis egal.
Er wählt den Weg des Ersten – kompromisslos, erbarmungslos.
Für den Entfesselten.
Für Agroniam.
Für sein Vermächtnis.
