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Eine Botschaft an die Bürger Suroms

Verfasst: 11 Mai 2026, 09:15
von Nighean
Der Regen hatte bereits begonnen, als sich die schweren Tore des Tempelbezirks langsam schlossen. Kalter Wind strich durch die steinernen Gassen Neu-Suroms und ließ die Flammen der wenigen Laternen flackern. Zwischen den Schatten bewegte sich eine einzelne Gestalt lautlos durch die Nacht.
 
Kahlhäuptig und schweigend. Die Haut seines Körpers von unzähligen Runen gezeichnet, manche gestochen, manche eingebrannt, andere wie alte Narben in das Fleisch geschnitten. Seine bloßen Füße glitten beinahe lautlos über den nassen Stein, während er ein zusammengerolltes Pergament dicht an seiner Brust hielt.
 
Vor den Tavernen verweilten Gespräche nur für einen Augenblick. Händler schwiegen. Selbst jene, die dem Glauben fern standen, sahen ihm mit jener sonderbaren Mischung aus Furcht und Ehrfurcht hinterher, die seine Gegenwart stets mit sich brachte.
 
Er sprach nie und er verlangte nie etwas.
 
Schließlich erreichte er das Schwarze Brett nahe des zentralen Platzes am Rathaus. Langsam entrollte er das Schreiben und befestigte es sorgfältig am Holz. Danach trat er einen Schritt zurück und verharrte regungslos im Regen, als würde er darüber wachen, dass die Worte ihren Weg zu den Augen der Menschen fanden.
 
Erst dann wandte er sich schweigend ab und verschwand wieder zwischen den Mauern Suroms.

 
An die Gläubigen des Entfesselten,
an die Diener des Glaubens,
an jene, die im Schatten Erkenntnis suchen.

 
Nach bestandener Prüfung wird Virelith Xalithra im Tempel des Entfesselten die Weihe zur Priesterin empfangen.
 
Am zweiten Tage der Woche, zur achten Abendstunde, sollen die Tore des Tempels geöffnet sein für jene, die diesem bedeutenden Schritt beiwohnen wollen.
 
Die Weihe einer Stimme ist nicht allein ein Schritt für die Erwählte selbst. Sie ist ein Zeichen dafür, dass der Glaube fortbesteht, selbst in Zeiten der Zweifel und der Dunkelheit.
 
Mögen jene erscheinen, die Zeugen dieses Augenblickes sein wollen.
 
Treue und Unterwerfung dem EINEN.
 
Nighean
Stimme des Zirkels

Re: Eine Botschaft an die Bürger Suroms

Verfasst: 11 Mai 2026, 19:19
von RPG Rakh Hednar
Aus der Ferne blicken nahe des Lagerfeuers Suroms die dunklen Augen des Druiden in Richtung des schwarzen Brettes.
Dort wo stetig allerlei Fleisch die Aushänge und Pergamente betrachtete, schien sich neue Kunde zu verbreiten.

Die Worte der Handelssprache. Wie so oft. Unverständlich. Wilde Kritzeleien fremden Fleisches. Unfähigkeit nachgesagt die Sprachen zu erlernen.
Hat doch der Druide selbst sich der Verständigungsmaßnahmen unterzogen, um in der alten Sprache der Magokraten Gehör zu finden.

So also soll es sein. Wieder wird ein Übersetzer benötigt. Wieder wird übersetzt.
Die Worte der Schrift überdenkend führen die schweren Schritte wieder hin zum Lagerfeuer.

"E'ro Wo'lo, Mòrkral."  
(Eine Weihe, Mòrkral.)

Hednar sprach zu den Wurzeln, allein wirkend für viele.

"Hednar laek bor Todvor tklar rärsou r'klk dotiklk, Mòrkral." 
(Hednar hat den Tempel schon länger nicht besucht, Mòrkral.)

Nur das Wehen der Grashalme und ein Knistern innerhalb des Feuers standen dem Druiden Antwort.
Ein Nicken.

"Sa aerta tarr ot to'r."
(So also soll es sein.)

Aus den letzten Besuchen ergab sich für Hednar erneut eine schwerwiegende Aufgabe. Meditation. Langsamkeit. Nur nicht so hastig.
Dann erhebt er sich. Ein letzter Blick zum Lagerfeuer.

Die Pflanzen rufen.


Und Hednar wird antworten.

Re: Eine Botschaft an die Bürger Suroms

Verfasst: 12 Mai 2026, 00:34
von Virelith Xalithra
Als Virelith in der Stadt am Aushang vorbei kam und die Menschen dort stehen sah, 
betrachtete auch sie es kurz mit einem Lächeln. Dann machte sich die junge Frau wieder auf den Weg zur Gemeinschaft
und unterrichtete Diese davon. 

Die Gemeinschaft wuchs und festigte sich immer mehr und mehr. 
So sollte der Tag der Weihe auch ein Tag für die Gemeinschaft werden.

Dann lies sie ihre Feder über das Pergament, auf dem Tisch liegend, schwungvoll mit ihrer Hand einige Worte verfassen.
Ehe jenes auf den Platz gelegt wurde, so das jedes Mitglied es lesen konnte.