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[Darla d'Cressen & Khul Gathol] Aushang Lavalotus

Verfasst: 10 Feb 2026, 15:58
von Gi'al
Ein offizielles Schreiben wird in Deshineth, der Sprache der dunklen Elfen aufgesetzt und an dem Anschlagbrett vom Zin'Sharil sowie der Bank und weiteren prominenten Orten von Darla d'Cressen angebracht.
Ein paar weitere Aushänge finden ihren Weg zu den Unterreichs-Eingängen und auch nach Khul Gathol - sogar in der allgemeinen Sprache für jeden klar verständlich.


Im Auftrag der Ilharess wird verkündet:

Der Lavalotus ist ein Gut des Unterreichs. Seine Zucht, Ernte und Verwendung unterliegen allein der Ordnung der Tiefe.
Jeglicher Verkauf, Tausch, Geschenk oder sonstige Weitergabe des Lavalotus an das Oberreich oder an dessen Bewohner ist ohne
Zustimmung verboten. Eine zweckgebundene Einigung mit den Hargluken[Zwergen] erfolgte und diese haben sich ebenso daran zu halten.

Wer diesem Verbot zuwiderhandelt, macht sich des Verrats schuldig. Herkunft, Rang oder Haus bieten keinen Schutz.
Jeder Verstoß wird verfolgt sowie jeder Handel aufgedeckt. Die Schuldigen werden aufgespürt,
zur Rechenschaft gezogen und bestraft, wie es der Wille der Ilharess bestimmt.

Re: [Darla d'Cressen & Khul Gathol] Aushang Lavalotus

Verfasst: 11 Feb 2026, 10:34
von Dulgat
*Eine Blume? Eine verfluchte Scheißblume? Dulgat saß auf der Bank in Nebelhafen, er saß gerne dort, und sah den Umgis bei ihrem Treiben zu. Wie sie emsig und voller Hast an ihm vorbeieilten, keine Zeit für ein Wort des Grußes, keine Zeit für einen kleinen Plausch. Stets waren sie in Eile. Rasch hierhin, schnell dorthin. Immer auf der Jagd nach ein paar Groschen. Groschen! Einst war der kleine Duerga auch hinter dem großen Schatz her. Seine Kammern waren voll mit Gold, Juwelen und Geschmeide, doch lehrte ihn das Leben unter den verschiedenen Menschen, dass das Gold vergänglich war. Nur ein dummes Symbol, um sich selbst zu profilieren. Es hatte keinen Mehrwert, als dass es schwer in den Taschen lag. Ihm wurde klar, dass Wissen mehr wert war als alles Gold auf der ihnen bekannten Welt. Die jüngsten Ereignisse um die Flucht aus der alten Heimat zeigten ihm umso deutlicher, dass Gold niemals ein Ersatz sein konnte für Wissen und Freundschaft. Und so saß er da und schüttelte den Kopf. Kurz zuvor war er in Cressen durch die Straßen geschlendert und dabei wurde er auf den Aushang aufmerksam. Eine gottverfluchte Blume wollen sie ihr eigen nennen. Warum? Es war nur eine verfluchte Blume! Er selbst hatte schon einige von ihnen verschenkt. Verschenkt um seinen Stand bei einigen Personen zu festigen. Um sich, wie würden die Umgis sagen? Anzubiedern! Sicher war sie nicht von Lloth gegeben, warum auch? Was sollte sich Lloth, die Spinnengöttin, aus einer Blume, welche in der Dunkelheit und nur in der Nähe von Lava gedieh, schon machen? Würde sie in die Nähe einer solchen Blume tippeln, würden vermutlich ihre kleinen Beinchen verbrennen und sie würde wild zappelnd ohne Beine am Boden liegen. Wenn jemand diese Blume ins Unterreich brachte, dann doch wohl eher einer der Götter der Dawi. Vielleicht war es Throin, welchen die Dawi als Gott des Feuers und des Kampfes ansahen und welcher der einzige Gott war, an den Dulgat noch glaubte. Denn kämpfen musste diese kleine Blume hier unten, um zu bestehen. Oder war es einfach nur, weil die Drow glaubten, dass ihnen einfach alles, aber auch wirklich alles im Unterreich gehörte? Solange lebte er nun schon unter den Ilhytiiri, um sich dessen gewahr zu werden. Es war die Ilharess, welche das Haus Filifar vor Mizrae beherrschte, welche den kleinen Duerga in ihr Haus ließ. Ihr schwor er ewige Treue. Doch sie war nicht mehr, und so sagte sich der Duerga, dass er jedoch zumindest dem Haus Filifar treu verbunden war. Doch war das Haus Filifar nicht mehr, was es einst gewesen war. Es gab nicht viele Drow, denen er dort unten noch vertraute, die Werte Belszerion, um vielleicht eine zu nennen. Ihr würde er ohne zu zögern sein Leben anvertrauen und seines für sie geben. Zurück unter den Berg konnte er nicht, wollte er auch nicht. Auch wenn er sich in den letzten Monaten dem König unter dem Berge und seinem Volke, dank einer gewissen Person, wieder angenähert hat. Doch war dies nicht, um wieder unter ihnen zu leben, dies hatte einen anderen Grund. Er würde Zond fragen, wie er zu den Blumen stand. So wie es in dem Schreiben stand, gab es wohl ein Abkommen mit den Dawi.  Er wollte in Erfahrung bringen, wie dies zustande kam. Dawi, die sich mit Drow einig wurden. Pah! Er spuckte auf den Boden. Doch wollte er sich darüber nun keine Gedanken machen. Diese Blumen. Warum also wollten die Ilhytiiri sie so unglaublich sehr für sich, wie es schien? Warum wollte die Ilharess einzig und allein darüber bestimmen, wer sie erhalten sollte? Er würde sich gegen Abend ins Unterreich aufmachen, vielleicht würde er die Ilharess antreffen. Auch sie war wie die Umgis. Er sah sie nur kurz und wenn, dann redete sie nicht viel. Doch wenigstens hatte sie immer Zeit für ein Vendui!*

Re: [Darla d'Cressen & Khul Gathol] Aushang Lavalotus

Verfasst: 13 Feb 2026, 09:46
von Zond Goldhammer
Im Thronsaal Khul Gathols

Das Schreiben aus dem Schatten lag auf dem Tisch des Khad'arin. Schwarze Tinte, schwarze Worte und ein unbekanntes Ausmaß.
 
Der Lavalotus

Eine Pflanze, geboren aus Hitze und Stein, aus dem Blute Karaz selbst - der Lava, die nur in seiner Heimat, dem heiligen Berg seine volle Entfaltung preisgibt. Diese beanspruchen die Dunkelelfen nun für sich. Zonds Finger verweilten auf den Zeilen und mit einem Schnauben spricht er die Worte aus: "Ein Gut des Unterreichs..."

Wenn Lava zur Tiefe des Berges gehört, dann gehört der Lotus zu Khul Gathol. Doch ein Satz ließ ihn innehalten. "Eine zweckgebundene Einigung erfolgte..." - Die Stirn zeigt tiefe Falten und das Schnauben wurde zu einem Grollen.

Kein Gesandter wurde empfangen, kein Abkommen lag in den Archiven, kein Siegel trug seine Zustimmung - es ist ausgeschlossen.

Ein Bericht der Stadtwache

Bruder Lanosch sei seit Tagen nicht zurückgekehrt. 

Wenn jemand im Namen Khul Gathols sprach, dann der Bar'Darzol oder Zond selbst. Das war kein Missverständnis. Wer weiß mit welcher List sie den Dawi überwältigt hatten. Lag er womöglich im Netz der Spinne? Die Spinnenmutter ließ kein Versuch aus, um dem Berg zu schaden. Einen einzelnen Bruder zu benutzen und das Wort des Berges in Frage zu stellen - ein plumper Versuch.

Zond selbst interessierte diese Pflanze nicht sonderlich. Hin und wieder sah er für einen Moment in die Tiefe der zähen Lavamasse, als könne er erkennen, wie das Magma darunter die Wallung in ihm nacheiferte. 

Was aus Lava geboren ist, gehört nicht jenen die im Schatten leben, sondern jenen, die im Feuer bestehen!