*Gerade erst hatte er die Taverne, „Zum kleinen Drachen“, welche er nun schon eine Weile bewirtete, geöffnet. Er war gerade dabei, mit seinem Schankwirt ein paar Dinge zu besprechen, als auch schon der erste Gast in die Taverne stolperte. Ein hagerer Mann, mit einem Stock in der Hand, ein Fuzzler musste er wohl sein. Dulgat kannte ihn nicht persönlich, doch wusste er, dass sein Name Radesvald war, einer dieser Liebhaber von Gehölzen und Pilzen. Sie waren ihm und einer kleinen Gruppe von Personen im Wald begegnet, als sie auf der Suche nach neuen Sklaven für das Unterreich waren.
Anfangs wollte er nur ein Bier, doch kam schnell mit der Sprache heraus. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass Dulgat alles besorgen könne, was das Herz begehre, so sei ihm zu Ohren gekommen, sagte Radesvald. Es schien, als ob er doch noch nicht ganz abgeschrieben sei auf der Welt. Sein Name schien noch Wert zu haben. Geschmeichelt fragte er sogleich, was er von ihm begehre.
Der Fuzzler kramte ein Buch hervor. Gebunden in dem Roten Leder, gefertigt aus der Haut eines Dämons, verziert mit Geschnörkel, welches dem der Dunkelelfen ähnelte. Als er die Seite aufschlug, wurde sein Verdacht bestätigt: Die Schrift in dem Buch – es war offensichtlich die Sprache der Dunklen. Viel konnte er nicht aus dem Text entziffern,so gut war sein Desinth nicht, doch behielt er das meiste erst einmal für sich. Dem Bittsteller warf er ein paar Brocken hin, um ihn bei der Stange zu halten; Dulgat wollte diesen Text.
Er willigte ein, zu versuchen, ihm eine Übersetzung zu beschaffen. Als Lohn wollte er jedoch kein Gold oder Edelsteine, nein, sein Lohn sollte etwas anderes sein. Radesvald stimmte zu und man wurde sich einig.
Sogleich machte sich der kleine Duerga auf den Weg in die Stadt der Ilhytiiri, um den Lagermeister aufzusuchen. Er würde dem Solen’lu’haren des ersten Hauses Filifar sicher nicht abschlagen, den Text zu übersetzen. Und so legte er dem Lagermeister das Buch vor und wartete auf die Übersetzung des niederen Drow!*
[WQ] Staub und Stille
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Re: [WQ] Staub und Stille
Eine Nachricht wird sowhl Tonya als auch Krothar überbracht. Zwei weitere Abschriften davon gehen an Bathor und Sigarda.
Sein heiliges Licht auf euren Pfaden,
Sein heiliges Licht auf euren Pfaden,
Geliebte Schwester – Statthalterin,
Geliebter Bruder – Heerführer,
Ich schreibe euch aus den jüngsten Ereignissen heraus. Mein Blick auf die Ereignisse ist verworren. Meine Gedanken für sinnvolles handeln scheinen getrübt. Mir fehlt gerade der Blick auf das große ganze. Die Tatenlosigkeit brennt sich in mein Fleisch wie Cataleyas Klinge einst.
Was können wir tun?
Was werden wir tun?
Gibt es Pläne für Sicherung des Reiches?
Gibt es Vorgehensweise dem Ursprung auf den Kern zu rücken?
Gibt es Vorgehensweise dem Ursprung auf den Kern zu rücken?
Die Schwerter des Ordens stehen dir zur Verfügung um die Menschen zu schützen.
Wir tragen Demütig das Licht des Herrn in die Lande um die neusten Feinde des Lebens in Ihre Dunkelheit zurück schicken. Voller Mut und aufrechtem Gang rücken wir aus um jenes zu bewahren was unsere Pflicht ist. Voller Eifer bringen wir die Schlachten zu Ende für die keines vorgesehen war.
Bis es weitere Informationen oder Anweisungen zum Vorgehen gibt,
wird der Orden sich damit befassen die Bevölkerung dabei zu unterstützen Vorräte anzulegen.
Ich werde auch mit Hauptmann Dervyn sprechen, ob wir unsere Gardisten besser Unterstützen können – entlasten. Erholung für Seele und Leib.
Wenn es irgendwo in den Institutionen an Ressourcen mangelt lasst es mich Wissen. Noch sind wir fähig zu handeln.
Im Namen des Ordens
Amarius
Priester des Herrn
Für den Herrn,
für Solgard,
für den König.
Für den Herrn,
für Solgard,
für den König.
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Re: [WQ] Staub und Stille
Bathor saß auf der alten Steinbank am Brunnen, den Blick auf die schimmernde Wasseroberfläche gerichtet, während der Platz sich allmählich füllte. Krieger mit blank geputzten Rüstungen, Magier mit ihren funkelnden Stäben und die vertrauten Brüder und Schwestern des Ordens sammelten sich für die große Jagd. Bruder Krotar, der Heerführer, hatte wie jede Woche zur Jagd gerufen – und in der Luft lag diese vertraute Mischung aus freudiger Erwartung und gespannter Vorbereitung.
Noch ehe Bathor ein Gebet sprechen konnte, hastete eine Stadtwache herbei. Der Mann war außer Atem, Schweiß glänzte auf seiner Stirn, und die Panik in seinen Augen schnitt wie ein Dolch. Er stammelte, stolperte über seine eigenen Worte, rang nach Luft: „Wir… werden… angegriffen!“ Seine Stimme zitterte, brach fast, und doch lag in ihr die Schwere einer Wahrheit, die niemand auf dem Platz überhören konnte.
Bruder Krotar erhob sich, seine Stimme donnerte über den Platz: „Zu den Waffen!“ Ohne Zögern griffen die Männer und Frauen zu Schwertern, Schilden, Stäben und Bögen. Bathor fühlte, wie sein Herz schneller schlug, als er sich erhob, den Griff um sein Schwert fester zog und gemeinsam mit den anderen zum Stadttor eilte.
Dort bot sich ein Bild des Grauens. Eine Horde Minotauren, riesig, furchteinflößend, war bereits über die Wachen hergefallen. Eisen prallte auf Eisen, Schreie hallten durch die Nacht, Blut färbte den Boden. Bathor stürmte in das Getümmel, sein junges Herz hämmerte, doch der Wille seines Glaubens trieb ihn vorwärts. Stahl blitzte, Schilde krachten – und die Luft schmeckte nach Schweiß und Eisen.
Nach endlosen Minuten des Kampfes schien sich der Sturm zu legen, doch dann kam er.
Eine dunkle Kugel, schwarz wie die tiefste Nacht, erschien zwischen den Reihen. Aus ihr brach eine Gestalt hervor – ein Minotaure, größer als alle anderen, die Haut von einem unheilvollen Glanz überzogen, die Augen voller roher, vernichtender Wut. Bathor spürte, wie seine Kehle trocken wurde. Dieses Wesen war kein gewöhnlicher Feind.
Egal, was die Krieger und Magier versuchten – Feuerbälle, Schwerthiebe, Pfeile – die Kreatur schritt unaufhaltsam vorwärts. Eine Stadtwache warf sich ihm entgegen, das Schwert erhoben, doch der Mut kostete ihn das Leben. Bathor konnte nur entsetzt zusehen, wie der Körper des Mannes zur Seite geschleudert wurde.
Sein Herz zog sich zusammen, als er seine Schwester Tonya erblickte. Sie wollte eingreifen, doch die Kreatur stieß sie wie ein Kind eine Puppe fort. Bathor schrie auf, doch als er sie erreichte, stellte er erleichtert fest: nur leicht verletzt, dem Herr sei gedankt!
Der Minotaure marschierte weiter, sein Ziel war klar – das Stadttor, das Herz Solgards. Als er unter das schwere Fallgitter trat, geschah das Unerwartete: Mit einem ohrenbetäubenden Krachen sauste es herab, die Zacken rammten sich tief in den Rücken der Bestie. Ein Brüllen zerriss die Nacht, und dann – Knut! Ausgerechnet Knut, der immer mit seiner Spitzhacke lachte und scherzte – stand hinter dem Gitter. Mit unerschütterlicher Entschlossenheit drosch er auf das Wesen ein, Schlag um Schlag, bis der gewaltige Körper zu Boden brach.
Stille legte sich über das Tor. Nur das Stöhnen der Verwundeten war zu hören. Bathor stand da, sein Schwert noch erhoben, die Hände zitternd, die Brust heftig atmend. Er fühlte die Erschöpfung, doch viel stärker die Fragen, die in ihm aufstiegen.
War das Zufall? Ein Angriff von Minotauren – und dann dieses dunkle Ritual, diese Kugel, die das Ungetüm gebar? Bathor erinnerte sich an den Kampf, welcher in den Bergen der Zwerge stattgefunden hat. Alles passte zu dem, was er heute gesehen hatte.
Unsicher, voller Zweifel und doch entschlossen, schwor Bathor sich in diesem Moment:
Er würde Antworten finden. Denn was heute geschehen war, war nur der Anfang.
Noch ehe Bathor ein Gebet sprechen konnte, hastete eine Stadtwache herbei. Der Mann war außer Atem, Schweiß glänzte auf seiner Stirn, und die Panik in seinen Augen schnitt wie ein Dolch. Er stammelte, stolperte über seine eigenen Worte, rang nach Luft: „Wir… werden… angegriffen!“ Seine Stimme zitterte, brach fast, und doch lag in ihr die Schwere einer Wahrheit, die niemand auf dem Platz überhören konnte.
Bruder Krotar erhob sich, seine Stimme donnerte über den Platz: „Zu den Waffen!“ Ohne Zögern griffen die Männer und Frauen zu Schwertern, Schilden, Stäben und Bögen. Bathor fühlte, wie sein Herz schneller schlug, als er sich erhob, den Griff um sein Schwert fester zog und gemeinsam mit den anderen zum Stadttor eilte.
Dort bot sich ein Bild des Grauens. Eine Horde Minotauren, riesig, furchteinflößend, war bereits über die Wachen hergefallen. Eisen prallte auf Eisen, Schreie hallten durch die Nacht, Blut färbte den Boden. Bathor stürmte in das Getümmel, sein junges Herz hämmerte, doch der Wille seines Glaubens trieb ihn vorwärts. Stahl blitzte, Schilde krachten – und die Luft schmeckte nach Schweiß und Eisen.
Nach endlosen Minuten des Kampfes schien sich der Sturm zu legen, doch dann kam er.
Eine dunkle Kugel, schwarz wie die tiefste Nacht, erschien zwischen den Reihen. Aus ihr brach eine Gestalt hervor – ein Minotaure, größer als alle anderen, die Haut von einem unheilvollen Glanz überzogen, die Augen voller roher, vernichtender Wut. Bathor spürte, wie seine Kehle trocken wurde. Dieses Wesen war kein gewöhnlicher Feind.
Egal, was die Krieger und Magier versuchten – Feuerbälle, Schwerthiebe, Pfeile – die Kreatur schritt unaufhaltsam vorwärts. Eine Stadtwache warf sich ihm entgegen, das Schwert erhoben, doch der Mut kostete ihn das Leben. Bathor konnte nur entsetzt zusehen, wie der Körper des Mannes zur Seite geschleudert wurde.
Sein Herz zog sich zusammen, als er seine Schwester Tonya erblickte. Sie wollte eingreifen, doch die Kreatur stieß sie wie ein Kind eine Puppe fort. Bathor schrie auf, doch als er sie erreichte, stellte er erleichtert fest: nur leicht verletzt, dem Herr sei gedankt!
Der Minotaure marschierte weiter, sein Ziel war klar – das Stadttor, das Herz Solgards. Als er unter das schwere Fallgitter trat, geschah das Unerwartete: Mit einem ohrenbetäubenden Krachen sauste es herab, die Zacken rammten sich tief in den Rücken der Bestie. Ein Brüllen zerriss die Nacht, und dann – Knut! Ausgerechnet Knut, der immer mit seiner Spitzhacke lachte und scherzte – stand hinter dem Gitter. Mit unerschütterlicher Entschlossenheit drosch er auf das Wesen ein, Schlag um Schlag, bis der gewaltige Körper zu Boden brach.
Stille legte sich über das Tor. Nur das Stöhnen der Verwundeten war zu hören. Bathor stand da, sein Schwert noch erhoben, die Hände zitternd, die Brust heftig atmend. Er fühlte die Erschöpfung, doch viel stärker die Fragen, die in ihm aufstiegen.
War das Zufall? Ein Angriff von Minotauren – und dann dieses dunkle Ritual, diese Kugel, die das Ungetüm gebar? Bathor erinnerte sich an den Kampf, welcher in den Bergen der Zwerge stattgefunden hat. Alles passte zu dem, was er heute gesehen hatte.
Unsicher, voller Zweifel und doch entschlossen, schwor Bathor sich in diesem Moment:
Er würde Antworten finden. Denn was heute geschehen war, war nur der Anfang.
- Tonya Darez
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Re: [WQ] Staub und Stille
Als sie durchs Stadttor schritt, und noch immer die Überreste des Minotauren sah, seufzte sie schwer.
In aller Aufregung war das unter gegangen und am gestrigen Tage war sie nicht aus der Stadt heraus gekommen. Nur ihr morgendlicher Ausflug nach Nebelhafen brachte es mit sich, dass sie mit der Reiserune eben vor der Stadt ankam.
Die vorhandenen Diensthabenden Wachen wurden dazu verdonnert, mit ihr ein Grab zu buddeln und das Vieh vor der Stadt in der Wüste zu verscharren.
Sie war sich nicht zu fein, sich die Finger schmutzig zu machen, aber die Ausmaße des Gegners waren so gewaltig, dass sie den Kadaver nicht hätte alleine schleppen können. Nicht mal mit einer Schubkarre.
So wurde am frühen Tag schon geschwitzt und geflucht, Sand geschippt und alles ordentlich wieder zu gemacht.
Anschließend wurde das Tor und die Strasse zum Tor sorgfältig mit Wasser und Putzmittel gereinigt.
Völlig verschwitzt kam sie nach einigen Stunden Arbeit endlich wieder zu Hause an.
Alle Wachen, die mitgeholfen haben, würden zur Mittagszeit eine ordentliche Portion Mittagessen und ein Pausenbier, sowie jeweils ein Stück Obst als Stärkung bekommen.
Zumindest Solgard war jetzt wieder sauber.
Von der Bedrohung mal ganz abgesehen.
Am gestrigen Abend hatte sie sich noch mit Radesvald und Zlata über die Situation ausgetauscht und weitere Pläne geschmiedet.
Am heutigen Abend würden alle versuchen, weitere Informationen zu bekommen, um letztlich irgendwas erreichen zu können.
Sie wusste, dass sie ein Wagnis einging, und das das, was sie vor hatte, nicht bei allen auf Verständnis stoßen würde.
Aber sie konnte nicht anders. Sie würde nicht tatenlos zusehen, wie diese Bedrohung immer größer und größer wurde.
In aller Aufregung war das unter gegangen und am gestrigen Tage war sie nicht aus der Stadt heraus gekommen. Nur ihr morgendlicher Ausflug nach Nebelhafen brachte es mit sich, dass sie mit der Reiserune eben vor der Stadt ankam.
Die vorhandenen Diensthabenden Wachen wurden dazu verdonnert, mit ihr ein Grab zu buddeln und das Vieh vor der Stadt in der Wüste zu verscharren.
Sie war sich nicht zu fein, sich die Finger schmutzig zu machen, aber die Ausmaße des Gegners waren so gewaltig, dass sie den Kadaver nicht hätte alleine schleppen können. Nicht mal mit einer Schubkarre.
So wurde am frühen Tag schon geschwitzt und geflucht, Sand geschippt und alles ordentlich wieder zu gemacht.
Anschließend wurde das Tor und die Strasse zum Tor sorgfältig mit Wasser und Putzmittel gereinigt.
Völlig verschwitzt kam sie nach einigen Stunden Arbeit endlich wieder zu Hause an.
Alle Wachen, die mitgeholfen haben, würden zur Mittagszeit eine ordentliche Portion Mittagessen und ein Pausenbier, sowie jeweils ein Stück Obst als Stärkung bekommen.
Zumindest Solgard war jetzt wieder sauber.
Von der Bedrohung mal ganz abgesehen.
Am gestrigen Abend hatte sie sich noch mit Radesvald und Zlata über die Situation ausgetauscht und weitere Pläne geschmiedet.
Am heutigen Abend würden alle versuchen, weitere Informationen zu bekommen, um letztlich irgendwas erreichen zu können.
Sie wusste, dass sie ein Wagnis einging, und das das, was sie vor hatte, nicht bei allen auf Verständnis stoßen würde.
Aber sie konnte nicht anders. Sie würde nicht tatenlos zusehen, wie diese Bedrohung immer größer und größer wurde.
Re: [WQ] Staub und Stille
Was ursprünglich als lose Idee geboren wurde vertiefte sich nun immer mehr zu einem handfesten Vorhaben.
Dieser Mistkerl sitzt auf Informationen. Informationen, die uns definitiv weiterhelfen werden und manchmal, ja manchmal muss man eben seines eigenen Glückes Schmied werden. Kaum einer weiß das besser als er selbst.
Das Ziel ist klar, die Lage offen. Man geht Tag ein, Tag aus daran vorbei und doch ist es für die meisten unsichtbar, sogar für ihn - bis jetzt.
Als Rou gestern von ihm zu einem Gespräch gebeten wurde nutzte man die Gunst der Stunde um sich, während man vermeintlich wartet, einen genaueren Überblick zu verschaffen.
2 Stockwerke, eine Doppeltüre und Fenster unten.
Schmale Stufen führen in das Obergeschoß, das von einer Einzeltüre und zwei Wachen abgeschirmt wird.
Ein nerviges Kind, dass offenbar nichts besseres zu tun hat als ständig dort herumzulungern.
Das Haus ist an einem Hang gebaut worden. Ein Hang, der sich vom Hafenviertel aus prächtig beobachten ließ und wie es das Schicksal für ihn vorgesehen hat ist die Türe samt Bewachung auch noch genau am Hang, frei zur Beobachtung.
Und wie es der Zufall so will hatte er erst kürzlich die Schlüssel für eines dieser Hausboote erhalten, auf dessen Dach man mit einem Fernglas wunderbar die Sachlage beobach...
"Was tust du da?"
Reißt ihn die helle Frauenstimme plötzlich aus den Gedanken. Im ersten Moment schaut er sicher ertappt drein, ehe er direkt eine Ausrede parat hat.
"Ich beobachte, ob Dunkelelfen über die neue Treppe zum Zentrum in den Hafen schleichen. Schau."
Er überlässt ihr das Fernglas und nach einigen "Oohs" und "Aahs" wird der Frau das Beobachten sichtlich zu langweilig und sie widmet sich wieder der Einrichtung des Hausbootes unten - nicht jedoch ohne ihn noch für seine... aufopfernden Wachdienste zu loben.
So hat das Unterfangen gleich einen positiven Nebeneffekt - er muss nicht beim einrichten helfen.
Zurück zum Wesentlichen; mit Zuhilfenahme des Fernglases wird weiterhin und die nächsten Tage konsequent beobachtet:

Dieser Mistkerl sitzt auf Informationen. Informationen, die uns definitiv weiterhelfen werden und manchmal, ja manchmal muss man eben seines eigenen Glückes Schmied werden. Kaum einer weiß das besser als er selbst.
Das Ziel ist klar, die Lage offen. Man geht Tag ein, Tag aus daran vorbei und doch ist es für die meisten unsichtbar, sogar für ihn - bis jetzt.
Als Rou gestern von ihm zu einem Gespräch gebeten wurde nutzte man die Gunst der Stunde um sich, während man vermeintlich wartet, einen genaueren Überblick zu verschaffen.
2 Stockwerke, eine Doppeltüre und Fenster unten.
Schmale Stufen führen in das Obergeschoß, das von einer Einzeltüre und zwei Wachen abgeschirmt wird.
Ein nerviges Kind, dass offenbar nichts besseres zu tun hat als ständig dort herumzulungern.
Das Haus ist an einem Hang gebaut worden. Ein Hang, der sich vom Hafenviertel aus prächtig beobachten ließ und wie es das Schicksal für ihn vorgesehen hat ist die Türe samt Bewachung auch noch genau am Hang, frei zur Beobachtung.
Und wie es der Zufall so will hatte er erst kürzlich die Schlüssel für eines dieser Hausboote erhalten, auf dessen Dach man mit einem Fernglas wunderbar die Sachlage beobach...
"Was tust du da?"
Reißt ihn die helle Frauenstimme plötzlich aus den Gedanken. Im ersten Moment schaut er sicher ertappt drein, ehe er direkt eine Ausrede parat hat.
"Ich beobachte, ob Dunkelelfen über die neue Treppe zum Zentrum in den Hafen schleichen. Schau."
Er überlässt ihr das Fernglas und nach einigen "Oohs" und "Aahs" wird der Frau das Beobachten sichtlich zu langweilig und sie widmet sich wieder der Einrichtung des Hausbootes unten - nicht jedoch ohne ihn noch für seine... aufopfernden Wachdienste zu loben.
So hat das Unterfangen gleich einen positiven Nebeneffekt - er muss nicht beim einrichten helfen.
Zurück zum Wesentlichen; mit Zuhilfenahme des Fernglases wird weiterhin und die nächsten Tage konsequent beobachtet:
- Wann und ob die Bewachung wechselt oder das Obergeschoss des Hauses sich selbst überlässt
- Wann und ob der Hausherr Tages- und Uhrzeiten hat, an denen er das Obergeschoss des Hauses regelmäßig verlässt
- Ob regelmäßiger Besuch im Obergeschoss aufschlägt
- Wann dieses Kind endlich verschwindet

Re: [WQ] Staub und Stille
Die Zeit war gekommen. Torres hat das Gebäude mit samt seinen Wachen verlassen - jetzt oder nie. Ob das nervige Kind dort herumsitzt war ungewiss, aber auch egal.
Die Zwischenzeit hat er genutzt um Kleidung im Stil der Greifen zu ändern. Ein Grün, das ihrem zum verwechseln ähnlich sieht für das Oberteil und die Mütze.
Braune Hosen, braune Stiefel, eine Umhängetasche und eine Schriftrolle in der Hand.
Der perfekte Bote der Greifen! Hoffentlich. Mit raschen, völlig konträr zur eigenen Haarfarbe gefärbten Haaren und leicht gesenktem Blick macht er sich samt Tarnaufmachung auf den Weg zum Haus des Bürgermeisters.
In seiner Umhängetasche führt er ein Seil, Dietriche, einen Dolch, eine Maske, Glimmstängel und eine Reiserune, die ihm später zur Flucht dienen sollte, bei sich

Alles ist ruhig, kaum jemand da. Von Torres nichts zu sehen - und da sitzt er, Harvi.
Mit der Selbstverständlichkeit eines Greifenboten und dem Gebahren, als gehöre man zum Inventar will man das Büro des Bürgermeisters betreten.
Natürlich hat dieser Bengel nichts besseres zu tun als dort zu sitzen und einen sofort mit nervigen Fragen zu löchern.
"He, möchtest du zu Torres?"
"Sind das Briefe?"
Er wollte einfach nur vorbeigehen, greift sich mit der rechten Hand beim grüßenden Nicken an die Mütze um den jungen einen klaren, direkten Blick auf das eigene Gesicht zu verwehren - für nichts.
"Ich habe etwas für den Bürgermeister."
"Wieso bekommt er soviele Briefe?"
Verfluchtes Kind.
"Immer so viele Briefe, so viele Wachen. So viele grimmige, böse Gesichter!"
"Er ist ein wichtiger Mann."
Halt endlich den Mund. Und mit dem Gedanken geht er die paar Stufen zur Tür empor, aus dem Sichtfeld von Harvi.
"Er ist nicht da!"
Ruft das Kind noch.
"Dann hinterlasse ich es ihm!"
Entgegnet er enerviert, ehe er die Türe zum Büro hinter sich wieder schließt. Das Kind verschwindet, unwissend für den falschen Boten, für einen kurzen Moment gelangweilt zum Dorfzentrum.
Im Untergeschoss sieht er sich flüchtig um, ein halb leeres Glas steht noch auf einem kleinen Tisch, einige Schriftstücke, die nach kurzer Inspektion unwichtig erscheinen. Es war vor kurzem noch jemand hier.
Der Herzschlag beschleunigt sich, Adrenalin pumpt während des Unterfangens durch seine Adern. Er steht still und lauscht, ob sich im Obergeschoss etwas tut - nichts, absolute Stille.
Ein tiefer Atemzug und er geht langsam die Treppen empor, lugt um die Ecke, wo man sonst die Greifenwachen erblicken würde, doch da ist..niemand.
Eilig bewegt er sich auf die Türe zu und holt einen Dietrich aus seiner Umhängetasche, mit dem er sich sofort daran macht das Schloss zu öffnen, das rechte Ohr ist dem Schloss auf dessen Höhezugewandt und er kneift die Augen leicht zu. Horcht und spürt, wie sich die Schlossbolzen durch den Druck des kleinen Dietrichhakens bewegen. Immer wieder wird eine leichte Drehung versucht, prüfend, ob die Sperrbolzen die richtige Position haben.

Währenddessen muss Harvi zurückgekehrt sein und beginnt ein Lied zu singen - irgendetwas von Kuhkriegern und Donnermilch. Lautstark und in der Situation nervenaufreibend. Dem Blick des falschen Botens nach verflucht er den Bengel gerade auf unaussprechliche Weise.
Das durch seine Adern pumpende Blut sorgt in seinen Ohren für sehr dezentes Meeresrauschen, was ihn, zusammen mit dem Geplärre von Harvi länger für das Schloss brauchen lässt, als angedacht.
Letztlich lässt sich das Schloss dann aber doch drehen und der Weg nach innen ist frei. Die Tür wird rasch geöffnet und hinter sich direkt wieder geschlossen.
Im Inneren fallen direkt unzählige, leere Flaschen auf, die für Verwunderung sorgen - der Bürgermeister hat wohl ein ernsthaftes Problem.

Mit einem dezenten Kopfschütteln wird sich wieder auf das Wesentliche konzentriert und er verschafft sich einen groben Überblick über den Raum - und prompt fällt da ein Haufen aus Schriftrollen und Büchern auf. Raschen Schrittes steuert er darauf zu, nimmt auf dem Hocker davor platz und beginnt sich durch die Informationen zu wühlen.

Draußen hört man wieder den Schreihals, der sich plötzlich anfängt zu fragen, ob der vermeintliche Bote noch da ist.
"Briefbotenmann?"
"Briefbotenmaaaann?"
Er wird doch nicht..? Und da hört man schon, wie die kleinen Griffel die Türe öffnen. Wie dreist kann man sein?!

Kurze Stille, lauschen. Kommt er etwa hoch?
Kleine Schritte tragen den Bengel über den Holzboden Richtung Treppen.
Mit wachsendem Tempo werden die Schriftstücke dann durchsucht, zwei erhaschen dabei besondere Aufmerksamkeit und werden ohne groß zu lesen eingesteckt, der Briefkopf hat offenbar schon gereicht.
Man hört, wie Harvi indes die Stufen erklimmt und immer wieder nachfragt. Die Frage, ob das Kind so dreist sein wird und auch hier her versucht reinzukommen stellt er sich inzwischen gar nicht mehr.
Er greift nach einem Glimmstengel in seiner Umhängetasche, entzündet diesen, nimmt ein, zwei Züge und lässt ihn dan auf den Teppich fallen, ehe er dann nach seiner Reiserune greift, um sie zur Flucht zu aktivieren, während Harvi schon vor der Türe steht...

Die Zwischenzeit hat er genutzt um Kleidung im Stil der Greifen zu ändern. Ein Grün, das ihrem zum verwechseln ähnlich sieht für das Oberteil und die Mütze.
Braune Hosen, braune Stiefel, eine Umhängetasche und eine Schriftrolle in der Hand.
Der perfekte Bote der Greifen! Hoffentlich. Mit raschen, völlig konträr zur eigenen Haarfarbe gefärbten Haaren und leicht gesenktem Blick macht er sich samt Tarnaufmachung auf den Weg zum Haus des Bürgermeisters.
In seiner Umhängetasche führt er ein Seil, Dietriche, einen Dolch, eine Maske, Glimmstängel und eine Reiserune, die ihm später zur Flucht dienen sollte, bei sich

Alles ist ruhig, kaum jemand da. Von Torres nichts zu sehen - und da sitzt er, Harvi.
Mit der Selbstverständlichkeit eines Greifenboten und dem Gebahren, als gehöre man zum Inventar will man das Büro des Bürgermeisters betreten.
Natürlich hat dieser Bengel nichts besseres zu tun als dort zu sitzen und einen sofort mit nervigen Fragen zu löchern.
"He, möchtest du zu Torres?"
"Sind das Briefe?"
Er wollte einfach nur vorbeigehen, greift sich mit der rechten Hand beim grüßenden Nicken an die Mütze um den jungen einen klaren, direkten Blick auf das eigene Gesicht zu verwehren - für nichts.
"Ich habe etwas für den Bürgermeister."
"Wieso bekommt er soviele Briefe?"
Verfluchtes Kind.
"Immer so viele Briefe, so viele Wachen. So viele grimmige, böse Gesichter!"
"Er ist ein wichtiger Mann."
Halt endlich den Mund. Und mit dem Gedanken geht er die paar Stufen zur Tür empor, aus dem Sichtfeld von Harvi.
"Er ist nicht da!"
Ruft das Kind noch.
"Dann hinterlasse ich es ihm!"
Entgegnet er enerviert, ehe er die Türe zum Büro hinter sich wieder schließt. Das Kind verschwindet, unwissend für den falschen Boten, für einen kurzen Moment gelangweilt zum Dorfzentrum.
Im Untergeschoss sieht er sich flüchtig um, ein halb leeres Glas steht noch auf einem kleinen Tisch, einige Schriftstücke, die nach kurzer Inspektion unwichtig erscheinen. Es war vor kurzem noch jemand hier.
Der Herzschlag beschleunigt sich, Adrenalin pumpt während des Unterfangens durch seine Adern. Er steht still und lauscht, ob sich im Obergeschoss etwas tut - nichts, absolute Stille.
Ein tiefer Atemzug und er geht langsam die Treppen empor, lugt um die Ecke, wo man sonst die Greifenwachen erblicken würde, doch da ist..niemand.
Eilig bewegt er sich auf die Türe zu und holt einen Dietrich aus seiner Umhängetasche, mit dem er sich sofort daran macht das Schloss zu öffnen, das rechte Ohr ist dem Schloss auf dessen Höhezugewandt und er kneift die Augen leicht zu. Horcht und spürt, wie sich die Schlossbolzen durch den Druck des kleinen Dietrichhakens bewegen. Immer wieder wird eine leichte Drehung versucht, prüfend, ob die Sperrbolzen die richtige Position haben.

Währenddessen muss Harvi zurückgekehrt sein und beginnt ein Lied zu singen - irgendetwas von Kuhkriegern und Donnermilch. Lautstark und in der Situation nervenaufreibend. Dem Blick des falschen Botens nach verflucht er den Bengel gerade auf unaussprechliche Weise.
Das durch seine Adern pumpende Blut sorgt in seinen Ohren für sehr dezentes Meeresrauschen, was ihn, zusammen mit dem Geplärre von Harvi länger für das Schloss brauchen lässt, als angedacht.
Letztlich lässt sich das Schloss dann aber doch drehen und der Weg nach innen ist frei. Die Tür wird rasch geöffnet und hinter sich direkt wieder geschlossen.
Im Inneren fallen direkt unzählige, leere Flaschen auf, die für Verwunderung sorgen - der Bürgermeister hat wohl ein ernsthaftes Problem.

Mit einem dezenten Kopfschütteln wird sich wieder auf das Wesentliche konzentriert und er verschafft sich einen groben Überblick über den Raum - und prompt fällt da ein Haufen aus Schriftrollen und Büchern auf. Raschen Schrittes steuert er darauf zu, nimmt auf dem Hocker davor platz und beginnt sich durch die Informationen zu wühlen.

Draußen hört man wieder den Schreihals, der sich plötzlich anfängt zu fragen, ob der vermeintliche Bote noch da ist.
"Briefbotenmann?"
"Briefbotenmaaaann?"
Er wird doch nicht..? Und da hört man schon, wie die kleinen Griffel die Türe öffnen. Wie dreist kann man sein?!

Kurze Stille, lauschen. Kommt er etwa hoch?
Kleine Schritte tragen den Bengel über den Holzboden Richtung Treppen.
Mit wachsendem Tempo werden die Schriftstücke dann durchsucht, zwei erhaschen dabei besondere Aufmerksamkeit und werden ohne groß zu lesen eingesteckt, der Briefkopf hat offenbar schon gereicht.
Man hört, wie Harvi indes die Stufen erklimmt und immer wieder nachfragt. Die Frage, ob das Kind so dreist sein wird und auch hier her versucht reinzukommen stellt er sich inzwischen gar nicht mehr.
Er greift nach einem Glimmstengel in seiner Umhängetasche, entzündet diesen, nimmt ein, zwei Züge und lässt ihn dan auf den Teppich fallen, ehe er dann nach seiner Reiserune greift, um sie zur Flucht zu aktivieren, während Harvi schon vor der Türe steht...


- Gilde der Greifen
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Re: [WQ] Staub und Stille
Torres trat ein und roch sofort den beißenden Geruch von Rauch in der Luft. Vor ihm hielten die Wachen den Jungen Harvi fest, der sich mit wütendem Gezeter wand. Doch ein kurzer Blick genügte... Der Bengel war Nebensache.
Im Büro blieb er abrupt stehen. Die Tischkante war schwarz verbrannt und verkohlte Papierfetzen lagen verstreut. Alles schrie nach Einbruch und doch war das nicht das, was ihm den Magen zusammenschnürte. Es war die Leere dort, wo zwei Briefe hätten liegen sollen. Schreiben, deren Inhalt nicht in fremde Hände gelangen durfte.
Er spürte die Blicke der Wachen im Rücken, erwartungsvoll, prüfend. Torres atmete tief durch und zwang die Stimme zur Ruhe. Mit erhobenem Kinn deutete er auf den angesengten Teppich.
„Eine Kerze muss umgefallen sein. Nichts weiter...“
Es klang wie eine harmlose Erklärung, doch sein Tonfall ließ keinen Widerspruch zu. Kein Wort darüber. Nicht an die Bürger, nicht an die Gilde und erst recht nicht an Schwarzfels. Je weniger Fragen, desto besser.
Die Wachen nickten gehorsam, aber in ihren Augen flackerte Unglaube. Torres bemerkte es und doch ignorierte er es, so gut es ging. Er kannte die Wahrheit: Diese Männer waren nicht ihm treu. Ihre Loyalität gehörte den Greifen, gehörte Schwarzfels, nicht ihm. Torres war in seiner Funktion als Bürgermeister nichts weiter als ein Strohmann, ein verlängerter Arm der Gilde, eingesetzt um den Anschein bürgerlicher Ordnung zu wahren. Die wirkliche Macht lag bei dem Kommandanten... einem Mann so unerbittlich wie Stahl.
Genau dieser Gedanke ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Wenn nur einer der Wachen Schwarzfels gegenüber auch nur andeutete, dass hier mehr im Spiel war als ein umgestoßener Kerzenhalter, konnte Torres sich seinen Bürgermeisterposten abschminken... und eine Rüge aus dem Mund des Kommandanten wog schwerer als jeder Pranger. Er verzieh keine Fahrlässigkeit, schon gar nicht, wenn vertrauliche Korrespondenz verschwand.
Torres verschränkte die Hände hinter dem Rücken, als hätte er alles im Griff. Doch in seinem Kopf hämmerte die Wahrheit, dass seine Ausrede so brüchig war, wie es nur ging. Und wenn Schwarzfels Wind davon bekam, würde ein umgestoßener Kerzenhalter nicht reichen, um sein eigenes Feuer zu löschen.
Im Büro blieb er abrupt stehen. Die Tischkante war schwarz verbrannt und verkohlte Papierfetzen lagen verstreut. Alles schrie nach Einbruch und doch war das nicht das, was ihm den Magen zusammenschnürte. Es war die Leere dort, wo zwei Briefe hätten liegen sollen. Schreiben, deren Inhalt nicht in fremde Hände gelangen durfte.
Er spürte die Blicke der Wachen im Rücken, erwartungsvoll, prüfend. Torres atmete tief durch und zwang die Stimme zur Ruhe. Mit erhobenem Kinn deutete er auf den angesengten Teppich.
„Eine Kerze muss umgefallen sein. Nichts weiter...“
Es klang wie eine harmlose Erklärung, doch sein Tonfall ließ keinen Widerspruch zu. Kein Wort darüber. Nicht an die Bürger, nicht an die Gilde und erst recht nicht an Schwarzfels. Je weniger Fragen, desto besser.
Die Wachen nickten gehorsam, aber in ihren Augen flackerte Unglaube. Torres bemerkte es und doch ignorierte er es, so gut es ging. Er kannte die Wahrheit: Diese Männer waren nicht ihm treu. Ihre Loyalität gehörte den Greifen, gehörte Schwarzfels, nicht ihm. Torres war in seiner Funktion als Bürgermeister nichts weiter als ein Strohmann, ein verlängerter Arm der Gilde, eingesetzt um den Anschein bürgerlicher Ordnung zu wahren. Die wirkliche Macht lag bei dem Kommandanten... einem Mann so unerbittlich wie Stahl.
Genau dieser Gedanke ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Wenn nur einer der Wachen Schwarzfels gegenüber auch nur andeutete, dass hier mehr im Spiel war als ein umgestoßener Kerzenhalter, konnte Torres sich seinen Bürgermeisterposten abschminken... und eine Rüge aus dem Mund des Kommandanten wog schwerer als jeder Pranger. Er verzieh keine Fahrlässigkeit, schon gar nicht, wenn vertrauliche Korrespondenz verschwand.
Torres verschränkte die Hände hinter dem Rücken, als hätte er alles im Griff. Doch in seinem Kopf hämmerte die Wahrheit, dass seine Ausrede so brüchig war, wie es nur ging. Und wenn Schwarzfels Wind davon bekam, würde ein umgestoßener Kerzenhalter nicht reichen, um sein eigenes Feuer zu löschen.