In dem Moment, als ihr den Tempel betratet, begannen sich die gefundenen Erinnerungsfragmente zu regen. Ein sanftes, kaum wahrnehmbares Vibrieren machte auf sich aufmerksam.
Helles Kinderlachen… das Erste, was in euren Geist eindringt.
„Fang mich, fang mich!“ rufen zwei Jungen, die über eine sonnendurchflutete Wiese laufen…
Dann flackert das Bild, ein Szenenwechsel der den Betrachter offenbart wird.
„… und die Wahl ist gefallen. Ihr seid nun der Monarch Arcantos“
Die Worte hallen feierlich nach während sie mit Jubel und Applaus untermauert wurden.
„Glückwunsch, Bruder“ ehrliche, warme Worte die an den Monarchen gerichtet wurden.
Unsanft werdet ihr in andere Erinnerungen geworfen, ein sehr bekannter Schlachtenort im Dschungel den jene zu gut kennen die auf dieser Insel kämpfen… überall Soldaten… Befehle werden gebrüllt, Magie zischt durch den Dschungel.
„Weiter, Bruder! Der Tempel ist nicht mehr weit!“
„Die Zeit läuft uns davon!“
Dann wird eure Gefühlswelt schwer… belastend als sich neue Erinnerungen vordrängen…
Tote Soldaten liegen im Tempel verstreut…
Einige in hellen, güldenen Rüstungen, andere in finsteren schwarzen, in blutigen Teichen liegen sie vor dem großen Ophidianer dessen rötliche Schuppen leicht funkelten im Fackelschein.
Zwei Magier stehen nur noch alleine im Tempel… der Monarch und sein Bruder während sie mit letzter Kraft magische Geschosse abwehrten.
Dann ertönt die Stimme des Ophidianers
„ZzZzzz… euer Kampf ist vergebens. Euer Unterfangen gescheitert. Schließt euch uns an…“
Verzweifelt sah sich der Monarch um, über jene Toten mit denen er kürzlich noch stritt. Jenen Toten wo er manche seit vielen Jahren kannte.. Freunde.
„Vielleicht… vielleicht sollten wir uns diesem Schicksal fügen“ hauchte der Monarch leise
„Bruder, nein! Das wäre Wahnsinn!“ protestiert sein Bruder fassungslos.
„Es ist vorbei… unsere Macht sichern wir an der Seite der Sieger“
„ZzzZZzz… töte ihn…“ zischelte die Schlange leise in das Ohr des Monarchen
„Bruder, tu das nicht!“
Dann ein greller Blitz der die Erinnerungen durchzog! Ein lauter Knall.
Leblos fällt der Körper des Magiers auf dem Boden.
„MhhzzzZzz… gut gemacht… zZZzz…“ zischelte die Schlange leise mit gespaltener Zunge.
Die mächtige Klaue wird von den Ophidianer erhoben, als sie diese über den Körper des toten Magiers hielt, in der anderen Klaue die Saat des Ersten.
Das noch glühende, verkohlte Fleisch löst sich von den Knochen des Toten und fällt knisternd zu Boden und plötzlich richtete sich die Gestalt auf...
„Was tust du da?!“ entfährt es dem Monarchen mit schockierten Blick zu der Schlange
Der untote Magier hebt eine Hand und zeigt auf den Monarchen – die Bewegungen grotesk, unwirklich.
Freudig hielt sich die Schlange im Hintergrund als es das Schauspiel der beiden Magier beobachtete.
Plötzlich röchelte der Monarch… ein quälendes langes Röcheln… kaum scheint er noch Luft zu bekommen als er auf die Knie sinkt. Auch sein Fleisch begann sich abzulösen… Stück für Stück… dunkle Schatten sprießen hervor wie Unkraut… Ketten die sich um sein Laib legten… und ihn in die Form zwingen unter den manche ihn bereits erblickten.
„ZzzZZz du bist der stärkere... jener dessen Potenzial geboren wurde... du wirst jener sein....der den Willen nach draußen trägt... gehe hinaus... ZIRON“
Lange hallen diese Erinnerungen noch nach bevor diese in sich zusammenbricht.
Manch einer mag am Baum noch in eine Erinnerung blicken können..
Die Tempel der Ophidianer… in dessen Mitte der prächtige Baum steht. Im Schatten des Baumes räkeln sich die Jungen, während sanfte Sonnenstrahlen in das innere des Tempels dringen.
Die Blätter singen unter der Anleitung des Windes ein Lied von Unbeschwertheit und Frieden. Der Wind wird zum Sturm, das Bild kippt und da, wo die Sonne Trost gespendet hatte beklagt tiefer Mondschein das Klagelied der gefallenen Ophidianer.
Ein Tempel in Ruin, entweihter Baum.
Pein. Leid. Tod
[WQ] Staub und Stille
- Tonya Darez
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Re: [WQ] Staub und Stille
An beide anderen Lager wird durch eine Solgarder Wache ein Brief überreicht. Dieser Brief ist weder gesiegelt noch irgendwie schmuckvoll.
Er ist schlicht, das Pergament ein wenig knittrig vom Regen, die Tinte ist hier und da durch einzelne tropfen ein wenig verwischt, aber immer noch lesbar.
In beiden Briefen wird der gleiche Inhalt stehen:
Er ist schlicht, das Pergament ein wenig knittrig vom Regen, die Tinte ist hier und da durch einzelne tropfen ein wenig verwischt, aber immer noch lesbar.
In beiden Briefen wird der gleiche Inhalt stehen:
Krone und Reich zur Ehr, Bewohner Nebelhafens, Bewohner Suroms – und VerbündeteIch denke, wir haben alle am gestrigen Abend die Visionen vernommen, den Baum gesehen und den Brudermord sowie das daraus folgende Schicksal der Brüder erkannt.Wir haben alle erkannt das Ziron einer der Brüder war und das er erschaffen wurde von dem Rotgeschuppten.
Ziron war ein sehr mächtiger Untoter, der damals nur mit Hilfe der Armeen beider Reiche und den Avataren in Form von A'groniam und dem König vernichtet werden konnte.
Es wäre beinahe missglückt.
Die Zeit der Ernte rückt näher, und wir sind die Ähren, die geschlagen werden sollen.
Wir alle!
Ich hoffe, dass dieses Mal keiner davor die Augen verschließt.
Wir sind noch immer in der Lage zu siegen – wobei Sieg bedeutet, Lebend von dieser Insel zu kommen.
Was anschließend passiert, wird sich zeigen.
Alle werden in alte Muster fallen, die Geschehnisse werden irgendwann in den hintersten Teil des Verstandes rücken und das Blut wird sicher wieder fließen.
Soll es so sein.
Solange wir uns in nur einem einzigen Punkt einig sein können, dieser Punkt bleibt hier auf der Insel und von meiner Seite aus können wir am Ende so tun, als wäre dieser Punkt nie existent gewesen.
Unser aller Ziel sollte der Rotgeschuppte sein.Er darf diesen Zyklus nicht überleben.
Er ist der Erschaffer von Ziron. Er ist sicherlich noch Mächtiger als der Nekromant.
Und genau deswegen sollte er unser aller Ziel sein.Tonya Darez
- Rahouwa Se'lassi
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Re: [WQ] Staub und Stille
Nachdem Tonyas Schreiben in Nebelhafen einging und Rou es las, dann wandte sich die farbige Kriegerin ab und man sah sie in der Kajüte schreiben.
Kurz darauf war sie bei Schwarzfels und hinterlegte ihm beide Schreiben, sowie einen knappen Bericht über den aktuellen Fortschritt und auch am schwarzen Brett waren für alle beide Schreiben zu lesen. Dann verließ sie selbst das Lager und brachte ein Schreiben zunächst zum Lager nach Surom und das Zweite dann nach Solgard. Zuhänden der Stadthalterinnen.
Dem Nebel zur Ehr,
denn unser Norden ist weit weg. Ich stimme Tonya zu, dass wir scheinbar alle das selbe Ziel verfolgen. Ob dies zusammen möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Doch vielleicht kann man für diese Insel hier - oder nur diesen Krieg eine Waffenruhe aushandeln. Wenngleich Nebelhafen sich weder Surom noch Solgard verpflichtet fühlt und weder Ärger mit der einen noch mit der anderen Seite sucht, ist uns daran gelegen, keine Messer im Rücken zu erwarten, die vielleicht gar nicht für uns bestimmt waren.
Als gute Geste bieten wir unser Lager als Austauschort an. Bewohner unserer gemeinsamen Heimat werden von den Wachen eingelassen. Schwarzfels will kein Ärger in seinem Lager, also gelten die selben Regeln wie in der Heimat. Wir bleiben dabei, dass wir Wissen weiterhin nach außen offen teilen. Ansprechperson dafür ist unsere Heilerin Gwendolyn.
Rou
Kurz darauf war sie bei Schwarzfels und hinterlegte ihm beide Schreiben, sowie einen knappen Bericht über den aktuellen Fortschritt und auch am schwarzen Brett waren für alle beide Schreiben zu lesen. Dann verließ sie selbst das Lager und brachte ein Schreiben zunächst zum Lager nach Surom und das Zweite dann nach Solgard. Zuhänden der Stadthalterinnen.
- Cataleya
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Re: [WQ] Staub und Stille
Nachtwache
Der Regen hämmerte auf die Zelte im Lager noch immer unaufhörlich,
als Cataleya vor dem Hauptzelt Suroms stehen blieb.
Ein Pfiff dann ein Handzeichen, schließlich traten die Klingenwachen heran.
Sie sprach ohne Umweg, die Stimme hart wie Stahl.
"In Vertretung der Säule des Krieges, Valleron Gadomar,
Ab sofort übernehmt ihr die Nachtwache. Eure Posten sind dichter eure Wechsel eng.
Alles was aus dem Dschungel kommt oder fremd vom Strand wird ohne Zögern gemeldet und bekämpft."
Ihr Blick schnitt über die Reihen.
"Morgen ziehen wir ausgeruht. Das Heilzelt doppelt sichern.
Priesterinnenbereich streng. Unbekannte werden gestellt und enthauptet, es gibt keine neuen Gesichter im Lager."
Sie hob das Pergament, trat an den Zeltpfosten und schlug es mit einem Nagel fest.
"Gefallene bergen und verbrennen. Die Asche sichern. Keine Gebeine bleiben ganz.
Kein Untoter erhebt sich gegen Surom, gegen seine Verbündeten"
Ein Schritt zurück, kurz prüfte sie.
"Treue und Unterwerfung dem Kettensprenger."
Dann ging sie.
Der Regen hämmerte auf die Zelte im Lager noch immer unaufhörlich,
als Cataleya vor dem Hauptzelt Suroms stehen blieb.
Ein Pfiff dann ein Handzeichen, schließlich traten die Klingenwachen heran.
Sie sprach ohne Umweg, die Stimme hart wie Stahl.
"In Vertretung der Säule des Krieges, Valleron Gadomar,
Ab sofort übernehmt ihr die Nachtwache. Eure Posten sind dichter eure Wechsel eng.
Alles was aus dem Dschungel kommt oder fremd vom Strand wird ohne Zögern gemeldet und bekämpft."
Ihr Blick schnitt über die Reihen.
"Morgen ziehen wir ausgeruht. Das Heilzelt doppelt sichern.
Priesterinnenbereich streng. Unbekannte werden gestellt und enthauptet, es gibt keine neuen Gesichter im Lager."
Sie hob das Pergament, trat an den Zeltpfosten und schlug es mit einem Nagel fest.
"Gefallene bergen und verbrennen. Die Asche sichern. Keine Gebeine bleiben ganz.
Kein Untoter erhebt sich gegen Surom, gegen seine Verbündeten"
Ein Schritt zurück, kurz prüfte sie.
"Treue und Unterwerfung dem Kettensprenger."
Dann ging sie.
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- Varyariel
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Re: [WQ] Staub und Stille
Der Nebel hatte sie freigegeben, seine Bilder blieben.
Ungebeten, unerwünscht, unheilvoll.
Wie ein inneres Zittern, tief im Geist, während der Leib längst wieder zu festerem Stand fand. Jedes Wesen trug es ein wenig anders, manche offener, andere nur für sich. Stille und Rastlosigkeit. Das Einzige, was noch immer unerschütterlich und beständig anhielt, für Varyariel fast wie ein Anker der den Sog des inneren Chaos' schwächte, war der Regen. plip… plip… plip… …plok. Beinahe konnte man den eigenen Herzschlag danach ausrichten, rhythmisches plip... plip... plip... wenn die Tropfen auf die Zeltwände fanden. Ihnen folgend ein dumpferes ...plok.. wenn die gesammelten Tropfen wieder einmal von einem Vordach im kleinen Schwall zu Boden gossen. Doch in dieser Nacht nicht beruhigend genug, dass sie zu Schlaf finden würde. So setzte sie sich in den nassen Sand in der Mitte des Lagers Solgards, gab dem Regen mehr, woran er erklingen könnte.
Tok... tok.. tok... jeder kleine und große Tropfen der das gezierte Holz der Laute traf fügte sich in die Melodie seiner wässernen Geschwister ein. Und wurde ebenso bis auf wenige Schritte von ihnen wieder verschluckt.
Die Saiten folgten dem Rhythmus der Natur. Und zwischen Flüstern und Summen sang sie, für sich selbst… und für jene, deren Augen in dieser Nacht ebenfalls offen blieben und deren Ohren nah genug waren:
Ungebeten, unerwünscht, unheilvoll.
Wie ein inneres Zittern, tief im Geist, während der Leib längst wieder zu festerem Stand fand. Jedes Wesen trug es ein wenig anders, manche offener, andere nur für sich. Stille und Rastlosigkeit. Das Einzige, was noch immer unerschütterlich und beständig anhielt, für Varyariel fast wie ein Anker der den Sog des inneren Chaos' schwächte, war der Regen. plip… plip… plip… …plok. Beinahe konnte man den eigenen Herzschlag danach ausrichten, rhythmisches plip... plip... plip... wenn die Tropfen auf die Zeltwände fanden. Ihnen folgend ein dumpferes ...plok.. wenn die gesammelten Tropfen wieder einmal von einem Vordach im kleinen Schwall zu Boden gossen. Doch in dieser Nacht nicht beruhigend genug, dass sie zu Schlaf finden würde. So setzte sie sich in den nassen Sand in der Mitte des Lagers Solgards, gab dem Regen mehr, woran er erklingen könnte.
Tok... tok.. tok... jeder kleine und große Tropfen der das gezierte Holz der Laute traf fügte sich in die Melodie seiner wässernen Geschwister ein. Und wurde ebenso bis auf wenige Schritte von ihnen wieder verschluckt.
Die Saiten folgten dem Rhythmus der Natur. Und zwischen Flüstern und Summen sang sie, für sich selbst… und für jene, deren Augen in dieser Nacht ebenfalls offen blieben und deren Ohren nah genug waren:
Nicht perfekt, nicht heilig, nicht immer gescheit, doch füreinander da – zu jeder Zeit.
~
You must see with eyes unclouded by hate.
~
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- Aanatus
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Von Grauen, Regen und Nebel
Als Sorsha endlich die Augen öffnete, kurz blinzelte, ihre Umgebung für einen Moment wahrnahm, war die Erleichterung bei Aanatus groß. Nach Tagen der Bewusstlosigkeit, wo sie keine Regung von sich gab, schien nun eine Besserung in Sicht. Aanatus sah, wie sich kurz tonlos ihre Lippen bewegten, als sie zu ihm hochblickte. Kurz wollte er sie fast schon fragen, was denn geschehen sei, doch er schwieg und lächelte nur wortlos, beruhigend zu ihr runter. Statt zu reden nahm er ein frisches Tuch und wischte ihr erneut den Schweiß von der Stirn. Als sie erneut tonlos versuchte, zu einem Reden anzusetzen, flüsterte er beschwichtigend ein „Langsam“. Vorsichtig versuchte er stattdessen die Zeit zu nutzen, in der sie bei Bewusstsein war, um ihr einen stärkenden Sud einzuflößen. Etwas widerwillig nahm sie ein paar Schlucke, dann schloss sie erneut ihre Augen, um Erholung zu finden. Aanatus seufzte erleichtert – es schien eine Genesung…von was auch immer…langsam voranzuschreiten und er hoffte, bald Roreks Angebot, ihm helfend zur Seite zu stehen, annehmen zu können. Bisher war entweder der Zustand der Dahindämmernden zu schlecht gewesen oder das Lager Suroms musste sich den Herausforderungen dieser verfluchten Insel stellen. Allgegenwärtig: Sorgen und Regen.
Knapp über fünf Tage schon war Aanatus Tagesablauf einzig darauf beschränkt, kaum zu schlafen und hinter dem durch Vorhänge abgeteilten Krankenlager an Sorshas Seite zu wachen. Raus ging er nur, wenn die Säule des Krieges zum Aufbruch der Truppen rief. Das veränderte nur eines: Das Klopfen des Regens, der von außen auf die Zeltplanen fiel, spielte nun seine Musik an der Kettenhaube, um dann stetig über die Augen, das Gesicht, hinab zu rinnen. Jeder Kampf gegen diese Inselbewohner war auch ein Kampf gegen die Widrigkeiten der Natur. Schützen und Regen? Schützen und Nebel? Kein Potential für eine große Liebe… Doch mit den Gedanken zumeist bei seiner Herrin versuchte er einfach nur, nicht durch einen Fehler zu Tode zu kommen, nicht im Schlamm auszurutschen, im Nebel sein Ziel zu verfehlen oder einfach nur zu resignieren, als Visionen die Todeskämpfe seiner Nächsten immer und immer wieder zeigten. Als er an diesem Abend, aus einer Parallelwelt eines brennenden Suroms, ins Lager am Strand zurückkehrte, musste er sich eingestehen, dass er nicht mehr viel an Reserven übrighatte. Es hatte wenig gebracht, den Schild vor sein Gesicht zu halten, um dem Anblick dieses Grauens zu entgehen, denn dann wisperten Stimmen zu ihm: „Dein letzter Auftrag- versage bloß nicht, Jungchen.“ Hämisches Kichern, dazwischen die Todesschreie all der Suromer, die immer und immer wieder durch die Hand der Inselwesen zu Tode kam. Manchmal, so schien es ihm, auch durch Gewaltexzesse aneinander. Ein knöcherner Drache als Sinnbild dieses Albtraums untermalte das wahnsinnige Szenario…
Zurück im Lager am Strand hatte nichts mehr zu sagen, zu all dem, was die vielen Anwesenden besprachen – selbst das Zuhören fiel ihm schwer, als sei nun dieser Nebel der Insel in seinem Kopf angekommen. Er verabschiedete sich mit einem Murmeln, dass er nach Sorsha sehen müsse, hörte noch, wie Cataleya im Namen Vallerons die Wachen neu ausrichtete und zur Erholung für den morgigen Feldzug riet. Aanatus wusste in diesem Moment nicht, wie er am nächsten Tage die Kraft dazu finden sollte, nach einer vermutlich erneut schlaflosen Nacht sein tödliches Handwerk auszuüben. Doch die schwindende Zahl seines einst gewaltigen Pfeilvorrates und die vielen durchlöcherten Gegner sprachen dafür, alles aufzuwenden, um erneut seinen Beitrag leisten zu können. Am heutigen Abend war jedoch schon der kurze Weg zum Zelt ein schwieriger Auftrag: Fast wie willenlos und von fremden Händen gelenkt stapfte er zum Lagerplatz des Zirkels, in der Hoffnung, vom Anblick einer Sorsha bei Bewusstsein beschenkt zu werden.
Knapp über fünf Tage schon war Aanatus Tagesablauf einzig darauf beschränkt, kaum zu schlafen und hinter dem durch Vorhänge abgeteilten Krankenlager an Sorshas Seite zu wachen. Raus ging er nur, wenn die Säule des Krieges zum Aufbruch der Truppen rief. Das veränderte nur eines: Das Klopfen des Regens, der von außen auf die Zeltplanen fiel, spielte nun seine Musik an der Kettenhaube, um dann stetig über die Augen, das Gesicht, hinab zu rinnen. Jeder Kampf gegen diese Inselbewohner war auch ein Kampf gegen die Widrigkeiten der Natur. Schützen und Regen? Schützen und Nebel? Kein Potential für eine große Liebe… Doch mit den Gedanken zumeist bei seiner Herrin versuchte er einfach nur, nicht durch einen Fehler zu Tode zu kommen, nicht im Schlamm auszurutschen, im Nebel sein Ziel zu verfehlen oder einfach nur zu resignieren, als Visionen die Todeskämpfe seiner Nächsten immer und immer wieder zeigten. Als er an diesem Abend, aus einer Parallelwelt eines brennenden Suroms, ins Lager am Strand zurückkehrte, musste er sich eingestehen, dass er nicht mehr viel an Reserven übrighatte. Es hatte wenig gebracht, den Schild vor sein Gesicht zu halten, um dem Anblick dieses Grauens zu entgehen, denn dann wisperten Stimmen zu ihm: „Dein letzter Auftrag- versage bloß nicht, Jungchen.“ Hämisches Kichern, dazwischen die Todesschreie all der Suromer, die immer und immer wieder durch die Hand der Inselwesen zu Tode kam. Manchmal, so schien es ihm, auch durch Gewaltexzesse aneinander. Ein knöcherner Drache als Sinnbild dieses Albtraums untermalte das wahnsinnige Szenario…
Zurück im Lager am Strand hatte nichts mehr zu sagen, zu all dem, was die vielen Anwesenden besprachen – selbst das Zuhören fiel ihm schwer, als sei nun dieser Nebel der Insel in seinem Kopf angekommen. Er verabschiedete sich mit einem Murmeln, dass er nach Sorsha sehen müsse, hörte noch, wie Cataleya im Namen Vallerons die Wachen neu ausrichtete und zur Erholung für den morgigen Feldzug riet. Aanatus wusste in diesem Moment nicht, wie er am nächsten Tage die Kraft dazu finden sollte, nach einer vermutlich erneut schlaflosen Nacht sein tödliches Handwerk auszuüben. Doch die schwindende Zahl seines einst gewaltigen Pfeilvorrates und die vielen durchlöcherten Gegner sprachen dafür, alles aufzuwenden, um erneut seinen Beitrag leisten zu können. Am heutigen Abend war jedoch schon der kurze Weg zum Zelt ein schwieriger Auftrag: Fast wie willenlos und von fremden Händen gelenkt stapfte er zum Lagerplatz des Zirkels, in der Hoffnung, vom Anblick einer Sorsha bei Bewusstsein beschenkt zu werden.
- Sorsha von S.
- Beiträge: 508
- Registriert: 06 Jul 2021, 18:21
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Zurück in der Realität...
Stechende Augen, wabernder Nebel und dieses alles überlagernde, stetige Tok, Tok – ein Geräusch, das mal schneller, mal langsamer hämmerte, aber nie ganz verschwand.
Dann war da lange Zeit nichts. Schwärze. Bis schließlich ein Paar blauer Augen vor ihr auftauchte: Aanatus. Er war eine der wenigen Konstanten in den wirren letzten Wochen gewesen.
Ihre letzte klare Erinnerung war das Gefühl von Freiheit gewesen, hoch oben, mit dem weiten Blick über die Insel … und dann der tiefe Sturz zurück in die Dunkelheit.
Doch diesmal war der Schlaf anders. Er war friedlich, fast freiwillig, und ließ die Unwägbarkeiten der vergangenen Tage endlich verblassen.
Als sie versuchte, die steifen Glieder zu regen, antwortete ihr Körper mit einer Welle aus Schmerz. Ihre Muskeln waren so verkrampft,
dass jeder Atemzug einem kleinen Verrat gleichkam. Tok, tok. Es war immer noch da.
Sie presste die Lippen zusammen, ordnete die Scherben ihrer Gedanken, als plötzlich ein Lichtspalt die Dämmerung des Zeltes zerriss.
Der schwere Vorhang, die einzige Barriere zwischen der wohligen Wärme ihres Zufluchtsorts und der unwirtlichen Atmosphäre da draußen, wurde zur Seite gerafft.
Dort stand er. Das Licht fiel auf sein Gesicht – ein Gesicht, das sie so gut kannte und das doch von den Strapazen verhärmt und gezeichnet war.
Ihr Beschützer war zurück, und in seinem Blick lag eine Schwere, die mehr verriet als jedes Wort....
Dann war da lange Zeit nichts. Schwärze. Bis schließlich ein Paar blauer Augen vor ihr auftauchte: Aanatus. Er war eine der wenigen Konstanten in den wirren letzten Wochen gewesen.
Ihre letzte klare Erinnerung war das Gefühl von Freiheit gewesen, hoch oben, mit dem weiten Blick über die Insel … und dann der tiefe Sturz zurück in die Dunkelheit.
Doch diesmal war der Schlaf anders. Er war friedlich, fast freiwillig, und ließ die Unwägbarkeiten der vergangenen Tage endlich verblassen.
Als sie versuchte, die steifen Glieder zu regen, antwortete ihr Körper mit einer Welle aus Schmerz. Ihre Muskeln waren so verkrampft,
dass jeder Atemzug einem kleinen Verrat gleichkam. Tok, tok. Es war immer noch da.
Sie presste die Lippen zusammen, ordnete die Scherben ihrer Gedanken, als plötzlich ein Lichtspalt die Dämmerung des Zeltes zerriss.
Der schwere Vorhang, die einzige Barriere zwischen der wohligen Wärme ihres Zufluchtsorts und der unwirtlichen Atmosphäre da draußen, wurde zur Seite gerafft.
Dort stand er. Das Licht fiel auf sein Gesicht – ein Gesicht, das sie so gut kannte und das doch von den Strapazen verhärmt und gezeichnet war.
Ihr Beschützer war zurück, und in seinem Blick lag eine Schwere, die mehr verriet als jedes Wort....