Re: [Quest] Der Bau einer neuen Maschine
Verfasst: 08 Apr 2026, 00:21
Die Schritte von Katherine hallten durch die scheinbar endlose Bibliothek, während sie durch die Gänge ihrer eigenen Ebene schritt.
Unermessliches Wissen lag hier verborgen. Der einstige König und Jazzar hatten es über zahllose Eroberungen hinweg zusammengetragen. Ganze Ebenen waren gefallen, Wesen unterworfen, und von jedem, der auch nur einen Funken Leben in sich trug, wurde Wissen ausgesaugt, um nun in diesen Hallen zu ruhen.
Die Bibliothek war so überladen mit Büchern, dass selbst Katherine kaum bis gar nicht gezielt suchen konnte. Es war der Zufall, der entschied, was sie fand und was verborgen blieb. Wissen zeigte sich in unzähligen Formen. Studien der Magie, der Kampfkunst, der Diplomatie, des Handwerks oder einfache Betrachtungen über das Leben selbst.
Seit ihrer Übernahme der Ebene arbeiteten ihre Chronisten unermüdlich daran, Ordnung in dieses Chaos zu bringen. Doch selbst mit all ihrem Fleiß würde es wohl eine halbe Ewigkeit dauern, bis ihre Arbeit vollendet war. Katherine blieb daher nichts anderes übrig, als immer wieder ein neues Buch aus den endlosen Reihen zu ziehen, in der Hoffnung, auf etwas interessantes zu stoßen.
An diesem Abend waren es unscheinbare, zusammengebundene Pergamente, die ihre Aufmerksamkeit erregten. Es waren die Aufzeichnungen eines namenlosen Nekromanten. Darin wurde von einer Sphäre aus reiner negativer Energie berichtet.
Der Gedanke ließ sie nicht mehr los. Im flackernden Licht der Kerzen vertiefte sie sich stundenlang in die den alten Schriften. Sie las von Versuchen, vom Scheitern, von Gefahren und von Möglichkeiten. Die Idee war unausgereift gewesen, kaum mehr als ein erster Entwurf. Und doch lag darin ein Potenzial, dass sie faszinierte.
Die Stunden vergingen unbemerkt in denen sie über den Schriften hing und selbst entwürfe anfertigte. Die Kerze war mittlerweile erloschen und der Wachs der auf den Tisch herabgetropft war erhärtet. Die ersten Strahlen der Morgenröte drangen durch die hohen Fenster, als sich schließlich eine finale Idee formte.
Eine solche Sphäre konnte nicht ungebändigt existieren. Ohne Kontrolle würde sie sich selbst und alles um sie herum vernichten. Doch wenn man sie binden konnte, wenn man ihren Fluss lenkte und ihre Entladung regulierte, dann würde sie zu einem Werkzeug werden.
Und genau hier lag die Lösung eine Maschine ganz nach dem Leitbild der alt vorderen Magokraten. Ein Konstrukt, das die Energie nicht nur hervorbrachte, sondern sie zugleich kontrollierte und dosierte. In den Händen eines fähigen Nekromanten würde sie zu einer Quelle ungeahnter Macht werden, jedoch in den Händen eines Narren weiterhin eine Gefahr. Die Maschine war in Katherines Gedanken zwar auch ein Damm der den Tosenden Fluss zügelte, doch kann man auch einen Damm einreißen, wenn man ungeschickt ist. Doch Magie birgt immer Gefahren gleich welche Art man nutzt.
Ein langsames Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Der Plan nahm Gestalt an. Sie wusste genau, an wen sie sich wenden musste. Balthasar und seine Golemmanufaktur. Er hatte bereits eine Maschinen erschaffen und die Werke der alten Magokraten studiert. Wenn jemand den ersten Schritt möglich machen konnte und mit ihr den Bau realisieren könnte dann er.
Sorgfältig band Katherine die Pergamente zusammen und übergab sie einem Chronisten mit dem Befehl, sie in ihre Gemächer bringen zu lassen.
Dann hob sie ihre Sense.
Mit einem einzigen Schnitt öffnete sie den Weg durch die Ebenen und trat hindurch, zurück nach Surom, um Balthasar aufzusuchen.
In diesem Moment begann der Bau ihrer nekromantischen Maschine. Ein Werk, das nicht nur Macht versprach, sondern den Grundstein für weit größere Pläne legen würde.