Der Kreis, der mehr nahm als er gab

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Sadagar
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Der Kreis, der mehr nahm als er gab

Beitrag von Sadagar »

Der Raum war alt. Nicht nur vom Stein her, sondern von dem, was er bereits gesehen hatte.
Salzfraß nagte an den Balken, feuchte Schatten krochen wie lebendige Wesen über die Wände und
irgendwo tropfte Wasser in einem unregelmäßigen, beinahe pulsierenden Rhythmus.
Der Geruch von nassem Holz, kalter Asche und verbrannten Kräutern hing schwer in der Luft.
Jede Bewegung klang gedämpft, als würde der Raum selbst lauschen.
 
Sadagar kniete im Zentrum des Kreises. Er hatte sich zu diesem Schritt gezwungen, nicht aus freiem Willen,
sondern aus Notwendigkeit. Die Schmerzen, die der Geist entfachte, waren unerträglich, ein brennendes
Feuer, das seine Gedanken verschlang. Doch er blieb regungslos.
 
Der Schutzkreis war präzise gezogen, für ein geübtes Auge - und Gwendolyns Augen waren
sehr geübt - blieben die feinen Unregelmäßigkeiten nicht verborgen. Runen, die zu offen wirkten.
Übergänge, die zu weich flossen. Kein Fehler … sondern Absicht.
Seine Hände ruhten locker auf den Knien, doch unter der Robe war jeder Muskel angespannt.
 
Vier Tage. Nordwestpassage. Die Wellentanz.
Die Erinnerung brannte in seinem Geist wie eine fremde Narbe.

Gwendolyn stand barfuß nahe der Wand, ein geschnitzter Stab in der Hand. Moose, Wurzeln und
getrocknete Heilkräuter schmückten ihre Kleidung. Ihr Blick ruhte nicht auf Sadagar, sondern auf dem Kreis selbst.

„Das hier ist kein gewöhnlicher Bann“, sagte sie leise. „Du hast ihm Raum gelassen.“

Sadagar antwortete nicht.
Nighean hingegen trat vor, die Hände vor der Brust gefaltet. Die Priesterin aus Surom, von Sorsha vermittelt,
war jünger, als man zunächst vermuten mochte, doch ihre Haltung war aufrecht, ihre Stimme klar.
Um ihren Hals hing das Symbol ihrer Gottheit, schlicht, aber sorgfältig gepflegt.

„Der Geist wurde unrechtmäßig gebunden“, stellte sie fest. „Eine manipulierte Totenbefragung hinterlässt tiefe Spuren.
Wir müssen ihn vollständig lösen - ohne Widerstand, ohne Hintergedanken.“


Sadagars Mundwinkel zuckten kaum merklich.
Vier Tage, flüsterte etwas in ihm.
Kalter Wind. Eis. Schreie.

„Beginnt“, sagte Sadagar ruhig.

Nigheans Stimme erfüllte den Keller, fest und klar. Ihre Worte folgten einer alten Ordnung,
jede Silbe getragen von Bedeutung. Das Symbol ihrer Gottheit begann sanft zu leuchten, nicht grell,
sondern ruhig, wie eine stehende Flamme. Als sie die ersten Worte des Exorzismus sprach, veränderte sich der Raum.

In diesem Moment griff Sadagar zu. Nicht gierig. Nicht sichtbar.
Er ließ einen Faden seiner eigenen Magie in die Struktur des Rituals gleiten, nicht in Nigheans Glauben selbst,
sondern in den Zustand, den er erzeugte. Rituelle Klarheit. Ein Augenblick vollkommener geistiger Ordnung.
Der Geist spürte es sofort.

„Das gehört nicht dir,“ zischte er in Sadagars Kopf. „Du stiehlst …“

Der Druck explodierte. Der Geist schlug zu. Nicht mit Fäusten - sondern mit Erinnerung.
Salzwasser füllte Sadagars Lungen. Seine Knie schlugen hart auf den Stein, als ihn eine unsichtbare
Welle traf. Bilder rissen durch seinen Geist: Männer, die sich aneinanderklammerten.
Ein Riff, das den Rumpf aufriss. Vier Tage auf der Nordwestpassage – kein Schlaf, kein Feuer,
nur Hoffnung, die langsam erfror.
Sadagar schrie auf.

„Du hast mich gerufen“, kam es aus der Tiefe seines Geistes, salzig, rau, wie ein alter Seemannshusten.
„Und nun willst du mich verbannen?"

Nighean hob die Stimme. Ihre Worte waren fest, getragen von göttlicher Ordnung. Licht sammelte sich
um das Symbol an ihrer Brust, flackernd, aber standhaft.
„Geist“, sprach sie klar, „deine Zeit in dieser Welt ist vorüber. Dein Wissen bindet dich nicht.
Dein Leid gibt dir kein Recht.“
Der Kreis begann zu reagieren. Runen glühten auf - und einige flackerten.

Gwendolyn spannte sich an. Ihre Fingerspitzen leuchteten bereits schwach grün. „Er wehrt sich stärker als er sollte.“
Sadagars Atem ging stoßweise. Bilder brachen hervor, ungefragt. Ein Schiff. Die Wellentanz.
Vier Tage auf der Nordwestpassage - Sturm, Eis, verzweifelte Entscheidungen.
Männer, die beteten, andere, die fluchten. Ein Krachen, als der Rumpf aufbrach. Schwarzes Wasser.
Sadagar stöhnte.
„Vier Tage…“ flüsterte der Geist triumphierend. „Ich erinnere mich an jedes Knacken des Holzes.
Willst du es wissen? Willst du es behalten?“


Nighean trat näher an den Kreis heran. Schweiß stand ihr auf der Stirn, doch sie wich nicht zurück.
„Sadagar! Haltet euren Geist geschlossen. Lasst ihn nicht tiefer greifen!“
Ein Riss ging durch den Kreis. Nicht im Stein - in der Magie.
Der Geist formte sich nun sichtbar: eine verzerrte Gestalt, halb Rauch, halb salzverkrustetes Fleisch.
Leere Augenhöhlen, aus denen Wasser zu tropfen schien. Seine Stimme war jetzt im Raum.
„Du nimmst mir mein Ende“, grollte er. „Dann nehme ich dir dein Gleichgewicht.“
 
Der Druck wurde unerträglich. Sadagars Kopf fiel nach hinten, seine Augen verdrehten sich kurz.
Etwas zog, nicht heraus, sondern tiefer hinein. Er griff danach, zwang seinen Willen wie eiserne Ketten
um die Erinnerungen.
Rauch und Knochen. Seine Hände griffen nach Sadagar, und dort, wo sie ihn berührten, gefror die Luft.

Nighean stockte - nur einen Herzschlag lang - dann setzte sie das Ritual fort, nun lauter, härter.
Das Licht ihres Amuletts flackerte heftig.
„Zurück!“, befahl sie. „Du hast keinen Anspruch mehr auf diesen Körper!“

Der Geist antwortete mit Gewalt.
Ein unsichtbarer Schlag schleuderte Nighean gegen die Wand. Sie blieb keuchend liegen,
hielt jedoch den Bann aufrecht, die Stimme zitternd, aber ungebrochen.
Gwendolyn reagierte sofort.
Sie rammte den Stab in den Boden, riss ihn wieder heraus und mit ihm brachen Ranken aus den Fugen.
Dick, lebendig, mit Dornen übersät. Sie schlangen sich um den Kreis, griffen nach dem Geist,
banden ihn an die magischen Grenzen.
„Ich halte ihn!“, rief sie. „Aber nicht lange!“
Gleichzeitig legte sie eine Hand auf Sadagars Rücken, heilende Energie strömte in ihn,
hielt Körper und Geist zusammen.

Nighean erkannte die Gefahr.
Ihre Stimme änderte sich, nicht lauter, sondern schärfer, durchdringender. Sie rief den Namen ihrer Gottheit an,
diesmal nicht bittend, sondern befehlend. Das Licht an ihrem Amulett wurde grell, brannte sich in den Raum.
„GEH!“, rief sie.
Der Geist schrie.
Ein Laut wie berstendes Eis, wie Wasser, das sich seinen Weg sucht. Er wurde aus Sadagar gerissen,
formte sich ein letztes Mal - der Seemann, verzweifelt, voller Hass - dann zerfiel er, aufgelöst durch Glauben,
Natur und erzwungenen Willen. Die Kerzen erloschen.

Stille.

Sadagar sackte nach vorne, fing sich jedoch. Sein Atem beruhigte sich langsam. Gwendolyn kniete neben ihm,
die Hand noch immer auf seinem Rücken. Nighean stand keuchend da, erschöpft, aber aufrecht. 
Ihre Augen musterten den Kreis, dann Sadagar.
„Der Geist ist fort“, sagte sie schließlich. „Vollständig. Möge er nun Ruhe finden.“

Sadagar öffnete die Augen.
Kurz spiegelte sich darin etwas Fremdes. Eisfelder, schwarzes Wasser, ein zerbrochener Schiffsrumpf.
Dann war es wieder verschwunden.
„Ja“, antwortete er ruhig. „Er hat mich verlassen.“
Gwendolyn sah ihn lange an. „Und dennoch bist du nicht leer.“
Sadagar erhob sich langsam. „Manche Narben bleiben.“
Nighean nickte, zufrieden, nichts ahnend. „Was auch immer er wusste - es war nicht für diese Welt bestimmt.“

Sadagar wandte sich ab.
In seinem Geist hallte noch immer das Knacken von Holz im Eis.
Vier Tage auf der Nordwestpassage.
Die Wellentanz war nicht verloren gegangen -sie war geopfert worden.
Und Sadagar erinnerte sich an alles.
 
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Nighean
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Re: Der Kreis, der mehr nahm als er gab

Beitrag von Nighean »

Die Ordnung hielt.

Der Kreis war sauber.
Zu sauber.

Nighean wusste, dass dieser Gedanke gefährlich war. Sauberkeit war kein Fehler. Präzision keine Sünde. Ordnung war das Fundament ihres Dienstes. Und doch blieb ihr Blick an einer Linie hängen, die vollkommen gezogen war,

ohne Zögern,
ohne Korrektur,
ohne Atemholen.

So zog niemand einen Kreis, der zweifelte.

Der Mann stand innerhalb der Markierungen, den Kopf leicht geneigt, die Hände gefaltet, als habe er diese Haltung nicht erst gelernt, sondern schon lange besessen. Sein Atem ging ruhig. Kein Zittern. Kein Nachschwingen der Anspannung, wie es selbst bei Geübten üblich war. Er wartete nicht. Er verweilte.

Nighean begann zu sprechen. Die Worte flossen sicher, getragen von der alten Ordnung, die sie nicht erfunden hatte und doch durch sich hindurchließ. Mit jeder Silbe legte sich Struktur über den Raum. Gedanken glätteten sich. Bedeutungen fanden ihren Platz. Der Ritus griff. Sie spürte es deutlich, keine Gegenkraft, kein inneres Ziehen, kein Echo aus fremdem Willen. Alles reagierte, wie es sollte. Wie es gelehrt war. Wie es tausendfach beschrieben worden war.

Als sie das letzte Wort sprach, verging das Licht an ihrem Amulett ruhig, ohne Aufflackern. Stille. Nicht die Stille nach einem Kampf. Nicht die Stille nach Widerstand. Die Stille nach einem abgeschlossenen Gedankengang. „Es ist vollbracht“, sagte Nighean. Ihre Stimme klang sachlich. Fest. Ohne Pathos. Der Mann senkte den Kopf tiefer. „Ich danke Euch, Priesterin. Die Ordnung war… klar.“ Dieses Wort. „Klar.“ Es traf sie nicht hart. Es traf sie präzise.

Nighean nickte langsam. Sie zwang sich, nicht sofort zu antworten. Beobachtete ihn stattdessen. Nicht mit den Augen der Magierin, nicht mit denen der Priesterin, sondern mit etwas Drittem, das sie erst in den letzten Monaten ausgebildet hatte. Er wirkte gesammelt. Nicht erleichtert, nicht befreit. Eher so, als habe er etwas sortiert und nun ordentlich verstaut. Zu ordentlich.

Da war es. Kein Bild. Kein Wort. Kein Warnzeichen. Nur ein leises inneres Missverhältnis, wie ein Akkord, der technisch korrekt gespielt wurde, und dennoch keine Spannung auflöste.

Nighean spürte, wie sich in ihr eine Frage formte. Nicht.. „Hast du etwas genommen?“ Sondern.. „Warum bist du so vollständig?“ Sie kannte dieses Gefühl. Sie hatte es lange ignoriert. Zu lange.

Ein anderer Kreis.
Ein anderer Mann.
Eine andere Stille, die sie damals für Frieden gehalten hatte.

„Und dennoch bist du nicht leer.“ Der Satz kehrte zurück, nicht als Erinnerung, sondern als Gewicht. Wie ein Stein der in ein perfekt gespanntes Tuch fiel.

Wenn sie jetzt sprach, müsste sie fragen. Und wenn sie fragte, würde sie etwas in den Raum legen, das dort nicht war, Verdacht. Verdacht ohne Bruch. Misstrauen ohne Anlass. Sie wusste, was das bedeutete. Sie hatte gesehen, was aus Priestern wurde, die anfingen, dem Gefühl mehr zu trauen als der Ordnung.

Sie waren vorsichtig geworden.
Dann hart.
Dann allein.
Das war nicht ihr Weg.
Noch nicht.
Vielleicht nie.

„Geht hin und preiset IHN“, sagte sie schließlich. Der Mann hob den Kopf. Für einen Moment begegneten sich ihre Blicke. Da war kein Triumph in seinen Augen. Kein Spott. Nur etwas Geschlossenes. Als habe er eine Tür hinter sich verriegelt. „Preiset IHN“, wiederholte er und trat aus dem Kreis. Nighean beobachtete ihn, bis seine Schritte im Gang verklangen. Sie sagte nichts. Erst als sie allein war, spürte sie, wie sich ihre Schultern senkten. Langsam. Unmerklich.

Sie kniete nieder und begann, den Kreis aufzulösen. Nicht hastig, nicht ärgerlich, sondern mit der gleichen Sorgfalt, mit der sie ihn gezogen hatte.

Salz.
Kreide.
Linie um Linie.

Die Ordnung war vollständig gewesen. Daran zweifelte sie nicht. Aber Ordnung, erkannte sie nun, war kein Maß für das, was blieb. Sie legte eine Hand auf ihr Amulett. Es war kühl. Ruhig. Untadelig.

„Haucha Trowe“, flüsterte sie. So sei es.

Doch diesmal war es kein Abschluss. Es war ein Innehalten. Ein stilles Eingeständnis, dass es Dinge gab, die man spürte, ohne sie benennen zu dürfen, und dass Weisheit manchmal bedeutete, nicht zu sprechen, sondern sich zu erinnern. Nicht um zu richten. Sondern um beim nächsten Mal zu wissen, dass Stille auch etwas verbergen kann.
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Gwendolyn
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Re: Der Kreis, der mehr nahm als er gab

Beitrag von Gwendolyn »

Der Ort, an den sie von Sadagar gebraucht wurde, war ihr nicht wage bekannt. Er hat ihr bis jetzt nur gesagt, dass er sie für ein Ritual brauchte. Das Ritual, in dem er den Geist des Matrosen loswerden wollte. Der Geruch von Salz und nassem Holz lag in der Luft. Daneben roch es fast schon erdrückend nach kalter Asche und altem Rauch. Sadagar kniete in dem Schutzkreis, den Nighean und Sadagar gezogen haben. Feine, aber nicht nennenswerte Unregelmäßigkeiten - möchte man meinen. Rundungen, bei den Runen, die wohl eher Nigheans Werk waren. “Du hast ihm Raum gelassen", merkte sie an, doch Sadagar antwortete nicht.
Immer wieder murmelt er die Textpassagen, die Gwen mittlerweile in und auswendig konnte.

Gwendolyn nahm etwas abseits Platz. Es war nicht ihr Ritual. Und mit den Ritualpraktiken von Priestern konnte sie ohnehin nichts anfangen. Die Schuhe hat sie am Höhleneingang stehen gelassen. Sie braucht die Verbindung zur Erde, für das, was sie hier tun sollte. Ihren Stab fest in beiden Händen haltend, den Kopf an den Stab gelehnt. Mit geschlossenen Augen “beobachtete” sie das Geschehen. Geräusche und Vibrationen erzählen oft mehr als Worte. Nigheans Stimme war klar und fest, ohne zu zögern. Doch die Schwingungen, die bei Gwen ankamen, waren nicht nur Nigheans Stimme. Da war noch etwas anderes. Kurz sah sie auf, doch ihre Augen vermochten ihr nicht weiter verhelfen, wo das Unbekannte herkam. So schloss sie die Augen wieder und konzentrierte sich auf ihre Wahrnehmung. Mit ein paar sanften Schritten nach links und nach rechts veränderte sich das erspürte etwas und sie konnte ausmachen, wo her es kam. Sadagar war der Ausgangspunkt dieser Schwingungen. Dennoch saß er selbst ruhig und unbeeindruckt im Bannkreis. Plötzlich fiel Sadagar nach vorne.

„Geist, deine Zeit in dieser Welt ist vorüber. Dein Wissen bindet dich nicht. Dein Leid gibt dir kein Recht.“ sprach Nighean. Der Bannkreis reagierte. Runen flimmerten und glühten. Gwendolyn indes spannte jeden Muskel in ihrem Körper an. “Er wehrt sich” Sadagars Atem wurde stockend und gepresst. 
„Sadagar! Haltet euren Geist geschlossen. Lasst ihn nicht tiefer greifen!“
Gwendolyn war alarmiert. Sie spürte den Riss in der Magie des Kreises. Der Geist des Matrosen wurde sichtbar. Ein verzerrtes Echo aus Nebel und Rauch. Salzverkrustetes Fleisch, leere Augenhöhlen.  
„Du nimmst mir mein Ende. Dann nehme ich dir dein Gleichgewicht.“
Was nur hat Sadagar getan? Den Kopf warf er nach hinten, die Augen nach oben verdreht, Nigehan flog durch den Raum. Doch ließ sie sich nicht davon abhalten, das Ritual zu vollenden. Nun war der Zeitpunkt, an dem Gwen eingreifen musste.
Sie schlug den Stab in den Boden und ein Dornengewächs schlang sich um den Kreis und hüllte den Geist ein. “Ich kann ihn halten, aber nicht lange", presste sie angestrengt hervor, denn gleichzeitig versuchte sie Sadagar zu stabilisieren. Alles außerhalb ihres direkten Blickfeldes nahm sie nur noch verschwommen wahr. Ihre Konzentration war auf Sadagar gerichtet. Es kostet sie viel Kraft, seinen Geist im Körper und den Körper zusammenzuhalten. Den Knall - wie brechendes Eis - als der Geist verschwand, gab Gwendolyn das Zeichen, dass es geschafft war. Sadagar fiel nach vorne, doch der Atem beruhigte sich. Sie konnte ihre Kräfte zurückfahren, doch suchte seinen Blick. Was sie da - wenn auch nur kurz -  vernahm, stimmte sie jedoch weniger freudig. Da war etwas Fremdes, eisiges und schwarzes. 

N: „Der Geist ist fort, Vollständig. Möge er nun Ruhe finden.“
S: „Ja. Er hat mich verlassen.“
G: „Und dennoch bist du nicht leer.“
S: „Manche Narben bleiben.“
N: „Was auch immer er wusste - es war nicht für diese Welt bestimmt.“




Doch Gwen ahnte - wusste, dass dies nur die halbe Wahrheit war.
Deine Wurzel findest du in dir,
indem du dich auf die innere Reise begibst
und in Dein Seelenreich eintauchst. (Lufh-Foal)
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