Bjornar

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Bjornar
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Schildsegen

Beitrag von Bjornar »

Blodeik Skjold_mini.png
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Der Kreis stand still.
Trymm’takk atmete vereint.
Lebenssog des Steinvolks.
Die Runen waren geschnitten,
Machtmale der Erde,
mit kalten Nägeln geritzt.
Tarabasch hielt den Schild,
Blutholz der Eiche,
schwer an der Schulter.
Bereit war der Blodeik Skjold,
gewaltig zur Wehr.

Haldron kniete tief,
Wortweber zwischen den Welten.
Seine Stimme sank, wie Samen,
in dunkle Furchen.
Uruz zog kühn die Kraft,
band Tierfeuer, Erdträume, Lebenswut.
Rashkas Brust hob sich,
Schmiedebalg des Stamms.
Yngvildr stand lauschend,
Jägeraugen unerbittlich und scharf.
Kein Ruf verließ sie,
ihr Schweigen ging um.
Freyjas Hände ruhten dann,
Saiten verstummten am Liederholz,
Stille vollendete den Zauber.
Leise lauschte der Stamm,
wartend wie Wald auf den Schnee.

Sjá! Es erschien das Goldfell der Tiefe,
flammend still im Höhlenlicht.
Welcher Wille spannt dieses Herz?
Welcher Gletscher härtet diese Glieder?
Welche Wärme wallt in diesem Pelz?
Der Raum zog sich zusammen.
Dort stand der Wahrer von Hunger und Wut,
Kovakarhu, Haltegeist, mächtige Waage.

Screenshot 2026-01-06 202657.png


Tarabasch sank.
Knie fand den Fels.
Den Schild erhoben,
als kenne er kommende Hände.
Das Schicksalsholz suchte den Arm.
Die Pranke ruhte auf ihm,
Der Pfand der Tiefe,
schwer und sicher.

Solkrs Ross hob jäh den Kopf.
Die Luft spannte sich,
das Atemseil der Welt erzitterte.
Der Donner ging hindurch,
Herzschlag der Wolken,
tief und geschlossen,
Himmlischer Hieb!
Blutholz ächzte unter der Sturmpranke.
Das Schutzeisen hielt stand,
Der Schlag blieb im Schild,
Wetterwort im Stammkern,
Halt, der nicht weicht.

Dann lösten sie sich aus mächtigem Griff.
Ehrenpranken gaben den Recken frei,
sanft wie der Frühling.

Tarabasch stand wieder.
Der Schild lag fest an seinem Arm,
Lastfreund, Stammesstolz.

Er sah ihn an,
wie ein Seher sieht.
In seinem Blick lag was kommen würde:
ferne Hände, stärker, klarer noch
als die seinen und zur Stunde namenlos.
Stolz will er warten auf jene,
die würdiger sind als er,
der Schildträger selbst.

Blodeik Skjold_Ritual.png

Ich aber war unten.
Hände im Staub,
Pfoten erinnernd.
Atem schwer.
Ich roch --- sie!
Erdbrot, Harzlicht, Winterfell.
Herzholz sogar?
Und etwas in mir legte sich nieder,
Bärenschlaf unter den Rippen.

Sie wusste.
Mein Leib lachte.
Schwester im Dunkel.
Mutter ohne Namen.
Kovarkarhu, nur Nähe,
Waldheim im Brustraum.
Wie Boden, der birgt und bedeckt,
auch wenn man fortgeht.

Bleib doch, sagte ich.
Bei mir.
Bewohne mein Heim!
Meine Brust.

Sie sah mich an,
Waldesblick der mich kennt,
weil er einst frei ging zwischen Wurzeln und Sternen.

Dann verschwand sie.
Verflog, Fernsicht im Dunst.

Der Kreis atmete wieder.
Stein blieb Stein,
Trymm'takk stand stark,
sicher im Schild-Segen.

Ich lag wach,
und still,
und schwieg,
und staunte.

Blodeik Skjold_mini.png
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Musik: Wardruna "Himinndotter " - dass gesamte Album "Birna" (2025) ist der großen Geister-Bärin gewidmet.
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Bjornar
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Oh, Firlefanz von Fillefarz!

Beitrag von Bjornar »

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Oh Firlefanz vom Stamm der Fillefarz!!! (Meine Zunge ist zu dick fürs Albengeflüster.)
"Filifaere" sagst du, lavendelig der Katzenblick, doch in meinem Ohr: ein Silbenspringfisch!
Grimluvængir knarrt unter mir, oben zieht Cataleya die Ameda stur durch den Nebel,
Valleron zählt Hände und Klingen, Rhonya schlingt Knoten, wie geschwind sie sich windet!

Da bist du.... schon weg, unfassbar: hinter Taurollen, ein allerlistigster Lauerschatten;
du wendest dich schnell, wie erschreckt von der Welt, und ich, zu groß für kleine Gefühle,
halte mich an der Reling fest, schnüffle, lege den Kopf schief, gluckse, ganz unkriegerisch,
und geh auf alle Viere, um kleiner zu wirken: ein Riese zwar, für dich aber kein Albenfresser!

Ich tu, als sähe ich dich nicht, denn Größe kann wegsehen und vor allem drübersehen;
dann such ich in Taschen und hol einen Keks, trete zurück, beobachte reglos.
Die Falle schnappt. Du nimmst ihn langsam, greifst würdevoll nach der „edlen Gabe.“
Und ohne Zeremoniell stopfst du ihn ein, schreitest davon wie eine Herrscherin im Triumphzug.

Später hör ich dein Krümelwerk, gierig und zart vernaschst du Nattis Nusstaler;
und dann legst du, mit listigem Kichern, mir einen Wunsch an die Füße, als wär’s nur ein Spiel:
Drei volle Tage nicht ins Wasser zu fallen! Das war dein Zauberspruch und wie er wirkte!
Sirenen sangen, Wellen wogten, doch ich blieb! Am vierten Tag erst war die See wieder Sieger.

Denn am Strand, bei den Ophidianern, im Sand, wo drohende Statuen tödlich wachten,
da rutschte ich doch, während Cataleya brüllte, Magie flog, und der blutige Sieg erstritten ward.
Das Chaos hatte seinesgleichen gefunden, wir mittendrin und die Stämme so ruhmreich verfilzt!
Und ich dachte im Fallen: Deine Zauber sind ehrlich; sie reichen, bis das Leben sie verlacht.

Auf der Insel dann machst du Quartier für die grausame Mistelfee und misst Zeltwände mit Blicken;
„Wo ist die ganze Seide, das Brokat, die Wandteppiche…?“ sagst du, verzweifelt, als wär’s dein Tod.
Ich bring dir, stolz wie ein Kater vor die Schwelle, ofidelische Schlangenhaut — fein, frisch gehäutet;
du sagst „Ach, tatsächlich! Vielen Dank“, und ich sag ganz schlicht: „Du hast da was!“ Es war nur Blut.

Du wischst es ab, unschuldig, als wischtest du Staub von den Sternen; die Wange bleibt rot.
Wir grinsen, so richtig und überhaupt nicht nett, wir sind Jungtiere, die ihre Krallen lieben lernen.
Du willst mich umgarnen als „Stammes-Gelehrten“; ich lache und sag dir, so sauber ich kann:
„Gelehrter? Nein! Gelehrig? Manchmal!“ Und außerdem: „Nicht Herr Bjornar. DER Bjornar genügt.“




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O Firlefanz von Fillefarz.png





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Wenn du dich konzentrierst, wird deine Stimme noch fiepsiger, und auch du verknotest Namen:
„Bringritz vom Thrymm’el’Track…“ Ich nicke, das ist Ynge!, und Missverstehen bedeutet Nähe.
Du beschautest alles neugierig, notierst es eifrig, ein Schreybselschlau bist auch du noch obendrein!
Und in einer winzigen Papierrolle faltest du die Ordnung der Dinge ins Chaos deiner Riesenrobe.

Dann räuberische Raptoren! Schürzendiebe! Cataleya will sie rösten; wir beide ... eher nicht.
„Im Gebüsch halt stecken sie“, sagst du; „Richtung Wald dort hinten“. Und ich: „Dann schauen wir.“
Wir ziehen Schlingen, graben Fallgruben-Netze im Sandesstrand, mehr List als des namenlosen Feuer,
weil Bändigen schöner ist als Asche, und Fangen mehr verspricht als der schnelle Bratenduft.

Und als der Minotaur kommt, wird das Lager ein Waffengeschrei; du verschwindest erst hinter mir,
„Das Böse ist gekommen, uns das Abenteuer zu vermiesen!“ und zack! und flitz! bist schon wieder vorn.
Ich schütte Rüstung und Plunder ins Licht, verhedder mich, brauch wieder ewig mit dem Hardpelz,
und lach dann doch, weil deine helfenden Finger an meinen Riemen filifizzeln: „Ay, wie sie kitzeln!“

Da rufst du, *fiepst* du, grell wie ein Falkenkücken, hell wie ein Honig-Stachel: „Auf in den Schmerz!
Ich stimm ein! Was ist ein Abenteuer ohne Schmerz? Glückskindern wie uns, ist er das Schönste!
Und was Schlimmeres kann auch nicht geschehen. Der Minotaur ist bereits gefallen, starb schmerzlos schnell!
In meinen Stiefelschnüren: ein Brezelknoten, wie er dir gefällt! Kam ich deswegen zu spät, vielleicht?

Yngvildrs Meisterschuss, Rashkas Wutschnabel, Marleens Macht. Sie redet schon wieder von Regeln und Gründen,
während Valleron zählt, wer noch steht und Tarabasch ist kaum staubig geworden.
Und du, Firlefanz, stehst in deinem Fluchmantel, zu schlau für dich selbst, genau richtig für mich.
Deine Neugier hat bereits neue Geschichten erfunden, es gibt keine Pause für rasende Recken.

Und als du winktest und sagtest, als wär’s das Normalste der Welt im Blut und im Regen:
„Ich habe ein gutes Mittel gegen Verstopfungen!“, da wusste ich: Das ist unser Lied!
Zu viel Ernst gibt’s genug auf See und dem orpheanischen Eiland; wir sind der kleine Trotz dagegen,
Kekse, Krümel, Knoten, Schlangenhaut und ein Zauber, der ganze drei Tage hielt, trotzdem man Alben

NIEMALS

NICHT

TRAUEN

SOLLTE…



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