Erst vor wenigen Stunden war Aelithril von der Expedition zum Steinbruch zurückgekehrt, erschöpft und noch immer vom Staub der Arbeit gezeichnet.
Die ungewohnte körperliche Anstrengung lastete schwerer auf ihr als sie dachte, doch für Ruhe blieb keine Zeit.
Es waren bereits mehrere Mondzyklen vergangen, seit Tarcil Munar Areu und Condir Llamiryl Farwynn ihr die Verantwortung übertragen hatten, ein neues Schiff sollte entstehen.
Hochseetüchtig sollte es sein, fähig den Launen der weiten Gewässer zu trotzen und das Licht der Sterne an die entfernten Orte zu tragen.
Hochseetüchtig sollte es sein, fähig den Launen der weiten Gewässer zu trotzen und das Licht der Sterne an die entfernten Orte zu tragen.
Doch gerade diese Erwartungen lasteten schwer auf ihr.
Pergamentbögen lagen in geordnetem Chaos übereinander, einige zerknüllt am Boden, andere sorgfältig beiseite gelegt.
Jeder einzelne war ein Zeugnis ihrer Gedanken.
Verworfene Ideen, halbfertige Konzepte und kühne Entwürfe, die letztlich doch ihren eigenen Ansprüchen nicht genügen.
Jeder einzelne war ein Zeugnis ihrer Gedanken.
Verworfene Ideen, halbfertige Konzepte und kühne Entwürfe, die letztlich doch ihren eigenen Ansprüchen nicht genügen.
Immer wieder hatte Aelithril die Schreibfeder neu angesetzt, Linien gezogen, verworfen und neu gedacht.
Ihre Gedanken waren ein Sturm aus Möglichkeiten: Rumpfformen, Segelstellungen, Gewichtsverteilungen, Bewaffnung und Unterkünfte.
Ihre Gedanken waren ein Sturm aus Möglichkeiten: Rumpfformen, Segelstellungen, Gewichtsverteilungen, Bewaffnung und Unterkünfte.
Doch jedes Mal, wenn eine Idee Form annahm, offenbarte sie zugleich ihre Schwächen.
Zu schwer, zu träge, zu wenig Raum oder zu anfällig.
„Es genügt nicht“, murmelte sie mehr als einmal in die Stille hinein.
Das Schiff sollte ein Zweimaster werden – von mittlerer Größe, doch von außergewöhnlicher Qualität.
Schnell genug, um Gefahren zu entkommen und zugleich wendig genug, um sich im Kampf zu behaupten.
Ein Schiff, das auch zuschlagen konnte, wenn es notwendig war.
Ein Schiff, das auch zuschlagen konnte, wenn es notwendig war.
Dabei durfte es weder an Stauraum noch an Unterkünften fehlen, Expeditionen konnten Wochen, gar viele Mondzye dauern.
Die Balance war das Problem. Doch mit jeder verworfenen Skizze schärfte sich ihr Blick.
Mit jedem Fehler kam sie der Wahrheit näher. Und dann, beinahe unmerklich, begann sich etwas zu fügen.
Eine Linie traf die nächste mit unerwarteter Harmonie. Proportionen, die zuvor widersprüchlich wirkten, ergänzten sich plötzlich.
Der Rumpf gewann an Eleganz, ohne an Stabilität einzubüßen.
Die Masten standen in einem Verhältnis, das sowohl Geschwindigkeit als auch Kontrolle versprach.
Decks und Räume ordneten sich sinnvoll an, als hätten sie nur darauf gewartet, erkannt zu werden.
Aelithril hielt inne.
Langsam beugte sie sich über das Pergament und begann, die Details auszuarbeiten.
Verstärkungen entlang des Kiels. Versteckte Lagerbereiche.
Die Anordnung der Kajüten. Jede Linie war nun sicher, jede Entscheidung bewusst.
Langsam beugte sie sich über das Pergament und begann, die Details auszuarbeiten.
Verstärkungen entlang des Kiels. Versteckte Lagerbereiche.
Die Anordnung der Kajüten. Jede Linie war nun sicher, jede Entscheidung bewusst.
Die Stunden vergingen, doch diesmal fühlten sie sich leicht an.
Als sie schließlich die Schreibfeder sinken ließ, trat sie einen Schritt zurück und betrachtete ihr Werk.
Das Flackern der Kerzen spiegelte sich in ihren Augen, während ihr Blick über die Skizze wanderte.
Ein zufriedenes Lächeln huschte über ihre Lippen. Endlich war es nicht mehr nur eine Idee.
Es war der Anfang eines neuen Schiffes, geschaffen mit Hingabe und dem Anspruch, ihrem Volk in jeder Hinsicht würdig zu sein.