Der Regen ist endlos und ich beginne zu vergessen, wie die Sonne sich anfühlt. Hinter den Wolken ist sie nicht viel mehr als eine bloße Ahnung, dahinschwindend wie eine bereits allzu ferne Erinnerung. Es gibt keinen Frieden auf Land im eilig erbauten Zeltlager mit den notdürftigen Palisaden, denn die Feinde sind nie weit fort und die starren Blicke der grünen oder roten Schrettchen folgen uns wohin wir auch gehen.
Es gibt keinen Frieden auf dem geankerten Schiff, das sich mit der Brandung bewegt und daran gemahnt, dass nur eine Handbreit Holz zwischen mir steht und dem aufgewühlten Wasser.
Alles ist eine endlose Abfolge von Kämpfen, bei denen ich kaum mehr bin als ein nutzlosen Anhängsel, zu entnervt von der Vielzahl an Kreaturen, die sich aus dem Dschungel auf die Streiter ergießen, zu erschöpft vom Rhythmus dieses Lebens, zu abgestumpft von Kleidung die niemals richtig trocknet und Essen, das zeitgleich zu stark gewürzt und zu fade ist.
Die Träume sind jede Nacht von gleicher Art - etwas wie tiefe Atemzüge vibrieren im Hintergrund, erschüttern die Landschaft einer Insel aus windenden Schatten und bebenden Schemen: Sie alle verlieren ihre Farben mit jedem Einatmen und gewinnen sie zurück - fast vollständig - wenn die Richtung sich umkehrt. Aber etwas bleibt zurück, wischt das Leben, die Freude und Hoffnung aus Allem, was berührt wurde bis ich erwache - rastlos, ruhelos trotz der Erschöpfung.
Ich kann nicht verstehen, wie die anderen damit zurechtkommen. Vielleicht haben sie einfach alle etwas, was mir fehlt.
Leidenschaft. Bestimmtheit. Schicksal. Liebe.
Zwischen den Seiten des Tagebuchs, unvermeidlich für den nächsten zu finden der diese Seiten aufschlägt, findet sich ein halb zerknittertes Blatt, offenbar aus einem anderen Buch gerissen und mit einer Zeichnung gefüllt.