Versiegelte Schreiben an Rat und Orden

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Zlata Kovacs
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Versiegelte Schreiben an Rat und Orden

Beitrag von Zlata Kovacs »

Frustriert schwenkte Zlata das kleine Fläschen in ihrer Hand, in der die ölig schimmernde, violette Flüssigkeit nur widerwillig umher schwappte.

Sie seufzte.

Fakten verstehen und Probleme lösen. Das war, was sie tat. Worin sie gut war. Es war ein bedauerlicher Umstand, dass die Probleme, denen sie sich konfrontiert sah, zunehmend menschlicher Natur waren. Basierend auf Gefühlen und Doktrin, nicht lösbar durch Logik. Störend.
Es galt, etwas dagegen zu tun. Dringend, aber nicht jetzt.

So tauchte sie die Feder in das Tintenfässchen und begann zu schreiben. Drei Briefe, alle samt nur in der Anrede unterschiedlich, an Tonya, Dervyn und zu Händen des Ordens.
 
Werte Statthalterin, Tonya, /
werter Heerführer, Dervyn, /
ehrwürdiger Großmeister, Jaster,

ich schreibe in einer dringlichen Angelegenheit.
Es trug sich am gestrigen Tage zu, dass die Sozii Radesvald, Van de Mork und ich am Seebachufer, nahe des Bundes der Händler, ein Feuer entdeckten und löschten.
Im weiteren Verlauf stießen wir auf eine unterirdische Höhle, die bis unter die Decke mit hochexplosiver Essenz aus Schwefelasche (landläufig als Explosionstrank bekannt) gefüllt ist. Das Lager ist alt und die Substanz abgestanden und teilweise kristallisiert, aber noch aktiv. Der Schaden einer Explosion ist schwer abzuschätzen, würde aber mit Gewissheit das Antlitz und den Verlauf des Seebachtals für immer verändern.
Der Dringlichkeit bewusst, holten wir Unterstützung, Packtier und Werkzeug aus Solgard, um die Quell der Gefahr zu neutralisieren, bevor der Feind sie entdeckt. Dies gelang uns nicht.
Wir wurden jäh von einer Vorhut aus Surom überrascht. Durch eine geschickte Finte des Fräulein Maris und zahlenmäßige Übermacht konnten wir einen Kampf vermeiden, der womöglich zur explosiven Katastrophe geführt hätte. Ich versuchte, die Statthalterin von Schwarzfels zu überzeugen, dass aus dieser Gefahr kein strategischer Gewinn für beide Seiten zu ziehen wäre und traf damit auf fruchtbaren Boden. Wir näherten uns einer unerwartet raschen Lösung, doch dann fiel ein Schwarm von Wächtern und Nekromanten über den Ort her. Wir mussten uns zurückziehen.

Das Treiben des Feindes beobachtete ich anschließend noch vom anderen Seebachufer aus. Wie erwartet bissen sich ihre "Gelehrten" an dem Problem die Zähne aus.
In der Folge ist das Lager noch immer eine Gefahr und schwebt wie des Henkers Axt über dem Seebach. Die hohe Konzentration des feueraffinen, alchemistischen Erzeugnisses scheint Feuerelementare aus der Ascheebene anzuziehen. Seine Zerstörungskraft dagegen imponiert den Schergen des Namenlosen.

Ich empfehle deswegen dringlichst eine Sicherung des Seebachtals durch Heer und Orden und die Neutralisierung des Lagers, noch am heutigen Abend.
Der Stoff ist nicht in einem Zustand, in dem er bewegt werden kann. Ich erwarte also nicht, dass Surom versuchen wird ihn abzutransportieren. 
 
In Sorge,
eure Zlata Kovacs

PS: Ihr findet in der linken, unteren Ecke einen winzigen, fliederfarbenen Fleck. Dabei handelt es sich um einen Tropfen der gefundenen Tinktur. Werft ihn, auf Armlänge Abstand, in ein Feuer, um euch der Dringlichkeit bewusst zu werden. Unter Tage lagern hunderte Fässer davon.
 
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