Logbuch der Ameda

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Cataleya
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Logbuch der Ameda

Beitrag von Cataleya »

Logbuch der Ameda

Erst als das Deck wieder in seinen Rhythmus fand, tat sich für Cataleya ein schmaler Spalt auf.

Die ersten Stunden waren kein "Tag" gewesen, sondern ein Griff nach Ordnung.
Stimmen, Taue, Wind, der an allem zerrte und an manchem. Jeder hatte etwas gewollt.
Platz, Rang, Recht, Bedeutung. Das Meer wollte nichts von alle dem.

Nun war Nacht. Die Laternen knisterten im Zug des Windes, das Holz arbeitete und unter ihr zog die Ameda ihren schwarzen Faden durch die See.
In der Kajüte saß Cataleya endlich still genug, um zu schreiben. Der Sextant lag griffbereit, Salz hing in den Falten ihrer Knochenhandschuhe.

So begann sie das Logbuch.

Logbuch.png


Tag neun im ersten Mond Jahr zwei

Kapitänslogbuch der Ameda
Tag Eins auf See, Auslaufen aus Surom

Aufgezeichnet von Cataleya Rho’en, Navigatorin, Führung an Bord im Auftrag der Säule des Krieges

Am Steg
Mir wurde das Kommando übertragen. Dracon ist Kanonier.
Ich zwinge mich, das Seemannswerk im Kopf wieder aufzuschlagen. Luv, Lee, Kurs, Wende, Handgriffe und Worte, die man ausführt.
Kanonen werden gesichtet, Material geprüft, Takelage gemustert. Ankerkette kontrolliert. Das Schiff wird gehorchen.

Nordleute laufen ein
Das Barbarenvolk kommt. Laut, direkt und seetüchtig. Leinen fest. Ich helfe beim Festmachen. Wer am Tau steht, ist selten ein Problem am Ende.
Rashka reicht mir später einen Beutel, Fernglas, Kompass, Sextant. "Vielleicht brauchst du’s, wenn wir getrennt werden."
Werkzeug welches auf See seinen Nutzen findet.

A’groniam an Bord
Der Imperator tritt auf. Seine Ansprache ist klar und deutlich.
A’groniam fordert Ordnung und den Sieg.

Ablegen
Ein Seemann brüllt, "ANKER EINHOLEN!"
Dann: "ALLE MANN AN BOOORD!"
Ich reiße den Ruf selbst über Deck: "KLAR MACHEN UND VORN ACHTERN!"
Nichts weiter als ein Ruf der Bereitschaft an Deck.
Sextant und Kartenmaterial liegen bereit. Die Ameda sticht in See. Surom wird klein und das Holz arbeitet.

Kurs und Wetter
Noch liegt der Nebel vor uns, wir halten direkt darauf zu, Vollmast geht es direkt darauf zu.
In der Ferne liegt die dichte Wand aus Grau.
Wir behalten sie im Auge.

Am Steuer der Streit
Ich setze das Ruder leicht Steuerbord, halte Überblick, halte Abstand und dann beginnt das übliche Gift.
Vaelor Nachtwind steht am Steuer und nennt sich Kapitän.
Er behauptet, im Auftrag des Imperators entsandt zu sein.
Ich stelle ihn ruhig, hart und ein einziges Mal im Guten, Du bist Steuermann. Nicht mehr, nicht weniger.
Das Kommando übertrug die Säule des Krieges, Valleron Gadomar, mein Waffenbruder. Wer sich dem widersetzt, widersetzt sich nicht mir, sondern den Säulen.

Rhonya versucht zu ordnen, spricht sachlich von Abstand und davon, wie weit man für ein solches Schiff ausholen muss.
Ich greife nach dem Zweihänder, um klarzumachen, dass Worte hier Grenzen haben. Ich sage es Vaelor ein letztes Mal, Widersetzt er sich weiter, ist es Meuterei. Und Meuterei endet nicht mit Diskussion.

Späte Nacht, Die Entscheidung wird mir abgenommen
Die Berichte gelangen nach oben. Zu A’groniam, und A’groniam hat weder Geduld noch Zeit für Theater.
Als die Nacht über Deck sinkt und Laternen im Wind knistern, werde ich in meiner Kajüte geweckt.
Ein Bote steht da, lautlos als hätte die Dunkelheit ihn mitgebracht. In seinen Armen ein schweres Bündel, grob in Tuch gewickelt.

Er sagt nur wenige Worte. Ich solle an das Steuerruder treten.

Auf Deck
Ich gehe nach oben, lasse meinen Blick über die Mannschaft laufen, über jene die den Streit gesehen haben und vielleicht gehofft hatten, dass Lärm siegt.
Ihr habt gehört, wem widersprochen wurde. Dem Imperator.
Dies ist sein Schiff, seine Fahrt, sein Krieg.

Der Kurs Wird gehalten, dabei die Geleitschiffe der Ilythiiri und der Barbaren im Blick. Wichtige Verbündete.
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Cataleya
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Re: Logbuch der Ameda

Beitrag von Cataleya »

Tag zehn im ersten Mond Jahr zwei
Kapitänslogbuch der Ameda
Tag Zwei auf See, Kurs in den Nebel

Aufgezeichnet von Cataleya Rho’en, Navigatorin, Führung an Bord im Auftrag der Säule des Krieges

Frühe Wache
Das Deck ist nass. Der Nebel hängt wie ein Tuch über der See und frisst jede Sicht.
Ich stehe am Steuer, halte die beiden Vorderschiffe im Blick und halte den Kurs.
Ich binde das Ruder kurz mit Seil auf Kurs, nur so lange wie meine Hände frei sein müssen.

Mannschaft und Handwerk
Rhonya übt mit Mila die Knoten. Beide sind hell wach.
Rhonya nimmt sich der Taue an. Takelage, Reffen, Hissen. Palstek, Achterknoten, Kreuzknoten, Klampenschlag.
Ich lasse sie üben, bis die Finger bluten.

Ich frage Rhonya, wie vertraut sie mit Seemannswerk ist. Küste kennt sie. Gut genug. Ich gebe ihr Verantwortung.
"Setzt nichts in Brand", sage ich. Das genügt als Regel.

Wellen und Befehle
Der Seegang nimmt zu, dann wieder ab, dann wieder zu. Der Nebel macht es schlimmer, weil niemand früh sieht, was kommt.
Ich rufe Warnungen rechtzeitig aus.
Die Gischt schlägt immer wieder über Deck. Nichts was der Ameda wirklich gefährlich wird.

Vorräte und Vorbereitung
Ich verlasse mich auf Arbeiten, die ich sehe. Nicht auf Berichte, die durch sieben Münder weich werden.
Laternenöl wird nachgefüllt. Kohlebecken werden gefüttert. Tauwerk wird geprüft, Kanonen werden gesichert.
Rhonya und Mila wachsen die Taue nach.

Aanatus am Heck
Später kommt Aanatus. Er misst, notiert, blickt durch Fernrohr und richtet den Sextanten aus, als würde der Nebel seine eigenen Sterne haben.
Er fragt nach ruhiger Fahrt. Ich antworte, wie es ist. Wellengang, sonst nichts. Noch.
Wir sprechen über Navigation. Er kennt sie von Land, vielleicht ist er von Nutzen, wenn das neue Land vermessen werden muss.

Der Nebel
Meine größte Sorge bleibt nicht der Wind, sondern das, was man nicht sieht.
Sterne sind hinter dem Schleier nur noch eine Idee, genauso wie die Sonne. Der Kompass kann lügen, Magnetberg, sagt Aanatus. Ich merke es mir.
Wenn der Nebel dichter wird, bleibt nur Disziplin und der richtige Abstand zu den Beibooten.

Runen im Holz
Am Abend bemerke ich die Zeichen in den Planken. Pulsierend, ruhig. Am Bug, am Heck, im Zentrum.
Ich frage nach dem Zweck. Rorek erklärt es, drei Schutzkreise gegen physischen Erstschlag. Runen ins Holz geritzt, gespeist durch Kristalle soll wohl schützen.
Ein Atemzug Vorsprung, falls etwas im Nebel zuerst zuschlägt.
Rorek sagt, der Nebel sei nicht natürlich. Er spricht davon, dass frühere Fahrten kaum überstanden wurden.
Ich brauche keine Angst, um wachsam zu sein.

Verbündete an Deck
Die Ilythiiri treten hinzu, sie haben die Beiboote sehr nah gebracht, gefährlich nah für Kollisionen.
Ilhares Mizrae still, Yathrin Belszerion prüfend. Filifaere sprudelt wie immer, erkennt mich wieder und kleiner Austausch von Nebelhafen.
Barbaren kommen hoch. Tarabasch, Yngvildr, Tyra, Bjornar. Laut, direkt, seefest.
Sie sprechen von Kurs ohne die Sterne zu sehen, von Nebel und Segelwind zugleich. Von Namen für Schiffe, als würde ein Name Holz härter machen.
Vielleicht tut er das. Vielleicht macht er die Männer ruhiger. Ihre Erfahrung auf offener See ist mehr als willkommen.
Haiflossen schneiden das Wasser. Ein Sprung nahe genug, dass jeder es sieht.
Ich gebe keine große Reaktion. Nur einen weiteren Grund, niemanden an die Reling zu verlieren.

Dienst und Übergabe
Als der Seegang einen Moment nachlässt, merke ich die Müdigkeit in den Knochen.
Ich übergebe das Steuer an Rhonya, es wird sich zeigen wie sie damit umgehen kann.
Alles Weitere hängt daran, ob der Schleier dünner wird, damit wir nicht blind segeln.
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Cataleya
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Re: Logbuch der Ameda

Beitrag von Cataleya »

Schlacht.png


Tag elf im ersten Mond Jahr zwei
Kapitänslogbuch der Ameda
Tag Drei auf See, Nebelwache und erster Feindkontakt

Aufgezeichnet von Cataleya Rho’en, Navigatorin, Führung an Bord im Auftrag der Säule des Krieges

Nebelgestalt am Heck
Der Nebel wird nicht nur dichter. Er wird dreist.
Eine Gestalt löst sich aus dem Grau mit süßlicher Stimme.
Waffen gehen hoch. Axt, Messer, Speer. Alles fährt durch sie hindurch wie durch. Eine Stimme im Nebel.

Am Steuerrad
Ich halte den Kurs während andere nach der Nebelstimme greifen.
Valleron befiehlt Aanatus, die Leute unter Deck zu warnen. Aanatus brüllt wie ein Marktschreier, dass man sich vor "äußerst lieblichen Erscheinungen hüten solle".
Ich knurre ihm nach, dass dies hier keine Taverne ist.

Sirenenwerk
Tarabasch reißt Bjornar von der Reling. Weg in die Mitte. Weg vom Rand.
Rashka sagt es trocken, Waffen helfen uns nicht.

Valentina und der Jung
Die Nebelgestalt sucht sich ihren Schwächsten nicht nach Muskeln aus.
Aanatus hängt mit halbem Verstand am Rand des Grauens, bis Valentina sich vor ihn stellt. Finger weg von meinem Geliebten, und meint es so, dass selbst der Nebel kurz zögert.
Der Geist faucht. Aanatus lässt den Speer fallen und hält sich die Ohren zu.

Vallerons Köder
Valleron tut, was Valleron tut. Er redet wo andere schlagen.
Er lockt sie, zeigt aufs Beiboot spricht von einem Knaben gierig nach Frauen. Ein Opfer als Vorschlag, als würde der Nebel handeln wie ein Mensch.
Katherine sagt es dann laut genug für alle, Es ist eine Prüfung und jeder Hieb macht sie nur wütend.

Mein Fehler
Ich bete. Höllenfeuer aus Instinkt, dieser verfluchte Nebel geht auf meine Mannschaft los.
Das Gebet trifft jedoch ohne Wirkung. Sie faucht auf und in meinem Kopf schlägt Katherines Stimme ein wie eine Klinge, Stopp!
Zu spät. Der Nebel nimmt es persönlich.

Stille
Dann ist sie weg.
Nicht fort. Für einen Augenblick ist alles still. So still, dass man merkt, wie laut das Meer sonst ist.

Auf Achtern die Wellentanz
Dorn ruft: An Achtern!
Und aus dem Nebel schält sich ein Schiff, parallel zum Kurs, als habe es uns schon die ganze Zeit begleitet. Eine Plakette wird sichtbar, Die Wellentanz.
Nebelhafens verschollenes Schiff. Der Nebel ist im Stande zu entreißen, was nicht ihm gehört.

Erste Salve
Die Kanonen bellen. Eine Salve zu nah, dann ein Einschlag an Deck.
Schutzzauber flammen auf und fangen, was sie können und lassen doch genug durch, dass man den Tod riecht.

Befehle im Donner
Alles an die Waffen, rufe ich, und zugleich: runter vom Achterdeck.
Tarabasch brüllt hartes Backbord, raus aus der Feuerlinie.
Ich löse das Steuerrad zerschneide das Seil, reiße das Schiff in die Wende und las die Kanonen der Ameda für sich sprechen.
Ob sich dieses nebelschiff davon beeindrucken lässt, in dem Moment egal aber wir halten nicht still ohne Gegenwehr.

Feuer an Deck
Brand an Steuerbord.
Rashka wirft Leder und Stoff auf die Flammen. Tarabasch schmeißt eine Matte drauf und stampft, als könne Stiefelsohle das Meer ersetzen.
Haldron friert das Holz um den Brand keine Nahrung zu geben.

Gegenfeuer
Wir erwidern das Feuer, sobald die Wende steht.
Kanonen werden geladen, abgefeuert, wieder geladen. Ein Rhythmus aus Pulver, Gebeten und Flüchen.
Ich halte die Ameda parallel zur Wellentanz nah genug, um nicht blind zu sein weit genug, um nicht versenkt zu werden.

Näherkommen
Die Wellentanz rückt gefährlich auf. Fast Enterreichweite.
Rorek warnt: Wenn wir entern, tun wir genau das, was dieses Ding von uns will. Nicht mit Surom!
Der Erste würde jeden über Bord werfen der es auch nur wagen würde sich zu ergeben.
Katherine ruft den Nekromanten zu, Untote zu zerstören falls sie untot sind.
Und an der Reling stehen sie tatsächlich, Untote Geister, zuhauf.

Kurs und Segel
Mars und Bra Segel mit Wind. Vollmast, wenn es sein muss.
Der Nebel greift nach der Ameda, die Streiter Suroms halten dagegen.

Ein Troll setzt den Fuß aufs Nebeldeck
Astralwächter fallen über Geist her, wir kämpften nicht gegen Wetter.

Aanatus versuchte, mit einem Flammenpfeil das Brandgeschehen zu lenken, ein gefährlich dummer Einfall inmitten von Pech, Holz und Sturm.
Die hohe Stimme Sejin schlägt Flügel und reißt Luft über das Deck, damit die Flammen nicht weiter an uns fressen.
Rhonya brüllt erneut die Segelbefehle, bis sie erkennt, dass nur Befehle nichts sind, wenn keiner Hände hat. Also macht sie es selbst.

Sie kommen rüber
Rashkas Schreie hallen übers Deck und ersticken meine Befehle an die Mannschaft.
Und sie kommen. Geister im Nebel.
Belszerion kommandiert Todesfeen, als wäre das alles ein Schlachtfeld wie jedes andere.
Gi’al brüllt, Belszerion ruft das Gegenteil. Das Chaos ist kurz gefährlicher als die Geister.

Klarheit im Getöse
Marleen verlangt, dass dieses Schiff versenkt wird.
Der Runentroll brüllt verzerrte Worte.
Im Zentrum der Wellentanz bündelt sich eine Explosion.

Das Schiff fällt zurück
Rashka ruft es zuerst: Das Schiff fällt zurück.
Die Konturen verlieren sich im Nebel und doch bleibt diese Stimme, schmollend, unzufrieden, Wir sehen uns wieder…
Ein Abschied wie ein Versprechen mitten im Nebel.

Nachklang und Disziplin
Halbmast. Kurs halten. Ruhig weiter.
Sorsha ruft nach verdoppelter Wache. Und nach etwas in den Ohren, vor allem bei den Männern.
Wahre Worte, aber die Wachen verdoppeln, wohl eher ein Wunschdenken.
Aanatus schaut schuldbewusst zu Boden, als hätte er endlich verstanden, dass Verführung im Nebel kein Spaß ist.

Schadensaufnahme
Rhonya meldet: halb so schlimm verkohlte Planken, zwei gerissen, der Rest von Schutzzaubern gefressen.
Ich antworte, wie ich antworte: Jeder kleinste Schaden ist eine Lücke.
Ich will die Mannschaft vollzählig sehen. Und ich will, dass die Runen wieder aktiv sind.

Die Runenarbeit beginnt
Rorek richtet den Zirkel aus, deutet auf die Runen im Holz.
Katherine und Sorsha erneuern die Verbindung. Seltsamme Magie, die ich nicht verstehe, muss ich auch nicht, es reicht wenn es hilft.
Die Luft knistert, die Runen glimmen und die Ameda bekommt wieder eine zweite Haut.

Valentina am Steuer
Ich lege ihr das Steuer in die Hand.
Sie nimmt es abrupt, starr, mit einem "Ehmmm Hilfe", als würde sie jetzt erst begreifen, wie schwer ein Schiff wirklich ist, wenn der Nebel atmet.
Ich lasse sie nicht fallen. Ich lasse sie lernen und hab sie im Blick.
Kurs halten. Nicht rammen und die Mitte halten.

Unter Deck werden Planken gebracht, Werkzeuge, Nägel. Rhonya arbeitet, als wäre sie im Dock..
Ein Zirkel am Mast, ein weiterer, dann der letzte am Bug.
Immer das gleiche Vorgehen. Immer dieselbe Formel.

Störgeräusch
Rhonya steht einmal zu nah. Neben ihr knistert Macht, Blitze lecken nach ihrer Rüstung, bis sie endlich einen Schritt beiseite tritt.
Sorsha ruft die Beteiligung aus: Wer kann, beteiligt euch. Wir erneuern die Schutzrunen.

Und ich?
Den Überblick zu behalten gestaltet sich in teilen Schwer, so lange die Mannschaft den Befehlen folgt finden wir den Weg durch den Nebel.
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Aanatus
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Tiefenlot im Auftrag der Kapitänin versenkt!

Beitrag von Aanatus »

Im Auftrag der Kapitänin macht sich Aanatus ab kurz nach der 7. Abendstunde daran, regelmäßig die Tiefe des Meeres zu messen.
Eine auffällige Verringerung der Meerestiefe wurde kurz vor der 8. Abendstunde festgestellt: Kein Beweis für Land, aber ein Indiz.
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Cataleya
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Re: Logbuch der Ameda

Beitrag von Cataleya »

Anlandung

Zurückgezogen.png

Cataleya versteckte sich nciht, sie brauchte nur einen ruhigen Ort, um das Logbuch fortzuführen.

Als die letzten Ophidianer fielen, blieb für Cataleya nur das Nötige, einmal umsehen, wer noch steht, wer schreit, wer schon wieder Befehle brüllt.
Überall Sand, Blut, zerschlagene Schuppenleiber, abgerissene Gliedmaßen, Speere die keinen Besitzer mehr haben.
Suroms Streiter sammeln sich, rufen Namen ziehen Verletzte aus der Linie, suchen nach den eigenen Toten und machen aus dem Strand ein Lager, obwohl der Boden noch warm ist.

Cataleya löst sich aus dieser Bewegung unscheinbar, nun liegt die Führung in anderen Händen.
Ihre Aufgabe, das Schiff sicher zur Insel zu bringen war erfolgreich, jetzt wird die Säule des Krieges übernehmen oder der Imperator selbst.

Sie nimmt sich einen Felsen am Rand des Schlachtfeldes nicht weit weg, nur so weit dass keiner ihr in die Zeilen redet. Der Stein ist zerfressen, kantig, hoch genug und nah genug, dass sie die Banner noch sieht.
Dort sitzt sie halb im Schutz, halb im Blickfeld. Haltung und Schwert griffbereit um jeder zeit den Kampf wieder aufzunehmen.

Ihr Haar ist offen, die Kapuze, welche Sie sich für gewöhnlich tief ins Gesicht zieht irgendwo auf dem Schlachtfeld an der Klinge eines dieser Schlangenwesen.
Ihre Rüstung gezeichnet voller Kratzer, zwischen den Platten Sand und getrocknete Spritzer.
An den Fingern klebt Blut, nicht nur ihres und trotzdem greift sie nach dem Logbuch.

"Die Nachwelt soll erfahren, welch Glorreiche Schlachten Surom schlug."
Mumelt Sie in sich hinein.

Sie schlägt das Kapitänslog auf. Auf dem Knie, gegen den Fels, mit einer Ruhe, die nur aus Erschöpfung kommen kann.
Der Federkiel kratzt über das Pergament, während im Hintergrund noch Rufe laufen.
Sammeln, zählen, sichern, die ersten Verwundeten nach hinten, die Magier zusammen. Das Feld ist offiziell gewonnen aber der Sieg noch verhüllt auf der Insel.

Und genau deswegen schreibt sie.

Weil alles, was eben noch Chaos war, Anker, Landung, Statuen, Schlangenwesen, Gebete, Befehle des Imperators, die Toten;
in ein paar Stunden schon zu Geschichten wird.

Was geschah, wer rief, wer fiel, was auffiel. Sie zieht den Atem durch die Zähne, wenn irgendwo in der Ferne noch ein Gegner röchelt und schreibt trotzdem weiter.

So sitzt sie da; hinter dem Felsen, im Dreck des Sieges, mit dem Zweihänder im Sand wie ein Pfahl, und bindet die Schlacht in Worte.


Anlandung.png


Tag zwölf im ersten Mond Jahr Zwei
Kapitänslogbuch der Ameda
Ansteuerung der Insel und das Erwachen im Fels

Aufgezeichnet von Cataleya Rho’en, Navigatorin, Führung an Bord im Auftrag der Säule des Krieges

Nebel vor Bug
Der Nebel hängt noch dicht doch erste Anzeichen deuten darauf hin, dass diese Irrfahrt ein Ende findet.
Unter Deck klirrt Metall, oben knarren die Planken und jeder Schritt klingt durch den Schleier.

Der falsche Weg
Marleen fragt es halb im Spott, halb in Sorge: Wieso eigentlich hier lang?
Niemand antwortet sauber. Man antwortet mit Blicken, mit einem kurzen Nicken, mit dem Geräusch von festgezogenen Gurten.
Der Kurs ist gesetzt. Und wenn der Kurs falsch ist, dann lernen wir es mit Blut.

Vorzeichen
Haldron murmelt, da stünde schon ne Statue, einer der Barbaren an Deck der Ameda.
Ein Satz wie ein Stein im Magen, weil Statuen nicht "schon" stehen.
Ich das das Tiefenloot von Aanatus absetzen und es mit Glocken versehen.
Rhonya brüllt meinen Befehl weit vor bis zum Bug.
Heute sitzen die Handgriffe und die Mannschaft scheint sich endlich an den kurzen und knappen Befehlston zu gewöhnen.
Es ist keine zeit für Schmuck, wir sind nicht im Tempel und zünden Weihrauch an.

Glockenschlag des Tiefenloot.
Bram- und Marssegel Raffen, Anker lichte, bis die Ameda zum Stillstand kommt.
Beladen und umsetzen auf die Beiboote, so mein Befehl.

Agroniam Zorn.
Der Imperator, kommt auf Deck und erkundigt sich, warum die Ameda Anker geworfen hat.
Kurze Erklärung, der Kiel würde gleich an den Felsen spalten.
Doch er will den Sieg, Mars- und Bramsegel wieder auf Halbmast, Anker auf Kielhöhe auf.
Der Strand kommt Näher.

Zorn der Ameda
Ich hielt die Ameda so lang als Nötig auf Abstand und ließ sie längsseitig Steuerbord, zwei Salven abfeuern.
Der Zorn verfehlte nicht sein Ziel.

Beben unter Planken
Noch bevor Land in Griffweite ist, pulsiert etwas. Nicht nur Magie. Nicht nur die Manakugel.
Ein dumpfer Ton geht durchs Holz, als ob die Ameda auf etwas aufläuft, das Holz ächzte.
Ich halte den Kurs trotzdem. Es ist der Wille des Wiedergeborenen.

Anker und Befehl
Der Strand liegt vor uns wie eine Falle.
Seile werden geworfen, Hände greifen nach Ketten, und für einen Moment wirkt es, als würden wir uns festnageln, statt zu landen.
Dann kommt Agroniam. Die Augen auf den Küstenstrich, als könne er die Insel schon mit Blicken unterwerfen.

Ein kurzer Ruck geht durchs Schiff, Kette singt, Holz ächzt.
Männer fluchen, Hände brennen; Ab jetzt gibt es kein Zurück.

Schreie vom Geleitschiff der Barbaren
Rashkas Schreie hallen durch den Nebel, sie wollen den Feind als erstes niederstrecken.
Sie rudern als Peitsche sie der Namenlose selbst.

Land
Der Strand wirkt breit, als hätte man ihn extra freigeräumt.
Landung
Wir gehen runter, Schnell, die Übersicht war rasch verloren, Seite an Seite mit meinem Bruder Valleron schlitzen wir eine Schlange nach der anderen.
Der Sand nimmt die Stiefel, der halt ist schwer immer wieder kommen Streiter Suroms zum liegen, wenn der Sand die Füße hält.

Erster Feindkontakt am Ufer
Ophidianer. Viel zu viele, Agroniam gräbt sich seine Eigene Schneise.
Zauber treffen wie Schläge. Pfeile und Äxte sirren an mir vorüber und finden Schuppen.
Nichts zu treffen, wäre wohl schwieriger gewesen.
Die Luft ist voll von Befehlen, Gebeten und fremden Worten, die man nicht versteht und trotzdem spürt.

Statuen und Prioritäten
Ich brülle es, bis die Stimme den letzten erreicht; Nahkämpfer an die Ophidianer, Magier zerstört die Statuen!
Denn die Statuen stehen nicht zum Anschauen. Sie stehen, um zu wirken immer mehr Ophidianer bringen sie hervor,
doch einfache Schwerter sind machtlos.
Und jedes Mal, wenn jemand dorthin schaut, statt dorthin zu handeln, verliert Surom Sekunden.

Gebet und Gegenstoß
Ich werfe Läuterung, Entropie, alles was greift.
Manches trifft mich selbst, manches den Feind, manches nur das Nichts.
Der Strand ist so voll von Magie, dass selbst ein Gebet manchmal nicht weiß, wo es landen soll.

Reagenzien und Realität
Belszerion lacht, Ihre Kräuter gehen zur neige. Die Schlacht fordert, wenn wir siegreich sein wollen.
Ein Lachen, das nur deswegen funktioniert, weil es sonst Schreie wären.

Gefallene
Alina fällt. Dann wieder. Bjornar steckt im Sand fest.
Und Rhonya überrant von der nächsten Welle Sie blieb liegen und entwich so dem nahen Tod.
Jeder Tod ist eine Lücke, und jede Lücke wird sofort gefüllt, nur leider oft vom Feind.

Keine Gnade
Valleron schreit es wie ein Gesetz; KEINE GNADE!
A’groniam stimmt ein, laut genug, dass selbst der Wind es hört.
Ich werfe noch nach Reißt ihnen die Köpfe runter, dass keiner mehr nachwachsen solle.

Der Punkt, an dem es kippt
Irgendwann kippt die Schlacht zu unseren Gunsten ohne dass es sich wie Sieg anfühlt.
Die letzten Ophidianer werfen sich unbeeindruckt in Klingen und Zauber, als hätten sie keinen Begriff von Rückzug.
Dann werden sie weniger, mit jeder zerschlagenen Statue bricht der Feind ein Stück zurück.

Beute, Staub, Schuppen
Reliktstücke. Kristallfragmente. Schlangenschuppen. Grobes Leder. Salitstaub.
Die Hände arbeiten automatisch, weil sie sonst anfangen würden zu zittern.
Und irgendwo nebenbei pulsieren Manakugeln.

Sammeln
Der Imperator rammt die Klinge in den Sand. Sammelt euch!
Valleron zeigt einen Engpass, einen Ort, den man halten kann, einen Ort, an dem man wieder atmet.
Die Ilhares Mizrae in Ihrer unwirtlichen Gestalt als Succubus fragt, ob man nicht besser ein Lager einrichten sollte, wenn der Strand nun sicher ist.
Sicher ist ein Wort das auf dieser Insel seltsam klingt.

Übergabe
Ich trete zu Valleron und spreche leise, damit es nicht nach Schwäche klingt;
Valleron, wir sind an Land. Ab hier hast du und der Imperator das Kommando.
Er dankt mir. Schwester, sagt er. Das Wort sitzt kurz und warm zwischen all dem Blut.

Beben im Fels
Hinter der Gruppe löst sich Gestein. Erst vereinzelt. Dann mehr.
Marleen murmelt Kaiso, sieht auf den Sand vor ihren Füßen, als suche sie darin einen Sinn.
Hier bebts schon, sagt sie.
Das Geschöpf
Dann kommt es.
Schwere Schritte, und das, was aus dem Fels tritt, ist furchteinflößend und widerwärtig zugleich.
Ein Blick reicht, um zu wissen; gefährlich. Aanatus pfeift alarmierend.

Der nächste Schnitt
Der Imperator brüllt Bereitmachen! und hebt die Klinge, als könne Stahl die Insel zurechtweisen.

Mein Abgang
Ich sehe, wie sich alles wieder zusammenzieht, wie eine neue Welle, und ich merke: Ich kann heute nicht mehr der Anker sein.
Die Müdigkeit und die Wachen Augen auf See, lassen Körper und geist zusammenbrechen.

Verstecken
Ich versuche mich zu verbergen. Zwischen Stein und Schatten.
Nun hat es die Säule des Krieges in der Hand, ob wir Siegreich von dieser Insel ziehen und den Zyklus durchbrechen.
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