[Gildenhaus] Wenn Träume Sicherheit werden

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Amarius Darez
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[Gildenhaus] Wenn Träume Sicherheit werden

Beitrag von Amarius Darez »

Ein gut leserlich verfasstes Pergament erreicht die Statthalterin und Eremund Graufels. An das Schriftstück sind einige weitere Zeichnungen angeheftet: Landschaftsskizzen und Gebäudepläne.

Des Herrn Segen mit uns,
das ewige Licht unserem König, gesegnet sei sein Name.

Aufrichtig und besten Wünschen richte ich diese Zeilen an euch mit der Bitte um Zustimmung. Die größten Bauvorhaben der Stadt haben ihr Ende gefunden. Es bilden sich derzeit Freiräume an Arbeitskraft und der Materialbeschaffungswege.

Die Gemeinschaft der Unitatis hat sich dafür entschieden, ein Gemeinschaftsgebäude zu errichten. Wir sind einheitlich übereingekommen, dass es kein weiteres schmuckes Gildenhaus innerhalb der Stadt bedarf, das mit Leerstand Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Wir bitten aufrichtig um die Erlaubnis, an der Stadtgrenze neben den Minenschächten einen Bau zu errichten.

Dieser soll von der Struktur einer Wehranlage gleichkommen, da dies am Ende das Hauptziel des Gebäudes sein wird. Im Gebäude selbst wird es Platz für Vorräte, Waffen, ein kleines Notlazarett und viele Betten geben. Der Großteil des Gebäudes wird den Offizieren des Heeres, der Stadtwache und allen Ratsmitgliedern zugänglich sein, sodass sichergestellt ist, dass in einem Ernstfall der Nutzen des Gebäudes für die Sicherung der Stadtgrenze Früchte tragen kann. Ebenfalls behalten wir uns etwas Räumlichkeit für die Gemeinschaft vor.

Wir sind uns über die hohen anfallenden Kosten bewusst; diese werden von uns komplett getragen. Die helfenden Arbeiter und ihre Familien werden gut entlohnt und geschützt für ihre Tätigkeit vor den Toren. Ein Baustopp kann jederzeit verhängt werden, wenn unerwartete Maßnahmen notwendig werden, um die Ressourcen zu schonen.

Amarius
in Vertretung Ephraem Zealatus - für die Unitatis


Der Krone zu Ehr,
dem Reich zu Wehr.

Für Solgard.
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Erzähler
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Eine Antwort vom Gericht

Beitrag von Erzähler »

Schon bald würde eine Antwort folgen - in Kopie wird auch ein Bote Ephraem Zealatus aufsuchen.
Gesegnet sei euer Weg im Licht des Herrn,
in Namen seiner Exzellenz, König Serafim Sala, erster seines Namens,


An den Priester Amarius,

euer Gesuch um ein Stück Land zur Errichtung einer Wehranlage und euren Gildenhaus erreichte das Gericht.
Nach Überprüfung eures Bauvorhabens sieht dieses Gericht keine Bedenken in eurem Unterfangen.

Seid euch dem Segen und wohlwollen der Krone gewiss und wir wünschen euch viel Erfolg bei eurem Vorhaben.

Gez. 
Eremund Graufels
Oberster Richter Solgards

Im Auftrag seiner Majestät
Serafim Sala
Hüter des Lichtreiches

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Amarius Darez
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Re: [Gildenhaus] Wenn Träume Sicherheit werden

Beitrag von Amarius Darez »

Der Wind aus dem Norden strich kühl über die Hügel, als die ersten Sonnenstrahlen auf die schroffe Felswand trafen. Dort, nur wenige Schritte von Solgard entfernt, erhob sich der steinerne Koloss wie ein natürlicher Wächter über die Ebene. Genau hier sollte die neue Festung entstehen – Felswacht, ein gewaltiges Bauwerk, das Solgard schützen und seinen Einfluss im Umland festigen sollte.

Die Gilde Unitatis, Auftraggeber und zugleich Bauherr der Anlage, hatte früh am Morgen ihre Banner entfaltet. Türkis-graue Fahnen flatterten im Wind, mit vereinter Kraft Großes zu schaffen.
Schon jetzt glich der Ort einer wachsenden Ameisenkolonie. Handwerker, Magdleute und Baumeister strömten zwischen den Wagen umher. Pferde, beladen mit Werkzeugen und Rohmaterialien, schnaubten erschöpft, während die Lastträger Kisten, Seile und Werkzeuge abluden.

Ephraem, der verantwortliche Bauaufseher der Gilde, stand vor einem breiten Holztisch, auf dem Pergamente mit Bauzeichnungen ausgebreitet lagen. Er deutete mit einem Holzstab auf die markierten Bereiche:

„Hier entsteht die erste Plattform. Die Felswand ist stabil genug, um den Fundamentkern zu tragen. Dort oben“, er zeigte auf ein natürliches Plateau, „beginnt später der Aufbau der äußeren Mauer von Felswacht.“

Unterhalb des Felsens begannen die Steinmetze, die ersten Spuren ihres Handwerks zu hinterlassen. Mit dumpfen, rhythmischen Schlägen trieben sie Keile in den Stein, lösten Brocken heraus und sortierten die brauchbaren Stücke für den Transport. Der feine Staub lag bereits wie ein grauer Schleier in der Luft.
Gleich nebenan errichteten die Zimmerleute die ersten Gerüste aus Eichenholz. Sie wirkten wie eine gigantische Leiter, die sich Stück für Stück an der Felswand hocharbeitete. Die Seilmeister befestigten Knoten, Rollen und Flaschenzüge, über die Baumaterial später nach oben transportiert werden konnte. Einige von ihnen kletterten bereits sicher wie Bergziegen am Gerüst entlang,
prüften Verankerungen und befestigten Stützseile.

Etwas abseits entstand das Lager der Gilde: Zelte wurden gespannt, ein großes Küchenzelt aufgeschlagen, und aus einer provisorischen Schmiede drang das helle Klirren erhitzten Metalls – der Klang, der jedes größere Bauvorhaben begleitete. Ein paar neugierige Bewohner Solgards hatten den Weg zur Baustelle gefunden. Sie blieben am Rand stehen, beeindruckt vom geordneten Chaos der Unitatis-Arbeiter. Ein alter Mann murmelte: „Wenn die so weiterarbeiten, steht Felswacht schneller als gedacht.“
Ephraem hörte dies, schmunzelte und verschränkte die Arme.

Felswacht wird stehen,“sagte er leise, eher zu sich selbst als zu den anderen. „Und sie wird Solgard stärker machen, als es je war.“
Der erste Tag der Errichtung war noch jung, doch schon jetzt war klar: Die Gilde Unitatis würde aus dieser Felswand nicht nur eine Festung machen – sondern ein Zeichen der Stärke für kommende Generationen.
Amarius Darez
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Re: [Gildenhaus] Wenn Träume Sicherheit werden

Beitrag von Amarius Darez »

Der Abend in Nebelhafen war ungewöhnlich belebt, als eine Gruppe erschöpfter Reisender im Wirtshaus einkehrte. Ihre Stiefel waren grau – gelb vom Staub der Wüste, und die Kälte des Windes der mittellande hing ihnen noch in den Mänteln. Kaum hatten sie Platz genommen, begann der Erste schon mit rauer Stimme zu erzählen:

„Vor Solgard… ihr würdet es nicht glauben. Die Unitatis hat tatsächlich mit dem Bau begonnen. Eine Festung – Felswacht nennen sie sie. Ein steinerner Koloss, direkt an der Felswand nördlich der Stadt. Der ganze Hang klingt wie ein Hauerfeld, so sehr treiben die Steinmetze ihre Keile in den Fels.“

Einer der Händler am Nebentisch legte neugierig sein Messer beiseite.

„Festung? In diesen Zeiten? Was haben die vor?“

„Stärken wollen sie Solgard – oder seinen Einfluss,“ mischte sich eine Magd ein, die unterwegs Waren nach Surom liefern sollte.
„Türkis-graue Banner überall. Als ich dort ankam, flatterten sie schon im Morgenwind. Ganze Trupps von Handwerkern, Magdleuten, Baumeistern… wie eine Ameisenkolonie. Pferde, Wagen, Seile, Kisten… es war ein einziges, geordnetes Chaos.“

Ein alter Fischer aus Nebelhafen brummte:
„Wenn die Unitatis baut, dann bleibt nichts klein.“
  
  
Am nächsten Tag erreichten dieselben Neuigkeiten auch Surom, getragen von zwei Händlern, die mit ihren Maultieren am südlichen Tor eintrafen. Ein Spion der Stadtwache – unscheinbar wie ein Schatten – hörte unauffällig zu, als die Männer ihre Ladung registrieren ließen.

„Ich hab’s mit eigenen Augen gesehen,“ sagte der breitere der beiden. „An der Felswand haben sie Gerüste errichtet, Eichenholz, massiv. Sie ziehen sich hoch wie eine gewaltige Leiter, bis hinauf zu einem Plateau. Ephraem heißt der Bauaufseher – hat mit einem Holzstab auf Pergamente gezeigt, als wären es Schätze. Sagt, dort oben entstehe die äußere Mauer.“

Der zweite Händler nickte zustimmend.

„Und das Lager! Zelte überall, Küchenfeuer, eine Schmiede, die Tag und Nacht lärmt. Der Staub hing wie ein Schleier in der Luft. Die Steinmetze arbeiten, als wären sie besessen. Wenn du mich fragst, wird Felswacht früher stehen, als irgendwer erwartet.“

Der Spion schwieg, doch seine Augen verrieten, dass jedes Wort seinen Weg in einen Bericht finden würde.
Später, im Schreibhaus der Stadt, murmelte ein Schreiber nach der Übergabe der Meldung:

„Eine Festung an der Felswand von Solgard… Wenn das stimmt, wird Felswacht nicht nur ein Schutz sein. Es wird ein Zeichen. Ein Machtwort aus Stein. Die Information des Schreiber wird umgehend der Säule des Krieges übergeben, dem dunklen Wächter Valleron und der Statthalterin von Schwarzenfels.

So verbreiteten sich die Gerüchte – mal geflüstert, mal laut erzählt –, bis ganz Nebelhafen und die Straßen Suroms wussten:

Die Gilde Unitatis baut.

 
  
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