Schluss der Zwistigkeiten

Rollenspielforum der Chaosstadt.
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Valleron Gadomar
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Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Valleron Gadomar »

Das Fest im Hafen war als Zeichen gedacht.

Ein Moment des Innehaltens, des Erfolgs, der Gemeinschaft. Zwei neue Schiffe lagen vertäut, noch roch ihr Holz nach Salz und fremder Küste, und für einen Augenblick schien es, als könne Surom einfach feiern.
 Doch der Augenblick währte wohl nicht lange.
 Zwischen Stimmen, Blicken und zu scharf gewählten Worten erkannte Valleron das alte Muster sofort. Dunkelelfen, angespannt, wie die gespannte Sehnen eines tödlichen Bogens. 
Kaum hatte mitgebrachte Bier aus Fjellgat die Kehlen benetzt, war der Streit wieder da – derselbe wie zuvor, nur an einem anderen Ort.
 Valleron stand wieder dazwischen.
Wie so oft.
 Er hörte zu. Er versuchte zu schlichten. Er sprach ruhig, während in ihm etwas knirschte. Jede Forderung, jede Rechtfertigung legte sich wie ein weiterer Stein auf eine Last,
die längst zu schwer geworden war. Er ließ sich nichts anmerken.

Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht vor allen. Nicht vor IHM.
 Doch in ihm wuchs kein Zweifel mehr – nur Zorn. Kein lodernder, unkontrollierter Zorn, sondern jener kalte, scharfe, der Entscheidungen gebiert.
 Als die Stimmen sich legten und das Fest weiterging, zog Valleron sich zurück. Fort vom Lärm, fort vom Hafen, fort von falschem Frieden. Allein, mit dem Wind und seinen Gedanken. Dort, wo der Glaube lauter sprach als jedes Wort.
 Er wusste, dass dies nicht länger zwischen Tür und Angel geklärt werden durfte. Nicht zwischen Bechern und Blicken. Nicht auf Kosten seiner Geduld.
 Tage vergingen, er ordnete all seine Gedanken, dann setzte er sich nieder. Kein Zweifel. Kein Ausschmücken.
Feder, Tinte, klare Worte.
 Ein Brief.
An beide Seiten.
 Kein Versuch mehr zu beschwichtigen.
Sondern ein Ende.


 
An die Vertreter der Dunkelelfen.
An die Abgesandten der Barbaren Fjellgats.
 
Dieser Brief ist keine Einladung zur Diskussion.
Er ist eine Aufforderung.
 
Seit zu langer Zeit stehe ich zwischen euren Stimmen, euren Forderungen, euren Vorwürfen. Ich habe vermittelt, beschwichtigt, erklärt – im Glauben, dass Vernunft stärker sein kann als Stolz.
Doch Geduld ist kein endloser Vorrat, und Surom ist kein Marktplatz für endlose Zwistigkeiten.
 
Was einst eine Grenzfrage war, ist zu einer Belastung geworden.
Holz. Forderungen. Gegenseitige Schuldzuweisungen. Respektlosigkeiten.
Während draußen der Nebel dichter wird und Feinde ihre Klingen schärfen.
 
Ich sage es offen:
Diese Streitigkeit ist klein. Die Bedrohungen sind es nicht.
 
Die Dunkelelfen fordern Ausgleich.
Die Barbaren berufen sich auf Notwendigkeit und Verstand.
Beides mag seine Berechtigung haben – doch beides wird bedeutungslos, wenn wir uns selbst zerreiben, während andere darauf warten, dass wir schwächer werden.
 
Darum wird dieser Konflikt beendet. Nicht vertagt. Nicht weitergetragen.
 
Ich lade – nein, ich beordere – beide Völker zu einem gemeinsamen Treffen nach Surom.
Unter meinem Dach. Unter meinem Blick. Unter SEINEM Blick.
Und unter dem Wissen, dass der Entfesselte keine Geduld für Eitelkeit kennt.
 
Kommt mit all euren Vertretern.
Kommt mit euren Worten.
Aber lasst Drohungen, alte Wunden und Stolz vor den Toren.
 
Es wird eine Lösung geben. Eine tragfähige.
Und sie wird gelten – für beide Seiten.
 
Wer glaubt, diesen Ruf ignorieren zu können, der irrt.
Nicht, weil ich es sage.
Sondern weil die Zeit, in der wir leben, keine weiteren Spaltungen duldet.
 
Der Glaube verlangt Handlung.
Der Krieg verlangt Geschlossenheit.
Und das Reich Surom verlangt, dass dieser Streit endet.
 
Valleron Gadomar,
Kriegssäule Suroms,
Im Dienst des Entfesselten.
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Belszerion
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Belszerion »

Einberufung des Konzilsverlesen durch Belszerion, Priesterin der Tier Breche

Ilyhtiiri, Jalilen, Jaluken:
Ich habe euch nicht aus Routine gerufen.
Ich habe euch gerufen, weil man uns gerufen hat, ohne uns zu hören.

Ein Schreiben aus Surom ist an uns ergangen.
Nicht als Bitte. Nicht als Anerkennung.
Sondern als Befehl, verhüllt in der Sprache von Einheit und Angst.

Sie erwähnen das Holz, sprechen von Grenzen und von Kleinigkeiten und währenddessen wird dass was man einer unserer Priesterinnen angetan hat zur Nichtigkeit erklärt.
Sie wurde von den Wildlingen bestohlen, dadurch wurde unser Glaube offenkundig verletzt und missachtet und die Suromer nennen dies nur eine "Belastung" und nicht das was es offensichtlich war:
ein Verbrechen.

Sie sprechen von Vernunft. Doch Vernunft, die nur von oben herab spricht, ist kein Ausgleich – sie ist Herrschaft. Wir lassen uns nicht beherrschen.
Für Surom scheinen wir nur noch eine Stimme unter vielen zu sein, aber unser Glaube ist kein Verhandlungspunkt.

Darum wird das Konzil einberufen. Nicht um zu besprechen, wie wir Surom gefallen können, sondern wie wir uns und unserem Glauben treu bleiben können.
 
Dies ist kein Streit um Holz.
Dies ist ein Streit darum, ob unser Glaube zählt, wenn andere von Einheit sprechen.
Wenn Surom glaubt, dass Geschlossenheit Gehorsam bedeutet,
dann werden wir ihnen zeigen, dass wahre Geschlossenheit Respekt und Achtung verlangt.
Belszerion
Priesterin der Lloth
Im Schutz der Netze geboren,
verkünde ich die Weisheit des Chaos.
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Haldron
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Haldron »

Murrend blickt Haldron auf die vielen Zeilen als sie ihn erreicht haben. Immer wieder wankt das Haupt beim versuch die Schriften zu deuten, die Lippen versuchen ohne Ton die Worte zu bilden.
Schlussendlich verfinstert sich sein Blick zunehmend eher das Schreiben im Feuer landet.


De palavat als ob a uss Jothar warat... Kann sej Wjchtl sagn wat zu tun habn!

Kurz schaut er noch dabei zu wie die Flammen das Schreiben verzerren eher er sich wieder seinen Dingen annimmt.
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Rashka|Brom
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Rashka|Brom »

Es vergingen einige Tage, ehe der Bote sein Ziel erreichte.
Die winterlichen Stürme des Nordens hatten ihm den Weg erschwert, Schneeverwehungen und eisige Winde zwangen ihn immer wieder zum Halten. Mehr als einmal hatte er Zuflucht in halb verfallenen Jägerhütten suchen müssen, und manch schlechter Zufall hatte seine Reise weiter verzögert.

Schließlich jedoch wurde er zu Rashka geführt.

Der Barbar saß nahe des Feuers, den schweren Mantel noch um die Schultern gelegt, als man ihm den Boten meldete. Wortlos nahm er das Schreiben entgegen. Da er der feinen Schrift nicht mächtig war, ließ er es sich vorlesen. Während der Bote sprach, veränderte sich Rashkas Miene kaum – doch sein Blick wurde hart wie gefrorener Stein.

Als die letzten Worte verklungen waren, nickte er langsam.
Eine Weile schwieg er, starrte ins Feuer, als würde er die Worte dort noch einmal prüfen. Dann hob er den Kopf und sprach, ruhig, aber fest:

„Richt deinem Dienstherr folgendes aus.

Je stimm mit manchn Sachn üverein, die in deym Schreiben stehn. Aver es gib Gesetze im Norden – och wenn nich alle sich an dey halten wolln.

Sag ihm zudem, dass je am Abend, als wyr de Schiffe gebracht hatten, je versucht hab, ’ne Lösung zu finden. Je hab andere Wege angeboten.

De letzten Worte dazu hab je an de Säule Marleen gerichtet – und zu denen steh je.

De Worte warn: ‚Ihr habt beide Seiten gehört, und je trau eurem Urteil.

Je bin bereit, nach Surom zu kimmn, um det zu klärn. Je seh, dass andere Feinde wichtiger sind – aver um det zu erreichen, müssn wir bestimmte Sachn klärn.

Je hab ab dem vorletzten Tag dieses Zehnttages Zeit, nach Surom zu kimmn.“


Nach diesen Worten schwieg Rashka erneut.
Der Bote senkte respektvoll den Blick, denn es war klar, dass nichts weiter hinzuzufügen war. Die Antwort war gesprochen – nun lag es an den Göttern, dem Wetter und den Wegen des Nordens, ob sie rechtzeitig ihr Ziel erreichen würde.

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Hab ab 3.1. bis 11.1. Urlaub. Wenn ihr das noch vor der Weltquest angehen wollt Ping mich einfach an
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Belszerion
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Belszerion »

Das Konzil der Ilythiiri ist zusammengekommen und hat folgenden Beschluss gefällt:

Sollte Surom der Auffassung sein, dass der Übergriff, welcher auf eine unserer Geistlichen verübt wurde, eine Geringfügigkeit sei,
so mögen sie innehalten und sich fragen, wie ihr eigenes Urteil ausfiele, wäre es ein Diener des Namenlosen gewesen.

Dies ist kein belangloser Zwist um Holz, kein flüchtiger Streit ohne Gewicht. Es ist eine Tat von Bedeutung, getragen von Missachtung
und fehlendem Respekt. Wir eröffnen Surom einen letzten Pfad: Die Schuld der Barbaren ist zu begleichen, damit wir diese Angelegenheit
als beendet betrachten. Sollte diese Forderung unbeachtet bleiben, erkennen wir keinen Sinn und Wert in einem Bündnis, das öffentlich
mit Geringschätzung befleckt wurde.

In diesem Falle wird das Bündnis durch das Konzil der Ilythiiri aufgelöst. So wird Surom fortan allein stehen - allein auf
der Expedition und allein im unausweichlichen Konflikt gegen die Streiter Solgards. Wir bedürfen keiner fremden Unterstützung,
um unsere Angelegenheiten zu regeln. Seid daran erinnert: Viele Kämpfe die ihr geführt habt, endeten nur durch unsere
Unterstützung zu euren Gunsten.

Das Ultimatum dieses Beschlusses währt bis zum sechsten Tage des kommenden Jahreszyklus. Schweigen oder Ignorieren werden als
genau die Antwort interpretiert, die sie zulassen.


Nindol l'blada telanthe (So spricht das Konzil).
Nindol zhah lu'oh Ilyhtiiri yikss (So entscheiden die Ilythiiri).
Nindol zhah lu'oh Lloth khluryare (So richtet Lloth).

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verkünde ich die Weisheit des Chaos.
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Sorsha von S.
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Sorsha von S. »

An das Konzil der Dunkelelfen,

Mit Bedauern haben wir Eure Zeilen zur Kenntnis genommen.
Dieses Bedauern rührt daher, dass wir in Surom dem Wert unseres Bündnisses offenbar eine weit größere Bedeutung beigemessen haben,
als es das Volk der Dunkelelfen tut.
 
Die Annäherung der Nordmänner an diese Bündnis zu torpedieren, anstatt sie als Chance zur Stärkung unserer gemeinsamen Front zu begreifen,
zeugt leider nicht von jener Weitsicht, die ich Eurem Volke bisher zugeschrieben habe. Glaubt Ihr wahrhaftig, in den kommenden Zeiten allein bestehen zu können?
Es mag sein, dass wir in vergangenen Schlachten ohne Eure Unterstützung unterlegen gewesen wären – dessen bin ich mir bewusst.
Doch gebt Euch nicht der Illusion hin, dass das Schicksal der Dunkelelfen im umgekehrten Fall ein anderes wäre.
Auch wird euch das Unterreich nicht dauerhaft schützen, wohnt der Feind doch  direkt nebenan.
 
Ihr sprecht von mangelndem Respekt? Dann erlaubt mir, eine Begebenheit in Erinnerung zu rufen, die Ihr offenbar allzu schnell vergessen habt:
Euer Volk hat einen geschätzten Bürger Suroms dem sicheren Tod an einem Faerzress-Nexus überlassen,  weil er nach Eurem Urteil Eure Göttin beleidigt hat.
Haben wir dafür Vergeltung gefordert? Nein. Wir haben Euer Urteil aus Respekt vor Eurem Glauben akzeptiert und die Bestrafung ohne Forderungen hingenommen,
um Euch zu symbolisieren, dass unser Vertrauen in unsere gemeinsame Stärke schwerer wiegt als persönlicher Groll.
 
Zudem solltet Ihr hinterfragen, welchen für die Barbaren essentiellen Aspekt Ihr missachtet habt, bevor Ihr  urteilt. 
 
Während wir Informationen stets mit Euch geteilt und Euch in unsere Pläne einbezogen haben, blieb solche Offenheit von Eurer Seite allzu oft aus.
 
Wir werden über dieses Ultimatum beraten – ein Ultimatum, welches den Respekt, den Ihr uns und unseren Entscheidungen entgegenbringt, in ein höchst fragwürdiges Licht rückt. 
 
Wir werden Euch unsere Entscheidung alsbald mitteilen.“
Sorsha von Schwarzenfels
-Reichsverwalterin-



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Valleron Gadomar
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Valleron Gadomar »

Einladung zum gemeinsamen Treffen in Surom am Tage vor der Abreise
 
Im Namen Suroms und unter dem Blick des Entfesselten ergeht diese Einladung an alle Anhänger Suroms, den Dunkelelfen und dem Volk aus dem Norden.
Zu lange haben Missverständnisse, Forderungen und alte Reibungen Raum eingenommen, während sich jenseits unserer Grenzen weit größere Gefahren regen.
Diesem Zustand soll nun ein Ende gesetzt werden.

Ich lade euch ein, nach Surom zu kommen, auf dass wir gemeinsam, von Angesicht zu Angesicht, sprechen.
Nicht über Gerüchte.
Nicht über Dritte.
Sondern über Verantwortung, Respekt und den weiteren gemeinsamen Weg.

Bei diesem Treffen sollen offene Streitpunkte geklärt, das geforderte Holz übergeben und die Grundlagen für das weitere Vorgehen, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Reise und den kommenden Krieg,
neu und verbindlich festgelegt werden.

Es ist ein notwendiger Schritt, um die Bündnisse zu festigen, Grenzen zu achten und den Blick wieder auf das zu richten, was uns alle bedroht.
Surom erwartet euch am Tag des Donners, zur neunten Stunde am Abend.

Gezeichnet

Valleron Gadomar,
Kriegssäule Suroms,
Im Dienste des Entfesselten.
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Aanatus
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Valleron erreicht eine persönliche Nachricht. Eine Abschrift ergeht an den Zirkel

Beitrag von Aanatus »

Werte Säule des Krieges, werter Valleron!

Ich hoffe, Eure weise gewählten Worte haben bis zum Ende der Versammlung auch zu einer konkreten Planung der Exkursion in Eurem Sinne geführt. Wegen dieses Themas wollte ich mich gestern auch noch an Euch wenden, aber ich musste leider das Treffen vorzeitig verlassen, weshalb ich stattdessen diese Nachricht nun an Euch schreibe:

Ihr wisst ja, dass ich der persönliche Leibgardist der werten Statthalterin, Sorsha von Schwarzenfels, bin und deshalb auch nicht Teil der schwarzen Garde bin, die ich – mitsamt ihrer Kommandantin Cataleya –  zwar sehr schätze, aber wo ich eben aufgrund etwaiger Überschneidungen von unterschiedlichen Befehlen und erwarteten Tätigkeiten nicht als Mitglied tätig sein kann.
 
Da wir uns nun ja auf eine äußerst gefährliche Mission begeben, will ich Euch darum bitten, meine Autonomie für den Zeitraum der Suromer Exkursion zur Schlangeninsel zusätzlich noch dahingehend zu erweitern, dass ich in dieser Zeit auch nicht unter Eurem direkten  Kommando stehe. Begründet ist dies damit, dass ich in diesen gefährlichen Tagen mein uneingeschränktes Hauptaugenmerk auf die Statthalterin und ihr leibliches Wohl legen muss.

Ihr kennt mich nun ja schon von einigen Schlachten und Geplänkel, die wir Seite an Seite bestritten haben, und deshalb hoffe ich, dass Ihr Euch an meine Loyalität zu Euch und meinen Einsatz im Allgemeinen positiv erinnert und hinsichtlich meiner oben genannten Absichten weiterführend wohlwollend gestimmt seid. Und seid versichert: Mein Fokus auf die Sicherheit der Statthalterin wird nicht meinen Blick auf das große Ganze, den Erfolg Suroms auf dieser Expedition, vermissen lassen – es geht, wie oben beschrieben, nur um den Wunsch und die Wichtigkeit eines eindeutigen Auftrags mit eindeutiger, singulärer Befehlsgewalt, die eben dieser Tage für mich und meinen Auftrag ausschließlich aus dem Mund der werten Statthalterin artikuliert werden soll, so denke ich zumindest.

Somit hoffe ich auf Euer Verständnis und eine positive Antwort zu meinem Anliegen,
gez. Aanatus



Eine Abschrift der Nachricht an Valleron mit folgender Anmerkung ergeht an den Zirkel:

Werte Sorsha, geschätzte Gildenfreunde,

wie oben beschrieben ergeht mein Gesuch an Valleron, meine Rolle für den Zeitraum der Exkursion noch schärfer und klarer zu definieren, als ohnehin schon. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass einige von euch in der Garde tätig sind und damit anderen Befehlsketten unterliegen, welche gerade bei so komplexen Missionen wie der anstehenden Exkursion auf die Schlangeninsel einzuhalten sind!

Und weshalb ich denke, dass es umso wichtiger ist, dass mein Hauptaugenmerk ausschließlich auf dem Wohl der werten Statthalterin liegen soll, da es durchaus sein kann, dass sich auf einem möglichen Schlachtfeld unsere Positionen erheblich unterscheiden. Ich schreibe euch also auch darum, damit jeder seine Aufgaben und Pflichten im Blick hat und es keine Verwirrung darüber gibt, wer was zu tun hat. Über die Entscheidung der Säule des Krieges werde ich Euch demnach auch informieren, damit mit dem heutigen Ablegen absolute Klarheit der Organisation vorherrscht.

Gez. Aanatus


 
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Valleron Gadomar
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von Valleron Gadomar »

Mitten im geschäftigen Treiben des Hafens, zwischen knarrenden Planken, gezurrten Seilen und den gedämpften Rufen der Matrosen, trat ein Bote an Valleron heran.
Sein Atem ging hastig, als habe er den halben Weg gerannt, und in seiner Hand hielt er ein versiegeltes Schreiben, noch warm vom schnellen Transport.

Valleron ließ den Blick nur kurz von den Schiffen lösen, nahm die Botschaft entgegen und brach das Siegel ohne Zögern.
Während um ihn herum weiter beladen, gerufen und befohlen wurde, glitt sein Blick ruhig über die Zeilen.
Kein Wort entging ihm, kein Zwischenraum blieb unbeachtet.

Kaum hatte er die Botschaft bis zum Ende gelesen, griff er nach einer Feder und einem frischen Pergament, welches er dem Boten abnahm,
und verfasste umgehend eine Antwort.



Aanatus,

ich habe deine Nachricht gelesen und abgewogen.
Dein Auftrag als Leibgardist der Statthalterin ist mir bekannt. Doch auch ebenso die Risiken, die mit dieser Reise einhergehen.
Dennoch sei dir bewusst: Auf einer militärischen Exkursion Suroms gibt es keine völlige Loslösung von der Befehlskette. 
Ich gestatte dir, deinen Fokus uneingeschränkt auf den Schutz Sorshas zu legen und in unmittelbaren Gefahrensituationen ihren Befehlen zu folgen oder deiner Intuition zu vertrauen.
Strategische Entscheidungen, Bewegungen des Verbundes und kampfrelevante Maßnahmen unterliegen jedoch weiterhin meiner Verantwortung und schließen dich nicht ganz aus.

Dies ist kein Misstrauen dir gegenüber, sondern eine Notwendigkeit des Krieges. Zu viele Stimmen ohne Ordnung führen ins Verderben.
Halte dich an diese Linie, und ich werde dir nicht im Wege stehen.


*unterzeichnet*
Valleron Gadomar,
Wächter des Entfesselten,
Säule des Krieges.
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A'groniam de Surom
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Re: Schluss der Zwistigkeiten

Beitrag von A'groniam de Surom »

Kaum hatte die Ameda den Hafen verlassen und war in die schwärzer werdende See vorgedrungen, gelangten erste Berichte über Streitigkeiten zum Imperator. Die Säule des Krieges hatte die Wächterin Cataleya zur Navigatorin bestimmt und der bisherige Kapitän wollte nicht zurückweichen. Er bestand darauf, im Auftrag des Imperators entsandt worden zu sein, obwohl die Anweisung nur über einen unbedeutenden Unterboten zu ihm gelangt war, den er nun zu einer Art Stellvertreter der Stimme des Imperators erhob.

Solches Gehabe war für Surom in dieser heiklen Phase ein Ärgernis, denn die Verbündeten hielt er nur durch eine zweckmäßige Übereinkunft beisammen, die er auf keinen Fall durch unnötigen Zwist gefährdet sehen wollte.

Als die Nacht über das Deck sank und die Laternen im Wind knisterten, ließ A'groniam handeln.

Ein Bote trat lautlos aus den Schatten, als hätte ihn die Dunkelheit selbst hervorgebracht. In seinen Armen lag ein schweres, in grobes Tuch gewickeltes Bündel, aus dem dunkle Tropfen ohne Laut auf die Planken fielen. Er richtete nur wenige, schneidende Worte an Cataleya, kurz und unmissverständlich: Sie solle an das Steuerruder treten.

Dann löste er das Tuch und das abgetrennte, noch feuchte Haupt des Kapitäns kam zum Vorschein. Das fahle Licht der Laternen ließ die starren Züge über das Deck huschen.
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