[WQ] Staub und Stille

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Gilde der Greifen
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Gilde der Greifen »

In Nebelhafen zählt man die Tage nicht mehr, seit die Wellentanz ausgeblieben ist. Das Schiff gilt als verloren, und niemand spricht es noch laut aus. Der Ort läuft, alles, was stehen soll, steht, der Hafen tut seinen Dienst. Seit einigen Tagen hat sich dennoch etwas verändert. Die Schmieden sind lauter als sonst. Mithril wird gehärtet, Klingen geschliffen, Rüstungen angepasst. Es sind Arbeiten, die nicht zum Alltag gehören aber auch nicht sonderlich Aufmerksamkeit erregen. Ob es etwas mit diesem Turm im Seebachtal zu tun hat?

Am kleinen Hafen liegt die Wunderschön. Sie war seit Monaten wieder seetauglich, die damaligen Arbeiten längst abgeschlossen. Jetzt haben die Greifen übernommen, Bordwände werden verstärkt, Beschläge ergänzt, Waffenhalterungen angebracht. Manche erinnern sich an die fleissigen Leute vom Bund der Handwerker oder an den geschäftigen Gaviel, der viel Zeit an Bord verbracht hatte. Heute ist es die Arbeit der Greifen. Die Wunderschön wird nicht instand gehalten... sie wird vorbereitet.

Gleichzeitig verändern sich die fremartigen Ophidianerkompasse im Umlauf. Die fremden Geräte richten sich nun aus, unabhängig davon, wer sie trägt, und zeigen in dieselbe Richtung hinaus aufs Meer, zu einem Punkt, der auf keiner Karte verzeichnet ist. Die Greifen sagen nichts dazu… doch solche Dinge geschehen selten ohne Zusammenhang. Am Morgen hängt ein Schreiben am schwarzen Brett nahe der Bank…




An die Bürger Nebelhafens!

Die Ophidianer sind da draußen. Sie verstecken sich, greifen an und verschwinden wieder. Wir wissen, woher sie kommen, und wir werden sie treffen. Wann wir lossegeln steht noch nicht fest, doch die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren! Der Bürgermeister ist weg, wir kümmern uns, wenn es passt.

Wer mitkommt, trifft sich am 1. Tag der nächsten Woche vor dem Haus des Bürgermeisters zur 8. Stunde und unterstellt sich der Befehlsgewalt der Greifen!

Für Nebelhafen!

Schwarzfels
Kommandant der Greifen

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Erzähler
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Erzähler »

In den letzten Tagen und Wochen mehrten sich die Zeichen.

Unabhängig voneinander rüsteten sich Reiche zur Fahrt über das Meer. Gerüchte von einer fernen Insel machten die Runde. Von Ophidianern, von dunklen Portalen, von einem Ursprung der Bedrohung, der endlich greifbar schien.

Nicht nur Herrscher hatten Visionen gesehen.

Gläubige träumten von Feuer und Verlust. Andere von schwarzem Wasser und flüsternder Macht. Manche erwachten mit Furcht im Herzen, andere mit brennender Entschlossenheit. Keiner konnte sagen, ob diese Träume Warnung oder Verheißung waren.

Doch ob es Visionen oder die nunmehr aktiven Werkzeuge der Ophidianer waren... sie alle wiesen in dieselbe Richtung.

In etwa zwei Wochen werden Schiffe auslaufen.
Die See wird sich füllen mit Segeln.
Und eine Insel, lange verborgen, wird zum Schauplatz einer Entscheidung werden.

Was dort gefunden wird, liegt noch im Schatten.
Doch eines ist gewiss.

Niemand, der diesen Weg beschreitet, wird unverändert zurückkehren.
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Rashka|Brom
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Rashka|Brom »

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Das Treffen in Surom hatte unter schlechten Vorzeichen gestanden, und in seinen Gedanken hatte er sich bereits darauf eingestellt, allein in See zu stechen. Die vergangenen Wochen waren durchzogen gewesen von Forderungen der Drow, von halben Wahrheiten und dem ständigen Gefühl, dass im Hintergrund Lug und Trug gesponnen wurde.

Dennoch musste er sich eingestehen, dass Vallaron die richtigen Worte gefunden hatte. Mit Bedacht und Geschick hatte er das Bündnis am Leben gehalten, hatte die schärfsten Kanten abgeschliffen und ein Auseinanderbrechen verhindert. Doch er machte sich keine Illusionen. Auch wenn die Wogen fürs Erste geglättet waren – innerlich schmunzelte er über diese treffende Seefahrermetapher – war er sich sicher, dass die Probleme irgendwann erneut aufkeimen würden.

Er hielt nicht viel von den Dunkelelfen. Ein wirkliches Bündnis hatte er mit ihnen nicht geschlossen, und Vertrauen war etwas, das er ihnen nur schwer entgegenbringen konnte. Dennoch musste er anerkennen, dass sie zahlreich waren – und womöglich wichtige Verbündete werden konnten. Ob man ihnen jedoch genug trauen durfte? Vermutlich nicht. Doch das würde die Zeit zeigen.

Alles in allem war er mit dem Verlauf der Gespräche zufrieden. Es waren Worte gefallen, Zusagen gemacht worden – doch es waren eben nur Gespräche, keine Taten. Morgen würden sie endlich in See stechen, und sein Stamm war darauf vermutlich besser vorbereitet als jeder andere.

Bild

Zurück in Fjellgat suchte er den Anleger auf und sprach kurz mit Beorn, dem Händler und Steuermann der Seeborke.
„Beorn, je brauch dey und din Brodir morgen als Steuermann uf de beiden anneren Schiffe.“

Der grimmig dreinblickende Seefahrer nickte lediglich und willigte wortlos ein.

Die zweite Nachricht jedoch vermochte sein Gemüt spürbar aufzuhellen.
„Wenn wyr zurück sind, wird de Seeborke ’n Fährbetrieb ufnehmen zwischen Fjellgat un Surom.“

Nachdem auch dies geklärt war, machte er sich daran, seine Sachen für die Fahrt am kommenden Morgen zu packen.
Rorek Alvlem
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Eierpfannkuchen, Vertrauen und Respekt

Beitrag von Rorek Alvlem »

Ameda am ersten Tag der Reise

Die Wellen schlugen gleichmäßig gegen den Rumpf der Ameda, während sie ihre Fahrt durch den Nebel fortsetzten. Jenen Nebel, der sie einst alle beinahe in Stücke gerissen hatte, umgab sie nun so ruhig wie ganz normaler Nebel und doch war es eine trügerische Ruhe. Sie konnten jederzeit angegriffen werden. Egal ob nun vom Nebel, Ophidianer, Minotauren oder einfach nur, weil mit einem Mal die Echidna Breitseite von ihnen auftauchen konnte. Die Ameda war wendig, aber auch kleiner als die Echidna mit ihren doppelten Kanonenreihen. Eine Chance konnte es also nur geben, wenn man derjenige war, der entdeckte und nicht der war, der entdeckt wurde.

Lange hatte er Seite an Seite mit Katherine auf dem Deck gestanden und dem Treiben an Bord zugesehen. Ob es nun Auseinandersetzungen um das Kommando über das Schiff waren, oder das Geschrei, dass vom Barbarenschiff zu ihnen herüberdrang, alles rückte für Rorek in den Hintergrund als der Nebel aufzog. Er spannte sich innerlich an. Dieser Nebel war ihm noch sehr gut im Gedächtnis und er merkte auch Katherines Anspannung. Doch schien der Nebel bei weitem nicht alle so sehr zu beunruhigen, wie man es hätte erwarten sollen. Es blieb weiterhin ruhig an Deck. Erst später - gefühlt waren es Stunden, doch tatsächlich vermutlich nur Minuten – ergab sich ein Gespräch mit Valleron Gadomar. Der Säule des Krieges stand die Anspannung ob des Nebels deutlich ins Gesicht geschrieben.

Man sprach über verschiedenes und so kam man zu dem Schluss, dass man ein Losungswort vereinbaren sollte, falls sich wieder Gestaltwandler unter die Besatzung schummeln sollten. Es durfte jedoch kein alltägliches Wort sein, oder eines das man leicht erraten konnte. Die von ihm genannten Eierpfannkuchen waren eigentlich nur ein Beispiel, doch hatte Valleron dies direkt als ersten Vorschlag aufgenommen. Es wurde später ein anderes Wort … aber irgendwie hatte Rorek sich schon darüber amüsiert, dass in all der Anspannung und Kriegsbewegungen Eierpfannkuchen das Mittel der Wahl hätten sein können. Doch traurig war er darum auch wieder nicht. Das Ziel war erreicht. Es gab ein Losungswort.

Weiter wurden spät in der Nacht auch noch die Kanonen bestückt und Katherine und er teilten sich auf, um Schutzzauber über das Schiff zu legen. Es waren rudimentäre Schutzzauber gegen physische Angriffe. Einen am Bug, einen am Heck und einen im Zentrum, den sie gemeinsam woben. Dort wo die Masten und Kanonen standen war ein Angriff am wahrscheinlichsten. Also musste hier ein stärkerer Schutz her.

Aufrechterhalten wurden die Schutzzauber mit Hilfe einiger Manakristalle, die Rorek vor der Reise eingepackt hatte. Sicherlich hätte man einen sehr viel umfassenderen Schutz erzeugen können, wenn man die Ameda vor der Reise präpariert hätte, doch wie es immer so war. An das Naheliegende wurde oftmals erst gedacht, wenn man feststellte, dass es fehlte. Nun mussten sie sich mit ins Holz geritzten Runen und Manakristallen begnügen. Später hatte er sich geärgert, denn hätte er gewusst, dass man sich des Kapitäns entledigen würde, dann hätten sie auch Blut gehabt. Aber auch ohne Blut würden die Schutzzauber ihre Wirkung tun und das Schiff im Falle eines Erstschlags schützen. Vielleicht nicht vollständig, aber immerhin so sehr, dass sie nicht zu großen Schaden zu erwarten hätten.

Als Katherine sich zurückgezogen hatte, war Rorek noch eine Weile an Deck geblieben, um die Zauber im Auge zu behalten. Wer wusste schon ob dieser Nebel ihnen nicht zusetzte, doch es schien sich wenig zu tun. Versuchsweise hatte er auch versucht Kontakt zu Vyktorya aufzunehmen. Es war ihm gelungen, doch er merkte, dass der Nebel die Verbindung etwas zu beeinflussen schien.

Er traf später erneut auf Valleron.
Es entwickelte sich ein tiefgründiges Gespräch über das Bündnis, den Erhalt und Zusammenhalt und über Respekt und Vertrauen.

Respekt und Vertrauen … die am schwierigsten von allen zu bewertenden und erhaltenden Eigenschaften der Welt.
Und doch fußte auf ihnen ein großes Bündnis.

Ein Bündnis, das sie alle zu einer Streitmacht formte, die auf dem Weg war, ihr aller Überleben in dieser neuen Heimat zu sichern.
Einer Streitmacht gegen Wesen, die gezeigt hatten, wie anpassungsfähig und mächtig sie waren.
Einer Streitmacht, die den Drahtzieher für all das Chaos der letzten Monde zur Verantwortung ziehen würde.

Er ballte eine Hand zur Faust und das Leder knirschte leise und kurz flammte ein Bild von Ziron vor seinem inneren Auge auf.

So wie einst ihn!
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Pandor Vildaban
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Pandor Vildaban »

Ein Schreiben wird dem Kommandanten Schwarzfels überbracht, 
 
Ehrenwerten Kommandanten Schwarzfels
 
Die Anlandung auf dieser verfluchten Ophidianer-Insel hat von uns Tribut gefordert – zu unkoordiniert und zu halsbrecherisch sind wir vorgestoßen.
Solch wahllose Raserei darf sich nicht wiederholen, will unser Trupp nicht in den Klauen des Vergessens enden.
 
Es mangelt an geübten Nahkämpfern, die das Getümmel der Schuppenmeute aushalten könnten.
Doch unsere Stärken liegen klar: Unsere Fernkämpfer mit ihren gespannten Bögen und die Magier.

Wir müssen methodisch und präzises Vorgehen, das wird uns den Sieg sichern - dann können wir die Insel erobern.
 
Sobald die Brücke repariert ist, sollen die Magier einen unüberwindbaren Steinwall errichten, der den Feind in die Enge treibt.
Von Westen beginnend, dann Ost, dann Nord: Ein verheerender Pfeilhagel unserer Bogenschützen und ein Hagel aus Zaubern!
Die Ophidianer werden auf die Brücke gedrängt, direkt in die Klingen unserer Nahkämpfer, wo sie zerschellen wie Wellen an den Felsen.
Danach stoßen wir systematisch vorwärts, Keil für Keil, und räumen die Brut aus.
Primär müssen wir auch die Schlangenstandarte der Ophidianer ausfindig machen und, wenn es möglich ist, zerstören.
 
Danach schicken wir einen Stoß- und Erkundungstrupps aus, klein und wendig.
  • Zur Kartografie der Insel, auf dass wir jeden Pfad und jede Schlucht kennen.
  • Zur Aufspürung der Feindlager, wo die Schlangen ihre Nester weben.
  • Zu Punkten von Interesse, Fallen oder Verstecken der Bestien.
  • Zu Ressourcen und möglichen Lagerstellen, damit unsere Vorräte wachsen.

 
In Schwert und Stahl dem Kampf zu Ehr
gezeichnet

Pandor Vildaban
 
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Valleron Gadomar
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Valleron Gadomar »

Das Urteil im Sand


Die Ameda durchschnitt den Nebel wie eine Klinge aus dunklem Stahl. Feuchtigkeit lag schwer in der Luft, salzig und faul zugleich. Das Meer schwieg auf jene unheilvolle Weise, die selbst erfahrene Krieger mehr beunruhig als jeder Sturm. Wochenlang war dieser Moment vorbereitet worden, mögliche Szenarien immer und immer wieder im Kopf durchgespielt. Karten studiert, Routen diskutiert, Rückzuge geplant. Jeder Schritt hätte sitzen sollen…
Doch als der Kiel plötzlich schabte und das Schiff in einem dumpfen, grollenden Laut auf Grund lief, wusste Valleron, dass all dies in einem einzigen Augenblick bedeutungslos geworden war.
Der Befehl war gefallen, bevor irgendjemand widersprechen konnte.

Nicht von Ihm selbst.
Von Agroniam, dem Imperator, dem Ersten und Mächtigsten Wächter.

Valleron ballte die Hände, bis sich das Leder seiner Handschuhe spannte. Kein Wort kam über seine Lippen.  
Wie auch? Wer war er, den Willen jenes Mannes offen in Frage zu stellen, der dem Entfesselten näherstand als jeder andere sterbliche?
Agroniam war kein Feldherr, der sich an Pläne band. Er war eine Waffe. Und Waffen warteten nicht.
Doch in Vallerons Brust brannte es. Ein jeder der ihn beobachtete, spürte diese Anspannung.
Er hatte einen Schlachtzug entworfen – Mit Vorstößen, Täuschung, mit Wegen, die in den Schatten führten und einem sicheren Rückzug, falls die Insel sich als Grab erweisen sollte. Nun aber standen sie hier, frontal, offen, mit knirschendem Sand unter den Stiefeln und dem Nebel im Rücken.

Die Wut kroch weiter in Ihm hoch.
Doch nicht gegen Agroniam – das wäre töricht gewesen.
Sondern gegen das Chaos selbst.
Und er ließ sie zu.

Als die ersten Orphidianer aus dem Dunst hervorbrachen, zischend, kriechend, mit kalten Augen und Klingen aus Knochen, riss Valleron seinen Hammer empor. 

Er dachte nicht mehr.
Er plante nicht mehr.
Er war voll im Fokus.

Der Kampf am Strand entbrannte ohne Vorwarnung. Die Orphidianer versuchten, die Landung im Keim zu ersticken, doch sie unterschätzten die Entschlossenheit Suroms. Valleron ging voran, sein Hammer riss breite Schneisen in ihre Reihen, während Stahl auf Schuppen traf und der Sand unter den Füßen blutig und rutschig wurde. Die Orphidianer kämpften verbissen, doch ungeordnet, getrieben von instinkt statt disziplin.
Schritt für Schritt wurden sie zurückgedrängt – ins flache Wasser, gegen Felsen, bis kein Raum mehr blieb. Der Strand verwandelte sich in ein Schlachtfeld aus Leibern und zerbrochenen Waffen.
Jeder Schlag war ein Urteil. Jeder Schritt ein Bekenntnis. Und als der Nebel sich lichtete, war der Widerstand gebrochen. Dachte man.

Gerade als sie sich vom Strand lösen wollten, bebte der Sand unter ihren Füßen. 
Zunächst kaum wahrnehmbar, ein feines Rieseln zwischen Blut und Knochen. Dann brach der Boden auf. Etwas kroch hervor, das keine Form kannte, die Valleron je zuvor gesehen hatte. Eine Masse aus Fleisch, Zähnen und offenen Wunden, zusammengehalten von Hass und Verwesung. Der Gestank traf sie wie ein Schlag – süßlich, faul, erstickend.
Es wurden für ein Moment Worte gewechselt zwischen der Kreatur und Agroniam. Doch Valleron hörte nicht zu, denn zu groß war sein Fokus auf das, was gleich folgen sollte. 

Und so begann der Kampf. Die Bestie spuckte zu Beginn einen Schwarm rote, giftige Fliegen aus, summend wie ein verkümmernder Atemzug. Der Schwarm stürzte sich auf sie, brannten auf der Haut, suchten Augen und offene Stellen. Schreie mischten sich unter das Surren.
Doch Surom wisch erneut nicht zurück!
Die Bestie schlug mit klauenartigen Auswüchsen um sich, riss Furchen in den Sand, zerfetzte Leiber, als wären sie Stoff. Jeder Treffer hätte tödlich sein können. Blut spritze, Zähne schnappten und das Monster brüllte mit einem Laut, der mehr aus Gedärmen als aus Kehle bestand.
Es war ein Kampf um Minuten.
Valleron warf sich vor, schnitt, riss, hieb, während Gift und Blut über seine Rüstung lief. Der Hammer fraß sich regelrecht in das Fleisch der Kreatur, doch sie wehrte sich, zäh und unnatärlich lebendig. Erst als sie gemeinsam zuschlugen, konzentriert, ohne Zweifel, brach das Ding zusammen – ein letzter, zuckender Haufen aus Fleisch und Knochen.
Stille. Nur das Summen verebbender Fliegen blieb zurück. 
Valleron richtete sich auf, keuchend, den Blick noch immer auf das reglose Etwas gerichtet.
 Dann spürte er ihn.
Agroniam hatte alles gesehen. Kein Wort fiel. Kein Zeichen der Anerkennung. 
Doch er wusste – Dieser Kampf war bemerkt worden.
Ohne weiter zu verweilen wandten sie sich ab und liefen zum Engpass. Der Befehl war klar und deutlich – Erkunden und Absichern.
Bis zum bitteren Schluss folgte eine kleine Gruppe dem Befehl Agroniams. Mit Ihm an der Seite standen noch Aanatus, Arucard und Rorek in Form eines riesen Steingolems.
Sie wichen nicht von seiner Seite, selbst als der Kampf zu einem Mahlwerk aus Stahl und Fleisch wurde. Schulter an Schulter hielten sie Stand, sicherten Flanken, zogen sich zurück, wenn der Blutrausch ihn zu weit trug.
Als die Nacht weiter vorrückte, fanden sie schließlich eine Engstelle. Ein schmaler Durchgang, der tiefer ins Innere der Insel führte. Ein natürlicher Nadelöhrpfad, von Felsen umklammert. Dort entschieden sie letztlich, die Linie zu ziehen.
Sogleich wurden Holzpfähle angespitzt und eingerammt. Leichen gerichtet und getürmt. 
Warnung und Bollwerk zugleich.
Der Zugang zum Strand war gesichert. Wachposten wurden eingeteilt.

Bild

Valleron blieb einen Momentlang noch zurück. Er blickte über den Strand, erneut. Über das, was sie angerichtet hatten. Blut rann weiterhin in dünnen Rinnsalen zurück ins Meer, und der Nebel nahm es schweigend auf.
Zufriedenheit breitete sich in ihm aus. Keine Freude. Kein Stolz. Nur Gewissheit.
Erschöpft, von Kopf bis Fuß mit fremden und eigenem Blut verschmiert, kehrte er schließlich zur Ameda zurück. Jeder Schritt schmerzte. Die Wut war varraucht, hatte ihn ausgelaugt, aber sie hatte getragen.

Der erste Schritt auf der Insel war getan.

Ungeplant.
Brutal.
Unumkehrbar.

Und der Entfesselte hatte zugesehen.
 
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Gilde der Greifen
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Gilde der Greifen »

Pandor wird folgende Antwort des Kommandanten erhalten:



An Pandor Vildaban.

Dein Schreiben ist gelesen und ich stimme dir zu. Zu viel Blut wurde durch Unordnung vergossen. Das wird sich nicht wiederholen. Deine Pläne sind gut und sie sind gebilligt.

Die Brücke ist durch euren Einsatz wiederhergestellt. Die Männer und Frauen aus Nebelhafen haben schnell und entschlossen gehandelt. Dafür spreche ich ihnen meinen Dank aus. Die Hafenruine an der wir gelandet sind ist nun gesichert. Palisaden stehen, Feuer brennen und Wachen halten Ausschau. Von hier aus führen wir den Krieg und bündeln unsere Kräfte.

Nun ist es Zeit tiefer in die Insel zu stoßen. Bedacht und geschlossen. Findet die Anführer der Ophidianer. Spürt die Sphären durch die der Feind seine Krieger sendet. Solange sie stehen, wird der Strom an Feinden nicht abreissen.
Sobald ihr die Anführer ausmacht erstattet unverzüglich Bericht. Dann werden die gesammelten Streitkräfte unter dem Banner der Greifen in die Schlacht ziehen.

Du hast geführt wo andere gezögert haben. Dafür hast du meinen Respekt. Du führst den Trupp der Freiwilligen aus Nebelhafen unter meinem Oberkommando. Führt ihn mit Verstand und verliert keinen Mann leichtfertig.

Unsere Kundschafter melden Bewegung im Norden und Süden. Es ist möglich dass Krieger aus Surom und Solgard angelandet sind. Ein vorsichtiger Kontakt könnte uns allen nützen.

Bleibt nah an der Basis und bleibt wachsam.

Für die Freiheit
Für Nebelhafen

gez. Schwarzfels

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Serafim Sala
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Serafim Sala »

Jaster und Munar wird ein Schreiben ausgehändigt vom König
Gesegnet sei euer Weg im Licht des Herrn
Paladin Jaster Darez
Tarcil Munar

unsere Strukturen sind ausreichend befestigt.

Wir sollten den Feldzug in das Herz der Insel fortsetzen. Ich vertraue darauf das ihr die Angriffe gemeinsam koordiniert.

Möge der Herr uns in diesen schweren Zeiten leiten und unsere Schritte lenken!


Gez.
Serafim Sala
Hüter des Lichtreiches

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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von A'groniam de Surom »

Der Säule des Krieges, Valleron Gadomar, werden die nächsten Befehle des Imperatores überbracht.


Barchmon Säule des Krieges,

der Strand ist eingenommen und unsere Stellung gesichert. Der erste Sieg wurde mit Feuer und Stahl erzwungen und die Horden der Ophidianer wurden niedergetreten, wie es ihrer Natur entspricht

Es ist an der Zeit weiter in das Gebiet der Ophidianer vorzurücken und den Zorn Suroms über ihre Welt einbrechen zu lassen. Reißt ihre Reihen, brecht sie... vernichtet sie.

Jeder Schritt Suroms ist Gesetz, jeder Widerstand eine Anmaßung. Unser Vormarsch ist absolut und kennt kein Maß außer dem völligen Sieg.

Für Surom...
Für Ihn!

gez.
Agroniam de Surom

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Valleron Gadomar
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Valleron Gadomar »

Der Rauch des Strandes hing noch schwer in der Luft, vermischt mit Salz, Blut und dem fauligen Gestank der gefallenen Orphidianern.
Zwischen zerborsteten Schildern und im Sand steckenden Speeren stand Valleron, den Hammer neben sich gestellt, den Blick auf die dunklen Linien des Inselinneren gerichtet.

Ein Bote reichte ihm Agroniams Worte.
Valleron las sie schweigend. Kein Zorn mehr. Kein Zweifel. Nur Gewissheit.
Langsam griff er dann zur Feder:
Imperator Agroniam,

der Strand ist genommen, wie es sein musste. Feuer und Stahl haben gesprochen und die Orphidianer haben geantwortet, wie es ihrer Natur entspricht: Mit dem Tod.

Eure Anweisung ist klar und deutlich, wie es die Landung am Strand war. Der Vormarsch wird fortgesetzt, Schritt für Schritt, ohne Abweichung vom Wille Suroms.
Reihen werden reißen, Linien werden brechen, und was sich uns widersetzt, wird ausgelöscht.

Für Surom.
Für IHN.

*unterzeichnet*

Valleron Gadomar,
Wächter des Entfesselten,
Säule des Krieges.

Nun ruhte die Feder. Doch Valleron war noch nicht fertig.
Er trat vor die versammelte Streitmacht Suroms - Noch immer etwas Blut, welches an seiner Rüstung haftet.
Doch von Erschöpfung keine Spur mehr - Aufrecht und gefestigt steht er da und wendet sich zu den Streitern Suroms um.
 
Krieger, Anhänger und Verbündete Suroms!

Der Imperator hat gesprochen. Der erste Sieg ist errungen - doch er war nur das Tor, und nicht das Ziel.

Hört mir nun genau zu:

Versorgt eure Wunden. Lasst kein Blut unbeachtet, keinen Bruch ungeschient. Richtet eure Rüstung und Roben. Schärft die Klingen, spannt die Bögen, füllt die Vorräte. Wir ziehen weiter ins Innere der Insel.
Und das als eine unbändige, blutdurstige Horde. Schluss mit der Zurückhaltung. Der Imperator selbst hat am Strand gezeigt wie es geht, wie das Eindringen auszusehen hat. Als Werkzeug des EINEN und als eine einheitliche Macht des Reiches Suroms!

Ihr habt Zeit, bis zum morgigen Abend zur achten Stunde euch vorzubereiten - Dann rücken wir mit der untergehenden Sonne im Rücken aus!

Jeder Schritt ist Gesetz!
Jeder Atemzug ein Schwur!
Jeder Schlag wird erneut ein Urteil sein!

Für Surom!
Für IHN!

Ein dumpfes Echo aus Stimmen, Stahl, Glauben und Magie folgte.
Nur wird die Insel und alles darauf befindliche lernen, was es heißt, sich mit dem Reich Surom anzulegen!
 
 
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