[WQ] Staub und Stille

Rollenspielforum für Quests und Questbegleitung.
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Rashka|Brom
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Rashka|Brom »

Der Regen tropfte zischend ins Lagerfeuer.
Zuerst waren es einzelne Tropfen, die im Sand verdampften, dann legte sich ein feiner Schleier über das Lager. Fackeln begannen zu flackern, Stimmen klangen gedämpfter, als hätte selbst der Regen beschlossen, leiser zu sprechen. Das Feuer knisterte trotzig dagegen an, fraß Holz und Fett, während Bjornar mit geübter Hand Skorpione wendete, als wären sie nichts weiter als Fisch am Spieß.
Aanatus senkte die Fackel, als Rashka aus der Dunkelheit in den Feuerschein trat.
„De Ahnen zur Ehr“, sprach der Jothar. Seine Gestalt blieb halb im Licht, halb im Schatten. Die Flammen tanzten über seine Züge und verliehen ihm etwas Wildes, Archaisches – als sei er selbst Teil eines alten Liedes.
Bjornar schnüffelte, nickte zufrieden.
„Iss gud.“
Er biss herzhaft in einen der gebratenen Skorpione. Niemand widersprach.
Der Regen kühlte die Luft kaum. Die Hitze hing schwer über der Insel und machte es vor allem den Nordleuten schwer. Sie hatten das Gefühl, dass selbst der Dschungel beschlossen hatte, ihnen Steine – oder Schlingen – in den Weg zu legen. Gespräche flossen ineinander: über Flüsse, über Höhlen hinter Wasserfällen, über goldene Schlangenstatuen und Eier. Über seltsame Kreaturen, nicht ganz Fisch, nicht ganz Drache.
„Wyr sollten dem Flusslauf folgen“, warf Rashka ein.
„Leben ist immer am Fluss“, murmelte Aanatus nachdenklich.
Rashka nickte. Der Fluss führte nordöstlich. Diesen Weg würde er einschlagen.
Aanatus rollte eine Skizze aus und reichte sie Haldron. Der beugte sich darüber und brummte. Eine amphibische Kreatur, schlangenförmig, graue Haut, ein zu großer Kopf. Ungefährlich, hieß es. Tot mit einem Schlag.
„Kann ma’s essen?“
Die Frage war ernst gemeint.
Bjornar grinste.
Das Lager füllte sich weiter. Stimmen der Dunkelelfen, fremd und kühl, mischten sich unter das Gemurmel. Sie traten aus dem Regen, musterten das Lager mit jener Selbstverständlichkeit, als gehöre selbst der Schatten ihnen. Nad’diirn blieb schließlich vor Aanatus stehen.
„Kenn ich dich nicht? Einen Kartenzeichner vergisst man nicht so leicht.“
Aanatus nickte, ein schiefes Lächeln auf den Lippen. Wissen wurde geteilt – heute zumindest.

„Bevor wyr losziehn, werdn wyr noch den Segen uus Ahnen erbittn“
Haldron sprach die Runen und verbrannte Kräuter. Auch andere Stimmen erhoben sich, riefen zu ihren Göttern, baten um Segen für das kommende Vorhaben. Die Aufbruchsstimmung war greifbar. Das lose Gerede wich nüchternen Worten.
Der Ausfall wurde eingeteilt. Schnell fanden sich jene, die vorangehen würden. Rashka und Tarabasch nahmen ihre Schilde zur Hand und erklärten sich bereit, die Front zu halten und zu führen. Andere Krieger sollten die Flanken sichern, den Schildträgern den Rücken freihalten. Dahinter: Schützen, Magier, Späher.
Die Kampfgruppe – Barbaren, Dunkelelfen und Bürger Suroms – war nicht unerfahren. Eine grobe Einteilung genügte.
Der Aufbruch stand kurz bevor. Segen waren gesprochen, Riemen nachgezogen, Klingen geprüft.
Rashka trat vor.
„Abmarsch.“
Der Trupp setzte sich in Bewegung. Barbaren und suromische Krieger bildeten die Spitze, Schild an Schild. Dunkelelfen glitten an den Flanken entlang, lautlos, mit gespannten Bögen und flackernder Magie. Der Fluss wartete. Und die Feinde ebenso.
Der Dschungel verschlang sie. Feuchte Hitze, dichte Blätter, Wurzeln wie Fallen. Dann kam der erste Widerstand. Ophidianer. Das Schlangenvolk erwartete sie bereits.
Was folgte, war kein einzelner Kampf, sondern ein zähes Ringen um jeden Schritt Land. Pfeile sirrten aus dem Grün, Klingen prallten gegen Schuppen, Schilde gegen Speere. Die Ophidianer warfen dem Trupp alles entgegen, was sie hatten: Krieger, Gifte, Fallen.
Überall standen die seltsamen Schlangenstatuen – jene, die sie bereits am Strand gesehen hatten. Der Feind kämpfte verbissen um jede einzelne. Immer wieder brach die Front ein, wenn flinke, froschartige Kreaturen aus dem Unterholz hervorstießen, schrien und Chaos in den hinteren Reihen anrichteten. Magische Flammen zerrissen das Dickicht, Dunkelelfenpfeile fanden Kehlen, Barbaren brüllten und drängten vor.
Im grünen Dickicht verlor Zeit ihre Bedeutung.
Schließlich war der Wille des Kampftrupps stärker. Quälend langsam, Schritt für Schritt, gewannen sie Boden. Nach fast zwei Stunden erbitterten Ringens trieben sie den Feind über eine Furt zurück. Erst dann begann das mühsame Säubern des eroberten Gebiets, versprengte Schlangenkrieger wurden gejagt und niedergeschlagen.
Der Kampf verklang. Blut und Regen lagen schwer in der Luft.
„SAMMELN!“ rief jemand.
Sie sammelten sich. Müde Krieger, Magier mit funkelnden Augen, Dunkelelfen im Schatten der Bäume. Nad’diirn maß mit ruhigem die Umgebung, der Umriss einer alten Siedlung jenseits des Flusses.
„Greifenwachen“, rief jemand. Das Ufer des Flusses wurde Kahl gechlagen, wohl um den Wachen bessere Sicht zu gewähren.
Rashka nickte. Bis hierher hatten sie gekämpft.
Aanatus schritt den Pfad ab, zählte Schritte, zeichnete Linien ins Pergament. Wissen, murmelte er, brauche Zeit. Zeit hatten sie nicht – aber sie nahmen sie sich dennoch. Späher meldeten Bewegung im Süden. Die Erschöprung entschied: Rückzug ins Lager. Beute teilen. Wunden lecken.
Zurück im Lager wurde die Beute zusammengeworfen. Beutel klirrten, Hände wechselten Eldelsteine, Schmuck, seltsame Artefakte. Rashka sprach von drei Teilen: für Surom, die Nachtalben und den Stamm der Thrymm’tack. Aanatus legte seinen Anteil dazu – ein stilles Lob für Kommando an der Front. Filifaere, klein wie eine Puppe, aber mit großen Gesten und Worten, erklärte sich feierlich zur Vertretung ihres Volkes.
Es gab Verletzungen, nichts Ungewöhnliches. Die Erschöpfung saß tief. Doch der Erfolg – ein eroberter Teil der Insel – legte eine zufriedene Schwere über das Lager.
Später, als viele sich zurückgezogen hatten, saßen die Thrymm’tack noch am Feuer und teilten Geschichten. Da hüpften plötzlich seltsame Kreaturen aus dem Schatten: Mischungen aus Ente, Huhn und Taube, mit karamellisierten Stücken um den Hals und Schriftrollen an den Füßen. Sie verbeugten sich, übergaben ihre Botschaften – und sprangen dann, als letzten Akt der Höflichkeit, in die Pfanne über dem Feuer.
Verdutzt betrachteten die Barbaren die Schriftstücke. Wer lesen konnte, las. Wer nicht, verlangte Bilder. Die vier Barbaren konnten nicht lesen.
Kurz darauf trat Filifaere stolz in den Feuerschein. Sie hatte die Schriftstücke verfasst. Auf starkem Pergament, gut gegen Mücken, wie sie betonte. Die Gabe ihrer Geschichte musste noch ergründet werden, doch die Barbaren waren dankbar.
Sie teilten das Fleisch der seltsamen Vögel und Met, bis die Nacht vollends hereinbrach.
Später, an Bord der Grimlas Schwinge, sah Rashka in den dunklen Himmel. Ein Soeker stand neben ihm und lauschte.
„Geh zu de Anführern der andern, die nich dabei warn. Wenn de n Imperator findst und vorgelassn wirst, dann och zu ihm. Sonst erfährt er’s sicher von Valleron oder einer der andern Säulen. Sag ihnen das Wyr n Teil vom Dschungel erobert habn – bis zum Fluss im Osten. Und a Stück südöstlich sin wyr uf en Dorf gestoßn, das de Greifen halten. Jeg Empfehl dem Dorf n besuch abszustattn und in erfahrung zu Bringen ob und wie man Zusammn arbeitn kann. Außerdem schlag je vor weiter dem Flusslauf zu folgn, nach Nordostn.“
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Rashka|Brom
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Rashka|Brom »

Die vergangenen Tage – und vor allem die Kämpfe – hatten ihren Tribut gefordert. Keine Wunde war tief genug gewesen, um ihn zu brechen, doch viele kleine hatten sich summiert: Schrammen, Blutergüsse, verspannte Muskeln. So hatte er sich für einen Tag zurückgezogen, war an Bord der Grimlas Schwinge geblieben. Er pflegte seine Ausrüstung mit ruhiger Sorgfalt, aß und trank gut und ließ den Schlaf kommen, wann immer er ihn fand. Dennoch meldete sich der Körper selbst im Liegen mit dumpfen Schmerzen. Es war nötig gewesen. Und richtig. Auch wenn er am nächsten Morgen erwachte, als wäre er von Steinen erschlagen worden.

Noch in der Frühe verließ er das Schiff und suchte sich eine abgelegene Ecke des Strandes. Dort begann er mit langsamen, ausladenden Bewegungen – fließend, locker, beinahe tänzerisch. Wer ihn beobachtet hätte, hätte sie für eine Form waffenlosen Kampfes halten können, doch es war etwas anderes: Dehnung, Lösung, das Wiederfinden des eigenen Körpers. Mit jedem Schritt, jeder Drehung schien die Müdigkeit ein Stück nachzugeben. Als er schließlich leicht verschwitzt innehielt, atmete er tief durch und machte sich auf den Rückweg zur Grimlas Schwinge.

An Bord wechselte er einige Worte mit einem Soeker. Mehr brauchte es nicht. Wenig später verließ dieser das Schiff und ging durch das Lager, sprach jeden an, den er fand – ohne Ansehen von Volk, Farben oder Herkunft.

„Eh, de Johtar der Thrymm’tack will heut Abend en Gruppe richtung Norden führn.“
„Heut Abend soll’s n Ausfall geben. Richtung Norden. Wenn dich anschließn willst, bist willkommen.“
„Wenn kämpfn kannst – gegen de Schlangenviecher – jede Klinge is willkommn.“


So hallten seine Worte durch das Lager, schlicht und offen, eine Einladung, sich dem Kampf anzuschließen.

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Heute, Samstag abend ab 20 Uhr, Sammelort am Lagerfeuer im Chaoslager
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Erzähler
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Erzähler »

Während die Mühlen des Krieges auf der Insel der Ophidianer unaufhörlich weiter mahlten, schlängelte sich tief im Norden ein einzelner Ophidianer den uralten Tempel hinauf.

Reges Treiben herrschte dort: Zischelnde Krieger glitten an ihm vorbei, stießen sich an den Mauern entlang, hasteten hinab oder hinauf doch er ließ sich nicht beirren und setzte seinen Weg unbeirrbar fort. Als er schließlich die große, leuchtende Steinkugel erreichte am höchsten Punkte des Tempels, erstarb das Zischeln ringsum.

Stille durchzog plötzlich die Reihe... kein Laut... kein Zischeln.

Der Ophidianer selbst neigte das Haupt. „ZzZzzz… Zaron…“ zischelte er nach zögern ehrfürchtig.
Die mächtige Gestalt antwortete mit kühlem Zungenschlag: „ZzzZz… berichte, Zertom.“
„Die Irdenen… zzZzz… sie rücken weiter nach Norden.“ Der Zertom blieb tief verneigt, doch die Worte zitterten.
Der Zaron richtete sich auf, erhob sich hoch über den Kopf seines Untergebenen und schloss die geschlitzten Augen einen Atemzug lang.
Unzufriedenheit knisterte in der Luft.
„Zzzzzz… du hast enttäuscht, Zeerrrtom…“
„ZzZz– ich erfülle mei....“ Doch ehe der Satz enden konnte, fuhr die Kralle des Zaron in einer schnellen, chirurgisch präzisen Bewegung vor.
Ein einziger Schnitt. Ein feiner Sprühnebel. Dann sank der Zertom zu Boden, während sein Lebensfunke entwich. Der Zaron beobachtete es ruhig.
„Versagen… zZzzz… wird nicht geduldet.“
Dann wandte er sich ruckartig einem anderen Ophidianer zu, der vor Schreck fast erstarrte.

„Schickt sie los… zZzzz…Du wirst seinen Platzzzz als Zeerttom erben..." Mit tief geneigten Haupt wich der Ophidianer zurück, um den Befehl auszuführen. Die Augen des Zaron begannen im Licht der Steinkugel zu flackern. Sein Körper spannte sich an, die Schuppen wirkten schärfer, dunkler. „ZzzzZ… Alles für dich…“

In einem fernes Grollen schien sich im Norden etwas in Bewegung zu setzen. Hufe trampelten durch den Dschungel, Bäume wurden entwurzelt. Die Armee – sie war auf dem Weg in das Herz der Insel.
Rorek Alvlem
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Eine Sphäre kommt selten allein … in der Nacht nach den Lichtsäulen

Beitrag von Rorek Alvlem »

Ruhig, beinahe andächtig, ließ er den Blick über die Phiolen gleiten, in denen schimmerndes Schlangenblut ruhte. Sorgfältig hatte er sie vor sich aufgereiht, eine neben der anderen, als wären sie Teil eines stummen Rituals. Fünfzig an der Zahl. Fünfzig Portionen Essenz, gewonnen aus den Leichen vor den Palisaden. Ursprünglich hatte er geplant, das Blut der Ophidianer im Pass zu nutzen, doch als er die deutlich frischeren Körper der gescheiterten Angreifer an der Landungsstelle gesehen hatte, hatte er seine Entscheidung ohne Zögern geändert. Frische war alles. Je näher das Blut dem letzten Atemzug war, desto größer sein Potential.

Nun standen sie da. Aufgereiht. Wartend.
Ein kaltes, beinahe genüssliches Lächeln zog über das Gesicht des Erzmagiers.

Wenn die Ophidianer wüssten, wofür ihr Blut bestimmt war – dass es dazu dienen sollte, einen Zirkel zu erschaffen, um ein Portal nach Surom zu öffnen – sie würden selbst im Äther noch in wütende Schreikrämpfe verfallen. Ein Gedanke der Genugtuung auslöste. Sollten sie sich ärgern.

Der Abend war wieder einmal … ereignisreich gewesen. Um ehrlich zu sein: wie nahezu jeder Abend, seit sie auf dieser verfluchten Insel angelandet waren. Doch dieser hier hatte wieder einmal alles bisherige übertroffen. Gerade noch hatte man diskutiert, ob man der Sichtung einer grotesk verunstalteten Fischmonstrosität im bereits gesicherten Gebiet nachgehen sollte oder ob es klüger wäre, sich endlich dem Tempel und seinen Sphären zu widmen – als die Welt erneut ihre eigenen Pläne offenbarte. Bebende Erde. Säulen aus Licht. Sphären. Immer wieder diese verdammten Sphären. Und wieder folgte man den Brotkrumen, die jemand ihnen auslegte. Gebündelt war man ausgezogen, um der Quelle des neuen Unheils auf den Grund zu gehen, und hatte sie schließlich gefunden: einen rot gefärbten Ophidianer, der zu ihnen allen sprach. Von falschen Göttern und Thronräubern. Vom einzigen wahren Gott. Vom Aszendieren – nicht zur Erhebung, sondern um Ihm letztlich als Mahlzeit zu dienen. Rorek hatte bei diesen Worten unwillkürlich an Ziron denken müssen. Doch dieser Ophidianer war offenbar nicht der Verschlinger selbst, sondern eher ein Herold, vielleicht ein Heerführer. Und dennoch … seine Worte hatten einen unangenehmen Nachhall hinterlassen. Er hatte befohlen, die Nester anzugreifen. Nester, die nun leer seien.

Schnell wurde klar, dass er damit nicht die Landungszonen meinte. Er sprach von Surom. Ihrer Heimat. Zwar waren die Landungsstellen ebenfalls angegriffen worden, doch mit auffällig geringeren Kräften. Die dorthin entsandten Truppen waren nichts weiter gewesen als ein Ablenkungsmanöver – ein Opfer ohne Aussicht auf Rückkehr und zugleich eine weitere Brotkrume, um sie fort vom Tempel und zurück zu ihren Befestigungen zu locken. Nachdem die Feinde am Brückenkopf der Nebelhafener niedergerungen waren, hatte man keine Zeit verloren. Schon aus der Ferne hatten sie gesehen, wie A’groniam selbst am Pass stand und einen Ophidianer nach dem anderen zu Boden streckte. Sie eilten ihm zur Seite, und binnen kürzester Zeit war auch dieser Vorstoß beendet.

Im Lager hatte A’groniam wissen wollen, was geschehen war. Man berichtete ihm alles. Mit jedem gesprochenen Wort verdichtete sich eine grausame Gewissheit: Das Nest war nicht die Landungszone. Es war Surom.

Zerknirschte, besorgte und wütende Gesichter hatten sich gezeigt.
Doch sie konnten nichts tun. Oder etwa doch?

Sein Blick war über die versammelten Magier gewandert, die dem Ruf Suroms gefolgt waren. Eine solche gebündelte Macht musste ausreichen. Es würde mit dem Teufel zugehen, wenn sie gemeinsam kein Portal öffnen könnten – selbst wenn es nur dazu diente, Gewissheit zu erlangen. Aber, im besten Fall, wären sie sogar in der Lage einen Stoßtrupp direkt in die Flanke des Feindes zu entsenden. Er hatte diesen Gedanken laut ausgesprochen, und A’groniam hatte unter der Bedingung zugestimmt, dass nicht zu viel Kraft dafür aufgewendet würde. Doch der tatsächliche Aufwand für den Einzelnen würde überschaubar sein. Gemessen an der Anzahl der Magier wäre die Belastung für den Einzelnen gering. Die größte Last würde auf seinen eigenen Schultern ruhen – das Bündeln, das Lenken der Energien, doch dabei konnte er sich auf seinen Astralwächter verlassen.

Nachdem A’groniam geendet hatte, war er zu Sorsha getreten, hatte sich kurz mit ihr abgestimmt und dann zum Pass aufgebrochen. Das Blut der Ophidianerleichen musste gewonnen werden. Ein Zirkel war nötig. Nicht zwingend erforderlich, aber eine enorme Erleichterung – vor allem für jene, die noch nicht viele Rituale durchgeführt hatten.

Und so hatte er bis tief in die Nacht hinein vor den Palisaden verbracht, um das Blut aus den Leichen zu extrahieren. Seine vampirische Blutkontrolle und seine Kenntnisse der Blutmagie hatten ihm die Arbeit erheblich erleichtert, denn er hatte sich so das lästige Herumdrücken auf den Leichen erspart, um das Blut zu extrahieren.


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Dennoch es hatte seine Zeit gebraucht und so war er erst sehr spät zur Ameda zurückgekehrt.
Im Gepäck: fünfzig Phiolen gefüllt mit Ophidianerblut.


Nun lag es an Sorsha, die anderen zu informieren.

Langsam räumte er die Phiolen in eine Kiste, polsterte sie sorgfältig und verschloss den Deckel mit Bedacht.

„Das wird interessant … so viel steht fest.“
Nad
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Nad »

Herschläge, viele Herzschläge vergehen. Er sitzt im Zelt und wirft mit der rechten Hand eine durchaus große Menge Ginseng in die Räucherschale. Der Rauch breitet sich im Zelt aus, tiefe Atemzüge verwirbeln die gleichmäßig bewegenden Rauchschwaden. Die dunklen Hände benetzen mit einem Schwall Wasser das Gesicht und den Nacken. Ein weiterer Zyklus neigt sich dem Ende zu, wieder wurden aberhunderte Zauber gewirkt, viele getötet.
Sich seines Handelns bewusst entblößt er den Unterarm, um mit einem sauberen Dolch einen Schnitt zu setzen. Das herabtropfende Blut lässt er auf eine Feder tropfen, so dass diese von diesem getränkt ist. In der Hoffnung, Ophidianer können dies wittern. Einige wenige Tropfen der ihm überreichten Säure finden den Weg in eine Phiole, in der auch die Feder landet, um diese ein wenig zu markieren. Schwer atmet er durch, den Arm verbindend und Schmerz vergessend.
In eine Lage Leder wird säuberlich etwas eingeritzt, sieht nach einer Nachricht aus. Er verstaut die ganzen Sachen und greift einen Korb, denn er geht nun Kräuter sammeln.

Die Nacht ist schon über das Lager eingebrochen, viele der Tapferen Recken schlafen, einige Reparieren Ausrüstungen. Doch am Feuer sind nur noch wenige, der ständige Regen zwingt den Großteil in die Zelte. Doch ihn in dieser Nacht nicht. Die Sinne geschärft nach einem kleinen Trank, den er sich genehmigt hat, bewegt er sich möglichst zielstrebig weg vom Lager. Richtung Dschungel. Kein ungewöhnlicher Akt, je unauffälliger umso auffälliger.

Der schmale Grat zwischen den Felsen, bewacht durch Posten, wird leise fluchend durchschritten. Konsequenzloses Fluchen über die garstigen Priesterinnen, die zu fein seien, um selber Kräuter zu sammeln. Den Korb in der Hand maschiert er in den Dschungel. Die Feinde sind groß, seine Augen bei Dunkelheit scharf, die Ohren empfindsam. A'groniam zieht es nach Norden, also führt ihn der Weg Richtung Süden, an den Ort, wo der rote Ophidianer sich zu Wort gemeldet hat.

Unter einem Felsen platziert er die Feder, benetzt mit seinem Blut, und in Kontakt mit der stechenden Säure. Zudem träufelt er etwas Säure in der Nähe auf die Felsen. Es zischt. Vielleicht können die Ophidianer den stechenden Geruch wittern und dem Blut folgen, um die Nachricht zu finden.

Auf dem Leder steht folgende Nachricht. Eine primitive Zeichnung ziert das Leder, als wäre es eine Höhlenmalerei. Man sieht einen Schild, der von hinten erdolcht wird.


Deine Feinde sind blind vor Stolz. Treffen wir uns, wir haben Wissen. Tauschen wir uns aus, am Ort des ätzenden Dufts. Nachts wenn alles schläft.


Lieblos werden ein paar Kräuter in weiterer Entfernung geschnitten und der Korb gefüllt. Mit einem Lächeln auf den Lippen unter seiner Maske geht er wieder die Priesterinnen verunglimpfend an den Wachen vorbei. Bei dieser Freude verlangsamt er sein Schreiten.
Sie ist noch wach. Ein kühles "Erledigt" ist das einzige, was in dieser Nacht noch gesprochen wird.

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Tonya Darez
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Tonya Darez »

Sie hatte es geahnt.
Hatte geahnt, dass es nicht einfach werden würde. Hatte sich nicht von schierer Masse beeindrucken lassen und hatte stets im Hinterkopf behalten, dass Ophidianer keine reine Kampfesmacht waren.
Das Ausmaß, welches es angenommen hatte, war erschreckend, aber leider listig und passend für diese Art von Kreaturen.
Inständig hoffte sie, dass Livius unrecht hatte.
Auch wenn alles, was er sagte Schlüssig klang.
Die Gedanken im Kopf drehten sich, wie ein Karussell, versuchten Informationen zu suchen, um alles zu widerlegen, fanden sie jedoch nicht.
Was wäre, wenn es geklappt hätte gestern?Was hätte sie am anderen Ende des Portals gefunden? Wäre sie lebend wieder zurück gekommen?
Hätte der Rote sie umgebracht oder ausgelacht?
Sie hatte versucht, ihm durch das schwarze Portal zu folgen. Als das Feuer aufkam, machten alle Sprünge nach hinten, um sich zu retten, nur sie nicht.
Sie sprang nach vorne.
Und sie spürte die Blicke im Rücken, aber diese Chance war zu verlockend. Sie setzte an, zwischen den riesigen Ophidianischen Wachen hindurch zu springen, der Körper spannte sich an, um zum Sprung anzusetzen, als sie von Magie nach hinten gezogen wurde.
In ihre Gruppe, in ihre Kämpfer, in ihre Freunde.
Enttäuscht sah sie das Portal sich schließen.
Vergebene Chance.
Sie war nicht mal sicher, was hätte passieren können, aber sollte der Rote auf dem Weg zu seinem Herren gewesen sein, hätte sie.... vermutlich ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut.
Vielleicht hätte sie etwas heraus gefunden, vielleicht wäre sie aber nicht mehr in der Lage gewesen, es den Freunden mitzuteilen.
Nicht, wenn Livius recht behält.
Das kurze Gespräch mit der Condir war mehr eine Verschwörung zweier Frauen als ein offizielles Gespräch.
Geteilte Sorgen sind doch bekanntlich nur halbe Sorgen, und vier Augen sehen mehr als zwei.
Wenn sie an die letzten Schlachten zurück dachte, war es schwer, alles auf nur zwei Augen zu verteilen.
Macht hatte so viele Formen, und so manchen musste man vor seiner eigenen Macht schützen. Oder dem eigenen, im inne wohnenden Funken, komme er, woher er wolle.
  
Schon früh sah man die Statthalterin auf den Wachturm klettern.
Und nahezu unbeweglich bewachte sie die Umgebung und das Tor.
Hier gab es nur einen Eingang... und somit auch nur einen Ausgang.
  
  
  
Dateianhänge
Tonya auf dem Wachturm.png
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Erzähler
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Re: [WQ] Staub und Stille

Beitrag von Erzähler »

Die Botschaft der Dunkelelfen blieb nicht lange unbeachtet. Schon bald war das Leder verschwunden, ebenso die blutgetränkte Feder.
Zurückgelassen wurde ein menschlicher Schädel, auf dem Stein platziert. Eine groteske Kralle steckte tief in der Schädeldecke, der Knochen gespalten, die Antwort eindeutig.

Und sie bedeutete Zustimmung.
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Sorsha von S.
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ein nächtlicher Ausflug mit fatalen Folgen..

Beitrag von Sorsha von S. »

Erschöpft von der Begegnung mit dem gewaltigen Ophidianer hatte sie versucht, im Schlaf ein temporäres Vergessen zu finden, die Sorge über das was sie gehört hatten,
waberte durch ihren Geist. Doch die Finsternis brachte keine Ruhe. Ruckartig fuhr sie auf, hatte sie etwas gehört?  Ihr Blick glitt über die Gefährten:
Valentina, Aanatus, Dracon und Rhonya – sie alle lagen in tiefem, gleichmäßigem Schlummer. Sie streckte sich wieder aus, nur um sich eine gefühlte Ewigkeit lang
auf ihrem Lager herumzuwälzen, bis die Enge des Zeltes unerträglich wurde. Leise, wie ein Hauch, schlich sie sich hinaus. An Aanatus hielt sie einen Moment inne;
ihr Blick ruhte auf seinen Zügen, als wolle sie Kraft aus seiner Nähe schöpfen, bevor sie in die verregnete Nacht trat.
Draußen schlug ihr die kühle Feuchtigkeit entgegen. Die provisorischen Palisaden wirkten im fahlen Licht wie drohende Skelette. Erst als sie sicher war, den wachsamen
Augen der Posten entgangen zu sein, gab sie dem Drang nach Verwandlung nach. Ein Ruck ging durch ihren Körper, und im nächsten Augenblick stieß sie kraftvoll
in den wolkenverhangenen Himmel empor.
Es war ein berauschendes, fast surreales Gefühl, die Insel aus dieser erhabenen Perspektive zu betrachten. Unter ihr entfaltete sich das Land wie eine zerklüftete Karte.
Sie steuerte die Punkte an, die Aanatus in seinen Skizzen markiert hatte, und glitt lautlos durch die Regenschleier.
Als sie jedoch die Klippen überflog – jenen Ort, an dem Stunden zuvor noch die monströse Kreatur gelauert hatte – stockte ihr der Atem.
In der Tiefe bewegte sich etwas. Ein Schatten, kaum dunkler als die Felsen selbst, legte einen Gegenstand ab und stahl sich dann behände davon.
Ein Impuls, geboren aus Misstrauen und Neugier, ließ sie die Verfolgung aufnehmen.
Schon nach kurzer Zeit erahnte sie das Ziel des Unbekannten. Mit einem riskanten Manöver stürzte sie herab, überholte die Gestalt im Schutz der Bäume und nahm
am Boden ihre menschliche Gestalt wieder an. Ihr Instinkt leitete sie präzise: Nur Augenblicke später schälte sich die Silhouette aus dem Dickicht.

Sie trat aus dem Schatten der Farne hervor, ein Zauber  auf den Lippen.
„Zeige dein Gesicht!“, befahl sie, und ihre Stimme klang wie berstendes Eis. „Und erkläre mir, was dich in das Land deiner Feinde führt!“

Die Magie griff nach der Gestalt, zerrte sie mit unwiderstehlicher Gewalt in das schwache Licht der Fackeln. Sie versuchte, die Züge des Fremden zu ergründen,
doch dort, wo Haut und Haar sein sollten, klaffte nur eine absolute Schwärze.
Dann, innerhalb eines Wimpernschlags, geschah es: Inmitten dieser Leere entzündeten sich zwei Augen. Ihr Blick verfing sich. In diesem Moment schien die Welt
um sie herum zu bersten; ein gleißender Schmerz explodierte in ihrem Geist. Die Dunkelheit, die sie eben noch beobachtet hatte, flutete nun ihr gesamtes Bewusstsein.

Noch bevor ihr Körper auf dem schlammigen Boden des Dschungels aufschlug, war sie bereits in tiefe, traumlose Nacht versunken...
 
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Aanatus
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ein nächtlicher Ausflug mit fatalen Folgen II

Beitrag von Aanatus »

Später des Nachts.
Aanatus, der wie immer nahe dem Zeltausgang ruhte, träumte unruhige Träume: Es war die Stimme, die er auf seinen einsamen Wegen hin zum Jahreswechsel  so oft flüstern gehört hatte. Leise und sanft, von melodischer Weiblichkeit, aber auch in gewisser Düsterheit einer harten Betonung: „Dein letzter Auftrag – denk daran!“

Als die mahnenden Worte in seinem Kopf eben erst verhallt waren, zuckte Aanatus und riss die Augen abrupt auf. Ein pendelnder Blick vom Zelteingang zum Lager von Sorsha, direkt neben ihm. Nur einen kurzen Augenblick später war ihm klar, dass sich zwischen den Decken und Fellen nicht der zierliche Körper der Statthalterin befand.

Ein zweiter Blick, die Augen nun weit aufgerissen, wachsam und zur Gänze wach. Sorsha war weg!

Ein dritter Blick. Alle anderen schliefen tief und fest. Alleine also…mitten in der Nacht. Diese Frau…, dachte er sich, in einer Mischung aus Ärger, viel mehr Sorge und noch mehr dem Bedürfnis, nach ihr zu sehen. Eilig, ohne jedoch die anderen zu wecken, steckte er den Dolch in den Stiefel, die Axt in den Waffengurt, nahm Köcher und Bogen und verschwand wie ein Schatten in der Nacht.


Noch später.
Eine zierliche Gestalt. Langes, leicht gewelltes Haar. Mitten…mitten im Nirgendwo. Liegend. Regungslos. Eine schleichende Gestalt in grauem Umhang. Der Blick mal gen Boden, Spuren suchend, mal in die Ferne blickend. Bis er sie liegen sieht. Ein entsetzter Laut entweicht dem Mann. Schnelle Schritte werden zu einem rasenden Lauf. Bis er bei ihr ist. Geschlossene Augen, das Gesicht noch blasser als sonst. Keine Regung von ihr. Er kniet sich panisch neben sie. Schlamm spritzt auf. Immer noch keine Regung. Ein sanftes Tätscheln ihrer Wange. Nichts, nur Verzweiflung. Er hebt sie wie ein Puppe hoch. Drückt sie zu sich und  stapft, rennt fast schon, los. Dabei vorgebeugt, um sie vor dem ständigen Regen zu schützen. Um zumindest nun für sie da zu sein.


Sorsha_Aanatus.png


Wenig später.
Hastig sahen die Berserkerwachen und die Suromer Klingen an der Palisade eine Gestalt aus dem Wald kommen. Halb rennend, halb stolpernd, etwas tragend, was wie ein Mensch aussah. Der Ruf der Wache, stehenzubleiben und sich zu erkennen zu geben wird mit einem atemlosen „Die Statthalterin…“ von der Gestalt im grauen Mantel beantwortet. Irritiert zogen die Wachen ihre Waffen.  Ein oder zwei von ihnen schienen den Weg versperren zu wollen.
„Haltet mich nur einen einzigen  Moment auf – und wir alle werden heute unendliche Schmerzen leiden, sofern wir noch leben!“
Die verrutschte Kapuze offenbart das wütende Gesicht von Aanatus, der sich ohne auch nur einen einzigen Schritt innenzuhalten weiter in Richtung des nächtlichen Lagers von Surom bewegte – in seinen Armen sahen die Wachen nur eine Frau, regungslos und durchnässt. 

 
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Pandor Vildaban
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Den Toten die Ehre, den Fremden der Argwohn

Beitrag von Pandor Vildaban »

Unter einem unerbittlichen Regenguss, der den Dschungelboden in schlammigen Morast verwandelte, versammelten sich die Streiter der Greifen und von Nebelhafen am Lagerfeuer.
Der Geruch von Verwesung mischte sich mit dem modrigen Duft des tropischen Waldes, während neun Leichen – tapfere Greifensoldaten, Kriegerinnen, Matrosen und Rudergänger – unter Planen geschützt aufgebahrt lagen. Bedall Silbenstein warnte vor Krankheiten und dem beißenden Rauch, der Feinde anlocken könnte, weshalb der Ort außerhalb des Lagers, am Strand nahe dem Wachturm, gewählt wurde.
Eine windgeschützte Lichtung, nahe der südlichen Felsformationen, abgeschieden, aber auch nah genug am Lager.
 Die Streiter brachten vereint, schon in stiller Andacht, trockenes Holz aus dem Schiffsinneren der „Wunderschön“ – Planken, Späne und Bretter –, ergänzt durch Ölfässer und Fläschchen.
Mit Bedall, Grimbald, Ella, Joseph und Thyra errichteten sie eine Feuerstelle - große Scheite als Basis für Zugluft, darunter imprägnierte Späne und Öllachen, die selbst nasse Hölzer entzünden würden. Die Leichen wurden in einer würdevollen Reihe darauf gebettet, bedeckt mit Umhängen der Greifen. Öl floss großzügig in Lagen, durchsetzt mit kleinen Brettern und Fläschchen, die als Booster wirken sollten.
„Mit genug Öl brennt auch Eis“, hatte Pandor zuvor versichert.

Die Struktur war so konzipiert, dass der Regen oberflächlich ablief, während der Kern durch das Öl und die Luftzirkulation glühte – ein realistisches Bollwerk gegen das Wetter, das trotz Dampf und Prasseln loderte.
 Die Reihe salutierte und aus dieser trat dann Pandor hervor um eine Rede für die gefallenen Kameraden und Streiter zu halten.
 
Neun Herzen, die im Takt der Pflicht schlugen.
Neun Streiter der Greifen und Nebelhafens, die das Tau hielten, als der Sturm brüllte;
die mit dem letzten Atemzug Schwert und Schild für die Banner der Greifen emporhielten.

Sie haben das Lager gesichert und unsere Leben und ihre Kameraden beschützt.
In ihren Augen, davon bin ich überzeugt, brannte bis zur letzten Sekunde der unbezwingbare Stolz der Greifen und des Nordens.

Kein Grab aus kaltem Stein soll sie halten, kein Moder darf ihre Körper verschlingen.
Das Feuer reinigt, es erhebt und trägt sie Heim zu den ewigen Winden ihrer Ahnen.

Wir verneigen uns nicht vor dem Tod,
wir erheben unsere Fäuste für das Leben – denn sie haben gelebt: treu, furchtlos, unzerbrechlich
 
Ein Kanonenschuss der „Wunderschön“ hallte als Ehrenruf, bevor der Magier die Feuerstelle entzündete.
Die Flammen fraßen sich trotz Regen durch das Öl, stiegen hoch und reinigten die Gefallenen in einem Mantel aus Licht und Rauch.
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Während des Aufbaus erschien ein Gargoyle und warnte:
„Ihr solltet acht geben, Menschlinge. Südlich von euch findet ein Treffen zwischen Dunkelelfen und Ophidianern statt.“
Pandor hakte und so erfuhren die Streiter unter dem Banner der Greifen von einem möglichen Paket zwischen Drow und Schlangenwesen
 Nach der Bestattung rüstete die Gruppe sich und machte sich südwärts auf, um das Treffen zu prüfen.
Sie stießen tatsächlich auf eine eine Drow-Gruppe des Hauses Filifar - Gi'al, Thei'izz Reevisz, Nad'diirn, Belszerion.
Mit respekt, aber Argwohnun wurden die dunkle Allianz gegrüßt.
An Diplomatie und Floskeln wurde gespart, denn man kam direkt auf das Thema Drow-Ophidianer-Treffen zu sprechen.
Die Drow bestätigten es indirekt, ohne dabei konkret zu antworten. Viel mehr waren sie am "Informanten" interessiert, der den Greifen etwas zugezwitschert hat.
Beide Seiten versuchten einander mit Worten auszumanövrieren, doch keine ließ sich in die Karten blicken.
Die Begegnung war ... überraschend und hinterließ einen bitteren Nachgeschmack - Argwohn und Misstrauen.
 
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