*Was hier niedergeschrieben steht, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Unfehlbarkeit. Es ist der Versuch, Geschehenes festzuhalten, ehe es im Strom der Zeit verloren geht. Nicht als Urteil, sondern als Zeugnis.
Der Axiomatische Bote erscheint unter der Herausgeberschaft der Axiom-Gesellschaft, deren Ziel es ist, Beobachtung, Erkenntnis und Ordnung in Einklang zu bringen. In ihrem Auftrag sammelt, prüft und ordnet diese Redaktion Berichte aus allen Teilen der bekannten Welt.
Die Stimmen, die hierin erklingen, sind vielfältig angesiedelt – Augenzeugen, Gelehrte, Reisende und jene, die zur rechten Zeit am rechten Ort waren. Wo möglich, wurden Aussagen geprüft und gegeneinander abgewogen – wo dies nicht gelang, wurde kenntlich gemacht, was Bericht und was Überlieferung ist.
Der Chronist selbst bleibt namenlos. Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern aus der Überzeugung, dass die Bedeutung der Worte nicht aus dem Namen dessen erwächst, der sie niederschreibt, sondern aus dem Gewicht der Ereignisse, die sie beschreiben.
Gastbeiträge, Zeugnisse und sachliche Berichte können der Redaktion jederzeit zugeleitet werden. Diese sind an Van de Mork zu richten, der als Redakteur über Aufnahme, Einordnung und Veröffentlichung entscheidet. Ziel soll es sein, zweimal im Mond eine Ausgabe zu erstellen.*
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Im ganzen Land werden druckfrische Zeitungen verteilt, welche den typischen Geruch von Druckwerk aufweisen und offenbar auf einem besonders hochwertigem Papier gedruckt wurden.
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Ausgabe 1 - 15. Tag des 12. Mond im Jahr der k.S.
Andrang überwältigend an der Universität
Immer am ersten Tag des Wochenlaufes findet an der Akademie zu Solgard der Unterricht in den magischen Künsten statt. Meister Radesvald gibt hier sein Wissen über die niedere Magie für die Wissbegierigen in den Landen wieder. Die Studien umfassen viele Themengebiete wie die Worte der Macht, Planaristik, Ritualistik oder auch Kampfmagie. Die Grundlage eines jeden Magiekundigen, will man sagen. Doch in dieser Woche bot sich ein nie dagewesenes Bild in den heiligen Hallen der Arkanen Künste. Ein volles Haus im Diskurs mit dem ehrenwerten Lehrmeister. Ein denkwürdiger und lehrreicher Tag für alle. Wissensvermittlung und offener Diskurs über die arkanen Kräfte.
Gründung der Axiom-Gesellschaft
Mit dem 23. Tag im 11. Mond ist es vollbracht, die Steinlegung im Rathaus zu Solgard wurde vollzogen. Somit gibt die neu gegründete Axiom-Gesellschaft ihre Konstituierung und öffentliche Tätigkeit bekannt. Die Gesellschaft vereint gleichermaßen Gelehrte, Magier, Forscher sowie kunstfertige Handwerker unter dem gemeinsamen Ziel, das verborgene Gefüge der Schöpfung mit den Mitteln redlicher Forschung, guter Beobachtung und auch der Prüfung zu ergründen. Zentrales Anliegen der Axiom-Gesellschaft ist die Suche nach dem sogenannten Axiom – jenem grundlegenden Prinzip, das nach Auffassung der Gründer der Ordnung aller natürlichen wie magischen Erscheinungen zugrunde liegt. Die Erforschung dieser einen Wahrheit wird als Ursprung allen Erkenntnisgewinns verstanden und bildet das oberste Bestreben der Gemeinschaft. Ein besonderes Augenmerk legt die Gesellschaft auf die Verbindung von Magie, Technik und Technomagie. Ziel ist es deshalb, Werkzeuge und gute Verfahren zu entwickeln, welche nicht allein den arkan Begabten vorbehalten sind, sondern auch dem unkundigen Bürger und dem Volke im Lande dienen können. Die Axiom-Gesellschaft weist ausdrücklich jede Vorstellung zurück, die Magie begründe Herrschaftsanspruch oder Überlegenheit über die Völker. Vielmehr soll Wissen als dienende Kraft verstanden werden.
Wintermarkt
Im ganzen Land finden sich an gut zugänglichen Orten weihnachtliche Rentierkutschen, welche Euch zum Wintermarkt geleiten. Nutzt die Gelegenheit, feinstes Gebäck, tolle Utensilien zu erwerben. Oder einfach nur am Lagerfeuer eine heiße Schokolade genießen. Der angrenzende See bietet die Gelegenheit, mit Schlittschuhen über das Eis zu gleiten. In jedem Fall werdet Ihr gemütlich die Zeit verbringen können. Ein jeder sollte diese Erfahrung kurz vor dem Jahreswechsel mitnehmen, um mit Freunden und Geliebten die gemeinsame Zeit zu verbringen. Rekonstruktion eines Richtungsartefakts gelungen (Untersuchungen weisen auf ein Ziel im hohen Norden)
In den Werkstätten der Akademie zu Solgard wurde in den vergangenen Tagen ein bedeutender Fortschritt in der Artefaktkundlichen Forschung erzielt. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Zlata, Ephraem Zelatus, Radesvald sowie Van de Mork konnte mehrere zuvor geborgene Artefaktfragmente zu einer funktionalen Gesamtkonstruktion zusammenführen. Die Arbeiten fanden in der oberen Turmwerkstatt der Akademie statt, die mit umfangreichem handwerklichem wie magietheoretischem Gerät ausgestattet ist. Aus einer größeren Menge stark gealterter Einzelteile wurden jene ausgewählt, die sich durch vergleichsweise geringe Beschädigung und strukturelle Integrität auszeichneten. Ziel war nicht die vollständige Rekonstruktion des ursprünglichen Artefakts, sondern die Wiederherstellung einer stabilen, funktionsfähigen Teilform. Besonderes Augenmerk galt einer kunstvoll gearbeiteten Fassung mit eingelassenem Stein sowie einem nahezu unversehrten Pendelmechanismus. Nach sorgfältiger Reinigung und Prüfung wurden diese Komponenten auf einer elfenbeinernen Scheibe montiert, deren Zustand ebenfalls als bemerkenswert gut beschrieben wird. Mit dem Abschluss der Montage zeigte das Artefakt erste Anzeichen latenter Aktivität, ohne jedoch vollständig erweckt zu sein. Im Anschluss an die Zusammensetzung wurde der Stein in der Fassung gezielt einer geringen, kontrollierten Weltenergie ausgesetzt. Daraufhin kam es zu einer kurzfristigen, intensiven Lichtemission, begleitet von starken subjektiven Wahrnehmungen bei allen Anwesenden. Eine abschließende Bewertung dieser Erscheinungen steht noch aus, sie werden derzeit als mögliche Nebenwirkungen der Reaktivierung eingeordnet. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurde das Artefakt als Richtungsanzeiger getestet. Hierzu begab sich die Gruppe an verschiedene Orte, um die Konsistenz der angezeigten Ausrichtung zu prüfen. Unabhängig vom Standort – sowohl südlich des Dschungelgebiets als auch später in Calandor – wies das Pendel mit nur minimalen Abweichungen beständig nach Norden. Ein weiteres Messverfahren erfolgte am Strand von Nebelhafen, um äußere Störeinflüsse auszuschließen. Auch dort bestätigte sich die nordwärtige Ausrichtung. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit Berichten jüngerer Seefahrten, darunter die Überfahrt der Greifen, bei denen ungewöhnliche Phänomene im nördlichen Seegebiet verzeichnet wurden. Da ein weiteres Vordringen in elfisches Territorium ohne ausdrückliche Genehmigung dem bestehenden Bündnis widersprochen hätte, wurden landseitige Untersuchungen vorerst eingestellt. Nach derzeitiger Einschätzung befindet sich das vom Artefakt angezeigte Ziel nicht auf dem Festland, sondern jenseits der bekannten Küstenlinien. Die Axiom-Gesellschaft hält es für wahrscheinlich, dass es sich um eine bislang unzureichend dokumentierte Struktur oder Region im nördlichen Meer handelt. Spekulationen über ein mögliches Archipel – unter anderem im Zusammenhang mit den Ophidianern – werden derzeit nicht offiziell bestätigt und bedürfen weiterer Untersuchung. Weitere Expeditionen auf See gelten als naheliegender nächster Schritt.
Wunder der Natur
Kaum zu glauben, aber die Laune der Natur ist oft unergründlich. So hat sich am Rande der Wüste in der Prärie, ein kleines Wunder aufgetan. Ein Hain aus mächtigen Ölbäumen ziert die Prärie und spendet nun mehr Schatten als je zuvor. Es bleibt zu hoffen, dass das Volk in unseren Landen dieses Wunder nicht wieder mutwillig zerstört, denn dieser Baum ist sensibel im Wuchs, und ein Abholzen würde ihn für immer und auf Nimmerwiedersehen aus der Zukunft tilgen.
Zuletzt geändert von Van De Mork am 05 Jan 2026, 14:54, insgesamt 3-mal geändert.
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Ausgabe 2 - 27. Tag des 12. Mond im Jahr k.S.
Winterwende
Am 21. Tag des Mondes versammelten sich die Bewohner der Stadt Solgard gemeinsam mit befreundeten Völkern, um die Winterwende in einem berauschenden Fest zu feiern. Der Brunnenplatz – in der Mitte der Stadt - verwandelte sich nicht nur in einen schön geschmückten Ort... Nein, es wandelte sich dabei in das Herz der Stadt und wurde zum Mittelpunkt des frohen Miteinanders.
Bei reichlich Speis und Trank wurde gelacht, erzählt und gefeiert, während Feuer und Lichter die winterliche Dunkelheit erhellten. Musik und fröhliche Stimmen erfüllten den Platz, und selbst Fremde fanden sich Seite an Seite in gemeinsamer Freude wieder.
So wurde der gesamte Abend zu einem Ort der Besinnlichkeit und des Zusammenhalts, an dem Herkunft und Stand für einige Stunden keine Rolle spielten. Die Winterwende erinnerte alle Anwesenden daran, dass selbst in der kältesten Zeit des Jahres Wärme aus Gemeinschaft und gegenseitigem Respekt
Raubbau an der Natur
Mit wachsender Besorgnis erreichte die Redaktion des Axiomatischen Boten ein Bericht aus den Ländereien südlich von Nebelhafen. Ein aufmerksamer Bürger, der sich frühmorgens auf den Weg zu seinem abgelegenen Acker machte, bemerkte bereits auf halbem Wege eine bedrückende Veränderung in der Landschaft.
Wo einst der Schlangenhain und das Seebachtal in dichtem Grün lagen, bot sich nun ein Bild der Verwüstung: Der gesamte Wald war gerodet, Baum um Baum gefällt, als habe eine rücksichtslose Hand die Natur selbst ausgelöscht. Beim näheren Nachsehen offenbarte sich das volle Ausmaß des Frevels – die Rodung reichte weit über das Tal hinaus und fraß sich tief ins umliegende Land.
Besonders beunruhigend war die Beobachtung einer dunklen Gestalt. Ein Drow wurde dabei gesehen, wie er unermüdlich Holz schlug. Offenbar arbeitete er nicht allein, denn zwei bewaffnete Vorposten sicherten das Gebiet und ließen keinen Zweifel daran, dass es sich um ein geplantes und bewachtes Vorgehen handelte.
Die Frage, wem dieser Raubbau dient und welche Folgen er für Land, Magie und Gleichgewicht der Natur haben wird, bleibt offen. Sicher ist nur: Die Wunden, die hier geschlagen wurden, werden nicht so bald verheilen.
Der Tag, an dem der Wald fiel (Zeugenbericht)
Es bebte das Land unter dem Marsch eines höchst ungewöhnlichen Duos, das eines Orks – dessen Zerstörungsdrang die heftigsten Stürme zu übertreffen schien – und eines Dunkelelfen - dessen Antlitz hinter einer eisig weißen Maske verborgen war –, vermutlich der berüchtigten Filifar wie die Symbolik offenbarte.
Frisch von ihrem Triumph am Turm, wo ihre violettfarbenen Banner stolz gegen den Winterhimmel geweht hatten, machten sich diese Abenteurer daran, ihr neu gewonnenes Gebiet mit unvergleichlichem Eifer zu beanspruchen. Mit der rohen Kraft eines wilden Tieres und wohl zu viel Met im Körper begann der Ork jeden Baum vor seinen Augen zu fällen. Keiner einziger wurde verschont und es blieb kein Ast unversehrt. Begleitet und beschützt wurde er von einer kleinen, tödlichen Truppe maskierter Dunkelelfen, deren Klingen so scharf waren wie ihre Mienen unergründlich.
Versuche der Vernunft – ob sanft oder anders vorgetragen – prallten wirkungslos an ihnen ab. Nur zu oft begleitet von einem spöttischen Gelächter. Die örtlichen Helden Pandor Vildaban und Dame Rou S. traten heran, Worte der Warnung auf den Lippen, doch jeder Appell schien das Feuer des Orks nur noch weiter zu entfachen. Der Dunkelelf beobachtete still das Geschehen, die Maske undurchschaubar, und ihm erfreute das offensichtliche Chaos mehr, als die Vorsicht es erlaubt hätte.
Als sich Wald in ein Feld aus gesplittertem Holz und zerbrochenen Ästen verwandelte, die Luft dick von Sägespänen und Unglauben. Ob diese Tat Tapferkeit, Torheit oder göttlicher Unfug war, ist nicht bekannt. Aber eine Wahrheit bleibt bestehen: Die violettfarbenen Banner werden lange in Erinnerung bleiben – ebenso wie der Tag, an dem der Wald unter der unermüdlichen Klinge des Orks fiel. Und vielleicht, nur vielleicht, werden jene, die noch unter den Bäumen wandeln, flüstern, dass der Zorn des Waldes erst begonnen hat.
Reisevorbereitungen werden im ganzen Land getroffen (Aufbruch ins Ungewisse – Expedition zur Insel der Ophidianer)
Ein weiterer bedeutender Schritt der Völker dieser Lande scheint unmittelbar bevorzustehen. In seltener Einigkeit wurde beschlossen, eine gemeinsame Expedition zur sagenumwobenen Insel der Ophidianer zu entsenden, um dort neue Erkenntnisse zu gewinnen und bislang verborgene Wahrheiten ans Licht zu tragen.
Das Expeditionsschiff aus Nebelhafen wird bereits am 08. Tag des ersten Mondes im Jahre 3 n.K.S. in See stechen. Einen Tag später, am 09. Tag des ersten Mondes, folgen die Schiffe aus Surom und Solgard, sodass sich die Flotte gesammelt auf den Weg in unbekannte Gewässer macht.
Wie bereits aus den Berechnungen bekannt wurde, wird die Überfahrt über das offene Meer etwa drei Tage in Anspruch nehmen. Diese Erkenntnis verpflichtet alle Beteiligten zu sorgfältigen Vorbereitungen. Proviant für Mensch und Tier, notwendige Ausrüstung, Schutz- und Kampfausrüstung sowie das gesamte Expeditionsmaterial müssen rechtzeitig verladen werden, um die Reise nicht zu gefährden.
So richtet sich der Blick vieler nun auf die Häfen, wo geschäftiges Treiben herrscht und jede Hand gebraucht wird. Denn was die tapferen Begleiter auf der Insel der Ophidianer erwartet, vermag niemand mit Gewissheit zu sagen. Sicher scheint nur, dass Vorbereitung und Zusammenhalt über Erfolg oder Scheitern entscheiden werden.
Zuletzt geändert von Van De Mork am 09 Jan 2026, 21:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Ausgabe 3 - 5. Tag des 1 Mond im Jahr 1 n.k.S.
Feierlicher Stapellauf der Seewelpen
Mit dem Übergang in das neue Jahr wurde in Solgard die neue Schiffsklasse - Seewelpen - zu Wasser gelassen. Der Stapellauf markiert den Abschluss einer fast einjährigen Planungs- und Bauphase. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt im Schiffbau der Stadt dar. Die Entwürfe der Schiffe stammen von Nagron Vandokir, dessen Konstruktion einen besonderen Wert auf die Seetüchtigkeit und Belastbarkeit legt. Die Umsetzung und Fertigung erfolgten durch die Bollwerkszunft, welche für die handwerkliche Ausführung verantwortlich war. Zur Fertigung wurden nur die besten Materialien gewählt. Mit dem Stapellauf gelten die Schiffe nun offiziell als einsatzbereit. Über den künftigen Verwendungszweck wurde keine Erklärung abgegeben.
Großgrundbesitzer sucht Ehefrau
Der Redaktion des Axiomatischen Boten wurde in den ersten Tagen des Mondes eine Mitteilung aus Surom überbracht, in welcher der dort ansässige Schäfer Odilo Foglerus sein Anliegen vortrug, öffentlich nach einer Ehefrau zu suchen. Nach eigenen Angaben beabsichtige er, durch eine solche Verbindung Unterstützung bei der Bewirtschaftung seines Hofes zu erhalten. Nach eigenen Angaben betreibt Foglerus einen landwirtschaftlichen Hof in unmittelbarer Nähe des Bauernmarktes in Surom. Der Hof umfasse große Schafherden, Hühner, Schweine und Kühe. Zudem ein kleines Gemüsefeld. Insbesondere verfüge er über erhebliche Mengen an feinster Wolle sowie besten Käses. Diese Produktion sei im ganzen Lande für ihre Qualität bekannt. Die gesuchte Frau solle Haushalt und Hof führen, während Foglerus selbst der Arbeit mit den Schafen auf den umliegenden Weiden nachgehe. Als Vorteile der Verbindung nannte er eine gesicherte Versorgung sowie eine kinderreiche Zukunft, in der der Hof auch langfristig in familiärer Ordnung bewirtschaftet werden könnte. Die Redaktion wünscht dem Herren auf seiner Suche nach einer Verbindung alles Gute.
Aussetzung der Wahlen in Surom erwogen
Der Redaktion des Axiomatischen Boten wurde in den ersten Tagen des Mondes eine Mitteilung aus Surom überbracht, in welcher der dort ansässige Schäfer Odilo Foglerus sein Anliegen vortrug, öffentlich nach einer Ehefrau zu suchen. Nach eigenen Angaben beabsichtige er, durch eine solche Verbindung Unterstützung bei der Bewirtschaftung seines Hofes zu erhalten. Nach Ausführungen betreibt Foglerus einen landwirtschaftlichen Hof in unmittelbarer Nähe des Bauernmarktes in Surom. Der Hof umfasst große Schafherden, Hühner, Schweine und Kühe. Zudem ein kleines Gemüsefeld. Insbesondere verfüge er über erhebliche Mengen an feinster Wolle sowie exzellenten Käse. Diese Produktion sei im ganzen Lande für ihre Qualität bekannt. Die gesuchte Frau solle Haushalt und Hof führen, während Foglerus selbst der Arbeit mit den Schafen auf den umliegenden Weiden nachgehe. Als Vorteile der Verbindung nannte er eine gesicherte Versorgung sowie eine kinderreiche Zukunft, in der der Hof auch langfristig in familiärer Ordnung bewirtschaftet werden könnte. Die Redaktion wünscht dem Herren auf seiner Suche nach einer Verbindung alles Gute.
König vollzieht Taufe zweier Schiffe ( „Trithemius“ und „Nenamiah“ in den Dienst Solgards gestellt)
Am 3. Tag des Mondes im Jahr 1 n.k.S. wurde am Hafen bei der Bollwerkszunft durch Seine Majestät Sarafim Sala die feierliche Taufe zweier neu gefertigter Schiffe vollzogen, die fortan im Dienst Solgards und der Krone stehen sollen. Zahlreiche Vertreter der Handwerkszünfte, der Stadtverwaltung sowie geladene Gäste wohnten dem Anlass bei. Auf Bitte des Königs erläuterte die Handwerksmeisterin Zlata Kovacs Bauweise und Eigenschaften der neuen Konstruktionen. Die Schiffe verfügen über einen flachen Kiel, der sowohl Fahrten in Küstennähe als auch das Befahren größerer Flüsse erlaubt, gelten jedoch zugleich als hochseetauglich. Bei ungünstigen Windverhältnissen ist zusätzlich eine Fortbewegung mittels Riemen vorgesehen. Die Ausrüstung umfasst darüber hinaus auch eine angemessene Bewaffnung. Seine Majestät zeigte sich bei der Besichtigung zufrieden mit der handwerklichen Ausführung und würdigte die Leistung der gesamten Solgarder Handwerkerschaft. Die Schiffe wurden als sichtbares Zeichen gemeinschaftlichen Fleißes und der Fähigkeit Solgards bezeichnet – etwas Großes zu erschaffen und dieses zu bewahren.
Im Anschluss daran erfolgte die eigentliche Taufe nach altem Brauch. Mit dem Zerschellen je einer Flasche am Schiffsrumpf erhielten die Schiffe ihre Namen. Das erste wurde auf den Namen Trithemius getauft, benannt nach dem Engel der Tapferkeit. Das zweite Schiff erhielt den Namen Nenamiah, dem Engel der Zielstrebigkeit und des höheren Wohls geweiht. In seiner Ansprache betonte der König die bevorstehenden Herausforderungen, denen sich Solgard stellen müsse, und stellte den Schutz des Landes sowie all jener, die auf den Pfaden des Rechts wandeln, in den Mittelpunkt. Die neuen Schiffe sollen hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
Ungeklärter Vorfall
Im Seebachtal wurde ein Fräulein von einem Skorpion gestochen, dessen Erscheinung üblicherweise nur aus wüstenartigen Regionen bekannt ist. Nach der Vernichtung des Tieres durch unseren Augenzeugen, habe sich dieses Getier vollständig aufgelöst. Geblieben sei ein einzelner Turmalin, dessen Herkunft ungeklärt ist. Es bestand der Verdacht einer Beschwörung, doch in fachkundigen Kreisen wies man darauf hin, dass beschworene Kreaturen nach gängiger Lehre keine materiellen Rückstände hinterlassen.
Neujahrsfest in Solgard (Bürger feiern auf das neue Jahr)
Zahlreiche Einwohner der Stadt kamen zusammen. Im Rahmen der Feierlichkeiten richtete die Stadthalterin Tonya Darez, ihre Worte an die Bürgerschaft. Sie stellte in ihrer Ansprache den gemeinschaftlichen Charakter des Festes in den Vordergrund. Sie rief dazu auf, das neue Jahr nicht mit Gedanken an vergangene Prüfungen zu beginnen. Solgard - so betonte sie - bestehe aus Freunden, Nachbarn und Familien, deren Zusammenhalt nach innen wie nach außen wirke. Den Beitrag jedes Einzelnen – sei es durch Zeit, Fähigkeiten oder Handwerk – hob sie ausdrücklich hervor und bezeichnete diesen als Grundlage der Stärke der Stadt. Worauf Sie sehr stolz sei. Der Hohepriester Amarius Darez erinnerte in seiner Rede an die allgegenwärtige Wachsamkeit des Herrn und der Acht Hüter der Tugenden. Er mahnte, dass Glauben nicht in Worten, sondern in Taten sichtbar werde. Standhaftigkeit, innere Reinheit und die Bereitschaft, dem Licht auch in dunklen Zeiten treu zu bleiben, stellte er als zentrale Forderungen an die Gläubigen heraus. Es wurde bis in die Nacht gefeiert
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Ausgabe 4 - 10. Tag des 1 Mond im Jahr 1 n.k.S.
Segen und Messe vor der Abreise in Solgard (Inquisitor ruft zum Dienst im Namen des Herrn, Priester erteilen Segen)
In der Kirche wurde vor der bevorstehenden Abreise zur Ophidianerinsel eine feierliche Messe abgehalten. Geleitet wurde sie von dem Inquisitor Kaled, der sich mit eindringlichen Worten an Gläubige, Kämpfer und Diener des Herrn wandte. In seiner Ansprache erinnerte Kaled an die zahlreichen Prüfungen der vergangenen Monde und würdigte den Einsatz aller, die zum Schutz Solgards beigetragen haben. Zugleich mahnte er, dass das Reich und der Glaube an den Herrn gegenwärtig in besonderem Maße bedroht seien. Die Finsternis, so seine Worte, liege nicht länger fern, sondern jenseits der See. Im Rahmen der Messe verlas der Inquisitor eine Botschaft des Königs, zugleich Großmeister des Ordens des Herrn. Darin wurde die Abreise der Echidna für den neunten Tag des Mondlaufes angekündigt. Der Zug sei nicht aus Eroberungswillen geboren, sondern aus Verantwortung, um das zu schützen, was dem Reich anvertraut worden sei. Abschließend rief Kaled dazu auf, sich im Glauben, im Herzen und in der Rüstung zu wappnen. Mit dem gemeinsamen Bekenntnis zum Licht des Herrn endete die Messe unter sichtlicher Anteilnahme der versammelten Bürger des Reiches.
Abfahrt ins Ungewisse (Flaggschiffe Echidna, Ameda und Wunderschön gen Norden abgereist)
Vor 2 Tagen verließ das erste Schiff den Hafen von Nebelhafen mit Kurs auf jene Nebelregion, in der die Insel der Ophidianer vermutet wird. Während in allen Teilen der bekannten Welt Vorbereitungen für ähnliche Unternehmungen im Gange waren, waren es die neutralen Bürger Nebelhafens, die als erste in See stachen. Bereits seit den frühen Morgenstunden hatte reges Treiben am Hafen geherrscht. Streiter und Seeleute gingen mit Gepäck an Bord, während Matrosen Seesäcke verstauten, Fässer sicherten und die Takelage prüften. Taue wurden gefiert, Segel angeschlagen und der Rumpf ein letztes Mal inspiziert, bevor die Mannschaft vollständig an Deck versammelt war. Das auslaufende Schiff, die „Wunderschön“, ein Segelschiff klassischer Bauart, war von den Greifen bemannt worden, die sich bereit erklärt hatten, die Fahrt und die Gefahren im Ungewissen auf sich zu nehmen. Kommandant Schwarzfels brüllte kurze seemännische Befehle - Leinen Los, das Großsegel setzen und den Bug gegen den offenen Strom ausrichten -
Einen Tag später folgten die Schiffe Solgards und seiner Verbündeten sowie jene aus Surom, welche ebenso ihre Kräfte bündelten. Damit hatten die Architekten dieser Krise in nur wenigen Monden teils gegensätzliche Expeditionen dazu genötigt, sich der Lage anzunehmen. Welche Erkenntnisse oder Gefahren dort auf die Streiter der Welt warteten, blieb ungewiss. Fest stand jedoch, dass mit dem Auslaufen der Wunderschön der Auftakt zu einer neuen Phase der Seereisen in Richtung der Ophidianerinsel gemacht war. Mögen alle heil wieder heimkehren.
Von Lichtern, Stimmen und stillen Orten (Beobachtungen jenseits gesicherter Erklärungen – Fantastereien?)
Uns wurden Berichte über ungewöhnliche Erscheinungen zugetragen. Genannt werden schwache Lichter ohne erkennbare Quelle sowie leise Stimmen, die an abgelegenen Orten vernommen worden sein sollen. Verlässliche Spuren oder überprüfbare Hinweise liegen nicht vor. Auffällig ist, dass viele dieser Beobachtungen an fernen Wegen, alten Stätten oder verlassenen Lichtungen gemeldet wurden. Ob es sich um natürliche Schwankungen der Weltenergie, Nachwirkungen vergangener Rituale oder bloße Fehlwahrnehmungen handelt, bleibt offen. Hinweise auf eine unmittelbare Gefahr bestehen derzeit nicht. Die Axiom-Gesellschaft mahnt daher zur Besonnenheit. Nicht jedes unerklärte Phänomen kündet von Bedrohung, doch verdient jedes wiederkehrende Muster eine sorgfältige Forschung. Zwischen Aberglauben und wirklicher Erkenntnis verläuft oft ein schmaler Grat. Bis gesicherte Untersuchungen vorliegen, bleiben die berichteten Erscheinungen Teil jener stillen Randphänomene der Welt, die sich der eindeutigen Erklärung entziehen – und gerade deshalb Aufmerksamkeit verdienen.
Verlorener Gegenstand wirft Fragen auf (Bürger berichten von stets gleichen Wegen und Orten)
Wiederholte Berichte über das Vorgehen des Bogner Sven, aus der Bognerei Pfeilspur, der offenbar in regelmäßigen Abständen die Bürgerschaft ersucht, ihn bei der Suche nach seinem verlorenen Buch „der Wahrheiten“ zu unterstützen, werfen Fragen auf. Auffällig ist, dass die Betroffenen nach übereinstimmenden Schilderungen stets zum Seebachtal entsandt werden. Mehrfach fand sich dann das betreffende Buch am Nordufer des Seebachtales. Ungeachtet der jeweiligen Ergebnisse scheint der Gegenstand dort immer wieder abhandenzukommen. Dies sorgt in der Bürgerschaft zunehmend für Verwunderung. Einige besorgte Bürger merken an, dass ein solches Maß an Wiederholung entweder von außergewöhnlicher Unachtsamkeit von Sven zeugt oder aber von bemerkenswerter Zielstrebigkeit. Über Zweck und Bedeutung des Buches liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Ebenso wenig ist bekannt, weshalb sich die wiederholten Nachforschungen ausgerechnet auf diesen Ort beschränken. In der Bürgerschaft wird daher vereinzelt gemutmaßt, ob der Gegenstand möglicherweise mehr ist als ein schlichtes Schriftstück. Ob die Wahl des Ortes einem anderen, bislang unausgesprochenen Anliegen dient! Ob hier bloße Nachlässigkeit, persönliche Eigenheiten oder ein bewusster Plan vorliegen, entzieht sich derzeit unserer Kenntnis. Der axiomatische Bote sieht sich nicht in der Lage, diese Vermutungen zu bestätigen. Gleichwohl erscheint die Konstanz der Vorfälle ausreichend ungewöhnlich, um sie nicht gänzlich unbeachtet zu lassen.
Im Zuge weiterführender Recherchen stieß die Redaktion jedoch auf eine weitere Feststellung, die Anlass zu erhöhter Aufmerksamkeit gibt. Demnach sollen in der Vergangenheit mehrfach persönliche Gegenstände des Bankier zu Solgard ausgerechnet im feindlichen Surom abhandengekommen sein. Auffallend ist dabei, dass diese Gegenstände nach übereinstimmenden Berichten stets im selben Gebiet wiederaufgefunden wurden. Hier wurde ein Strand nahe zweier Teiche aufgeführt. Die wiederkehrende Wahl dieses Ortes wirft Fragen auf. Was führt einen Solgarder Bankier regelmäßig dorthin? Handelt es sich um unglückliche Zufälle oder um heimliche Geschäfte. Möglicherweise handelt es sich um etwas, das bewusst im Verborgenen bleiben soll. Die Redaktion vermag hierzu keine abschließende Bewertung vorzunehmen, hält die Häufung der Vorfälle jedoch für zu beunruhigend, um sie unbeachtet zu lassen.
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Ausgabe 5 26. Tag des 1. Mond im Jahr 1 n.k.S
Der Feind hat einen Namen (Satsujinshar und seine ungeheuerliche Macht)
Was bislang als namenlose Bedrohung aus Nebel im Ungewissen beschrieben wurde. Als Schatten und Gerücht galt, hat nun ein Gesicht und einen Namen. Die vereinten Kämpfer der Völker, die auf der Ophidianerinsel anlandeten, stießen im Verlauf ihrer Vorstöße auf eine Höhle, die später als Knochenhöhle bezeichnet wurde. Der Name erwies sich als erschreckend zutreffend. In ihren Tiefen lagen Unmengen von Gebeinen, die während der Zyklen verschlungen wurden. Diese waren sorgfältig aufgeschichtet. Teils zerbrochen sowie von Werkzeugen der Qual gezeichnet. Teils zerbrochen sowie von Werkzeugen der Qual gezeichnet. Die Stätte offenbarte in grausamer Deutlichkeit, wie die Ophidianer wohl selbst unterjocht worden waren. Unterjocht mit Gewalt und durch Folter. Eine scheinbar systematische Grausamkeit, durch das bewusste Brechen von Wille und Körper. Hier hatte Furcht geherrscht und die hatte Wirkung gezeigt.
Im Innersten der Höhle eröffnete sich ein gewaltiger Saal mit gewölbtem Dach aus Gestein. Zehn massive Säulen stützten dieses hohe Gewölbe. Seine Schatten ließen das Licht verblassen. Am Giebelende war ein Abbild in den Stein geschlagen. Eine Gestalt eines Drachen von monströser Erscheinung. Die angedeuteten Schwingen und der Körper, welcher dazugehören würde, mussten atemberaubend sein. Aber das Abbild war nur bis zu den Schultern ins Gestein geschlagen worden. Das Maul stand offen, nicht in einem Schrei, sondern in einem stummen Anspruch auf Vernichtung. Die Augen der Darstellung waren tief und leer, und doch schien ihr Blick jeden zu verfolgen. Sie funkelten glutrot ... ein Furcht einflößender Anblick. Unmittelbar vor diesem Abbild klaffte ein gewaltiges Loch im Boden des Saales. Gemauert wie ein uralter Brunnen, aber ebenerdig im Saalboden. Kein Blick vermochte sein Ende zu erfassen. Aus der Tiefe drangen unheilvolle Geräusche empor. Ein fernes Grollen und ein langsames Atmen. Vielleicht ein Kratzen und ein Scharen als bewege sich dort unten etwas, das nicht gesehen werden wollte. Viele der Anwesenden berichteten später von einem Gefühl körperlicher Beklemmung, als ziehe die Leere selbst an Geist und Mut. Weitere Erzählungen und Augenzeugenberichte legen nahe, dass dieser Ort nicht nur der Unterwerfung,
sondern auch einem verhängnisvollen Streben gedient hatte. Demnach versuchte Agroniam, Herrscher Suroms, sich die Macht des sogenannten Ersten Todes anzueignen. Jener Überrest eines Drachen der ersten Brut - Iarwaingurth. Eine Kraft von - Satsujinshar selbst? Sarafim Sala im Geiste des Lichtes stellte sich diesem Vorhaben sogleich entgegen. Was nun folgte, war ein unerbittlicher Kampf zweier Mächte. Ja, ein Kampf zweier Gesinnungen. Geführt im Schatten des Drachenbildnisses. Und am Rande des Abgrundes. Ein jeder hielt dies für Irrsinn, so nah am Abgrund zu kämpfen, doch der Streiter des Lichtes ließ sich nicht beirren. Ein hart geführter Kampf, der allen in Erinnerung bleiben wird. Doch weder Klinge noch Wille entschieden diesen Kampf. Aus den Tiefen des Saales erhob sich eine Präsenz, beschrieben als der Schatten des Drachen selbst. Oder gar sein Echo?
In einem einzigen, alles verzehrenden Augenblick wurden König und Widersacher gleichermaßen zu Staub und Asche geschlagen. Es war kein Sieg geblieben, weder für den einen noch für den anderen. Es blieb nur Asche, welche schnell zu verwehen schien. So wurde offenbar, was im Verborgenen gewirkt hatte. Der Drache, dessen Abbild die Höhle beherrscht, trägt den Namen Satsujinshar. Ob diese Macht selbst erwacht ist oder ob lediglich ihr Schatten, ihr Echo oder ein Bruchteil ihres Wesens die Welt berührt hat, lässt sich derzeit nicht mit Gewissheit sagen. Sicher ist jedoch, dass jene Präsenz ausreichte, um Völker zu knechten, Reiche zu verführen und selbst Könige zu Staub zu schlagen. Damit endet die Bedrohung nicht mit der Befreiung der Insel. Vielmehr offenbart sich eine weitere, ungewisse Gefahr. Eine mögliche Bedrohung, die wir derzeit noch nicht absehen können. Dieses uns zuteil gewordene Wissen um eine Macht - deren Ausmaß, dessen Grenzen und deren Absichten bislang unerforscht sind. Ob Satsujinshar gebunden, geschwächt oder lediglich beobachtend verweilt, kann derzeit nicht gesichert berichtet werden. Doch wo ein Schatten wirkt, dort existiert auch des Öfteren eine Quelle. Wachsamkeit ist immer geboten, denn nicht alles, was im Dunkel ruht, schläft – manches wartet nur.
Bevölkerung zieht gen Ophidianer (Gesamtes Land zieht gegen einen gemeinsamen Feind)
Nach Tagen der Fahrt durch den dichten Nebel erreichten die Schiffe der verschiedenen Reiche und Völker schließlich die Ophidianerinsel. Alle Reiche schienen während der Fahrt andere Anlaufpunkte der Insel erreicht zu haben. Berichten zufolge erwies sich die Anlandung als sehr schwierig. Denn bereits beim Betreten der Insel sahen sich die ersten Trupps einer überwältigenden Schar von Ophidianern gegenüber. Unter schwerem Widerstand mussten Strand und Anlegepunkte erkämpft werden. Nach und nach gingen sie so an Land. Unterfangen. Harte und Entschlossenheit geprägte Gefechte prägten dieses. Dennoch gelang es, den Küstenabschnitt zu sichern und den Vormarsch ins Inselinnere vorzubereiten. Vorerst musste aber ein Lager am Strand errichtet werden. In den darauffolgenden Tagen kam es zu weiteren Kämpfen mit den verbliebenen feindlichen Kräften. Die Insel wurde erkundet und von den feindlichen Kräften befreit. Diese forderten Ausdauer, Disziplin und Entschlossenheit von allen Beteiligten. Ungeachtet ihrer Herkunft stellten sich die Streiter den Bedrohungen und trugen gemeinsam dazu bei, die Insel schrittweise zu befreien. Viele berichteten später von der besonderen Erfahrung, Seite an Seite mit vormals Fremden für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen. Auffällig war dabei das koordinierte Vorgehen jener Kräfte, die aus Solgard und den mit ihm verbundenen Völkern stammten. Ihre Handlungsweise zeichnete sich durch klare Absprachen, überlegtes Vorrücken und eine bemerkenswerte Geschlossenheit aus. Inmitten des Gefechts erwies sich diese Einigkeit als stabilisierender Faktor, der nicht nur den eigenen Reihen Halt gab, sondern auch befreundeten Verbänden Orientierung bot.
Am Ende gelang es den vereinten Kräften, die Insel von der feindlichen Präsenz zu befreien. Der Erfolg war weniger das Werk einzelner Heldentaten als vielmehr das Ergebnis des gemeinsamen Handelns. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Solgard und seine Verbündeten erneut unter Beweis stellten, welche Stärke aus Ordnung, Zusammenhalt und wohlüberlegtem Vorgehen erwächst. Nach uns eingegangenen Berichten, gelang auch den Verbänden der übrigen Fraktionen der Durchbruch an den jeweiligen Küstenabschnitten. Trotz teils heftigen Widerstands konnten ihre Trupps Fuß fassen und sich schrittweise ins Landesinnere vorkämpfen. Auch dort kam es zu schweren Gefechten, in denen Ausdauer und Kampfeswille gefordert waren. Übereinstimmend wird hervorgehoben, dass sämtliche beteiligten Kräfte ihren Teil dazu beitrugen, den feindlichen Einfluss auf der Insel zurückzudrängen. Die Ophidianerinsel gilt nun als gesichert. Welche Folgen dies für die Zukunft der Heimat haben wird, bleibt abzuwarten. Wie sich jedoch herausstellte, wurden die Ophidianer selbst auch von Satsujinshar mehr oder minder unterjocht. Ihr Handeln erwies sich als Zwang, dieser Obrigkeit. Sicher ist jedoch, dass die Ereignisse auf der Insel vielen Beteiligten als Mahnung und zugleich als Hoffnung dienen werden. Die meisten Sphären sind auf unserer Insel jetzt verschwunden. Lediglich eine, im Reiche der Zwerge ist noch aktiv. Es wurde festgestellt, dass diese nun einen direkten Weg zur Insel der Ophidianer bietet. Ob dies entlang einer neuen Leylinie geschieht, muss erforscht werden. Weiterer Abzug von Mana aus unserer Welt kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch ausgeschlossen werden.
Trauer um König Sarafim (Sarafim Sala fiel im Kampf jenseits der)
Tiefe Trauer liegt über Solgard und dessen Bürgern. Mit dem Fall Seiner Majestät Sarafim Sala hat das Reich nicht nur seinen König verloren, sondern auch den ersten Diener des Herrn, den Großmeister des Ordens und das einigende Herz der Gläubigen. Einen Herrscher, dem das Volk nicht aus Furcht, sondern aus Vertrauen folgte – im Reich des Lichtes gleichermaßen wie unter den befreundeten Völkern des Reiches. Tiefe Trauer liegt über Solgard und deren Bürgern. Mit dem Fall Seiner Majestät Sarafim Sala hat das Reich nicht nur seinen
König verloren, sondern auch den ersten Diener des Herrn, den Großmeister des Ordens und das einigende Herz der Gläubigen. Einen Herrscher, dem das Volk nicht aus Furcht, sondern aus Vertrauen folgte – im Reich des Lichtes gleichermaßen wie unter den befreundeten Völkern des Reiches. Wie aus übereinstimmenden Berichten hervorgeht, kam es im Kampf gegen den Herrscher Suroms, Agroniam, der versuchte, ein Artefakt eines Drachen der ersten Brut – Iarwaingurth – an sich zu reißen, zu einer letzten und verhängnisvollen Begegnung.
Beide kämpften unerbittlich. Doch weder durch Klinge noch durch menschliche Hand fanden sie ihr Ende. Vielmehr soll eine Macht aus der Tiefe, beschrieben als ein Schatten jenseits allen Bekannten, in das Geschehen eingegriffen haben. In einem einzigen Augenblick wurden König und sein Widersacher gleichermaßen zu Asche. Die genauen Umstände dieses Vorfalls entziehen sich bislang einer abschließenden Erklärung. Sicher ist jedoch, dass Sarafim Sala bis zuletzt standhaft blieb und aufrecht kämpfte. Sein Tod wird von vielen nicht als Niederlage verstanden, sondern als Opfer – dargebracht im Dienst am Reich, am Glauben und zum Schutz seines Volkes. Sarafim Sala galt als König mit offenem Ohr und festem Willen. Er war ein Herrscher, der Maß hielt und standhaft im Glauben war, besonnen dem Leben gegenübertrat und durch sein Handeln Richtung wies. Wo andere zögerten, trat er vor – mit Härte... wenn sie notwendig war – sowie mit Entschlossenheit, wo Zögern das Reich gefährdet hätte.
Unter seiner Führung fanden Paladine, Lichtritter, Gelehrte und einfache Bürger gleichermaßen ihren Platz. Sein Wort war verbindlich, sein Handeln berechenbar, seine Treue zum Herrn unerschütterlich. Viele erinnern sich an ihn nicht nur als König, sondern auch als Vorbild. In Solgard wie auch unter den Gläubigen des Herrn herrscht tiefe Bestürzung. Gebete erfüllen die Hallen der Kirche, Kerzen brennen an Altären und Wegkreuzen. Zahlreiche Bürger verweilen schweigend an jenen Orten, die mit dem Wirken des Königs verbunden waren. Geschichten seiner Taten werden leise weitergegeben. Selbst in den geschäftigsten Gassen ist die Trauer spürbar, wie ein kalter Hauch, der einem überkommt. Der Verlust wiegt schwer. Doch ebenso lebt die Gewissheit fort, dass das Vermächtnis Sarafim Salas nicht mit seinem Tod endet. Sein Beispiel von Standhaftigkeit, Opferbereitschaft und unerschütterlichem Glauben wird Solgard auch in dunklen Zeiten leiten. Ganz Solgard trauert um seinen König – und das Schweigen des Volkes spricht lauter als jedes Wort.
Mysteriöse Karte entdeckt (Gefängnisse, Knochen und ein Fund von ungewisser Bedeutung)
Der Weg in das Innere der Höhle führte stetig tiefer hinab. Breite Gänge schnitten sich in den Fels, als wären sie dem Berg gewaltsam abgerungen worden. Gewundene Schächte zwangen die Streiter, sich vorsichtig voranzubewegen. Das Licht versickerte rasch, und schwere Schatten legten sich über die Wände. Der Boden war bedeckt von Überresten vergangener Schrecken. Knochen lagen verstreut oder achtlos zu Haufen geschichtet. Manche trugen noch Spuren von Waffen oder Werkzeugen. Wieder andere waren glatt geschliffen, als hätten sie dort über lange Zeit gelegen. Schädel blickten leer aus der Dunkelheit hervor. Stumme Zeugnisse eines Leidens, das an diesem Ort offenbar alltäglich gewesen war. Mit jedem Schritt verdichtete sich der Eindruck, dass diese Höhle nicht zufällig entstanden war. Sie diente der Unterwerfung und der Gewalt. Ein Ort, an dem Leben systematisch gebrochen wurde, lange bevor die Streiter ihn betraten. Hier wurden Generationen und viele Völker gepeinigt, was die fossilen Fundstücke offenkundig darboten. Hinter den Gängen öffneten sich Kammern, die nach Einschätzung der Anwesenden einst als Gefängnisse gedient hatten. Massive Gitter aus dunklem Metall versperrten den Zugang, viele davon verbogen oder gewaltsam aufgebrochen. Die Zellen waren ungewöhnlich groß und offenbar nicht für Einzelpersonen vorgesehen. Muffig, feucht und lichtlos lagen sie im Fels. An den Wänden fanden sich tiefe Kratzspuren, als hätten Verzweifelte versucht, sich mit bloßen Händen aus dem Stein zu befreien. In einigen Zellen lagen noch Reste von Ketten und Fesseln.
Es waren rostige und stumme Zeugen der dort verübten Gräuel. Noch weiter im Inneren wurden weitere Räume entdeckt, deren Anblick selbst erfahrene Streiter bestürzte. Steinbänke standen dort, versehen mit Ringen und Halterungen. Daneben lagen Werkzeuge, deren Zweck keiner näheren Erklärung bedurfte. Der Boden war dunkel verfärbt und noch immer hing ein beißender Geruch in der Luft. Dieser erinnerte an vergangene Qual und unsägliches Leiden. Hier war Leid nicht Mittel zum Zweck gewesen, sondern fester Bestandteil eines Systems. In einer dieser Kammern wurde schließlich ein Fund gemacht, der über das Grauen hinaus Bedeutung zu tragen scheint. Eine Karte! Diese Karte lag nicht als Gegenstand vor. Scheinbar war sie mit bloßen Fingernägeln in die Steinwand geritzt worden. Die Linien waren unregelmäßig und teils hastig gezogen. Der Anblick wurde nicht leichter, denn stellenweise wurden die Züge von getrocknetem Blut durchzogen. Alles deutet darauf hin, dass ihr Urheber seine letzten Augenblicke damit verbrachte, diese Zeichen zu hinterlassen. Offenbar getrieben von dem dringenden Wunsch, etwas der Nachwelt mitzuteilen oder zu hinterlassen. Ein Unterfangen, noch bevor ihm die Kraft versagte? Dennoch waren wesentliche Details erkennbar. Die Zeichnung wirkte weitgehend vollständig und ließ verschiedene Deutungen zu. Erhebungen könnten Berge darstellen. Linien, möglicherweise Höhlenzüge oder unterirdische Wege. Eine Stelle zeigte jedoch ein deutlich gesetztes Zeichen. Ein großes „X“. Was diese Karte zeigt, wem sie einst gehörte und warum sie an diesem Ort zurückgelassen wurde, ist bislang unklar.
Ihr Fundort, mitten in einer Stätte der Unterwerfung und des Schreckens, wirft jedoch Fragen auf. Fragen von erheblicher Tragweite? Die Redaktion hält es für möglich, dass sie auf einen Ort von weiterer Bedeutung verweist. Vielleicht eine Quelle von Macht oder eine bislang unerkannte Gefahr. Der Axiomatische Bote ruft Gelehrte, Forscher und kundige Reisende dazu auf, sich der Deutung dieses Fundes anzunehmen und uns gern zu berichten. Denn seine Bedeutung könnte Einfluss auf das zukünftige Schicksal der Welt haben.
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Ausgabe 6 - 08. Tag des 2. Mond im Jahr 1 n.k.S
Trauerfeier um König Sarafim Sala
Am gestrigen Tag fand die Trauerfeier für unseren kürzlich verstorbenen König des Lichtes statt. Das Heilige Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Bürger, Ordensangehörige, Paladine sowie Verbündete des Reiches kamen zusammen, um Abschied von Sarafim Sala zu nehmen. Über dem Kirchenschiff lag eine schwere und andächtige Stille. Wohl getragen von dem Bewusstsein, dass mit ihm nicht nur ein König, sondern ein geistiges Zentrum Solgards verloren gegangen war. Manche Köpfe waren gesenkt, andere Blicke ruhten reglos auf dem Altar, als suche jeder auf eigene Weise Halt in diesem Moment. Eröffnet wurde die Trauerfeier durch Jaster Darez, der die Versammelten im Namen des Herrn begrüßte. Ohne große Umschweife lenkte er den Blick auf das Wesentliche. Den gemeinsamen Abschied und das Gedenken an einen Herrscher, der Krone und Glauben in sich vereint hatte. Die Worte waren schlicht gehalten und gerade dadurch von spürbarem Gewicht. In ihrer Schlichtheit fanden viele Trost, denn sie ließen Raum für eigenes Gedenken und unausgesprochene Gedanken. Den Schwerpunkt der Trauerfeier bildete die Ansprache von Bathor Darez. Seine Rede zeichnete das Bild eines Königs, der seinen Glauben nicht verkündete, sondern gelebt hatte. Immer wieder wurde betont, wie sehr Sarafim Sala von Pflichtgefühl, Opferbereitschaft und innerer Standhaftigkeit geprägt war. Besonders eindrücklich war die Erinnerung daran, dass sein Weg kein leichter gewesen war. Dieser war gezeichnet von Kampf, Verlust und Entscheidungen, deren Tragweite schwerer wog als jede Krone. Der letzte Kampf wurde nicht als Niederlage beschrieben, sondern als Vollendung eines Lebens im Dienst für sein Volk. Bei diesen Worten war in den Reihen ein leises Einatmen zu spüren, als würden viele den Schmerz nun erst vollständig zulassen. Im weiteren Verlauf der Zeremonie sprach Jaster Darez erneut und lenkte den Blick auf die Tugenden, die Sarafim Sala vorgelebt hatte. Pflicht und Opferbereitschaft standen dabei im Mittelpunkt. Nicht etwa als leere Worte, sondern als gelebte Haltung. In einem gemeinsamen Gebet wurde die Gemeinschaft der Anwesenden in den Vordergrund gestellt. Die Last der Pflicht, die viele tragen. Die Notwendigkeit, einander auf diesem Weg zu unterstützen. Die Stimmung war ruhig, gesammelt und von stiller Entschlossenheit geprägt. Ein Gefühl von Zusammenhalt lag in der Luft, als trügen alle Anwesenden ein Stück dieser Last gemeinsam. Den Abschluss der Feier gestaltete Amarius Darez. Seine Worte waren weniger rückblickend als nach vorn gerichtet. Er sprach von Zusammenhalt, Hoffnung und der Verantwortung der Lebenden. Verlust, so wurde deutlich, dürfe nicht lähmend sein. Verlust müsse in Haltung und Handeln überführt werden. Während des abschließenden Segens breitete sich spürbar eine warme Ruhe im Kirchenschiff aus. Es war ein Moment, den viele als tröstlich empfanden. Nach dem offiziellen Teil blieb die Kirche geöffnet. Den Anwesenden wurde Raum gegeben, sich persönlich zu verabschieden. Es konnten Gaben niedergelegt werden oder einfach still verweilt werden. Gespräche wurden leise geführt, Tränen nicht verborgen. Manche verweilten länger, als wollten sie den Ort nur ungern verlassen. Die Redaktion des Axiomatischen Boten nimmt diese Trauerfeier als Ausdruck einer Gemeinschaft wahr, die in diesem großen Verlust noch mehr geeint ist. Solgard trauert – aber es steht zugleich erkennbar im Willen, das Vermächtnis Sarafim Salas nicht nur zu bewahren, sondern weiterzutragen.
Letzte Ehre für Bjornar - Weg zu den Ahnen (Ein Barbar fällt – und mit ihm ein Leben von Bedeutung)
Der Barbar Bjornar fiel in der letzten Schlacht auf der Schlangeninsel. Mit seinem Tod verlor nicht nur sein Stamm einen Krieger, sondern viele Gefährten einen Mann, dem sie ihr Leben verdanken. Zur Beisetzung, am sechsten Tag des Wochenlaufes, versammelten sich die Barbaren nach altem Brauch in Fjellgat. Zudem waren viele Wegbegleiter anwesend, welche aus dem gesamten Land stammten. Aller Missmut, der sonst auch gegeneinander geherrscht haben mag – hier und jetzt ging es nur um diesen Mann. Ein tiefer Wind zog über den Versammlungsort, als würde er die Stimmen der Anwesenden mit sich tragen. Großgewachsene Gestalten standen im trüben Licht des Abends. Sie waren gehüllt in schwere Gewänder und ihre Gesichter zumeist verborgen. Gesichter hinter mächtigen Masken aus Wolfsschädeln, Bärenköpfen und Hirschgeweihen. Die Wolken hingen tief, das Wetter war grau und kalt. Eigentlich wie immer in diesen nördlichen Landen. Der Atem der Anwesenden stieg als feiner Dunst in die Luft und verlor sich langsam zwischen den dunklen Silhouetten. In den Worten der Redner wurde Bjornar als ein Mann beschrieben, der das Leben aller schätzte. Einer, der nicht war wie die meisten seines Volkes. Nicht durch Lautstärke oder rohe Kraft habe Bjornar Ehre erlangt - wurde immer wieder betont. Es war seine Bereitschaft, sich selbst zurückzunehmen, um andere zu schützen. Er sei es gewesen, der widersprach, wo andere geschwiegen hätten. Viele bekannten offen, dass sie ohne Bjornar heute nicht mehr unter den Lebenden wären. Er war in entscheidenden Augenblicken derjenige, der den eigenen Schutz hinten anstellte. So gelang es ihm Gefährten zu bewahren. Auch denjenigen, die ihm am nächsten standen, habe er stets Fürsorge und Treue erwiesen. Als Ehemann sei er ruhig, verlässlich und gegenwärtig gewesen. Die Worte „ein Halt in einer rauen Welt“ waren es, die uns sehr bekannt vorkamen. In einer Zeit, als der Zwiespalt noch nicht so ausgeprägt in der Welt war und wir gemeinsam ein paar Humpen im Walross tranken. Er sei kein großer Mann im Sinne von Ruhm oder Lautstärke gewesen - so sagten sie - doch er habe Großes getan, indem er Verantwortung trug, wo andere sie mieden. Er blieb standhaft, wo der Kampf aussichtslos schien. Doch gerade dadurch habe er ihnen Ehre gebracht. Die Einäscherung erfolgte nach dem Brauch der Barbaren am Ahnenbaum von Fjellgat. Bjornars Leichnam lag auf dem Scheiterhaufen, umgeben von Opfergaben. Seine Frau saß an seiner Seite, die Hände auf dem eingewickelten Körper ruhend. In ihrem Schweigen lag mehr Abschied, als Worte hätten tragen können. Die Umgebung wirkte still und schwer, als folge selbst die Natur diesem Augenblick. Funken stiegen mit dem ersten Rauch in den dunklen Himmel auf, getragen vom Wind, als wollten sie dem Geist den Weg weisen. Das Feuer wurde an einer Seite entzündet und fraß sich langsam über den Scheiterhaufen. Bald loderten hohe Flammen auf, die die eisige Kälte verdrängten und die Luft mit Hitze erfüllten. Knackend und zischend verzehrte das Feuer Holz. Feuer umhüllte Opfergaben und schließlich den Leichnam selbst. Der Geruch von Harz, verbranntem Holz legte sich über den Platz und mischte sich mit der kalten Luft Fjellgats. Nach dem Glauben der Barbaren wandert der Geist zu den Ahnen - über Wiesen und Felder hinweg, um bei den Ahnen frei zu sein. Dort, so heißt es, werden sie mit Stolz auf seinen Mut für den Stamm blicken und auf das Leben welches er geführt hat. Der Axiomatische Bote verneigt sich vor einem Gefallenen, dessen Tatkraft über Stammesgrenzen hinaus Wirkung zeigte.
Unbekanntes Tier auf der Ophidianerinsel gesichtet (Geschwindigkeit und auffälliges Verhalten)
Während der weiteren Erkundungen auf der Ophidianerinsel wurde von mehreren Mitgliedern der Expedition ein bislang unbekanntes Tier beobachtet. Das Wesen zeigte ein ungewöhnlich hohes Maß an Geschwindigkeit und Beweglichkeit und entzog sich sämtlichen Versuchen es zu stellen. Näher erfasst oder gestellt werden konnte es nicht. Nach übereinstimmenden Berichten war das Tier etwa von der Größe eines mittelgroßen Hundes, dabei jedoch deutlich schlanker gebaut. Es bewegte sich vorwiegend auf zwei kräftigen Hinterläufen, während die Vordergliedmaßen kurz, schmal und eng am Körper geführt waren. Der Kopf war langgezogen und das Maul schmal. Dieses war mit zahlreichen kleinen und spitzen Zähnen besetzt. Sein Gang wirkte federnd und raubtierhaft. Sein Tritt beinahe lautlos, auch auf unebenem Untergrund. Das Tier zeigte wiederholt auffälliges Interesse an der Gruppe. Es umkreiste die Streiter in raschen, kaum zu verfolgenden Bewegungen. Es tauchte aus dem Gelände auf und verschwand ebenso schnell wieder. Besonderes Augenmerk schien es dabei auf die Umhänge der Truppe gelegt zu haben. In einem unbeobachteten Moment gelang es dem Wesen, einen dieser Umhänge zu entwenden und sich damit in hohem Tempo zurückzuziehen. Alle Versuche, das Tier aufzuhalten oder zu verfolgen, blieben erfolglos. Seine Schnelligkeit übertraf jede bekannte Vergleichsgröße. Es nutzte das Gelände geschickt aus. Ebenso wie den Bewuchs und Höhenunterschiede wurden mit bemerkenswerter Geschicklichkeit umgangen. Ob es sich bei dem Verhalten um Neugier, Jagdinstinkt oder ein anderes Motiv handelte, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Die Herkunft und Bedeutung dieses Wesens sind bislang ungeklärt. Die Redaktion hält es für möglich, dass es sich um eine auf der Insel heimische Kreatur handelt, deren Eigenschaften bislang unbekannt waren. Weitere Beobachtungen werden empfohlen.
Ein Ort des Bewahrens und Entdeckens (Das Museum der Bewahrer zu Solgard)
In Solgard betreibt die Vereinigung der „Bewahrer“ ein Museum, das sich der Sammlung und Bewahrung von Wissen sowie bedeutenden Zeugnissen vergangener Zeiten widmet. Ziel ist es, Erkenntnisse aus unterschiedlichen Epochen geordnet zugänglich zu machen. Die Ausstellungsräume zeigen ausgewählte Artefakte aus verschiedenen Reichen und Zeitaltern. Darunter finden sich Relikte mit historischer Bedeutung, Gegenstände von handlicher Herkunft sowie Objekte mit magischem Hintergrund. Diese wurden sachlich dokumentiert und eingeordnet. Zudem gibt es eine umfangreiche Bücherei. Sie umfasst Schriften aus der gesamten bekannten Welt. Darunter Werke zu Magie, der Handwerkskunst, Geschichte sowie erzählerische Texte und Überlieferungen. Die Sammlung steht allen Interessierten offen und wird fortlaufend erweitert. Besondere Aufmerksamkeit verdient eine Rubrik, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, jedoch regen Zuspruch findet. Die sogenannten „Groschenromane“. Diese erzählerischen Werke sind sehr lesenswert. Oft voller Abenteuer und Romantik sowie überzeichneter Heldentaten. Man muss nicht erwähnen, das diese sich großer Beliebtheit erfreuen. Wer sie noch nicht kennt, sei ausdrücklich ermutigt, dieser Abteilung einen Besuch abzustatten. Der Axiomatische Bote empfiehlt das Museum der Bewahrer als Ort der stillen Entdeckung. Wer Wissen sucht, wird fündig werden. Wer sich verlieren möchte, sei es in alten Zeiten oder fremden Geschichten - ist ebenso richtig.
Die Wächterin des Namenlosen (Cataleya Rohen, die Totenwacht und die Rückkehr der Finsternis)
Der Name Cataleya Rohen ist kein neuer in den Chroniken der Geschichte. Wohl aber einer, der Anlass zu größter Sorge gibt. Als Gildenoberhaupt der sogenannten Totenwacht und bekennende Wächterin des Namenlosen steht ihre Verbindung zu einer feindlichen Glaubensordnung außer Frage. Ihr fortlaufender Werdegang lässt keinen Zweifel an der üblen Natur der Kräfte, denen sie dient. In Erinnerung bleibt, dass Cataleya Rohen einst vor den Toren Solgards durch die Hand von Jaster Darez zu Tode geschlagen wurde. Ihr Fall galt seinerzeit als erledigt und ihr Wirken als gestoppt. Umso beunruhigender ist ihre spätere Rückkehr zu verzeichnen. Welche zweifelhaften Mächte sie aus dem Tod zurückgeführt haben, ist bislang unbekannt. Doch nach allem, was über verbotene Wiedererweckung und dämonische Pakte sowie häretische Rituale überliefert ist, können es nur dunkle Kräfte gewesen sein. Dunkle Mächte, die diesen Frevel ermöglichten. Am zweiten Tag des Mondes wurde Cataleya Rohen in Surom im Rahmen einer hohen Weihe durch die dortigen Priester in neue Macht erhoben. Diese Handlung erfolgte offen, und feierlich. Wohl unter dem Zeichen jener Glaubensrichtung welche dem Namenlosen dient. Damit wurde nicht nur ihre Rückkehr untermauert. Nein - auch ihre Rolle als Werkzeug einer Ordnung, die dem Reich Solgards feindlich gegenübersteht. Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Zusammenhang die Organisation, an deren Spitze Cataleya Rohen steht. Die Totenwacht tritt nach außen hin diszipliniert und geschlossen auf. Ihre Mitglieder präsentieren sich als Hüter einer höheren Wahrheit oder als notwendige Kraft in einer angeblich verfallenen Welt. Doch Berichte aus verschiedenen Regionen zeichnen ein anderes Bild. Die Totenwacht agiert im Verborgenen. Sie nutzt Eigenschaften wie... Täuschung, Intrige, Heimtücke und gezielte Gewalt, um Einfluss zu gewinnen. Ihre Handlungen sind nicht von Recht oder Gnade geleitet, sondern von einem fanatischen Glauben an die Notwendigkeit des eigenen Tuns. Fanatisches Handeln mit und für böse Mächte. Die Verbindung der Totenwacht zu den Wächtern des Namenlosen gilt als gesichert. Ebenso mehren sich Hinweise auf eine ideologische Nähe zu verbotenen Kulten. Hier wurde uns berichtet, dass sie unter anderem Gestalten, die mit Lilith in Verbindung gebracht werden huldigen. Auch wenn nicht jede dieser Behauptungen einzeln belegt ist, zeigt dies ein Gesamtbild und ein Muster. Dies, kann und darf nicht ignoriert werden. Cataleya Rohen selbst gilt als von übler Natur, überzeugt von der Rechtmäßigkeit ihres Handelns und frei von jedem Zweifel. Ihr Weg ist geprägt von Radikalität und einem Glauben, der jedes Mittel rechtfertigt. Dass eine solche Gestalt nicht nur geduldet, sondern in Surom offen emporgehoben wird, ist als deutliche Botschaft zu verstehen. Dieser fortlaufende Aufstieg ist von zutiefst besorgniserregendem Charakter. Er steht exemplarisch für die Rückkehr alter Gefahren, die längst überwunden geglaubt waren. Wachsamkeit ist geboten - gegenüber den Wächtern des Namenlosen, gegenüber der Totenwacht und gegenüber all jenen, die unter dem Deckmantel falscher Heilsversprechen handeln. Nicht jede Bedrohung kündigt sich mit offenen Waffen an. Manche kehren aus dem Grab zurück und bringen den Schatten mit sich.