In Nebelhafen werden an prominenten Stellen Aushaenge angebracht. Wie man es mittlerweile schonf ast erwarten kann, sind diese in Grimbalds Hand geschrieben und verkuenden folgendes:
Treue Hafner,
Hier ist eine kleine Zusammenfassung von dem was sich waehrend der Versammlung zugetragen hat. Eins vorab gesagt, dass war bei diesem Treffen durchaus deutlich - Nebelhafen soll und will nicht den Geschicken anderer folgen, sondern seines eigenen Glueckes Schmied sein unabhaengig, und frei von den anderen. Nichtdesto trotz, es muss einen Weg vorwaerts geben.
Es wurden drei Vorschlaege unterbreitet und die drei Vorschlagenden; Herr Pandor, Frau Rou und Herr Kajid (von ihm selbst oder durch mich - da er leider fort musste, hat er wohl nicht gewusst, dass sein Vorschlag auch durchaus Anklang fand) , haben nun einen Wochenlauf Zeit ihre Vorschlaege auszufeilen und hier zu praesentieren, auf dass eine groessere Entscheidung getroffen werden mag da es doch alle Hafner etwas angeht.
Eine kurze Uebersicht ueber die drei Vorschlaege moegt ihr hier finden, wie bereits erwaehnt wird genaueres von den Vorschlaggebern selbst verkuendet. Neutralitaet des Hafens ist bei allen Vorschlagen stets ein Kernpunkt. Ein anderer Punkt war die Wehrhaftigkeit, dort gab es Unschluessigkeit wie diese aussehen sollte und wie weit soetwas gehen sollte.
Vorschlag 1: Herr Pandor
Ein Rat aus 5 Stimmen, representierend fuer verschiedene Zweige und Aufgaben; Verteidigung, Handel, Diplomatie, Innere Angelegenheiten, Gelehrte.
Vorschlag 2: Frau Rou
Ein regelmaessig gewaehlter Verwalter, wie das Amt der jetztigen Buergersprecherin -eventuell mit einem odere mehreren Vertretern. Gewichtigere Entscheidungen werden weiterhin gemeinsam getroffen.
Vorschalg 3: Herr Kajid
Drei Vertreter fuer die unterschiedlichen Aufgaben; Handel, Verteidigung und das verwalten von Anfragen der Anasessigen.
Wenn ich einen der drei falsch praesentiert haben sollte moegen sie sich bei mir melden, oder ansonsten, wenn es ihnen danach steht etwaige Aenderungen oder tiefergehende Beschreibungen an die Hafner heran tragen - in solch einer Art das alle sich damit befassen koennen.
Fuer Nebelhafen, also nicht in offizieler Weise, aber vom Herzen,
G.G.
Mitschrift des Treffens um 3.Tag des 2. Mondes - Nebelhafens Zukunft
- Grimbald Gondolori
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ArtherSaltrax
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Re: Mitschrift des Treffens um 3.Tag des 2. Mondes - Nebelhafens Zukunft
Unter die Aushänge wird nochmals eine Ergänzung gehängt. Wohl durch eine andere Handschrift geschrieben.
Vorschlag 4:
Ein Rat aus einer ungerade Anzahl Mitgliedern wird regelmäßig durch die Bürger Nebelhafens gewählt.
Dieser Rat bestimmt durch Mehrheitsbeschluss die Geschicke Nebelhafens.
Die Beschlüsse des Rates und abschließende Argumentation der Ratsmitglieder für ihre Stimme bei einer Sache, werden den Bürgern Nebelhafens zugänglich gemacht, so dass jeder Bürger Einsicht über das Verhalten der Ratsmitglieder hat.
Somit ist sichergestellt, dass die Bürger bei der nächsten Ratswahl eine weise Entscheidung über die Besetzung des nächsten Rates treffen können.
A. Saltrax
- Pandor Vildaban
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Re: Mitschrift des Treffens um 3.Tag des 2. Mondes - Nebelhafens Zukunft
In den frühen Morgenstunden wird ein Bote dem Chronisten Nebelhafens ein Schreiben überbringen.
Der Umschlag ist mit dem Siegel des Vildabanclans verschlossen und an Grimbald und auch an Rou adressiert.
Es handelt sich über den Überarbeiteten Vorschlag von Pandor.
Der Umschlag ist mit dem Siegel des Vildabanclans verschlossen und an Grimbald und auch an Rou adressiert.
Es handelt sich über den Überarbeiteten Vorschlag von Pandor.
Die 3 Stimmen des Rates von Nebelhafen
1. Stimme des Inneren
o Allgemeine Zuständigkeiten
- Diplomatie
- Innen und Außenpolitische Angelegenheiten
- Reichsgrenzen
- Lizenzen
- Konfliktverhandlungen, Kontaktaufnahmen
- Koordination mit Joshua Torres als Greifendiplomat
- Bürgerwohl
- Feste & Wohlfahrt
- Vermittlung und Schlichtung
- Justiz
- Integration
- Stadtbild
- Schutz
- Ausbildung/Training
- Patrouillen & Grenzverteidigung
- Innerer und äußerer Schutz
2. Stimme der Zunft
o Allgemeine Zuständigkeiten
- Handel
- Märkte
- Preiskontrolle
- Nebelhafen als reichs und volksübergreifenden Handelsort etablieren
- Ressourcenhaushalt & Erschließung
- Minenstollen, Sägewerke, Fischfang, Wild, Gerbrei
- Stadtwartung
- Erhaltung, Modernisierung, Ausbau (Stadtbild)
3. Stimme der Gelehrten
Die Verantwortung der "Stimme der Gelehrten" ist es, Nebelhafen nicht für Magiewirkende, und Gelehrte attraktiver zu machen.
o Allgemeine Zuständigkeiten
=============================================================
- Ausbildung
- Chroniken, Archive
- Zauberregulierung
- Forschung
- Wissensschutz
- Expeditionen
- Gleiche Rechte/Pflichten für alle Bürger egal
o Welcher Rasse (Mensch, Elf, Ork, Drow, Zwerg u. a.)
o Glaubensangehörigkeit (keine Zwangskulte, keine öffentlichen Predigten, keine „Missionierungen“. Glauben darf privat frei praktiziert, aber niemanden aufgezwungen werden)
o Herkunft oder Vergangenheit
o Zauberaffinität
o Eid auf Neutralität: Jeder Bürger schwört beim Eintritt (öffentliche Zeremonie): „Ich gelobe, Nebelhafen vor äußeren Bedrohungen zu schützen, keine Kriege hierher zu tragen und den Frieden und die Neutralität Nebelhafens zu wahren.“ (Verstoß = Rat urteilt, Austreibung möglich)
Klar definierter Bürgerstatus
o Bürger:
Sich öffentlich zu Nebelhafen bekennt. Den Eid auf die Neutralität geschworen hat. Bereit ist Rechte Pflichten zu übernehmen
Rechte:
• Kandidatur für eine der fünf Stimmen
• Teilnahme an Bürgervoten
• Waffen und Rustführung innerhalb der Stadt
• Teilnahme an Veranstaltungen, Festen, Versammlungen
• Vorrang bei Terminen, Projekten, Aufgaben, Wünschen, Audienzen
• Mitspracherecht Stadtbild, Entscheidungen (entweder über Rat, Voten)
Pflichten:
• Eid auf Neutralität (bindend)
• Teilnahme an Verteidigung, Ausbildung (nach RP Logik und Verfügbarkeit, wenn möglich)
• Anerkennung der Ratsposition
• Teilnahme an wichtigen Stadtevents (RP-Präsenz, wenn möglich)
• Bürger handelt in seinem, aber auch im Namen Nebelhafens
Verlust des Bürgerstatus:
• nur bei schweren Verstößen (Konfliktimport, Gewalt, Sabotage …)
• Entzug nur durch Ratsbeschluss möglich
• Bürger wird automatisch Bewohner; bei wiederholtem Fall oder Ratsbeschluss Ausgewiesener
o Bewohner
In Nebelhafen lebt oder arbeitet. Keinen Eid abgelegt hat. Keine politische/interne Verantwortung trägt.
Rechte:
• Wohnrecht (Miete)
• Handel treiben
• Voller Schutz durch Nebelhafen
• Teilnahme an Festen & öffentlichen Veranstaltungen
• Zugang zur Gerichtsbarkeit als Kläger, Zeuge, Angeklagte
Einschränkungen
• Keine Ämter
• Kein Stimmrecht
• Keine interne/politische Einflussnahme
• Keine Waffenführung im Stadtinneren
Konsequenzen bei Verstößen
• Sanktionen (Bußgelder, Arbeiten, …)
• Schwere Vergehen: Ausweisung
• Kein „politischer Schaden“ für Nebelhafen – ein Bewohner handelt immer für sich selbst.
o Gäste
• Kurzfristiger Aufenthalt
• Gesandte, Durchreisende, Expeditionen (Quest)
• Volle Neutralität, minimaler Schutz
• Zugang zur Gerichtsbarkeit als Zeuge, Kläger, Angeklagte
=============================================================
Übergang: diese "Ratsstimmen" werden unabhängig voneinander, über eine offene Abstimmung gewählt.
Die ersten 3 Abstimmungen, kann in einem Wahlabend erfolgen, von Joshua moderiert und den Greifen abgesegnet.
Greifen bleiben ein zurückgezogenes, aber mitunter zentrales Element Nebelhafens - Joshua als Berater und die Greifen als "äußere Wacht".
Ratssitzungen: Transparenz, öffentlich (Bürger dürfen zuhören/melden), protokolliert von Gelehrten-Stimme.
Themen: z.B.: große Entscheidungen: Allianzen, Verträge, Stadtbildänderungen, ...
Besetzung: Nominierung per Aushang ( 1 Wochenlauf), Rat prüft in Probezeit (Leistung beweisen).
Rücktritt bei Versagen, oder über ein Bürgervotum.
Stellvertreter kann von der Stimme selbst gewählt werden.
Amtsposition basiert auf einem Rotationsprinzip.
Zuletzt geändert von Pandor Vildaban am 10 Feb 2026, 16:30, insgesamt 2-mal geändert.
- Rahouwa Se'lassi
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Re: Mitschrift des Treffens um 3.Tag des 2. Mondes - Nebelhafens Zukunft
Dem Norden zur Ehr Bürger Nebelhafens,
jeder der mich kennt, weiß wohl, dass ich keine Meisterin der Schreibfeder bin, ich hoffe also auf Vergebung, wenn die-
ses Schriftstück in seinem Stil dem ein oder anderen Auge nicht zugetan ist.
Die große Frage die im Raum steht „Wie soll es nun mit Nebelhafen weitergehen?“ beschäftigt dieser Tage viele und
weitere Fragen wie: „Wo seht ihr Nebelhafen in ein oder zwei Jahren“ oder „Was ist eure Vision von Nebelhafen?“
Fragen die allesamt konsequent in die Zukunft gerichtet sind und daran ist auch nichts falsch, doch ist es für mich kein
Anlass vergangene Entwicklungen ganz außer Acht zu lassen. Daher möchte ich damit beginnen, darzulegen was Ne-
belhafen für mich ist und bedeutet.
Rückblick
Als ich vor mehr als anderthalb Jahren nach Nebelhafen kam, war es ein Dorf mit Holzpalisaden westlich des Holzla-
gers und den Stallungen wo wir uns zum 7. Wochentag immer zur Abenteurerhatz treffen. Die Leute die ich traf hatten
zumeist eine gemeinsame Vergangenheit aus einer gemeinsamen Heimat. Sie hatten Schrecken erlebt, wie auch viele
von uns heute die Schrecken der Schlangeninsel noch in den Knochen stecken haben. Die einen waren zufrieden mit
den Handelsmöglichkeiten, andere vermissten Sicherheit gegen Drohungen und auch Übergriffen. Die Stimmen unter
den Leuten gegenüber der Greifen wurden nicht selten Laut und auch abfallend und so wurden wir aufgefordert einen
Bürgersprecher zu wählen. Die erste Bürgersprecherin Nebelhafens war Elnora, von der als Bürgersprecherin vor allem
zu berichten sei, dass sie wärend der Belagerung der Rotmäntel und einem dämonischen Wesen, dass sich Katherines
Sawyers Körper bemächtigte, gegeiselt wurde, als sie an vorderster Front stand um Nebelhafen zu verteidigen.
Damals riefen die Greifen den Gefahrenzustand aus und jeder Bürger tat sein Übriges, um sich für Nebelhafen einzuset-
zen. Magier, Krieger, Schützen, sie standen an der Holzpalisade allesamt, sorgten dafür das der Eingang verbarrikadiert
wurde mit allerlei Gerümpel. Es wurden Wachposten errichtet, das Heilerhaus hoch besetzt und das damals noch neutra-
le Fjellgat stellte die Seeborke auf meine Anfrage zur Verfügung, falls eine Flucht notwendig war - ohne Gegenleistun-
gen, besonderen Dank oder sonst etwas zu erwarten.
Nach der entscheidenden Schlacht wurden aber auch Stimmen aus Nebelhafen selbst laut, die sich daran störten, wie
Sadagar Nebelhafen beistand. Die Zeit nach dieser Bedrohung war prägend für Nebelhafen wie ich finde. Sie zeigte mir
vor allem folgende Dinge auf:
- Wenn es schwierig wird, können wir uns auf die Greifen verlassen, sie halten allerdings nicht unsere Hand, wenn wir
nicht selbstsicher genug sind, stumpfen Schwertern zu begegnen.
- Die Leute des Nebelhafens machen sich für unser Dorf gerade, wenn die Waffen gegen die Schilde vor unseren Toren
schlagen. Sie fragen nicht nach Sold und Beute, sie kämpfen wenn man uns den Krieg bringt.
- Nicht jeder ist sich zugetan, doch wenn es drauf ankommt, halten wir zusammen.
- Jeder kann sich einbringen in Nebelhafen und sich einen Namen machen - ganz ohne Titel, ganz ohne Rang und sogar
gegen die Meinungen anderer. Denn „jeder“ war hier stets willkommen, selbst jene die zuvor unsere einstigen Gesetze
nicht so ernst genommen haben.
Elnoras erste Amtszeit endete nach 3 Mondläufen, doch wurde sie erneut Bürgersprecherin für weitere drei Mondläufe -
kein anderer stellte sich damals auf.
Nach ihrer zweiten Amtszeit war die Einzige die sich zur Wahl auf stellte Ruweena Shire. Auch Ruweena kenne ich
und ich habe nichts gegen sie, doch leider muss man sagen, dass sie vor allem durch Abwesenheit bekannt wurde. Ihre
Amtszeit war die erste die auf ein halbes Jahr gesetzt wurde.
Es war in dieser Zeit ruhig in Nebelhafen. Mein damaliger Ausbilder Pandor Vildaban, fand es damals wichtig, dass ich
Erfahrungen in einer aufgestellten Wache sammel und so war ich die ersten zwei drei Mondläufe von Ruweenas Amts-
zeit in der Solgarder Wache stationiert. Doch blieb ich immer Nebelhafenerin. Ich hab Erfahrungen in der Torwacht ge-
sammelt, aber auch gesehen wie Wachleute ihre Aufgabe allzu ernst nahmen und Leute wegen meinungsstarker Worte
gleich eingekerkert haben.
Gedanken zu Nebelhafen
Umsetzten von Strukturen - Wache
Schon damals dachte ich mir, dass dies für Nebelhafen kaum funktioniert. Was hätten unsere Torwachen alles zu tun,
und wonach sollten sie Ausschau halten? Die Allermeisten kommen um des Handelns oder um sich für Jagden und
Abenteuer auszurüsten. Das jeder nach Nebelhafen kommen darf, sofern er uns keinen existenziellen Ärger bring, ist
ein Umstand von dem unser Dorf lebt. Selbst Schattengestalten sind in den Schenken fern des Tageslichtes herzlich
willkommen. Was also würde eine Wache bewachen? Das diejenigen die gerade aus den blutigsten Höhlen kommen ih-
re Rüstung bloß ausziehen, bevor sie unser Dorf betreten? Das Magier keinen Stab offen tragen? Aber was ist mit den
Magiern die ihr Äusseres magisch verändern? Wenn jene vielleicht sogar Zutrittsverbot hätten? Wie soll man sie erken-
nen? Lässt man sie durch, weil man ihnen nichts nachweisen kann, wird man in seinem Dienst kritisiert. Hält man jeden
auf, erschwert man den Zugang zum Dorf und am Ende ist es immer der Wachmann der frustriert nach hause einkehrt.
Entscheidungsgewalten - Wer entscheidet?
Vor bald 7 Mondläufen begann meine Amtszeit - ich hatte im Gegensatz zu meiner Vorgängerin Konkurrenz. Ich hatte
mir viele Gedanken gemacht nach meiner Zeit in Solgard, was für Nebelhafen das Beste wäre. Und ich bin noch immer
davon überzeugt, dass nur die direkte Handlung zu etwas größeren führt. Nicht das Gerede darum und auch nicht die
bloße Entscheidung für etwas. Wie oft wurde mir damals gesagt: „Nein das kannst du nicht machen ohne die Zustim-
mung der Greifen!“ oder „haben die Greifen dem Zugestimmt?“ als ich zu einem Fest in Nebelhafen selbst ausschrieb.
Tatsächlich bat ich die Greifen nie um Erlaubnis zum Feiern. Und auch bei der Gründung der Nebelwacht, fragte ich
nicht nach Erlaubnis, sondern nach den Bedingungen zur Umsetzung.
Wonach ich aber immer wieder gefragt habe, war Eure Meinung, Eure Sicht der Dinge und nach Euren Rat. Folgende
Dinge möchte ich hier mit euch teilen:
Bisherige Strukturierungsversuche
Nebelwacht
Die Nebelwacht wurde ganz bewusst, abseits der Augen der Öffentlichkeit gegründet. Sie besteht aus Veteranen der
Kampfkünste. Drei Nebelwächter waren mit auf der Schlangeninsel, die anderen blieben um Nebelhafen zu schützen
wärend unser Abwesenheit. Nicht weil sie der Nebelwacht angehörten, sondern weil sie es für sich heraus entschieden
haben. Auch hat die Nebelwacht die Erze der Bürger zurück geholt und Informationen gesammelt zur jüngsten Bedro-
hung. Was mir hier aufgefallen ist, ist nicht die mangelnde Bereitschaft in den Vordergrund zu treten, sondern der Um-
stand, dass jeder für sich, sich hier ein Leben aufgebaut hat. Jeder in der Nebelwacht hat Zeiten wo er sich mehr um Fa-
milie, Aufträge - sei es im kriegerischen, händlerischen, handwerklichen oder magischen Sinne - und / oder persönliche
Interessen widtmet und die Zeit oft verhindert, das man Vorhaben nach ihrem Potenzial vorran treibt. Es ist also keine
Frage des Potenzials, denn davon haben wir genug. Es ist eine Frage der Zeit und der individuellen Prioritäten.
Wachtrupp
Nach dem die Nebelwacht also vor allem mit einem Zeitproblem zu tun hat, wurde Pandor gebeten, eine Truppe aufzu-
bauen. Er rief eine Rekrutierung aus, doch die Beteiligung an dieser wurde bizarrerweise hauptsächlich wohl von den
Dawi gestellt. Danach wurde das nicht weiterverfolgt. Pandor sagte mir damals das er nun was anderes im Sinn hatte.
Rat des Wissens
Ein anderes Beispiel ist „Der Rat des Wissens“. Während der letzten Mondläufe empfand die Mehrzahl der Bürger es
als hilfreich, wenn sich interessierte Leute zusammen schließen um wenigstens einen Bereich - den der Informationen -
zu bündeln. Mir ist leider nichts darüber bekannt, ob der Rat des Wissens nach seiner „Gründung“ nochmal zusammen-
fand - abseits von Bürgerversammlungen.
Das große Ganze
Ich habe hier einige Beobachtungen geteilt, auf manche Problematiken oder Entwicklungsweisen ganz direkt hingewie-
sen die sich in Nebelhafen zeigen. Wenn man sich all dies zusammen aber als großes Ganzes betrachtet, die inoffiziel-
len Zusammenschlüsse, die offiziellen Zusammenschlüsse, das alltägliche Miteinander untereinander, die Besuche und
Aufenthalte der Gäste Nebelhafens, die offiziellen Angebote und die inoffiziellen Angebote, dann wird vor allem deut-
lich, dass Nebelhafen viele Strömungen hat. Und ich gehe noch einen Schritt weiter, zieht man dieses große Ganze auf
die Zeitlinie der Vergangenheit, dann unterliegt Nebelhafen auch ganz eigenen Gezeiten. Viele Leute kommen und ge-
hen, wieviele von euch haben noch ein Bild von Elnora und wievielen sagt der Name leider nichts mehr? Wer hatte da-
mals schon Wahlrecht, als man das erste Mal für oder gegen mich gewählt hat? Wie oft tauchen vermeintlich fremde
Gesichter auf, die aber dem ein oder anderen doch bekannt sind? Nebelhafen ist nicht so Eindiemensional, uns fehlt was
andere Reiche haben: der gleiche Konsens in Moral, Rechtschaffenheit und Glaube. Darum glaube ich auch nicht, dass
ein Konstrukt, dass auf diesem Konsens aufbaut und dienlich ist.
Stärken Nebelhafens
Doch sehen wir uns die Stärken an, die Nebelhafen zu bieten hat:
Positionierung im politischen Gefüge durch Desinteresse
Es steht außer Frage, dass Nebelhafen durch seine geografische Lage in einer rauen Ecke liegt. Wir werden durch beide
Reiche aufgesucht - deren Schlachten tobten nicht selten vor unserer Haustür im Schlangenhain. Die Wut- und Zornes-
reden machten dann auch nicht vor unseren Toren halt. Wir leben am Puls der Gefahren hier und haben es geschafft,
durch die Ablehnung jeder Bündnisse und Allianzen bisher, unsere Position als Desinteressiert an deren Schlacht zu po-
sitionieren.
Vielfalt
Die Vielfältigkeit unserer Bürger war und ist es, die soviele Ausländer als Gäste und Handlungswillige hier her treibt.
Die anderen Reiche konnten immer etwas durch uns erfahren. Je nachdem wie gut die Kontakte waren. Es macht jeden
einzelnen Bürger für die anderen Reiche interessant, nicht nur jene die ein offizielles Amt bekleiden. Handel wurde von
Anfang an, je nach Bekanntschaft schon immer in alle Richtungen betrieben. Der Einzelne blieb interessant, brach ein
Kontakt weg, wurden neue Kontakte geknüpft. So profitierte nicht nur jeder Bürger, sondern auch die Ausländer, deren
Interesse uns zu annektieren auch sinken dürfte. Denn auch hier ist deutlich: Man kann seine private Vendetta oder fa-
miliären Banden nach draussen pflegen, da übernehme ich keine Verantwortung, wenn ich das für Unsinn halte. Aber
um Nebelhafen zu verteidigen dafür macht sich jeder gerade hier. Daher sollte die Entscheidung wann etwas Unsinn ist
und wann etwas eine Staatsaffäre ist auch nicht in den Händen Einzelner fallen sondern immer ein Mehrheitsbeschluss
sein und hier sei auch nicht zu vergessen, dass Schwarzfels uns geschworen hat, mit den Greifen im Falle eines nicht
provozierten Angriffs zur Stelle zu sein.
So liegt mein Vorschlag offen auf der Hand und ich fasse ihn nochmal in Stichpunkten zusammen:
Gesellschaftliche Werte & Vision
Nebelhafen wurde von den „Greifen“ aufgebaut, die jedes Bündnis ablehnten.
Radikale Offenheit:
Die Gemeinschaft nimmt jeden auf, gleich ob Dieb oder Kaufmann, Druide oder Totenbeschwörer, Gläubige oder Ungläubige.
Gleichheit durch Taten:
Erfolg basiert auf Taten, nicht auf Titeln oder Machtpositionen.
Eigenverantwortung:
Es ist keine Voraussetzung die Verantwortung Einzelner zu tragen.
Unabhängigkeit:
Die Meinung Fremder ist für die Gemeinschaft von keinerlei Belang. Einzelpersonen werden nicht mit
der Stadt gleichgesetzt.
Politische & Administrative Struktur
Das Ziel ist „so wenig Struktur wie möglich“, um Flexibilität zu bewahren und keine Angriffsflächen zu bieten.
Die Verwaltung:
Statt Bürgersprechern kann es einen Verwalter und ein Vertreter sein, die alle sechs Monate neu ge-
wählt werden. Dies verhindert Machtkonzentration und vakante Posten. (Man könnte auch ganz darauf verzichten).
Bürgerversammlungen:
Werden nach Bedarf oder alle drei Mondläufe einberufen.
Gerechte Beschlüsse:
Entscheidungsthemen können schriftlich ausgehängt werden. Die Bürger haben 7 Tage Zeit zur Be-
schlussfindung, um auch jenen eine Stimme zu geben, die nicht ständig anwesend sein können.
Posten ohne Titel:
Ämter (wie z.B. Chronisten, Heiler) werden nach Bedarf per Mehrheitsbeschluss geschaffen und wieder geschlossen, wenn ihr Zweck erfüllt ist oder sich keiner der Aufgabe annimmt.
innere Zusammenschlüsse, Organisationen, Interessengemeinschaften
Jeder kann so er will etwas aufbauen. Ob er dies im Privaten macht, es ausweitet zu Arbeitsgemeinschaften und / oder
es in den Dienst des Dorfes stellt, bleibt individuelle Entscheidung.
Vorschläge:
Kopfgeldtafel
Hier können Kopfgelder ausgesetzt werden, sowie kriegerische Aufträge.
Glücksspieltraditionen
Wer möchte kann eine Schenke ganz im Sinne des Glücksspiels betreiben oder nur gelegentliche Feste ausschreiben.
Schwarzmärkte
Handel abseits des Auktionshauses
Beschlossene Sachen
Da es bereits beschlossene Angelegenheiten gibt, wie zum Beispiel die Schutztürme oder auch oft angesprochene Ideen
nicht einfach sterben, wie ein Dorfgebäude zwecks Archivierung von Wissen, Raumnutzung für Versammlungen, Vor-
träge und Lehrveranstaltungen, Handwerks- und Kampfausstattung, würde ich auch daran gerne gemeinschaftlich wei-
ter arbeiten, ehe wieder neue Themen auf gemacht werden, die zweifelsohne Notwendig sind beim Aufbau einer ord-
nungsliebenden Struktur.
Schlusswort
Die Gemeinschaft Nebelhafens funktioniert - warum also das Rad neu erfinden? Vielleicht erkennt man die Fluktuation, der Bevölkerung in meinem Schreiben, vielleicht erkennt man die verschiedenen Strömungen von denen einige gar im Nebel liegen, vielleicht kann man die Gezeiten des Nordens nachvollziehen und vielleicht versteht man, dass es nicht die Struktur ist die fehlt, sondern die persönliche Zeit und Priorität jedes Einzelnen.
Mein Vorschlag orientiert sich an der bisherigen Entwicklung, schränkt Vorhaben und Ziele nicht ein, doch macht sie nicht zu politischen Instrumenten. Ganz nach dem Erbe der Greifen, lehne ich politische Einmischung in das Weltgeschehen dieser Insel ab, was nicht bedeuten muss, dass mich nichts mehr interessiert. Viele Gespräche mit euch, haben mir bisher gezeigt, dass die meisten von Euch, sich nicht in die Glaubenskriege mischen wollen, dass sie kein „gemeinsames“ Interesse nach Allianzen und Bündnisse haben. Das sie ihre Handelsangelegenheiten gut und gerne selbstständig lösen und ich kann mich nicht entsinnen, in den letzten Mondläufen davon gehört zu haben, dass jemand vor unseren Toren niedergestreckt wurde. Auch brechen die Kontakte und Bande die wir zu anderen Völkern bisher pflegten nicht einfach ab. Umso mehr bin ich überrascht, dass all dies plötzlich an Wichtigkeit bekommt, was so viele doch gar nicht interessierte bisher. Ich kann mir vorstellen, auch wenn es nicht offensichtlich scheint, ruhen zur Zeit viele Augen auf Nebelhafen. Jede Änderung bietet jenen Anlass die nur nach Gründen suchen uns ins Visier zu ziehen und wie ich schon sagte: Nebelhafen funktioniert - das Rad muss nicht neu erfunden werden.
Wenn die Mehrheit auf Dauer eine Wache will: Gründet sie, ohne offizielles Trara, sucht nur eine Sache, wofür die Wache einsteht und bewährt euch darin. Wenn es Bestand hat, kann man es immer noch in Stein meißeln.
Mein persönlicher Wunsch
Mein Ziel ist es nicht in einer dritten Stadt zu leben, ich bevorzuge die Atmosphäre eines Wald- und Bergdorfes, in dem eine Schar Schafe und Ziege auf dem Weg kein großes Drama ist und die Bauern pragmatisch den Dung für ihre Felder sammeln. Ein Dorf in dem ich mich ausrüsten kann, Handel treiben kann, Leute für eine Jagd finden kann und persönlichen Interessen nachgehen kann. Wo ich durch mein Bürgertum in Nebelhafen ganz generell mein Desinteresse an der Glaubensschlacht ausdrücke und folglich auch davon verschont bleibe.
Rou