Manche Schriftstücke geben tiefe Einblicke in den Geist ihres Verfassers. Das ist nichts neues, von Tagebüchern über zu selbst-auslebende Belletristik bis hin zum offenbarenden Manifest: Alle mögen einen gut ausziehen und anderen peinliche Einblicke gewähren – doch manchmal tratschen Stellungnahmen, Steuererklärungen oder sogar Kartenwerk noch viel ausgiebiger über ihren Verfasser
Eben solches Kartenwerk befindet sich gerade in den Händen eines Dunkelelfen, der es an Daumen und Zeigefinger baumelnd ausgestreckt von sich hält. Nicht nur um sein Werk ausgiebig zu betrachten, denn das erste was dieses einem Bereitwillig erzählt kommt nicht mit Geschriebenen, sondern mit dem Geruch von Blut, verbranntem Fleisch und Pilzsporen.
Nach ihrer nunmehr dritten Rundreise durch das Unterreich ist die Karte kurz vor ihrer Vollendung und nach jeder dieser Rundreisen hat ihr Verfasser etwas Verloren.
Nach der ersten Runde, in der die grobe Skizze angefertigt wurde, verlor er den Fokus. Denn auch wenn die ersten Linien grob waren, so waren sie genau und fraßen Zeit. Selbst wo sie erst später ausgeschmückt wurden, war es doch wichtig, wie lang sie waren, wie gebogen und wie verwunden. Viel zu oft mussten sie aus-, nach- und umgebessert werden.
Nach der zweiten Runde, die mit wacheren Augen, weniger Automatismus gedreht und bei der kleine Skizzen von besonderen Orten hinzugefügt wurden, verlor er die Geduld. Denn wenn auch charmant, waren die kleinen Bilder nutzlos. Das leere Papier hatte den Dunkelelfen angeschrien es zu füllen und nach all der Arbeit fand er, dass eine simple Notiz gereicht hätte, oder auch ein paar gedankenverlorene Schmierereien das selbe erreicht hätten.
Nach der dritten Runde, bei der im Vorbeireiten die eigentlich wichtigsten Informationen mit der Kohle nur noch auf das Papier geschmiert wurden, verlor der Dunkelelf den Kohlestift.
Und so sitzt er gerade schneider auf seinem neuen, behelfsmäßigen, schwarzen Sitzkissen, dass im Takte eines wehleidigen Pfeifens eine der Brauen des Drow zum zucken bringt während er mit einem blutigen Dolch, als Schreibersatz, abschätzig vor dem Papier herum fuchtelt.
„Gelobte Viel-…“ *Fiep* „...beinige, so offen-…“ *Fiiep* „bare durch das Blu..“ *Fiiieee* „..ut dieser Bestie dein…“ *Fiiip puh puh puh puh* der plötzliche Hustenanfall des Sitzkissens lässt den Dolch zucken, und das Blut dass er zum Schreiben an der Klinge gesammelt hat spritzt längst über die Karte. „Ihr Netz! Verdammt nochmal!“
Er rammt den Dolch herab in den Wanst des ausblutenden Schwarzogers. „Ihr Netz“ und nochmal „soll“ nochmal „es“ nochmal „of-“ nochmal „fen-“ nochmal „ba-“ nochmal „ren“.
Er zieht den Blutverschmierten Dolch aus dem Wanst der Bestie auf der er sitzt und die Blutlache unter ihnen treibt weit ihre Blüten aus und das Pfeifen aus der Luftröhre, die unter dem Kehlkopf geöffnet wurde wird unhörbar schwach. „Ich muss mich beeilen, dem Sitzkissen geht die Tinte aus.“ Murmelt er zu sich selbst und legt die Blutige klinge dann wie ein Lineal über die Punkte die er zuvor beim dem letzten Rundritt noch mit Kohle, mehr schlampig, markiert hat.
Nach und nach, kreuzen sich die blutigen Linien an einen Punkt, wahrlich ein Netz, das die fleißige Spinne nun nur noch Rund weben muss und vor allem, ein deutliches Zentrum, dessen idyllisch gezeichnetes Abbild noch rot eingerahmt wird. „Hätte ich mir denken können, aber zu dir kommen wir später… als nächstes…“ die Klinge kreist suchend über die Karte und kritzelt dann ein paar Drow Runen nieder. „Hier… fließendes Wasser und ein Austrittspunkt… nicht zu weit von der Stadt entfernt… nicht in der Stadt…“
Er wendet dann die Karte herum, um sie dem Oger vor die Augen zu halten aus denen gerade das letzte Licht schwindet. „Und damit wäre dann der erste Schritt getan, um der örtliche Medicus zu werden.“ Der Kopf des Dunkelelfen fällt in den Nacken um leise keckernd über seine eigenen Worte zu lachen. Fast blitzen die Zähne dabei über den Schal, der sie sonst immer zu bedecken scheint.
Noch keckernd rutscht er vom Wanst des Ogers, steigt über ein paar der vier von Zaubern weggesprengten Extremitäten, ehe er sich umdreht und sich vor dem schwarzen Torso verbeugt. Seine rechte, vorher kurz in einen Beutel gehuscht, legt sich auf sein Herz, wo sie nun Ginseng auf seine Brust drückt. Seine Linke vollführt eine Geste. Es wirkt wie die Verbeugung eines Schauspielers auf einer Bühne, doch der kreisende Fingerzeig passt zu den Worten der Macht die er unter dem Schal haucht. Und der so als Abschied gewirkte Heilzauber, sollte dem des Ogers von dieser Welt auch nur ein paar ewige Sekunden weiter nach hinten rücken.
Und die letzten Worte die der Oger aus dieser Welt mitnimmt, leiser werdend, als Thei’izz in den Höhlen des Unterreichs verschwindet „Ob die Hohepriesterin wohl immer noch eine Karte braucht? Ahh nau, der Aushang war schon Monde alt...“
Natürlich sind die Tunnel im Unterreich hellhörig.
Natürlich war der Kampf mit dem Oger in der Nähe der südlichen Heilerstatue laut.
Natürlich sieht ein kundiges Auge spätestens beim betrachten des Halses, dass sie sich von den anderen zerfetzten Kadavern unterscheidet.
Und vielleicht, nur vielleicht hat sich eine wirklich chaotisch, hässliche Karte als letztes Licht, verschwommen, in die Netzhaut des Ogers gebrannt:
[Dunkelelfen] Von Faerzress, Fleisch und Fängen
[Dunkelelfen] Von Faerzress, Fleisch und Fängen
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Internexus oder die Zwischenspiele vom Leben unter dem Stein
Folgt man den Tunneln in das südliche Unterreich der Insel, gibt es einen aus dem das warnende Violett des Feenfeuers nicht nur schimmert, sondern drohend pulsiert. Auf- und abschwellend ergießt sich dieser Schein über Gestein, Pilzgeflecht und speerartige Kristallformationen, so dass er all jenem den Eindruck verleiht zu atmen. Als wäre man irgendwann vom Weg abgekommen und statt in die Tiefe, in den Schlund einer Bestie gestiegen.
Jene, die sich dort hinein wagen, werden zum einem Bekanntschaft mit einem Gefühl schließen, dass am besten als „brennender Juckreiz an den inneren Wänden der Blutgefäße“ zu beschreiben ist. Für die meisten eine völlig neue Erfahrung und für alle anderen eine unliebsame Erinnerung an Halluzinationen, die den Wahn brachten Spinnen unter der eigenen Haut kriechen zu sehen. Manche dieser anderen schreien auch jetzt, irgendwo in Sanatorien festgebunden, nach Messern um sich von diesem Befall zu erlösen oder von sich selbst, falls sie wirklich eines bekommen sollten.
Zum anderen werden sie sich, an dessen Ende, vor einer Szene von anders-weltlicher, gar mystischer, Schönheit wiederfinden.
Vor einem kleinen Wasserfall tanzt das Feenfeuer, so lebendig und grazil wie seine Namensgeberinnen. Dutzende Motten aus chaotischer Magie, die ihr Licht selbst sind, sich im unruhigen Wasser spiegeln und alles in ein Zerren und Wabern, Schauspiel und Schimären tauchen, die immer und immer wieder Trug mit jenem treibt, was man glaubt aus den Augenwinkeln zu erkennen.
Die Irrlichter tanzen sich veits, im Kreise, um eine kleine Insel, in deren Mitte die Überreste eines nachtschwarzen Monolithen zu finden sind.
Wenig ist von dem einstigen Prunk geblieben, als er noch aufrecht Stand und gewirkt haben muss, als würde er den Wasserfall im Hintergrund spalten.
Doch unklar für die meisten, wann und warum er gefallen ist, schmälert es das Wunder der Szenerie nicht. Füttert es sogar mit Fragen nach dem Ungewissen und den Fantastereien diese chaotischen Tänzerinnen zu bändigen.
Was gerade durchaus das Wunder schmälert, sind die Beine eines Dunkelelfen, die zappelnd unter dem Bruchstück des Monolithen herausragen, als wäre das Spitzohr just unter dem umgestürzten Stein begraben worden.
„Zu viel. Zu viel. Zu früh. Thei’izz, noamuth avinsin, bah!“ Flucht es unter dem Monolithen hervor und erst wenn man näher tritt wird man bemerken, dass hier kein Unfall passiert ist, sondern jemand den Monolithen absichtlich untergraben hat.
„Tempel-Trümmer und Spion-Schlangen, darum können sich erst einmal andere kümmern. Magivore Myzele, Minotauren und Magieunterricht aber...“ Geht man noch näher muss man über einiges Pergament steigen, dass dazu benutzt wurde die Oberflächen des nun nur noch veritablen Hinkelsteins abzupausen. Geht man dann noch auf die Knie, sieht man den vor sich hin fluchenden Dunkelelfen.
In dem Loch unter dem gefallenen Monolithen, nicht zerquetscht, sondern sich auf dem Rücken liegend hin und her windend, versucht er, mit dem wenigen Platz den er zur Verfügung hat, auch noch jene Seite abzupausen auf die der Stein bei seiner Zerstörung gefallen ist.
„...So benimmt sich kein junger Faern. Aber du bist noch zu schwach etwas anderes zu sein. Gefährlich, dumm, ungeduldig. Und das schlimmste ist…“ Er tippt mit dem Zeigefinger gegen den Monolithen wie einem zu scheltenden Lausbuben in die Rippen während er sich über sich selbst schimpft. „… du änderst den Ablauf. Sagtest du nicht, hierzu kommen wir später?“
Aber das war vor der Bibliothek, vor Schriften über magivoren Myzelen und gesprengten Sorceren. Vor Botschaften über Bruchstücke, die weiteres Wissen versprachen, dass für einen Schwächling tödlich sein würde. Hier wird ihm sein Haus vor den Konsequenzen zu viel zu erfahren keinen Schutz bieten. Nicht, dass es das jemals tat, doch es zu erwähnen ist in der neuen Welt nicht einmal eine leere Drohung.
Die Stola seines Hauses, die er, die Drowrunen verbergend zusammengefaltet, immer als Schal um sein Gesicht geschlungen trägt, liegt sorgfältig zurechtgelegt auf seiner Tasche und wurde nicht mitgenommen um sich auf dem Boden im frisch ausgehobenen Höhlendreck zu winden.
Dementsprechend ist sie auch immer noch das Einzige an seiner Kleidung, was nicht in einem völlig abgenutzten Zustand ist.
Zugegeben, dieses Dunkelleder an ihm sah schon immer aus, als wurde es jemanden abgenommen, der von den Minotauren auseinandergerissen wurde… Weil es jemanden abgenommen wurde, der von den Minotauren auseinandergerissen wurde.
Aber im Augenblick wirkt es so, als wäre ihr aktueller Besitzer für ein Arbeitslager, dass nur liebevoll „Die Gruben“ genannt wird, eingeteilt gewesen nur um dort nochmal selbst, als Liebesdrama hinter Gittern, eine intime Beziehung zu einer Minotaurenaxt aufzubauen …zwei mal.
„Allein das war schon ein gefährliches Glücksspiel. Sie hätte mich nur liegen lassen müssen. Und dass das mit dem Labor ein anderes ist, muss ich mir selbst ja nicht erzählen.“ Das Labor ihres Hauses benutzen zu dürfen, wäre nur für einen naiven Jaluken ein Grund einzig zur Freude. Es heißt nur, dass sein Ansatz interessant genug ist ihn zu überwachen und zu beseitigen, sollte seine Forschung zu gefährlich werden.
Ein kurzer Anflug von gesunder Paranoia entführt seine Gedanken zurück in die Bibliothek des Sorcere. Dort wo das eine Buch, dass ihm zu seinen Forschungen bekräftigt, sich bereitwillig darbietend auf dem Tisch präsentiert und das andere, dass von dem explosiven Schicksal des letzten Faern erzählt, der den selben nachging, gleich im Regal daneben stand. „Was für ein Zufall, nicht wahr? Ironie? Oder vielleicht ist es ja genau der Humor der Ilharess?“
Die nächste Begegnung mit der Hohepriesterin muss früher als er dachte stattfinden, hat er nun eine Botschaft an sie zu überbringen. Kein guter Zeitpunkt.
Zeit... Weiterhin auf den Rücken liegend wandert sein Blick zwischen seine Beine durch, hin zur gegenüberliegenden Höhlenwand auf eine dort angebrachte Uhr, deren Anwesenheit die Mystik des Ortes zusätzlich ins Wanken bringt.
„Die Zeit ist um… aber vielleicht könnte ich eben nur noch…“ Dann schüttelt er den Kopf und drückt sich aus dem Loch unter den Monolithen. Hastig werden Habseligkeiten und verstreutes Pergament aufgelesen um dann dem violetten Schein so schnell wie möglich zu entkommen.
Er wird später seine Arbeit hier zu Ende führen, kein Grund sich zu lange dem Faerzress auszusetzen… noch nicht.
Für einen Moment sieht er wirklich aus wie ein junger Magus, der die Arme voll mit Pergamentrollen, Taschen und Instrumenten, durch die Gänge einer Akademie zum Unterricht hastet. Nur dass diese Wände, die im Lauf an ihm vorbei ziehen, immer noch lauernd zu Atmen scheinen.
Erst als das unangenehme Jucken, dass hier selbst einem Drow an den Blutbahnen zu zupfen scheint, nur noch ein Sträuben in den Haarwurzeln ist, lehnt sich der Dunkelelf an eine Höhlenwand, um sich die Zeit zu nehmen, all das, was er in seiner Flucht hastig unter die Arme geklemmt hat ordentlich zu verstauen.
Zuletzt ein Schluck aus einer Phiole, ein unsägliches Gebräu bei dem Heil- und Gegengifttrank in einander verdestilliert, vorsichtig mit Bannsud tropfenweise aufgefüllt und schließlich mit einem Gemisch aus Alkohol und Salz gestreckt wurde. „Wiih-dergh-lich…“ Kommentiert er als ihn das Gebräu in die Knie zwingt.
Kurz zieht er es in Erwägung, noch weiter herab zu sinken. Gleich an Ort und Stelle liegen zu bleiben und der Erschöpfung ihren Tribut zu geben. Doch eben hier hat ihm heute Früh diese Promenadenmischung zwischen tollwütigen Marienkäfer und manischer Täuschungsbestie aufgelauert. „Noch eine Verfolgungsjagd mit dem teleportierenden Trilobiten muss nicht sein.“ Auch wenn diese sicherlich spannender war als sein Gemecker. Nur leider völlig belanglos.
...Gut dass Darla d’Cressen sowohl heiße Quellen als auch ein Badehaus besaß.
Jene, die sich dort hinein wagen, werden zum einem Bekanntschaft mit einem Gefühl schließen, dass am besten als „brennender Juckreiz an den inneren Wänden der Blutgefäße“ zu beschreiben ist. Für die meisten eine völlig neue Erfahrung und für alle anderen eine unliebsame Erinnerung an Halluzinationen, die den Wahn brachten Spinnen unter der eigenen Haut kriechen zu sehen. Manche dieser anderen schreien auch jetzt, irgendwo in Sanatorien festgebunden, nach Messern um sich von diesem Befall zu erlösen oder von sich selbst, falls sie wirklich eines bekommen sollten.
Zum anderen werden sie sich, an dessen Ende, vor einer Szene von anders-weltlicher, gar mystischer, Schönheit wiederfinden.
Vor einem kleinen Wasserfall tanzt das Feenfeuer, so lebendig und grazil wie seine Namensgeberinnen. Dutzende Motten aus chaotischer Magie, die ihr Licht selbst sind, sich im unruhigen Wasser spiegeln und alles in ein Zerren und Wabern, Schauspiel und Schimären tauchen, die immer und immer wieder Trug mit jenem treibt, was man glaubt aus den Augenwinkeln zu erkennen.
Die Irrlichter tanzen sich veits, im Kreise, um eine kleine Insel, in deren Mitte die Überreste eines nachtschwarzen Monolithen zu finden sind.
Wenig ist von dem einstigen Prunk geblieben, als er noch aufrecht Stand und gewirkt haben muss, als würde er den Wasserfall im Hintergrund spalten.
Doch unklar für die meisten, wann und warum er gefallen ist, schmälert es das Wunder der Szenerie nicht. Füttert es sogar mit Fragen nach dem Ungewissen und den Fantastereien diese chaotischen Tänzerinnen zu bändigen.
Was gerade durchaus das Wunder schmälert, sind die Beine eines Dunkelelfen, die zappelnd unter dem Bruchstück des Monolithen herausragen, als wäre das Spitzohr just unter dem umgestürzten Stein begraben worden.
„Zu viel. Zu viel. Zu früh. Thei’izz, noamuth avinsin, bah!“ Flucht es unter dem Monolithen hervor und erst wenn man näher tritt wird man bemerken, dass hier kein Unfall passiert ist, sondern jemand den Monolithen absichtlich untergraben hat.
„Tempel-Trümmer und Spion-Schlangen, darum können sich erst einmal andere kümmern. Magivore Myzele, Minotauren und Magieunterricht aber...“ Geht man noch näher muss man über einiges Pergament steigen, dass dazu benutzt wurde die Oberflächen des nun nur noch veritablen Hinkelsteins abzupausen. Geht man dann noch auf die Knie, sieht man den vor sich hin fluchenden Dunkelelfen.
In dem Loch unter dem gefallenen Monolithen, nicht zerquetscht, sondern sich auf dem Rücken liegend hin und her windend, versucht er, mit dem wenigen Platz den er zur Verfügung hat, auch noch jene Seite abzupausen auf die der Stein bei seiner Zerstörung gefallen ist.
„...So benimmt sich kein junger Faern. Aber du bist noch zu schwach etwas anderes zu sein. Gefährlich, dumm, ungeduldig. Und das schlimmste ist…“ Er tippt mit dem Zeigefinger gegen den Monolithen wie einem zu scheltenden Lausbuben in die Rippen während er sich über sich selbst schimpft. „… du änderst den Ablauf. Sagtest du nicht, hierzu kommen wir später?“
Aber das war vor der Bibliothek, vor Schriften über magivoren Myzelen und gesprengten Sorceren. Vor Botschaften über Bruchstücke, die weiteres Wissen versprachen, dass für einen Schwächling tödlich sein würde. Hier wird ihm sein Haus vor den Konsequenzen zu viel zu erfahren keinen Schutz bieten. Nicht, dass es das jemals tat, doch es zu erwähnen ist in der neuen Welt nicht einmal eine leere Drohung.
Die Stola seines Hauses, die er, die Drowrunen verbergend zusammengefaltet, immer als Schal um sein Gesicht geschlungen trägt, liegt sorgfältig zurechtgelegt auf seiner Tasche und wurde nicht mitgenommen um sich auf dem Boden im frisch ausgehobenen Höhlendreck zu winden.
Dementsprechend ist sie auch immer noch das Einzige an seiner Kleidung, was nicht in einem völlig abgenutzten Zustand ist.
Zugegeben, dieses Dunkelleder an ihm sah schon immer aus, als wurde es jemanden abgenommen, der von den Minotauren auseinandergerissen wurde… Weil es jemanden abgenommen wurde, der von den Minotauren auseinandergerissen wurde.
Aber im Augenblick wirkt es so, als wäre ihr aktueller Besitzer für ein Arbeitslager, dass nur liebevoll „Die Gruben“ genannt wird, eingeteilt gewesen nur um dort nochmal selbst, als Liebesdrama hinter Gittern, eine intime Beziehung zu einer Minotaurenaxt aufzubauen …zwei mal.
„Allein das war schon ein gefährliches Glücksspiel. Sie hätte mich nur liegen lassen müssen. Und dass das mit dem Labor ein anderes ist, muss ich mir selbst ja nicht erzählen.“ Das Labor ihres Hauses benutzen zu dürfen, wäre nur für einen naiven Jaluken ein Grund einzig zur Freude. Es heißt nur, dass sein Ansatz interessant genug ist ihn zu überwachen und zu beseitigen, sollte seine Forschung zu gefährlich werden.
Ein kurzer Anflug von gesunder Paranoia entführt seine Gedanken zurück in die Bibliothek des Sorcere. Dort wo das eine Buch, dass ihm zu seinen Forschungen bekräftigt, sich bereitwillig darbietend auf dem Tisch präsentiert und das andere, dass von dem explosiven Schicksal des letzten Faern erzählt, der den selben nachging, gleich im Regal daneben stand. „Was für ein Zufall, nicht wahr? Ironie? Oder vielleicht ist es ja genau der Humor der Ilharess?“
Die nächste Begegnung mit der Hohepriesterin muss früher als er dachte stattfinden, hat er nun eine Botschaft an sie zu überbringen. Kein guter Zeitpunkt.
Zeit... Weiterhin auf den Rücken liegend wandert sein Blick zwischen seine Beine durch, hin zur gegenüberliegenden Höhlenwand auf eine dort angebrachte Uhr, deren Anwesenheit die Mystik des Ortes zusätzlich ins Wanken bringt.
„Die Zeit ist um… aber vielleicht könnte ich eben nur noch…“ Dann schüttelt er den Kopf und drückt sich aus dem Loch unter den Monolithen. Hastig werden Habseligkeiten und verstreutes Pergament aufgelesen um dann dem violetten Schein so schnell wie möglich zu entkommen.
Er wird später seine Arbeit hier zu Ende führen, kein Grund sich zu lange dem Faerzress auszusetzen… noch nicht.
Für einen Moment sieht er wirklich aus wie ein junger Magus, der die Arme voll mit Pergamentrollen, Taschen und Instrumenten, durch die Gänge einer Akademie zum Unterricht hastet. Nur dass diese Wände, die im Lauf an ihm vorbei ziehen, immer noch lauernd zu Atmen scheinen.
Erst als das unangenehme Jucken, dass hier selbst einem Drow an den Blutbahnen zu zupfen scheint, nur noch ein Sträuben in den Haarwurzeln ist, lehnt sich der Dunkelelf an eine Höhlenwand, um sich die Zeit zu nehmen, all das, was er in seiner Flucht hastig unter die Arme geklemmt hat ordentlich zu verstauen.
Zuletzt ein Schluck aus einer Phiole, ein unsägliches Gebräu bei dem Heil- und Gegengifttrank in einander verdestilliert, vorsichtig mit Bannsud tropfenweise aufgefüllt und schließlich mit einem Gemisch aus Alkohol und Salz gestreckt wurde. „Wiih-dergh-lich…“ Kommentiert er als ihn das Gebräu in die Knie zwingt.
Kurz zieht er es in Erwägung, noch weiter herab zu sinken. Gleich an Ort und Stelle liegen zu bleiben und der Erschöpfung ihren Tribut zu geben. Doch eben hier hat ihm heute Früh diese Promenadenmischung zwischen tollwütigen Marienkäfer und manischer Täuschungsbestie aufgelauert. „Noch eine Verfolgungsjagd mit dem teleportierenden Trilobiten muss nicht sein.“ Auch wenn diese sicherlich spannender war als sein Gemecker. Nur leider völlig belanglos.
...Gut dass Darla d’Cressen sowohl heiße Quellen als auch ein Badehaus besaß.
Syntropie
Staub: Stummer Zeuge der Entropie, Vorbote des Verfalls, Symptom von Stasis. Eine feine Mischung aus geschliffenen Massiven, zerbröckelten Mörtel, toter Haut sowie dem Kot und Kadavern der kleinsten Tierchen, die sich davon ernähren.
All dies ist mit bloßem Auge weniger als ein Sandkorn - was vom einstigen Berg übrig blieb ist von der verendeten Milbe nicht zu unterscheiden.
Alles endet in Staub, denn alles zersetzt sich mit der Zeit.
Wartet man nur lang genug, länger als es der Verstand der kurzlebigen Menschen für möglich hält, dann zersetzt sich die Entropie selbst und vor dem Verfall der stetigen Synthesen erhebt sich der Staub der Vergangenheit in größerer Pracht als es der Fortschritt je vermochte.
Manche nennen dies aus der Vergangenheit lernen doch der Zynismus von Jahrhunderten kennt es als Vorbote geringerer Zeiten, aber auch als Chance nur mit einer Hand voll Staub nach mehr zu streben.
Die Finger des Dunkelelfen ziehen eine tiefe Furche durch den grauen Schleier, der sich über das kleine Labor gelegt hat. Als er hier das erste Mal geschäftig war, wurde ihm noch nicht befohlen das Abzeichen des ersten Hauses zu tragen, hatte er seinen Schwur noch nicht geleistet.
Bis heute scheint niemanden der kleine Unterschied aufgefallen zu sein, vielleicht nicht einmal die gegenüber der er diesen Schwur geleistet hatte. Doch Mutter liebt es, wenn man bekannte Fäden geschickter anders knüpft.
Der nötige Grad an Zynismus, der einen erlaubt durch Staub zu tanzen, nährt sich jedoch von Enttäuschungen und gesenkten Erwartungen. Deine verstaubten Ansichten gehen vielleicht davon aus, dass die Überreste im Zentrum eines magischen Nexus, sicher einst ein Artefakt waren. Denn dort, wo Ley-Linien sich kreuzen, und die Luft schwanger von Macht sich zu Phänomenen verzerrt, muss etwas von Bedeutung gestanden haben.
Oder jemand hat einfach seinen Müll dort abgeladen und du hast deine Zeit damit verschwendet das tiefere Wesen von Schundkunst zu ergründen, um dann denselben Ekel zu empfinden, wie jene, die diese Verunglimpfung ursprünglich in Stücke schlugen. Aber du, du wirst niemals die Genugtuung verspüren können dasselbe zu tun.
Das hat ausgereicht um seine Pläne zu durchkreuzen. Die Versuche, die Berechnungen, die geplanten Konstruktionen, nichts von ihnen sprach dagegen den Nexus zu nutzen... Doch wer Mutter ein Lächeln entlocken will, der gehorcht artig, wenn sie einem zeigt, was nicht dein Schicksal ist. Und wie immer klickert sie, dass nur eine noch größere Prüfung ihr Gerecht werden kann - Prüfungen, zu groß für jemanden, der sich nur im Hintergrund hält.
Nicht mehr viel ist übrig von dem Dunkelelfen, der in zerlumpter Arbeitskleidung den jungen Faern gespielt hat. Der im Dreck herum kroch, um mysteriöse Monolithen nach einem möglichen Vorteil für seine Forschungen zu untersuchen.
Uniform oder Adelstracht, stets begleitet von der aufwendigen Stola, die ihm gefaltet noch immer als Mundtuch dient. Auch die zusammengeflickte Rüstung, in der irgendeine namenlose Wache Cressens steckte als sie von einer Minotaurenaxt zweigeteilt wurde, ist feinem runenbesetzten Leder gewichen.
Der Staub züngelt der Hand, die eben noch in ihm malte, in kleinen, windenden Wölkchen hinterher als sie emporschnellt und das Pergament mit den Skizzen vom nachtschwarzen Monolithen von der Wand reißt. Er knüllt es zusammen und wirf es mit einem „Inlul Catha“ über seine Schulter, damit nur die Asche dieser Zeitverschwendung noch den Boden berührt. Er blickt einigen glimmenden Fetzen bei ihrem Tanz durch die Luft hinterher, nimmt sich einen Moment für ein kurzes Gebet. Bedankt sich demütigst für diese Lektion bis Zorn diesen Moment der Andacht wieder hinfort wäscht.
„Erwarte halt nicht zu viel von den Werken anderer, erwarte lieber mehr von dir selbst.“ Zischt er sich selbst entgegen und schüttelt sich dann los, lenkt seine Aufmerksamkeit auf die unzähligen Werkstücke, die er umnachtet von den Nachwehen eines Rituals hergestellt hat. Nichts gab es damals als Lohn außer Schmerz. Eine weitere Enttäuschung, ein weiterer Einsatz, dieses Mal mit seinem Körper, der sich nie ausgezahlt hatte. Ein weiterer Versuch seine Zeit zu verschwenden.

Aber emsig ist das Treiben mancher, denen an Körper und Geist genagt wurde.
Jene denen jeder Atemzug die Lunge zerreißt um von dort als Schmerz durch die Glieder zu peitschen. Jene denen Kälte als spitze Klauen, quälend langsam, in das Fleisch treibt, tief genug, dass sich die eisigen Finger wie Schraubzwingen um die Knochen legen. Jene denen Schweiß entgegen dem Schauder rinnt und darauf hoffen, dass Galle in ihrem Magen schäumt, auf dass der Raureif um die innerliche Leere zumindest dem Gefühl weichen muss, sich übergeben zu müssen. Manche ziehen sich nicht zur Ruhe zurück, oder liegen ihren Nächsten mit Jammer in den Ohren. Manche besinnen sich nicht auf Vernunft, analysieren ihren Zustand und kämpfen sich durch die Umnachtung mit Sinn und Verstand.
Manchen frieren die Züge, sie schließen die Knöchel, frostig weiß, um das nächste Werkzeug, dass sie ertasten können und Schlagen auf sich selbst ein mit Schufterei. Auf dass die Schreie der Knochen, während man an sich selbst Raubbau betreibt, dem eigentlichen Schmerz entgegen, in stehenden Wellen erstickt.
Von den tausenden Flaschen, die er in der Umnachtung fertigte war nur noch eine Hand voll übrig. Der Rest zerschellte während der letzten Monate in den Verliesen oder auf der Schlangeninsel nach dem der Inhalt herunter gekippt wurde. Fast jede von ihnen war in Zusammensetzung und Herstellungsprozess ein Unikat. Nur jene Hand voll, die nun noch in der Ecke des Labors verblieben sind, tragen dieselbe Seriennummer.
Er nimmt eine von ihnen heraus, dreht sie mit dem Flaschenboden nach oben, setzt ein Diamantmesser an der Seite an und unter hellen Knirschen beginnt er die Flasche langsam zu drehen. Den ganzen Umkreis einmal mit der Klinge umwandert klopft er die Flasche einmal auf den Tisch und der herausgetrennte Flaschenboden rollt als abgetrennter Linsenrohling über die Tischplatte bevor sie tanzend zum Liegen kommt.
Irgendwo in seinen Aufzeichnungen kann man sicher bestimmen wie viele Versuche, wie viele Fehlschläge, wie viele Mischungen und wie viele Fertigungsmethoden notwendig waren um zu diesem Ergebnis zu kommen... aber manche Dinge werden besser der Umnachtung überlassen.
Zu den Linsenrohlingen gesellt sich nun der Konstruktionsplan einer Waschrinne.
Was der Faern hier zusammenzusuchen scheint, wirkt ohne Kontext wie das Werk eines Goldgräbers mit Sehschwäche.
Dennoch war es Zeit, die Bemühungen von dem kleinen Labor in den neuen Ritualraum der Sorcere zu verlagern. Kurz hält er dabei inne den Konstruktionsplan des Kellers der Sorcere mit auf den Haufen zu legen. Ein kurzer Stich des Bedauerns durchfährt ihn.
„Ich hätte es völlig auf meine Bedürfnisse anpassen sollen, statt vorausschauend für das…“ Er zerkaut das Wort beim Aussprechen regelrecht „Allgemeinwohl… zu gestalten. Schon aus Prinzip, weil der junge Faern lügen jammerte. Aber was ich damals geplant hätte würde mir schon heute nicht mehr genügen. So kann ich es wenigstens als Akt des Wohlwollens verkaufen.“ Und trotz der abfälligen Worte scheint er dieses Pergament noch am Respektvollsten zu behandeln.

Schließlich wendet er sich um und sieht einen Moment lang in ein Augenpaar, dass ihn die ganze Zeit stumm beobachtete. Die Blicke treffen sich und er hebt eine Flasche empor: Der destillierte Mageninhalt des Schleichers, der sich vor dem Duell mit Pilzen aus dem Unterreich vollgestopft hatte, so dass er schon tot war, bevor man ihn niedergeschlagen hatte und doch noch Tage später wirkte, als würde er Leben.
„Ich werde damit anfangen mich endlich um den Hamster zu kümmern.“
All dies ist mit bloßem Auge weniger als ein Sandkorn - was vom einstigen Berg übrig blieb ist von der verendeten Milbe nicht zu unterscheiden.
Alles endet in Staub, denn alles zersetzt sich mit der Zeit.
Wartet man nur lang genug, länger als es der Verstand der kurzlebigen Menschen für möglich hält, dann zersetzt sich die Entropie selbst und vor dem Verfall der stetigen Synthesen erhebt sich der Staub der Vergangenheit in größerer Pracht als es der Fortschritt je vermochte.
Manche nennen dies aus der Vergangenheit lernen doch der Zynismus von Jahrhunderten kennt es als Vorbote geringerer Zeiten, aber auch als Chance nur mit einer Hand voll Staub nach mehr zu streben.
Die Finger des Dunkelelfen ziehen eine tiefe Furche durch den grauen Schleier, der sich über das kleine Labor gelegt hat. Als er hier das erste Mal geschäftig war, wurde ihm noch nicht befohlen das Abzeichen des ersten Hauses zu tragen, hatte er seinen Schwur noch nicht geleistet.
Bis heute scheint niemanden der kleine Unterschied aufgefallen zu sein, vielleicht nicht einmal die gegenüber der er diesen Schwur geleistet hatte. Doch Mutter liebt es, wenn man bekannte Fäden geschickter anders knüpft.
Der nötige Grad an Zynismus, der einen erlaubt durch Staub zu tanzen, nährt sich jedoch von Enttäuschungen und gesenkten Erwartungen. Deine verstaubten Ansichten gehen vielleicht davon aus, dass die Überreste im Zentrum eines magischen Nexus, sicher einst ein Artefakt waren. Denn dort, wo Ley-Linien sich kreuzen, und die Luft schwanger von Macht sich zu Phänomenen verzerrt, muss etwas von Bedeutung gestanden haben.
Oder jemand hat einfach seinen Müll dort abgeladen und du hast deine Zeit damit verschwendet das tiefere Wesen von Schundkunst zu ergründen, um dann denselben Ekel zu empfinden, wie jene, die diese Verunglimpfung ursprünglich in Stücke schlugen. Aber du, du wirst niemals die Genugtuung verspüren können dasselbe zu tun.
Das hat ausgereicht um seine Pläne zu durchkreuzen. Die Versuche, die Berechnungen, die geplanten Konstruktionen, nichts von ihnen sprach dagegen den Nexus zu nutzen... Doch wer Mutter ein Lächeln entlocken will, der gehorcht artig, wenn sie einem zeigt, was nicht dein Schicksal ist. Und wie immer klickert sie, dass nur eine noch größere Prüfung ihr Gerecht werden kann - Prüfungen, zu groß für jemanden, der sich nur im Hintergrund hält.
Nicht mehr viel ist übrig von dem Dunkelelfen, der in zerlumpter Arbeitskleidung den jungen Faern gespielt hat. Der im Dreck herum kroch, um mysteriöse Monolithen nach einem möglichen Vorteil für seine Forschungen zu untersuchen.
Uniform oder Adelstracht, stets begleitet von der aufwendigen Stola, die ihm gefaltet noch immer als Mundtuch dient. Auch die zusammengeflickte Rüstung, in der irgendeine namenlose Wache Cressens steckte als sie von einer Minotaurenaxt zweigeteilt wurde, ist feinem runenbesetzten Leder gewichen.
Der Staub züngelt der Hand, die eben noch in ihm malte, in kleinen, windenden Wölkchen hinterher als sie emporschnellt und das Pergament mit den Skizzen vom nachtschwarzen Monolithen von der Wand reißt. Er knüllt es zusammen und wirf es mit einem „Inlul Catha“ über seine Schulter, damit nur die Asche dieser Zeitverschwendung noch den Boden berührt. Er blickt einigen glimmenden Fetzen bei ihrem Tanz durch die Luft hinterher, nimmt sich einen Moment für ein kurzes Gebet. Bedankt sich demütigst für diese Lektion bis Zorn diesen Moment der Andacht wieder hinfort wäscht.
„Erwarte halt nicht zu viel von den Werken anderer, erwarte lieber mehr von dir selbst.“ Zischt er sich selbst entgegen und schüttelt sich dann los, lenkt seine Aufmerksamkeit auf die unzähligen Werkstücke, die er umnachtet von den Nachwehen eines Rituals hergestellt hat. Nichts gab es damals als Lohn außer Schmerz. Eine weitere Enttäuschung, ein weiterer Einsatz, dieses Mal mit seinem Körper, der sich nie ausgezahlt hatte. Ein weiterer Versuch seine Zeit zu verschwenden.
Aber emsig ist das Treiben mancher, denen an Körper und Geist genagt wurde.
Jene denen jeder Atemzug die Lunge zerreißt um von dort als Schmerz durch die Glieder zu peitschen. Jene denen Kälte als spitze Klauen, quälend langsam, in das Fleisch treibt, tief genug, dass sich die eisigen Finger wie Schraubzwingen um die Knochen legen. Jene denen Schweiß entgegen dem Schauder rinnt und darauf hoffen, dass Galle in ihrem Magen schäumt, auf dass der Raureif um die innerliche Leere zumindest dem Gefühl weichen muss, sich übergeben zu müssen. Manche ziehen sich nicht zur Ruhe zurück, oder liegen ihren Nächsten mit Jammer in den Ohren. Manche besinnen sich nicht auf Vernunft, analysieren ihren Zustand und kämpfen sich durch die Umnachtung mit Sinn und Verstand.
Manchen frieren die Züge, sie schließen die Knöchel, frostig weiß, um das nächste Werkzeug, dass sie ertasten können und Schlagen auf sich selbst ein mit Schufterei. Auf dass die Schreie der Knochen, während man an sich selbst Raubbau betreibt, dem eigentlichen Schmerz entgegen, in stehenden Wellen erstickt.
Von den tausenden Flaschen, die er in der Umnachtung fertigte war nur noch eine Hand voll übrig. Der Rest zerschellte während der letzten Monate in den Verliesen oder auf der Schlangeninsel nach dem der Inhalt herunter gekippt wurde. Fast jede von ihnen war in Zusammensetzung und Herstellungsprozess ein Unikat. Nur jene Hand voll, die nun noch in der Ecke des Labors verblieben sind, tragen dieselbe Seriennummer.
Er nimmt eine von ihnen heraus, dreht sie mit dem Flaschenboden nach oben, setzt ein Diamantmesser an der Seite an und unter hellen Knirschen beginnt er die Flasche langsam zu drehen. Den ganzen Umkreis einmal mit der Klinge umwandert klopft er die Flasche einmal auf den Tisch und der herausgetrennte Flaschenboden rollt als abgetrennter Linsenrohling über die Tischplatte bevor sie tanzend zum Liegen kommt.
Irgendwo in seinen Aufzeichnungen kann man sicher bestimmen wie viele Versuche, wie viele Fehlschläge, wie viele Mischungen und wie viele Fertigungsmethoden notwendig waren um zu diesem Ergebnis zu kommen... aber manche Dinge werden besser der Umnachtung überlassen.
Zu den Linsenrohlingen gesellt sich nun der Konstruktionsplan einer Waschrinne.
Was der Faern hier zusammenzusuchen scheint, wirkt ohne Kontext wie das Werk eines Goldgräbers mit Sehschwäche.
Dennoch war es Zeit, die Bemühungen von dem kleinen Labor in den neuen Ritualraum der Sorcere zu verlagern. Kurz hält er dabei inne den Konstruktionsplan des Kellers der Sorcere mit auf den Haufen zu legen. Ein kurzer Stich des Bedauerns durchfährt ihn.
„Ich hätte es völlig auf meine Bedürfnisse anpassen sollen, statt vorausschauend für das…“ Er zerkaut das Wort beim Aussprechen regelrecht „Allgemeinwohl… zu gestalten. Schon aus Prinzip, weil der junge Faern lügen jammerte. Aber was ich damals geplant hätte würde mir schon heute nicht mehr genügen. So kann ich es wenigstens als Akt des Wohlwollens verkaufen.“ Und trotz der abfälligen Worte scheint er dieses Pergament noch am Respektvollsten zu behandeln.
Schließlich wendet er sich um und sieht einen Moment lang in ein Augenpaar, dass ihn die ganze Zeit stumm beobachtete. Die Blicke treffen sich und er hebt eine Flasche empor: Der destillierte Mageninhalt des Schleichers, der sich vor dem Duell mit Pilzen aus dem Unterreich vollgestopft hatte, so dass er schon tot war, bevor man ihn niedergeschlagen hatte und doch noch Tage später wirkte, als würde er Leben.
„Ich werde damit anfangen mich endlich um den Hamster zu kümmern.“