Axiomatischer Bote

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Van De Mork
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Re: Axiomatischer Bote

Beitrag von Van De Mork »

*Was hier niedergeschrieben steht, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Unfehlbarkeit. Es ist der Versuch, Geschehenes festzuhalten, ehe es im Strom der Zeit verloren geht. Nicht als Urteil, sondern als Zeugnis.

Der Axiomatische Bote erscheint unter der Herausgeberschaft der Axiom-Gesellschaft, deren Ziel es ist, Beobachtung, Erkenntnis und Ordnung in Einklang zu bringen. In ihrem Auftrag sammelt, prüft und ordnet diese Redaktion Berichte aus allen Teilen der bekannten Welt.

Die Stimmen, die hierin erklingen, sind vielfältig angesiedelt – Augenzeugen, Gelehrte, Reisende und jene, die zur rechten Zeit am rechten Ort waren. Wo möglich, wurden Aussagen geprüft und gegeneinander abgewogen – wo dies nicht gelang, wurde kenntlich gemacht, was Bericht und was Überlieferung ist.

Der Chronist selbst bleibt namenlos. Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern aus der Überzeugung, dass die Bedeutung der Worte nicht aus dem Namen dessen erwächst, der sie niederschreibt, sondern aus dem Gewicht der Ereignisse, die sie beschreiben.

Gastbeiträge, Zeugnisse und sachliche Berichte können der Redaktion jederzeit zugeleitet werden. Diese sind an Van de Mork zu richten, der als Redakteur über Aufnahme, Einordnung und Veröffentlichung entscheidet. Ziel soll es sein, zweimal im Mond eine Ausgabe zu erstellen.*


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Im ganzen Land werden druckfrische Zeitungen verteilt, welche den typischen Geruch von Druckwerk aufweisen und offenbar auf einem besonders hochwertigen Papier gedruckt wurden.

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Ausgabe 11 - 12. Tag des 4. Mond im Jahr 2 n.k.S.

Ein Schatten über der Ascheebene (Vom Erscheinen eines Drachen und der Standhaftigkeit Solgards)
Es begann am Himmel! Zunächst war es nur ein ferner Schatten über dem Seebachtal, kaum mehr als eine flüchtige Verdunkelung im Licht. Doch rasch wurde daraus Gewissheit. Ein gewaltiger Leib zog seine Bahn durch die Lüfte. Langsam, schwer und von einer Präsenz, die alles unter sich verstummen ließ. Ein schwarzer Drache, größer als alles was bisher in diesen Landen gesehen wurde. Seine Schwingen spannten sich weit über das Land, jeder Flügelschlag ließ die Luft selbst erzittern. Das Licht brach sich an seinem Leib und wurde verschluckt. Es war als würde er die Helligkeit in sich aufnehmen. Als er die Wüste erreichte, durchbrach ein Gebrüll die Weite. Ein tiefes Grollen hallte über die Wüste. So laut und mit einer Gewalt, dass es selbst an der Felswacht noch zu hören war. Es war kein Laut, sondern ein Beben das durch Mark und Bein ging. Die Streiter der Felswacht reagierten augenblicklich. Kanonen wurden ausgerichtet und die Augen wurden gen Himmel erhoben.

Kein Zögern und kein Zaudern, einfach nur wachsame Entschlossenheit. Währenddessen setzte der Drache seinen Flug fort, bis er schließlich in der Ascheebene niederging. Seine Landung war kein einfaches Aufsetzen. Mit einem gewaltigen Schlag trafen seine Klauen auf den Boden. Die Erde brach unter seinem Gewicht auf. Staub und Asche wurden in einer dunklen Wolke emporgerissen. Ein heißer Windstoß ging von seinem Aufprall aus, als hätte selbst die Luft Mühe, seinem Erscheinen standzuhalten. Der Boden erzitterte und für einen Moment schien es, als würde die Ebene selbst vor ihm zurückweichen. Es dauerte nicht lang und die Felswacht entsandte einen Spähtrupp. Das was sie erblickten, ließ selbst erfahrene Männer innehalten. Der Drache erhob sich über die Ebene wie eine lebendige Festung. Zwölf Mann hoch ragte sein Leib empor. Seine Schwingen spannten sich über eine Fläche, die das Auge kaum zu fassen vermochte. Schuppen, so schwarz wie gehärteter Stein, lagen dicht an dicht und reflektierten kaum das karge Licht in der Ebene. Es war als hätte die Dunkelheit selbst Gestalt angenommen. Jeder Atemzug ließ kalten Dunst entweichen, der sich wie ein Schleier über den Boden legte. Es war kein gewöhnliches Tier. Es war eine Naturgewalt, unfassbar Angsteinflößend. 

Am siebten Tag des Mondes wurde das Heer Solgards einberufen. Dem Ruf kamen ein gutes Dutzend Solgarder Heeresbürger nach. Es war mehr als ein Aufgebot von Waffen. Nein... es war ein Zeichen von Einigkeit. Rüstungen glänzten im fahlen Licht und Banner wurden gehoben. In den Reihen lag keine Unruhe, sondern gefestigter Wille. Jeder wusste, was bevorstand. Und doch war jeder bereit und fest entschlossen. Der Zug zur Ascheebene erfolgte ruhig und entschlossen. Kein Schritt war zögerlich. Es war das Bild einer Gemeinschaft, die sich ihrer Aufgabe bewusst war. Der Anblick nach der Ankunft war niederschmetternd. Kaum jemand hatte so etwas je gesehen. Die Schlacht begann mit einem Beben. Als der Drache sich erhob, erzitterte der Boden unter seinen Schritten. Jeder Tritt ließ die Erde 
aufspringen, als würde sie sich gegen sein Gewicht wehren. Sein Gebrüll traf die Streiter wie eine Wucht, die selbst erfahrene Krieger in die Knie zwang. Es war, als würde der Klang selbst den Körper angreifen, als würde er Mut und Standfestigkeit prüfen. Dann kam der Atem. Kein Feuer, sondern Kälte von solcher Intensität, dass sie alles Leben erstarren ließ. Wo der Hauch des Drachen traf, bildete sich augenblicklich Eis. Schilde überzogen sich mit Frost. Die Waffen wurden starr und Männer erstarrten in ihrer Bewegung. Schnell gefangen in einem einzigen Moment.

och das Heer wich nicht. Schild an Schild standen sie. Wo einer bewusstlos geschlagen wurde. Befehle wurden getragen und die Linien gehalten. Es war kein Kampf einzelner Helden, sondern das Werk aller. Geeint und einander vertrauend. Jeder Schlag und jeder Schritt war Teil eines Ganzen. ja einer Einheit, wie sie oft nur in Solgard gesichtet wurde. Der Kampf zog sich lange hin. Er war zäh, fordernd und verlangte jedem alles ab. Doch nach und nach zeigte sich, was das solgarder Herr ausmacht. Gemeinschaft, Standhaftigkeit, Disziplin und der unerschütterliche Wille, gemeinsam zu bestehen. Mit vereinten Kräften wurde der Drache zu Boden gebracht. Sein Fall ließ die Erde ein letztes Mal erbeben, ehe Stille einkehrte. Eine schwere, bedeutungsvolle Stille. Nur das schwere Atmen der Recken war noch zu vernehmen. Keiner blieb ohne Wunden. Dennoch wich niemand im Geiste.

Nach dem Kampf wurde das Wesen kurz untersucht. Als Zeichen des Sieges schlug man ihm den Kopf ab. Nicht nur als Souvenir, sondern auch als Mahnung. Was bleibt, ist mehr als ein gefallener Feind. Inmitten dieser Ereignisse gewannen erste Gedanken an Bedeutung. Wo kam er her? Wer entsandte ihn? Was, wenn dieses Wesen nicht alleinstand? Was, wenn es nur ein Vorbote war? Die Theorie, dass eine größere Macht dahinter steht wurde geäußert. Könnte es, jener sogenannte Erbe sein, welcher im Verborgenen wirkte? Ein erster Test womöglich oder eine Prüfung. Vielleicht gar eine Ablenkung von etwas unheilvolleren.

Der Gedanke, dass noch größere Schrecken folgen könnten, lag schwer in der Luft. Es ist der Beweis, dass Solgard bereit ist. Dass seine Streiter nicht nur kämpfen, sondern als eine unerschütterliche Einheit bestehen. Jeder Einzelne mag geschlagen werden können, doch gemeinsam sind sie standhaft wie eine Mauer aus Metall und Glauben. In ihren Reihen zeigt sich, was dieses Reich wirklich ausmacht. Es ist Disziplin, Opferbereitschaft und eine Verbundenheit, die weit über bloße Befehle hinausgeht. Es ist dieser Geist, der aus vielen Einzelnen eine Kraft formt, welche selbst dem gewaltigsten Schrecken entgegentreten kann. Nicht Stärke allein war es, die diesen Sieg errang. Es war auch Vertrauen, Zusammenhalt und der unbedingte Wille, einander nicht im Stich zu lassen. Wo andere weichen würden, hält Solgard stand. Wo Furcht den Geist lähmt, wächst hier Entschlossenheit. Und genau darin liegt die wahre Größe dieses Reiches.

Sollten sich die düsteren Theorien bewahrheiten und weitere Bedrohungen folgen, dann wird es eben jene Stärke sein, welche Solgard tragen wird. Eine Gemeinschaft, die nicht zerbricht, wenn der Sturm über sie aufzieht. Diese Gemeinschaft rückt enger zusammen denn je und das Licht wird über allem stehen.


Licht und Leben hinter alten Mauern (Taverne zu Solgard steht kurz vor der Neueröffnung)
Nach einiger Zeit des Umbaus und zahlreicher Veränderungen verdichten sich nun die Hinweise, dass die Taverne in Solgard schon bald wieder ihre Türen öffnen wird. Über Monde hinweg blieb es ruhig um das einst so lebendige Haus. Hinter verschlossenen Türen jedoch wurde emsig gearbeitet. Unter der Leitung des Betreibers Dervyn Grahl wurden umfassende Umbauten vorgenommen und die Einrichtung offenbar neu gestaltet. Besonders aufmerksam beobachtet wurde in den letzten Tagen auch das Treiben vor den Toren der Taverne. Mehrfach waren Druiden zu sehen, welche sich wohl im Auftrag Grahls um die Gestaltung des Außenbereiches kümmerten. Frisches Grün, sorgsam gesetzte Pflanzen und eine sichtbare Aufwertung des Umfeldes. Dies lässt darauf schließen, dass hier nicht nur ein einfacher Wiederaufbau geschieht. Vielmehr eine bewusste Neugestaltung angestrebt wird. Was genau die Gäste im Inneren erwarten soll, ist bislang nicht bekannt. Doch die Kombination aus baulichen Veränderungen und liebevoller Gestaltung weist darauf hin, dass die Taverne künftig in neuem Glanz erscheinen dürfte. Es soll wohl nicht mehr lange dauern, bis wieder Stimmengewirr, Musik und das Klirren von Krügen durch die Räume hallen.


Die standhafte Laterne am Torbogen (Wenn es mal wieder scheppert, hat sich wer das Gesicht zerdeppert)
Wer den Torbogen am Museum zu Solgard passiert, mag es eilig haben. Vielleicht sind es wichtige Gedanken. Oder aber ein Termin, vielleicht auch der Weg zum nächsten Krug welcher die Schritte lenkt. Doch genau an dieser Stelle wartet sie. Unbewegt, schweigend und von erstaunlicher Beständigkeit. Eine dort platzierte Straßenlaterne. Es ist ein beinahe tägliches Schauspiel. Bürger schreiten durch den Torbogen, den Blick nach vorn gerichtet und *klonk*  Ein Zusammenstoß, der oft von einem kurzen Innehalten begleitet wird. Komische Blicke und nicht selten ein leiser Fluch sind zu vernehmen.

Man könnte meinen, die Laterne habe sich dort absichtlich positioniert, um jene zu prüfen, die ihrer Umgebung nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken. Die Spuren dieser Begegnungen sind inzwischen unübersehbar. Das Metall ist an mehreren Stellen eingedellt. Die Oberfläche zerkratzt, als hätte die Laterne im Laufe der Zeit mehr Gefechte erlebt als mancher Schildträger. Und doch steht sie weiterhin. Einige Stimmen aus der Bürgerschaft sprechen bereits scherzhaft von einem „Prüfstein der Wachsamkeit“. Wer unversehrt an ihr vorbeikommt, gilt als aufmerksam. Ob es sich hierbei um ein unglücklich gewähltes Bauwerk oder um eine besonders lehrreiche Einrichtung handelt, bleibt der Deutung überlassen. Sicher ist jedoch, diese Laterne hat sich ihren Platz im Stadtbild verdient. Und die Redaktion wagt zu behaupten, ein jeder Bürger hat mit ihr Bekanntschaft gemacht.


Von der Ernte zur Zierde (Neue Gärtnerschaufel ermöglicht schonendes Ausgraben von Pflanzen)
Aus den Reihen findiger Handwerker und Bastler wird von einer praktischen Neuerung berichtet, die insbesondere beim Gärtnern auf großes Interesse stoßen dürfte. Eine speziell geformte Gärtnerschaufel ermöglicht es nun, ausgewachsene Nutzpflanzen vorsichtig aus der Erde zu lösen, ohne sie dabei zu zerstören. Bislang galt die Sense als Mittel zum Zweck. Mit ihr ging stets der vollständige Verlust der Pflanze einher. Wer die Gewächse nutzen und erhalten wollte, stand vor einem Problem. Genau hier setzt die neue Methode an.

Die Gärtnerschaufel ist so gearbeitet, dass sie die Wurzeln behutsam freilegt und die Pflanze im Ganzen entnommen werden kann. Dies eröffnet neue Möglichkeiten. Pflanzen können nicht nur vom Acker geborgen werden, sondern ebenso aus Töpfen. Die eigentliche Ernte geht dabei nicht verloren, während die Pflanze selbst zur Zierde weiterverwendet werden kann. Ob in Gärten, auf Höfen oder als schmückendes Element im eigenen Heim. Hier sind die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig.

Im Zuge dieser Entwicklung wurden zudem neue Gewächse im Land gesichtet. Berichten zufolge wurde eines der Gewächse als Basilikum bezeichnet. Ebenso die noch seltenere Frostminze. Die Kombination aus handwerklichem Einfallsreichtum und neuen Pflanzenarten zeigt einmal mehr, wie sich selbst alltägliche Tätigkeiten weiterentwickeln können. Was einst allein der Ernte diente, kann nun ebenso der Gestaltung und dem Erhalt dienen. Wir nennen so etwas Fortschritt mit sichtbarer Wirkung.


Von Saat und Ordnung (Wer sucht der findet, welch ein Glück. Dank Schublade für jedes Stück.)
Mit dem Einzug des Frühlings und dem ersten zaghaften Grün auf den Feldern erreicht die Redaktion Kunde von einer Neuerung, die besonders unter Bauern, Gärtnern und reisenden Sammlern Beachtung finden dürfte. In den vergangenen Monden wurde vielerorts darüber geklagt, dass die Aufbewahrung von Saaten zunehmend unübersichtlich geworden sei. Mit wachsender Vielfalt an Nutzpflanzen und den neuen Züchtungen verlor mancher schnell den Überblick darüber, was in den eigenen Truhen noch schlummerte. Nun scheint diesem Umstand

begegnet worden zu sein. Eine eigens dafür geschaffene Saatgutkiste hält Einzug im Land. Auch in ihrer Bauweise zeigt sich eine vertraute Handschrift unserer findigen Handwerker. Bei näherem Hinsehen ein wahres Meisterstück der Handwerkskunst. Mehrere großzügige Fächer und sauber gearbeitete Schubladen bieten Raum für eine geordnete Aufteilung der Saaten. Jedes Korn findet seinen Platz und jede Sorte ihre eigene Kammer. So entsteht eine Struktur, die selbst bei wachsender Vielfalt den Überblick wahrt und dem Wirrwarr vergangener Tage ein Ende setzt.

Die Redaktion sieht in dieser Entwicklung einen sinnvollen Schritt hin zu mehr Übersicht und Struktur. Gerade in Zeiten, in denen immer neue Pflanzen ihren Weg in die Welt finden. Nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern der Notwendigkeit. Ob und wann eine dieser Lösungen für Zierpflanzen folgt, ist derzeit noch ungewiss. Doch schon jetzt zeigt sich, dass mit der richtigen Ordnung oft auch der erste Schritt zu einer reichen Ernte folgt.


Neue Stimmen für Nebelhafen (Wahl abgeschlossen, nun Gelöbnis statt Eid abgelegt)
Die jüngst angekündigte erneute Wahl in Nebelhafen ist nun abgeschlossen. Nach den vorangegangenen Unruhen und Diskussionen wurden die Geschicke der Stadt wie vorgesehen auf mehrere Schultern verteilt. „Stimme der Gelehrten“ wurde Gwendolyn. Die Belange des Inneren liegen fortan in den Händen von Pandor Vildaban, während Nathara Benheim die „Stimme der Zünfte“ vertritt. Damit ist das angestrebte Modell einer geteilten Verantwortung nun offiziell umgesetzt. Im Vorfeld hatte insbesondere die Verpflichtung zu einem Eid für erheblichen Unmut innerhalb der Bürgerschaft gesorgt. Bedenken hinsichtlich persönlicher Freiheit und möglicher Verpflichtungen führten zu intensiven Diskussionen. Anstelle eines bindenden Eides legten die Gewählten ein öffentliches Gelöbnis ab. Dieses wurde unter der Leitung von Joshua Torres gesprochen, dem ehemaligen Bürgermeister und weiterhin tätigen Diplomaten der Greifen. In seiner Rolle als Bindeglied zwischen Stadt und den auf die Nebelinsel ausgewanderten Greifen.

Im Wortlaut verpflichteten sich die neuen Vertreter, die Neutralität Nebelhafens zu wahren, die Stadt vor inneren wie äußeren Bedrohungen zu schützen und keine Kriege in ihre Mauern zu tragen. Ebenso bekannten sie sich dazu, die Interessen aller Bürger gleichermaßen zu achten … unabhängig von Stand, der Herkunft oder der Zugehörigkeit. Sie gelobten ferner, ihr Amt gewissenhaft auszuführen. Mit dieser Entscheidung scheint ein Ausgleich zwischen Führung und Freiheit gefunden worden zu sein. Die Wahl ist damit nicht nur abgeschlossen, sondern auch in eine Form überführt worden, die den Willen der Bürgerschaft berücksichtigt hat. Gleichwohl es nachwievor eine sogenannte „Gegenbewegung“ zu geben scheint. Diese verfolgen andere Ziele und teilen die Art der Neuausrichtung der Stadt nicht. Worte wie „Wir wollen kein zweites Solgard“ sollen gefallen sein. 

Nach derzeitigen Erkenntnissen scheint diese sogenannte Gegenbewegung jedoch nicht vorrangig darauf ausgerichtet zu sein, die bestehende Ordnung aktiv zu untergraben. Vielmehr deuten vereinzelte Berichte darauf hin, dass ihre Anhänger sich als besonders freiheitsliebend verstehen und eine zu starke Bindung oder gar ein mögliches Protektorat fürchten. Es entsteht somit ein Bild einer Strömung, die weniger aus offener Gegnerschaft handelt. Vielmehr aus Sorge heraus, dass die Eigenständigkeit Nebelhafens schleichend eingeschränkt werden könnte. Die Ablehnung scheint sich dabei nicht zwingend gegen einzelne Personen zu richten. Sondern vielmehr gegen das Gefühl, dass sich Strukturen entwickeln die langfristig Einfluss von außen begünstigen.

Diese Einschätzungen beruhen bislang vor allem auf Hörensagen und vereinzelten Aussagen, die im Umlauf sind. Ein direktes Gespräch mit bekennenden Vertretern dieser Bewegung konnte bisher nicht geführt werden. Somit bleibt eine eindeutige Einordnung zum jetzigen Zeitpunkt schwierig. Es ist daher ebenso möglich, dass sich innerhalb dieser Gruppierung unterschiedliche Ansichten und Motive vereinen. Sprich... ein abschliessendes Gesamtbild lässt sich nicht erkennen. Die kommenden Tage könnten hier mehr Klarheit bringen. Die Redaktion des Axiomatischen Boten wünscht den neu Gewählten ein gutes Gelingen bei ihren Aufgaben. Mögen sie die Geschicke Nebelhafens mit Bedacht, Weitsicht und im Sinne aller Bürger lenken.


Flüstern aus verborgenen Wassern (zwischen Stille, Tiefe und alten Legenden)
Nicht jeder Pfad ist für jedermann bestimmt. Manche Wege offenbaren sich nur jenen, die bereit sind. Sie sollten aber ihre gewohnten Schritte wagen zu verlassen. Selbst dann bleibt oft ungewiss, ob man gefunden hat, was man suchte. Aus entlegenen Gegenden wird berichtet, dass es einen Ort gibt welcher sich dem Blick der meisten entzieht. Dort, wo das Land fruchtbar wirkt und süße Früchte schwer an den Ranken hängen, endet der Weg nicht einfach. Nein... Veränderung und Mut muss einem gegeben sein. Wer weiter will, muss das Element selbst betreten. Geschmeidig umschlossen werden die Schritte sein und schäumendes verschleiert, was einen erwartet.

Jenseits dieser Schwelle soll sich ein Ort von ungewöhnlicher Erscheinung befinden. Der Atem wird es einem nicht nur verschlagen, nein, lange Zeit muss man den Mund verschlossen halten. Inmitten der Stille erhebt sich, ein Plateau und die türkisen Kristalle blitzen in den Augen. Inmitten ein Thron aus kristalliner Struktur. Kein Werk gewöhnlicher Hände, sondern von einer Klarheit und Form, die eher an gewachsene als geschaffene Materie erinnert. Licht bricht sich darin auf eigentümliche Weise. Es ist als würde es nicht nur reflektiert, sondern gehalten in den Träumen des Betrachters.

Die Natur selbst scheint an diesem Ort innezuhalten. Kaum ein Laut dringt dorthin. Irgendwie liegt eine Präsenz in der Luft, die sich schwer beschreiben lässt. Einige berichten von einem Gefühl, beobachtet zu werden. Ob gut oder böse ist nicht bekannt, aber wohl prüfend. Andere sprechen von einer seltsamen Ruhe, die sich über den Geist legt, sobald man sich dem Thron nähert. In diesem Zusammenhang wird eine Theorie unter den Wissenden geflüstert.

Manche vermuten, dass dieser Ort in Verbindung mit Meiliadrin der Heilerin stehen könnte. Ja, richtig … jenem sagenumwobenen Wasserdrachen der ersten Brut, dessen Wirken einst Heilung und Gleichgewicht gebracht haben soll. Es wird spekuliert, dass wohl  ein Abgesandter oder ein ihr verpflichtetes Wesen einst dort verweilte. Ein Hüter vielleicht. Oder ein Sprachrohr. Und womöglich war dieser Ort mehr als nur ein Sitz.

Einige Stimmen deuten an, dass Anhänger diesen Platz aufsuchten. Ein Ort der Andacht, fern von Augen und Urteil. Ein Platz, an dem nicht gesprochen wurde. Vielleicht wurde dort nur verstanden. Gewissheit gibt es nicht. Und vielleicht ist es genau das, was diesen Ort ausmacht. Nicht alles was existiert ist dazu bestimmt, vollständig erkannt zu werden. Manche Dinge bleiben einfach verborgen, bis man sie entdeckt hat. Wer dennoch aufbricht um zu suchen, sollte eines nicht vergessen. Nicht jeder Weg führt zurück, wie man ihn betreten hat.
-- Van de Mork --
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